BWL07 Finanzierung
Detailfragen zu BWL07 stammend aus fernstudenten
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Lernkarten
Nenne neue Anleiheformen
Zero Bonds: Anleihen ohne laufende Zinszahlung. Zwei Möglichkeiten für die Zinszahlung: Entweder
erfolgt eine Aufzinsung und die Zinsen werden am Ende der Laufzeit mit der Kapitalrückzahlung ge-
zahlt oder es wird eine Abzinsung bzw. Diskontierung vorgenommen, sodass der Ausgabekurs be-
trächtlich unter pari liegt. Vorteil: Zinsen sind erst am Ende der Laufzeit zu versteuern
Floating Rate Notes: Anleihen mit variabler Verzinsung. Alle drei oder sechs Monate erfolgt eine Zins-
anpassung, die sich am Geldmarkt orientiert. Floating Rate Notes schalten durch die laufende Zinsan-
passung das Zinsrisiko aus. Für den Emittenten bietet ein Floater die Möglichkeit einer langfristigen
Kreditaufnahme bei stets marktkonformer Verzinsung.
Currency Bonds: Doppelwährungsanleihen. Ausgabe und Rückzahlung erfolgen in unterschiedlichen
Währungen. Zinszahlungen können in beiden Währungen vorgenommen werden. Currency Bonds
bieten die Chance, von den Zinsunterschieden und der Kursentwicklung in zwei Ländern zu profitie-
ren.
Eigenkapitalvarianten bei Beteiligung/ Genossenschaft
Beteiligungsfinanzierung durch Aufnahme neuer Mitglieder oder Zeichnung weiterer Anteile von bishe-
rigen Mitgliedern.
Es gibt kein Mindestkapital.
Die Höhe eines Geschäftsanteils wird in der Satzung festgelegt.
Die Mindesteinzahlung beträgt 10%.
Geschäftsanteile können zum Ende eines Geschäftsjahres gekündigt werden.
Der Anteilseigner erhält bei einer normalen, guten Geschäftslage in der Regel eine Dividende.
Die Mitglieder haben keinen Anspruch auf anteilige Reserven und Firmenwert.
Definition und Arten Eigentumsvorbehalt
Der Lieferant behält sich bis zur vollständigen Zahlung des Kaufpreises das Eigentum an den geliefer-
ten Waren vor. Nach dem Umfang des Eigentumsvorbehalts unterscheiden wir:
- einfacher EV: Bei Zahlungsverzug kann der Verkäufer seinen Rücktritt vom Vertrag erklären und
Herausgabe der Ware verlangen. Unwirksam, wenn Käufer die Ware verarbeitet oder veräußert.
- verlängerter EV: Käufer kann die Ware verarbeiten oder veräußern. Die Forderungen, die der Käufer
durch Veräußerung der Waren erwirbt, werden im Voraus zur Sicherung an den Verkäufer abgetreten.
- erweiterter EV (Kontokorrentvorbehalt): Der Käufer wird erst Eigentümer der gelieferten Waren bzw.
der Forderungen, wenn er alle vom Käufer gelieferten Sachen bezahlt hat.
Aus organisatorischer Sicht finden finanzwirtschaftliche Aufgaben ihren Niederschlag in der Stelle des sog. Treasurers. Inwiefern unterscheidet sich diese Stelle von der des sog. Controllers?
Unterschiede bestehen darin, dass der Controller ein Gewinnmanager und der Treasurer ein Finanz-
manager ist. Der Treasurer hat die Aufgabe, die Liquidität durch Planung und Kontrolle der Einnah-
men und Ausgaben bzw. der Einzahlungen und Auszahlungen zu sichern. Im einzelnen zählt zu sei-
nen Aufgaben:
- die Kapitalbeschaffung in Ausführung der einzelnen Unternehmenspläne
- die Liquiditätssicherung durch kurzfristige Finanzierungsmaßnahmen
- die Pflege der Beziehung zu den Kreditgebern und Anteilseignern
- die Überwachung der Gewährung von Kundenkrediten einschließlich Forderungseinzug
- sowie die Regelung und Koordination von Kapitalanlagen außerhalb des Unternehmens
Negativerklärung/ Patronatserklärung anhand von Gemeinsamkeiten und Unterschieden erklären Personalsicherheiten erklären und besonderen Bezug auf Negativ- und Patronatserklärung
Negativerklärung: Der Kreditnehmer verpflichtet sich während der Laufzeit des Kredits ohne Einwilli-
gung des Kreditgebers keine wesentlichen Vermögensgegenstände zu veräußern oder zu Gunsten
Dritter zu belasten.
