BVT Prüfungsfragen
BVT Prüfungsfragen ohne Antestatfragen des Praktikums
BVT Prüfungsfragen ohne Antestatfragen des Praktikums
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Lernkarten
Fed batch (Semikontinuerlich)
Stufenweise Zugabe von Nährmedium
Erklären Sie den Begriff Bioreaktor
Bioreaktoren sind Apparate, in denen die Reaktionspartner mit Hilfe der Biokatalysato-ren (Mikroorganismen, Zellen, Enzyme) zu den Produkten umgewandelt werden. Es wird von Fermentoren gesprochen, wenn lebende, vermehrungsfähige Mikroorganismen und Zellen pflanzlichen, tierischen bzw. humanen Ursprungs eingesetzt werden.
Zählen Sie vier Anforderungen auf, die heute an modernen Bioreaktoren gestellt werden!
• Übersichtliche Strömungsverhältnisse
• Homogene Flüssigkeitsverteilung
• Keine Kurzschlusszonen
• Ausreichende Turbulenz
• Vermeidung von Substratentmischung
• Gute Dispergierung von Luft bzw. Gas
• Einheitliche Energieverteilung
• Geringe Scherkräfte
• Sterilisierbarkeit und Sterilbetrieb
• Messbarkeit der Prozessvariablen und Schlüsselkomponenten
• Eignung für Scale Up
• Langzeitstabilität
• Einfache Handhabung und kostengünstige Wartung
Weshalb wird ein Bioreaktor als Herzstück eines biotechnologischen Produktionsverfahrens bezeichnet?
Da der Bioreaktor der Ort der Fermentation ist, sprich der Ort wo das gewünschte Produkt mittels Organismen produziert wird.
Aus was besteht ein Bioreaktor
Kultivierungscontainer; Mess-, Steuer- und Regeleinrichtung; Antrieb (mechanischer, pneumatischer, hydraulischer, kombinierter); Heiz- und Kühlkreislauf (Kühlwasser, Heisswasser, Dampf); Zuluftstrecke (Druckluft, Sterilfilter, Gasmischstation, Begasungseinrichtung); Abluftstrecke (Trocknung, Sterilfalle, Sterilfilter); CIP (Cleaning In Place)- und SIP (Sterilisation In Place)-Systemen; Dosiereinrichtung und Feedvorlagen; Sterilkopplungen, Probenahme- und Erntesystemen; Armaturen und Rohrleitungen; Sicherheitsvorrichtungen
welche Parameter werden standardmässig gemessen
Temperatur, Drehzahl, pH-Wert; gelöstes Gas; Abgas; Druck; Füllstand; Schaumhöhe; Antischaum-, Säure- und Laugenmenge
Welche können zusätzlich gemessen werden
Leistungsaufnahme; Masse des Fermentationsmediums; Biomasse-, Substrat-, Produkt- und Nährsalzkonzentrationen; Zu- und Ablaufmengen an Flüssigkeiten und Gasen; Dichte, Oberflächenspannung, Viskosität; Redoxpotential; Leitfähigkeit
Skizzieren Sie die drei am häufigsten eingesetzten Bioreaktortypen und erläutern Sie ihr Grundprinzip
Rührreaktor: Der Rührreaktor besteht aus einem, wenn nötig beheizbaren, Kessel in welchem das Medium durch einen Rührorgan kontinuierlich durchmischt wird. Das Rührorgan wird mittels eines extern angebrachten Motors angetrieben. Einsatzgebiete:
• Inokulumproduktion
• Produktion von Starterkulturen
• Produktion z.B. von Penicillin oder Proteinen
Blasensäule: Die Blasensäule besteht aus einer Säule, welche von unten durch gereinigte Zuluft oder anderen Gasen mittels einer oder mehreren Düsen begast wird. Dabei heben sich die Gasblasen in der Säule und können somit die Organismen mit dem nötigen Gas versorgen.Einsatzgebiete:
• Aerobe Abwasserreinigung
• Herstellung von SCP
• Kultivierung von Säugerzellen
• Produktion z.B. von Zitronensäure
Bettreaktor: Der Bettreaktor besteht aus einer Säule oder einem „Kasten“, in welcher/m eine Membran angebracht ist. Dabei werden die Organismen immobilisiert und werden vom Medium und gereinigter Zuluft oder anderes Gas umströmt. Einsatzgebiete:
• Produktion von AS
• Abwasser- und Abluftreinigung
• Bodensanierung
• Produktion z.B. von EPO
Wie erfolgt eine Batch-Kultivierung?
