Heizung


C. B.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Heizungstechnik in Gebäuden, wobei der Fokus auf Wärmebedarf, Wärmeerzeugern und Wärmeverteilung liegt. Sie beleuchten Vorteile und Nachteile verschiedener Systeme wie Flächenheizungen, Heizkörper und Wärmepumpen, sowie die Bedeutung von Wasserqualität und Vorlauftemperaturen. Besonders relevant sind die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben wie der MuKEn und die optimale Dimensionierung der Heizung. Diese Lernkarten sind ideal für Studierende der Technik, die sich auf Prüfungen im Bereich Gebäudeheizung vorbereiten.
Flashcards
20
Students
24
Language
German
Category
Technology
Level
University
Created / Updated
11.08.2015 / 22.12.2021

Flashcards

Wieso ist es sehr wichtig die Heizung möglichst genau entsprechend dem maximalen Wärmebedarf zu dimensionieren?

Falls die Wärmeerzeugerleistung zu klein ist, kann bei tiefen Aussentemperaturen die erforderliche Innentemperatur nicht erreicht werden. Ein zu grosser Wärmeerzeuger verursacht eine unnötig hohe Investition und kann zu einem unwirtschaftlichen Betrieb führen.

Nenne 2 Möglichkeiten wie der Wärmeleistungsbedarf ermittelt werden kann (bestehende Heizung)

  1. Am Vorlauf des Heizgerätes wird ein Wärmezähler installiert. Durch mindestens 30 Messungen kann zusammen mit der herrschenden Aussentemperatur durch lineare Regression der Leistungsbedarf bei der massgebenden Aussentemperatur eruiert werden.
  2. Der jährlicher Energiebedarf wird aus den Jährlichen Energieabrechnung eruiert (Durchschnittswert, optimal mindestens 10 Jahre). Dieser Wärmebedarf in kWh wird durch die Zahl der jährlichen Vollbetriebsstunden geteilt

Wie viele Vollaststunden muss ein Heizsystem, gemäss Erfahrungswerten, für ein EFH ohne und mit  Warmwassererzeugung leisten? (Schweizer Mittelland)

ca. 1800 h ohne Wasser

ca. 2100 h mit Warmwasser

Bei Neubauten wird der Wärmeleistungsbedarf gemäss SIA 380 rechnerisch ermittelt.

Was muss bei der Berechnung alles berücksichtigt werden?

Berechnung erfolgt durch SIA zertifizierte EDV Programme:

  • Auslegungstemperatur am Standort (SIA Tabelle)
  • Heizungsverfahren
  • Leichtbau / Massivbau (Wärmespeicherfähigkeit des Gebäudes)?
  • Gebäudelage (Windexponiert?)
  • U-Werte der thermischen Gebäudhülle
  • erwartete Luftwechselrate im Gebäude (dichte Gebäudehülle? / mechanischen Lüftung?)
  • interne und externe Lasten

Warum ist die rechnerisch ermittelte Wärmeleistung häufig zu hoch?

  • Im Betrieb sind mehr interne Wärmequellen vorhanden als bei der Berechnung berücksichtigt.
  • Vorsichtige Auslegung durch SIA 384, (Haftpflicht des Planers bei zu geringer Wärmeleistung)

Bei neubauten muss der Nachweis erfolgen, dass der Wärmebedarf die gesetzlichen Limiten nicht überschreitet. Wer ist für die Einhaltung zuständig?

Jeder Kanton kann die Grenzwerte selbst bestimmten.

--> Harmonisierung durch MuKEn angestrebt, Die Kantone sind aber frei , welche Elemente der MuKEn sie wann einführen, ausser den ersten Tei l , welcher obligatorisch ist.

Teile Wärmeerzeugungsanlagen aufgrund des installationortes in 5 Kategorien ein und erwähne zu jeder Kategorie jeweils mindestens 1 übliches Heizsystem.