Patronatserklärung: Personalsicherheit innerhalb eines Konzerns. Die Muttergesellschaft verpflichtet
sich gegenüber dem Kreditgeber der Tochtergesellschaft während der Laufzeit des Darlehens die
Beteiligung unverändert zu halten und die Zahlungsfähigkeit der Tochter zu gewährleisten, damit das
Darlehen ordnungsgemäß getilgt und verzinst werden kann.
Gesamtkapitalrentabilität, Eigenkapitalrentabilität und Umsatzrentabilität berechnen
rEK: Verhältnis von Gewinn und Eigenkapital
rGK: das Verhältnis von (Gewinn + Fremdkapitalzinsen) und Gesamtkapital
rU: die Beziehung von Betriebsergebnis zum Umsatz
Primär und Sekundärmarkt erklären
Abgrenzung zwischen Primär und Sekundärmärkten
Auf Primärmärkten werden Finanzprodukte – vor allem Aktien und Obligationen bzw. Schuldver-
schreibungen – erstmalig ausgegeben, während auf Sekundärmärkten bereits im Umlauf befindliche
Finanzprodukte gehandelt werden.
Lohmann Ruchti: Kapazitätsmultiplikator – erklären
Was genau ist mit dem Begriff „Kapazitätsmultiplikator“ gemeint?
Nimmt Bezug auf den Kapazitätserhaltungs- bzw. –erweiterungseffekt bei Finanzierung durch Ab-
schreibungen. Dimensioniert den maximalen Kapaziätserweiterungeffekt (KM = K=2/(1+1/n))
Was genau ist unter dem Begriff der Substitutionsfinanzierung zu verstehen?
Nehmen Sie ferner zur Nützlichkeit dieser „Finanzierungsform“ kritisch Stellung.
- Substitutionsfinanzierung ist eine Finanzierungsform aus sonstigen Kapitalfreisetzungen in der Innenfinanzierung.
- Nichtmonetäre, überflüssige Vermögensgegenstände werden monetarisiert, z. B. Wertpapiere oder nicht benötigtes Anlagevermögen.
- Dabei muss allerdings abgewogen werden, ob die Vermögenswerte vielleicht doch zumindest mittelfristig noch mal gebraucht würden.
- Auch die betriebliche Notwendigkeit ist zu klären.
Was ist Working Capital, beschreiben und 2 Regeln nennen
Working Capital Ratio erklären, wie sollen die Ergebniswerte aussehen
Was ist Net Working Capital
Das Verhältnis zwischen Umlaufvermögen und kurzfristigen Schulden wird international auch als Wor-
king Capital bezeichnet und entweder als Differenz (Umlaufvermögen – kurzfristige Schulden = Net
Working Capital) oder als Quotient (Umlaufvermögen / kurzfristige Schulden = Working Capital Ratio)
berechnet.
Die 2:1-Regel, d. h., das Verhältnis zwischen Umlaufvermögen und kurzfristigen Schulden sollte 2:1
betragen.
Die 1:1-Regel, d. h., das Verhältnis zwischen monetärem Umlaufvermögen (liquide Mittel, Wertpapiere
und Forderungen aller Art) und kurzfristigen Schulden sollte 1:1 betragen. In den USA ist die Regel
daher als „One to One Rule“ bekannt.
Wodurch unterscheiden sich typische und atypische stille Gesellschafter?
Der typische stille Gesellschafter ist eher ein Gläubiger, der ein Darlehen zur Verfügung stellt und
dafür einen gewinnabhängigen Zins erhält. Er bezieht Einkünfte aus Kapitalvermögen.
Der atypische stille Gesellschafter gilt als Mitunternehmer, der für seine Beteiligung am Gewinn und
Verlust des Unternehmens und an Reserven und Firmenwert beteiligt wird. Er bezieht Einkünfte aus
Gewerbebetrieb.