Es ist ein geschlossenes System, welches einmal durchgehend kultiviert wird. Dabei herrscht ein konstantes Arbeitsvolumen. Die Ernte erfolgt bei maximaler Zellzahl oder Produktkonzentration. Diskontinuierlich!
Koninuierliche Kultivierung
Kontinuierlich betriebene Bioreaktoren sind offene Systeme. Ständig wird Medium zugeführt und Fermentationsbrühe abgeführt. Kontinuierliche Kulturführung hat eine hohe Raum-Zeit-Ausbeute zur Folge. Chemostat (kont. Entfernung von Biomasse) oder Perfusionssysteme (Rückführung des Biokat.)
Repeated fed-batch
Periodischer Austausch und stufenweise Zugabe von Nährmedium
Was ist ein Perfusionsverfahren?
Ein Perfusionsverfahren gehört in die Kategorie der kontinuierlichen Verfahren. Kontinuierliche Verfahren sind offene Systeme, wobei das Arbeitsvolumen konstant gehalten wird. Zu berücksichtigen ist, dass bei einem Perfusionsverfahren die Verdünnungsrate grösser ist als das Zellwachstum. Das ist ein Verfahren ohne Zellrückhaltung. Dabei erfolgt ein Auswaschungseffekt und oder eine Nährstofflimitierung. Siehe Durchflusskulturen (Perfusionskulturen)
Was wird unter dem Begriff Hygienedesign verstanden?
Unter dem Begriff Hygienedesign, wird die konstruktive Gestaltung von Apparaten und Bauteilen unter Berücksichtigung der Hygieneanforderungen verstanden. Vermeidung von Kontaminationen und Verunreinigungen mit unerwünschten Stoffen oder Mikroorganismen Kontaminationsquellen:
• biologische (Mikroorganismen und deren Lysebestandteile und Schädlinge)
• chemische (Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Pestizide, Kontaminanten)
• physikalische (Oberflächen, Technologie, Anlagen und Fremdkörper, Wetter)
• anthropogene (Fehlverhalten des Menschen)
Wonach richten sich die biosicherheitstechnischen Schutzmassnahmen bei der Errichtung einer Bioreaktoranlage?
Die biosicherheitstechnischen Schurzmassnahmen richten sich nach den 4 Gefährdungsgruppen ( je nach dem eingesetzten biologischen Material )
• Sicherheitsstufe 1: kein Risiko für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt
• Sicherheitsstufe 2: geringes Risiko für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt
• Sicherheitsstufe 3: mäßiges Risiko für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt
• Sicherheitsstufe 4: hohes Risiko oder dem begründeten Verdacht eines solchen Risikos für die menschliche Gesundheit oder für die Umwelt
Sicherheitsstufen (Containmentlevels) sind in der Einschliessverordnung (ESV) geregelt
Welche drei biosicherheitstechnischen Schutzmassnahmen gibt es und wo sind diese in der Schweiz geregelt?
1. Physikalisch-technisch (Anlagen, bautechnische und apparatetechnische Vorschriften sowie Sicherheitsanalyse der Anlage)
2. Organisatorisch (personelle Anweisungen; Verhaltensregeln, Arbeitsvorschriften und Kontrollen)
3. Biologisch (Verwendung von biologischen Systemen, die gefährdungsvermindernde Eigenschaften besitzen)
Die biosicherheitstechnischen Schutzmassnahmen sind in der Schweiz durch die Einschliessungsverordnung (ESV) geregelt.
Wer gibt Normen zum Hygienedesign für den Pharma- und Lebensmittelbereich heraus?
• Das Institut für europäische Normen • DIN, deutsches Institut für Normen • Weitere: o EHEDG (European Hygienic Equipment Design Group) o VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau)
1. Nennen Sie die wichtigsten gesetzlichen Regelwerke im Umgang mit biologischen Systemen!
Der Umgang mit Organismen wird in der Schweiz durch die Störfallverordnung, Freisetzungsverordnung und Einschliessungsverordnung geregelt. Insbesondere die Einschliessungsverordnung ist massgebend für die Handhabung biologischer Materialien in geschlossenen Systemen (Laboratorien und Produktionsanlagen).
Welche Organisationen sind für die gesetzlichen Normen und Richtlinien im Umgang mit biologischen Systemen verantwortlich?