  • Zimmerheizungen (Holzofen, Pelletöfen)
  • Etagenheizungen (Wärmeverteilung in mehrere Zimmer, Gasthermen)
  • Zentralheizungen (ganzes Gebäude wird von einem Wärmeerzeuger geheizt, Ölheizungen, Gasheizungen, Wärmepumpen)
  • Wärmeverbund/Quartierheizung (mehrere Häuse, Blockheizkraftwerke, Kombinierte Heizsysteme)
  • Fernwärme (öffentliche Stelle als Wärmeanbieter, nur für Wärmebezüger mit grossen Leistungsbedarf lohnenswert)

Was ist zurzeit er am weitesten verbreitete Wärmeerzeuger in der Schweiz?

Heizkessel mit Öl-Gebläsebrenner

Was ist der Vorteil eines Brennwertkessel im Vergleich zu einem konventionelle Heizkessel?

Die Kondensationsenthalpie des Wasserdamps wird ebenfalls genutzt:

  • tiefe Rücklauftemperatur in den Kessel (unter 55 °C bei Erdgas, unter 50°C bei Heizöl)
  • Jahreswirkungsgrad um 5 - 10 % verbessert

Seit MuKEn 2008 nur noch Brennwertkessel zugelassen

Nenne den grossen Vorteil einer Wärmepumpe?

Die Wärmepumpe hilft aber, hochwertige Energie (Strom) möglichst effizient zu nutzen und die Entropiezunahme auf ein Minimum zu reduzieren.

Warum wird bei der Wärmeverteilung im Gebäude meistens auf den Wärmeträger Wasser gesetzt und nicht Luft?

Der Wärmeinhalt pro Volumeneinheit ist bei Wasser ca. 3500 mal grösser als bei Luft.

--> Weniger umwälzung = weniger Antriebsenergie

--> kleinere Wärmetauscher

Durch Temperaturänderungen im Heizwasserkreislauf ändert sich das Volumen vom Wasser. Welche Installation verhindert ein bersten der Wasserleitungen?

Expansionsgefäse

Was ist bei der Wasserqualität von Bedeutung, dass für Heizungsanlagen verwendet wird?

- Nicht zu hart (Kalkablagerungen)

- Sauerstoffarm (minimale Korrosion)

Nenne 3 unerschiedliche Wärmeabgabesysteme für die beheizung von Räumen

  • Heizkörper
  • Flächenheizung
  • Luftheizapparate

Was ist die am weitesten verbreitete Raumheizung

Radiatorenheizung (Heizkörper)

Nenne einige Vorteile und Nachteile von Heizkörpern?

+ tiefer Preis

+ Kaltstrahlung vor Fenstern kan kompensiert werden

+ gut regulierbar und kurze Reaktionszeit

- Sichtbar

- hohe Vorlauftemperaturen notwendig oder sehr grosse Heizflächen

 

Nenne einige Vorteile und Nachteile von Flächenheizungen?

+ unsichtbar

+ Wärme in form von Strahlung

+ tiefe Vorlauftemperaturen von 30 °C möglich

- träge Reaktkionszeiten

- teurer

- kalte Fensteroberflächen werden nicht kompensiert

- fest im Boden verbaut --> hochwertige Rohrmaterialien unabdingbar (Schutz vor Korroion/Sauerstoffdiffusionsdicht)

Deckenheizungen sind in der Vergangenheit in Verruf geraten, weil sie für ein unangenhemes Raumklima gesorgt haben. Warum ist deren Verwendung heutzutags wieder aktuell. In welchem Zusammenhang ist ein Einsatz besonders sinnvoll?

Heutzutage sind die Gebäude viel besser isoliert. Mit tiefen Vorlauftemperaturen kann darum auch mit Deckenheizungen ein angenehmes Raumklima gehalten werden. Besonders in Kombination mit Raumkühlung eröffnen sich interessante Möglichkeiten. --> Thermoaktive Decken

Was sind die Voraussetzungen damit der Einsatz von Thermoaktiven Decken in Frage kommt?

  • sehr gut gedämmte Gebäudehülle
  • sehr guter Sonnenschutz im Sommer
  • nicht zu hohe interne Lasten

Was sind die Hintergedanken einer Verbrauchsabhängigen Heizkostenabrechnung VHKA?

Heizenergieverbrauch ist stark von Bentzerverhalten abhängig.

(1 °C höhere Raumtemperatur = 5 - 6 % höherer Energieverbrauch)

--> Mit ener individuellen Verbrauchsabrechnung wird an Sparanreiz geschafft.

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