Im Zusammenhang mit dem in der Finanzplanung ermittelten betrieblichen Kapitalbe-
darf wird bekanntlich zwischen Sockel- und Spitzenbedarf unterschieden. Dessen De-
ckung soll nach dem Prinzip der fristenkongruenten Finanzierung erfolgen.
Erläutern Sie diesen Sachverhalt.
Welche Bilanzkennzahlen würden Sie zur Beurteilung dieses Finanzierungsprinzips he-
ranziehen?
Ein Sockelbedarf für Kapital fällt auf unbestimmte Zeit an und muss daher langfristig finanziert werden.
Ein Spitzenbedarf an Kapital entsteht nur für kurze Zeit und kann daher kurzfristig finanziert werden.
Fristenkongruenz steht für die zeitliche Übereinstimmung der Fristen von Kapitalüberlassung und Ka-
pitalbindung. So müssen langfristige Investitionen langfristig und kurzfristige Investitionen sollten (fris-
tenkongruent) kurzfristig finanziert werden.
Kennzahlen: QDA, mind. die goldene Finanzregel, Bilanzregel, Working Capital und L-Grade
Was ist unter Unabhängigkeit "Dispositionsfreiheit" zu verstehen (erklären sie, was mit
dem finanzwirtschaftlichen Entscheidungskriterium Unabhängigkeit gemeint ist.)
Unabhängigkeit: Unabhängigkeit bedeutet Dispositionsfreiheit und Flexibilität bei der Finanzierung.
Durch eine Beteiligungsfinanzierung (z. B. durch Aufnahme neuer Gesellschafter) werden sich in der
Regel mehr Mitspracherechte ergeben als durch eine Kreditfinanzierung, kleinere und mittlere Unter-
nehmen müssen allerdings befürchten, dass bei hoher Kreditfinanzierung Gläubiger einen beträchtli-
chen Einfluss auf die finanzwirtschaftliche Dispositionsfreiheit ausüben werden.
Qualitätskriterien bei der Finanzplanung/ Finanzierung
Qualitätskriterien bei finanzwirtschaftlichen Entscheidungen nennen und erläutern
Finanzwirtschaftliche Entscheidungskriterien nennen und erklären
- Liquidität: Die Liquidität sollte das Hauptziel im Finanzmanagement sein. Es sollte immer mindestens ein finanzielles Gleichgewicht herrschen, besser noch ein Überschuss an liquiden Mitteln vorhanden sein. Kennzahlen sind Verhältnis UV/kurzfristigen Schulden (Soll: 2:1) oder Verhältnis monetäres UV/kurzfristigen Schulden (Soll: 1:1). Weitere wichtige Kennzahlen sind Net Working Capital oder Working Capital Ratio.
- Rentabilität: Die Rentabilität (Kennzahl: EK-Rentabilität, GK-Rentabilität oder Umsatzrentabilität) sollte möglichst hoch sein bei geringen Finanzierungskosten.
- Sicherheit: Sicherheit umfasst die Existenzsicherung des Unternehmens (wichtig aus Gesellschaftersicht) und die Sicherheit der Gläubiger. Kennzahlen sind AV/UV (Soll: 1:1) oder EK/FK (Soll: 1:2). Eine möglichst hohe EK-Quote sorgt für Unabhängigkeit und trägt zur Sicherheit bei.
- Unabhängigkeit: Unabhängigkeit bedeutet Dispositionsfreiheit und Flexibilität bei der Finanzierung. Es ist zu berücksichtigen, dass Beteiligungsfinanzierungen zu mehr Mitspracherechten führen und Kreditfinanzierungen häufig Sicherheiten verlangen, die die unternehmerische Verfügungsgewalt einschränken.
- Shareholder Value: Shareholder Value heißt Werterhöhung des EK in Form von Einzahlungsüberschüssen. Das Unternehmen sollte daher Finanzierungsformen wählen, die hohe Einzahlungsüberschüsse versprechen. Maßgröße ist der abgezinste Cashflow.
Lombardkredit erklären
Ein kurzfristiger, auf einen festen Betrag lautender Kredit, der durch die Verpfändung von marktgängi-
gen beweglichen Sachen oder Rechten gesichert ist.