Eidgenössische Fachkommission für biologische Sicherheit (EFBS): Biologische Sicherheit (BAG): Forschungsethikkommissionen der Schweiz (EK)
Wie muss das Containment für Organismen der Sicherheitsstufe 1, 2, 3 und 4 aufgebaut sein?
Es gelten jeweils die angegebenen Anforderungen + die Anforderungen der vorhergehenden Sicherheitsstufe
Containment Sicherheitsstufe 1
• Organismen ohne Gefährdungspotenzial (Bsp. Hefen, Lactobazillus spp.)
• Labor: Räumliche Abgrenzung, Abwasser und Abfälle unbehandelt entsorgbar, Beauftragter für biologische Sicherheit
• Produktion: Kulturaustritt/ Abluft verhindern
Containment Sicherheitsstufe 2
• Organismen mit Gefährdungspotenzial, jedoch geringes Risiko (Bsp. Escherichia Coli)
• Labor: Hände Desinfektion, Abwasser und Abfall inaktivieren, Kennzeichnung, Biogefährdung, Hygieneplan
• Produktion: Geschlossenes System, Sicherheitswerkbank, Probenahmesystem dicht
Containment Sicherheitsstufe 3
• Organismen, die schwere bis lebensbedrohende Erkran-kungen hervorrufen können z. B. Bacillus anthracis, Histoplasma capsulatum, HIV
• Labor: Fenster nicht zu öffnen, Notstrom, Labor mit Unterdruck, Sterilwerkbank Klasse 1/2, Abluftfilter, Notstrom
• Produktion:
Containment Sicherheitsstufe 4
• hochpathogene Viren, keine Bakterien und Pilze z. B. Lassavirus
• Labor: Materialschleuse, Dreikammerige Personenschleuse, Selbstschliessende Türen, Autoklav im Labor, Eigenes Belüftungssystem mit kontrolliertem Unterdruck
• Produktion: besondere Schutzkleidung, Sicherheitswerkbank Klasse 3, Zugang verriegelt
Welche Aufgaben haben Steriltests und was ist dabei zu beachten?
Steriltests sind Methoden, mit denen die Funktionalität von Sterilisatoren (Sterilisationserfolg und Sterilisationskinetik) und Sterilanlagen (Sterilisationserfolg und Überprüfung des kontaminationsfreien Betriebes), das Hygienedesign von biotechnologischen Apparateelementen oder das sterile Handling von Operatoren untersucht werden. Aussagen von Steriltests sind immer im Kontext von Grösse (Volumen) der Anlage, Medien- zusammensetzung, Probenahme und Probemenge sowie Nachweisverfahren zu bewerten. Können nicht sterile und mikrobielle Arbeitstechniken bei der Vorbereitung der Probenahme- systeme, der Probenahme und Probeaufbereitung
Generell werden zwei Arten von Steriltest unterschieden:
• Sterilisation der Systeme bzw. der Systeme mit Medium ohne Zugabe von Bioindika- toren
• Sterilisation der Systeme bzw. der Systeme mit Medium mit definierter Zugabe von Bioindikatoren
Bei den Steriltests der Systeme bzw. der Systeme mit Medium ohne Zugabe von Bioindikato- ren wird lediglich eine Sterilisation durchgeführt und das Sterilisationsergebnis bewertet. Aussagekräftiger sind Steriltests mit definierter Zugabe von Bioindikatoren. Sie gestatten bei richtiger Durchführung gleichzeitig eine Aussage zur Sterilisationskinetik, sind aber auch arbeitsaufwendiger und teurer.
Was sind Bioindikatoren?
Als Bioindikatoren für Steriltest sollten die Organismen verwendet werden, welche im worst case im System vorkommen können. Zum Testen von Sterilisatoren werden dazu thermorestistente Sporenkulturen von Bacillus stearothermophilus und Bacillus subtilis verwendet. Bioindikatoren können in verschiedenen Handelsformen (Ampullen, Folienbeutel, Indikator- streifen) bezogen werden oder sind über Stammkonserven anzuziehen.
Stellen Sie einen Steriltest mit dem Ziel der Überprüfung des kontaminationsfreien Betriebes für eine Fermenteranlage auf
Start einer Fermentation mit definierter erhöhter Keimbelastung mit einem Bioindikator. Sterilisationsvorgang, mehrere Probenahmen nach definierten Zeitabschnitten (zb. 12h) Inkubation dieser Proben (2-3d), Nachweis von Sporen, mikrobiologische Tests