Negoziationskredit und Rembourskredit Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Negoziationskredit: (auch: Negoziierungskredit). Dieser Bankkredit im Außenhandel ist ein kurzfristiger
Trattenaufkaufskredit. Die Exportbank kauft eine auf den Importeur gezogene Tratte an. Gegenüber
dem Rembourskredit wird dabei die Zahlung an den Exporteur beschleunigt. Formen: Authority to
Purchase, Order to Negotiate, Commercial Letter of Credit.
Rembourskredit: Bankkredit im Außenhandel zur kurzfristigen Fremdfinanzierung. Er ist eine Kombi-
nation aus Dokumentenakkreditiv, Akzeptkredit und (Wechsel-)Diskontkredit. Dabei erhält der Expor-
teur unmittelbar nach Verladung der Ware sein Geld, weil ein Bankakzept von der Exportbank zu sei-
nen Gunsten diskontiert wird. Der Importeur muss dagegen in der Regel erst nach 90 Tagen, wenn
das Bankakzept fällig ist, die gelieferte Ware zahlen.
Merkmale und Arten von Factoring
Was ist unter "unechtem" Factoring zu verstehen ?
Beim Factoring handelt es sich um den Aufkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
durch ein Factoringinstitut. Factoring bezieht sich vor allem auf inländische kurzfristige Forderungen.
Neben der Finanzierungsfunktion und der Delkrederefunktion umfasst das Factoring in der Regel eine
zusätzliche Dienstleistungsfunktion.
Die Finanzierungsfunktion betrifft den Ankauf und die Kreditierung der Forderungen. Je nach Fälligkeit
der Forderung gewährt der Factor dem Verkäufer einen kurz- bis mittelfristigen Kredit.
Bei der Delkrederefunktion handelt es sich um die Übernahme des Bonitätsrisikos durch den Factor.
Die Dienstleistungsfunktion ist eine Serviceleistung, die der Factor in der Regel dem Verkäufer zusätz-
lich anbietet, z.B. das Mahn- und Inkassowesen.
Unechtes Factoring: Beim echten Factoring übernimmt der Factor das volle Delkredererisiko, während
beim unechten Factoring ein gewisses Kreditrisiko beim Verkäufer verbleibt.
Merkmale:
- Die Kunden sind keine Endverbraucher, sondern Wiederverkäufer oder gewerbliche Abnehmer.
- Der Jahresumsatz des Verkäufers beträgt mindestens 1 Million Euro.
- Die Zahlungsziele liegen zwischen 30 und 90 Tagen.
- Die durchschnittlichen Rechnungsbeträge betragen mindestens 500 Euro.
Was versteht man unter Personalsicherheiten bei Kreditfinanzierung
Personalsicherheit und Realsicherheit erklären
Personalsicherheiten: schuldrechtliche Ansprüche: Neben dem Kreditnehmer haftet eine dritte Person,
z. B. Bürgschaft.
Realsicherheiten: sachenrechtliche Ansprüche: Dem Kreditgeber werden bestimmte Rechte an Ver-
mögenswerten eingeräumt, z.B. Hypothek
Erklären Realsicherheiten mit immateriellen Gütern. Welche zählen dazu und was ist das.
Pfandrecht (an Forderungen): Verpfändung wird nur wirksam, wenn sie dem Schuldner durch den
Gläubiger angezeigt wird (in der Praxis geringe Relevanz).
Sicherungsabtretung: (auch Zession). Kreditnehmer tritt Forderungen gegenüber Dritten an den Kre-
ditgeber als Kreditsicherheit ab. Erfolgt die Zession erfüllungshalber, erlischt das Kreditverhältnis erst
mit Zahlungseingang beim Kreditgeber. Bei Zession an Erfüllungs statt ist das Kreditverhältnis mit der
Abtretung erfüllt.
Derivatemarkt inkl. Swaps, Optionen, Futures erläutern
Der Derivatemarkt gehört zu den risikoreichsten Finanzmärkten. Derivate sind aus typischen Finanz-
instrumenten abgeleitet, z.B. Aktien, Obligationen, Devisen. Es sind Rechte an Wertpapieren und
Devisen. Zu den wichtigsten Derivaten gehören Optionen, Swaps und Futures.
Optionen: Optionen sind bedingte Termingeschäfte. Diese dienen z.B. zur Absicherung gegen Wäh-
rungsrisiken, insbesondere Wechselkursrisiken, sowie zur Absicherung von Kursschwankungen von
Wertpapieren.
Swaps: Austausch von Rechten und Pflichten aus Währungs- und Zinspositionen
Futures: standardisierte zweiseitige Verträge am Terminmarkt. Zu unterscheiden sind Financial Futu-
res, die sich auf Zinsen, Devisen oder Wertpapiere beziehen, und Warenterminkontrakte.
Schuldverschreibungen erklären
Schuldverschreibungen (Anleihen, Obligationen) sind ein klassisches Instrument der langfristigen
Kreditfinanzierung für Großunternehmen und den Staat. Um möglichst viele Kapitalanleger (Gläubiger)
zu gewinnen, werden die Anleihen in Teilschuldverschreibungen zerlegt, die über einen bestimmten
Nennbetrag lauten und an der Börse gehandelt werden. Der Kreditnehmer (Emittent) verpflichtet sich
zu regelmäßigen Zinszahlungen (festverzinslich) und zur Rückzahlung des aufgenommenen Geldbe-
trages zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Finanzierung kann nach dem "Finanzierungsanlass" unterschieden werden. Nennen
Sie die nach diesem Kriterium unterschiedenen Finanzierungsarten und erläutern Sie
sie kurz
- Gründungsfinanzierung. Für Existenzgründungen gibt es zahlreiche besondere – meist besonders zins- und tilgungsgünstige – Kredite.
- Erweiterungsfinanzierung. Diese Finanzierung kommt in Betracht, wenn die Kapazität eines Unternehmens erhöht werden soll, sodass neue Fertigungs-, Lager- und Verwaltungsbauten zu finanzieren sind. Denkbar ist auch die Aufnahme neuer Produktionsarten aufgrund angestrebter Diversifizierung oder die Einrichtung von Niederlassungen.
- Umfinanzierung, z. B. Umwandlung von kurzfristigen in langfristige Kredite.
- Sanierungsfinanzierung. Bei der Sanierung einer Kapitalgesellschaft wird in der Regel das Nennkapital zunächst herabgesetzt, um Verluste auszugleichen. Anschließend wird das Nennkapital wieder erhöht, um dem Unternehmen neue Mittel zuzuführen.
Aufgaben, Ziele und Kennzahlen/ Kontrollgrößen Finanzplanung
Aufgabe: Ein- und ausgehende Zahlungsströme aus der geplanten ordentlichen und außerordentli-
chen betrieblichen Tätigkeit systematisch zu schätzen und zu berechnen.
Ziel: Sicherung der Liquidität
Kennzahlen/ Kontrollgrößen: Cash Ratio, Quick Ratio, Working Capital Ratio und Net Working Capital
Erklären sie Kassa- und Terminmärkte und zeigen sie die Unterschiede auf
Auf Kassamärkten werden Finanzleistungen gehandelt, bei denen Verpflichtungs- und Erfüllungsge-
schäft gleichzeitig stattfinden. Auf Terminmärkten wird nur das Verpflichtungsgeschäft abgeschlossen.
Bei der sogenannten „aktiven“ Finanzplanung wird zwischen Prognose- und Standardplanung unterschieden. Warum?
Prognoseplanung: Planung in Abhängigkeit von der Geschäftsentwicklung (Umsatzentwicklung)
Standardplanung: Finanzbudgets und soll- bzw. Richtwerte für die einzelnen Bereiche werden festgelegt.
Erläutern Sie, was in diesem Zusammenhang unter sog. „deterministischen“ und „stochastischen“ Prognosen zu verstehen ist.
Deterministische Prognosen: eindeutiger Ursache-Wirkungsbeziehungen zwischen Zielgröße und daraus ableitbarem Kapitalbedarf
Stochastische Prognosen: keine eindeutige Ursächlichkeit zwischen den finanzwirtschaftlichen Plangrößen
Unterschiede passive und aktive Finanzplanung
Passiv: Der Finanzplan ergibt sich als Konsequenz aus den anderen Plänen des Unternehmens (Ab-
satz-, Produktions-, Beschaffungs-, Investitionsplan). Engpasssektor ist dabei in der Regel der Ab-
satzplan, der alle anderen Pläne bestimmt. Als Ergebnis zeigen die Pläne die erforderlichen finanziel-
len Mittel, so dass sich die Finanzplanung darauf beschränkt, die Deckung des Kapitalbedarfs zu op-
timieren.
Aktiv: der finanzielle Bereich ist ein Engpassfaktor, d. h. die Möglichkeiten und Kosten der Finanzie-
rung beeinflussen die anderen Pläne des Unternehmens.
Nennen Sie bitte je ein Beispiel dafür, dass bei den Umsatzerlösen
a) Einnahmen vor Einzahlungen und
b) Einzahlungen vor Einnahmen stattfindet
a) Waren bzw. Fertigerzeugnisse werden auf Ziel (Kredit) verkauft.
Die Einnahme liegt bereits im Zeitpunkt des Verkaufs vor, die Einzahlungen erst im Zeitpunkt des
Zuflusses der liquiden Mittel. In der Zwischenzeit sind in der Buchhaltung Forderungen zu erfassen.
b) Ein Kunde leistet eine Anzahlung für eine Warenlieferung.
Die Einzahlung erfolgt mit der Anzahlung, die Einnahme erst mit der Warenlieferung. In der Zwischen-
zeit sind erhaltene Anzahlungen zu erfassen.
Nennen und erklären von Bilanzverlängerung/ -verkürzung, Aktiv-/ Passivtausch
Bilanzverlängerung: Auf der Aktivseite erhöhen sich die liquiden Mittel und auf der Passivseite erhöht
sich die Position des Fremdkapitals um den gleichen Betrag. Die Bilanzsumme erhöht sich. Die Bilanz
wird „verlängert“.
Bilanzverkürzung: Auf der Aktivseite reduzieren sich die liquiden Mittel und auf der Passivseite ver-
mindert sich die Position des Fremdkapitals um den gleichen Betrag. Die Bilanzsumme reduziert sich.
Die Bilanz wird „verkürzt“.
Aktivtausch: Ein Aktivtausch betrifft ausschließlich die Aktivseite der Bilanz. Auf der Aktivseite der
Bilanz werden Vermögensposten umgeschichtet. Auf der Aktivseite erhöht und vermindert sich also
gleichzeitig ein Vermögensposten.
Passivtausch: Ein Passivtausch betrifft ausschließlich die Passivseite der Bilanz. Auf der Passivseite
der Bilanz werden Kapitalposten umgeschichtet. Auf der Passivseite erhöht und vermindert sich also
gleichzeitig ein Kapitalposten.
Erläutern Sie den Unterschied zwischen einer Mantelzession und einer Globalzession
Mantelzession: Die Mantelzession ist eine Sonderform der Sicherungsabtretung, bei der sich der
Kreditnehmer verpflichtet, laufende Forderungen in einer bestimmten Gesamthöhe abzutreten und
dem Kreditgeber in vereinbarten Zeitabständen in Form von Rechnungskopien bzw. Debitorenlisten
nachzuweisen.
Globalzession: Alle gegenwärtigen und zukünftigen Forderungen gegenüber einem bestimmten Kun-
denkreis werden abgetreten bzw. verkauft.
Deckungsgrad A erklären, was sagt er aus.
Deckungsgrad A: Eigenkapital zu Anlagevermögen. Geringere Deckungsgrade sind risikoreicher, hö-
here entsprechend sicherer.
Deckungsgrad B: Eigenkapital einschließlich langfristigem Fremdkapital zu Anlagevermögen. Hier
sollte sich mindestens ein Verhältnis von 1:1 ergeben.
Genusskapital erklären
Sonderform der langfristigen Fremdfinanzierung. Genusskapital ist eine Mischung aus Eigen- und
Fremdkapital mit Rechten am Gewinn und einer Beteiligung am laufenden Verlust, jedoch ohne Mit-
spracherechte.
Darlehensformen langfristiger Bankkredite inkl. Disagio
Hinsichtlich der Tilgung sind drei Darlehensformen zu unterscheiden:
- Annuitätendarlehen: Der Kreditnehmer zahlt regelmäßig (monatlich, quartalsweise oder jährlich) Annuitäten in gleicher Höhe, wobei die Tilgungsanteile im Zeitablauf zunehmen und die Zinsanteile entsprechend geringer werden.
- Abzahlungsdarlehen/ Ratenkredit: Es wird jährlich ein konstanter Betrag getilgt. Die Zinsen sinken dann entsprechend. Die Annuitäten sinken ebenfalls.
- Festdarlehen/ Fälligkeitsdarlehen: Das Darlehen wird am Ende der Laufzeit in einer Summe zurückgezahlt. Während der Laufzeit sind Zinsen in konstanter Höhe zu zahlen.
- Disagio: der Auszahlungsbetrag des Kredites ist geringer als der Rückzahlungsbetrag. Dafür ist der Nominalzins entsprechend geringer. Die Differenz wird Damnum oder Disagio genannt.
Erläutern Sie den Begriff der Liquidität als finanzwirtschaftliches Zielkriterium. Welchen Inhalt und welche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang die Kennzahl „Net Working Capital“?
Die Liquidität sollte das Hauptziel im Finanzmanagement sein. Es sollte immer mindestens ein finan-
zielles Gleichgewicht herrschen, besser noch ein Überschuss an liquiden Mitteln vorhanden sein.
Kennzahlen sind Verhältnis UV/kurzfristigen Schulden (Soll: 2:1) oder Verhältnis monetäres
UV/kurzfristigen Schulden (Soll: 1:1). Weitere wichtige Kennzahlen sind Net Working Capital oder
Working Capital Ratio.
Net Working Capital: = Umlaufvermögen – kurzfristige Schulden. Das Vorhandensein von NWC zeigt
eine „gesunde“ Finanzierung.
Charakterisieren Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede der folgenden Kreditsicherheiten:
- Hypothek
- Grundschuld
Hypothek: Das Pfandrecht an einem Grundstück zur Sicherung einer Forderung. Eine Hypothek ist
eine streng akzessorische Sicherheit, d.h. ihr Bestand ist von der zugrunde liegenden Geldforderung
abhängig.
Grundschuld: Die Grundschuld dient als Sicherheit bei langfristigen Krediten. Sie ist keine akzessori-
sche Sicherheit und ist damit nicht an das Bestehen einer Hauptschuld gebunden.
Vorratsaktien
Vorratsaktien werden über den gegenwärtigen Kapitalbedarf der AG hinaus geschaffen und von ei-
nem Dritten oder einem Treuhänder für Rechnung der Gesellschaft übernommen. Sie werden daher
auch als Verwaltungs- oder Verwertungsaktien bezeichnet.
Was ist unter einem „Avalkredit“ zu verstehen?
Form der Kreditleihe. Die Bank übernimmt die Haftung für die Verbindlichkeiten eines Kunden gegen-
über einem Dritten in der Form einer Bürgschaft oder einer Garantie. Für die Bank ergeben sich Even-
tualverbindlichkeiten. Sie ist zahlungspflichtig, wenn der Bankkunde seinen Verpflichtungen nicht
nachkommt. Für den Dritten ergibt sich der Vorteil, dass er keine eingehenden Kreditwürdigkeitsprü-
fungen vorzunehmen hat, da die Bank bürgt.
Erklären von Forfaitierung und die Unterschiede zum Factoring
Erläutern Sie den Begriff „Forfaitierung“. Inwiefern ist dieser vom „Factoring“ abzugrenzen?
Bei der Forfaitierung handelt es sich wie beim Factoring um den Aufkauf von Forderungen aus Liefe-
rungen und Leistungen durch ein Forfaitierungsinstitut. Forfaitierung bezieht sich auf mittel- und lang-
fristige Exportforderungen, für die besondere Sicherheiten verlangt werden, wie z.B. eine Bankgaran-
tie oder ein Akkreditiv. Forfaitierung beschränkt sich auf die Finanzierungs- und Delkrederefunktion,
das heißt das Forfaitierungsinstitut kauft die Exportforderungen auf und übernimmt das Bonitätsrisiko.
Factoring bezieht sich dagegen vor allem auf inländische kurzfristige Forderungen und es umfasst in
der Regel zusätzliche Dienstleistungen.
Unterschied Ausfall- und selbstschuldnerische Bürgschaft
selbstschuldnerische Bürgschaft: Der Bürge verzichtet auf die Einrede der Vorausklage. Der Gläubiger
braucht nicht erst gegen den Schuldner zu klagen, er kann sofort den Bürgen in Anspruch nehmen.
Ausfallbürgschaft: Der Bürge muss erst zahlen, wenn der Kreditgeber die Zwangsvollstreckung ohne
Erfolg versucht hat.