Blutgerinnung

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N. K.
Diese Lernkarten behandeln die Blutgerinnung auf Universitätsniveau und konzentrieren sich auf die Wirkstoffe und Mechanismen, die die Gerinnung fördern oder hemmen. Sie decken Themen wie Thrombin, Heparin, Vitamin K und Thrombozyten ab, sowie die Hemmung von Gerinnungsfaktoren und die Bindung von Wirkstoffen. Die Lernkarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten, die sich auf Prüfungen vorbereiten, da sie detaillierte Informationen über die Indikationen und Wirkungen von Gerinnungshemmern und -förderern bieten.
Cartes-fiches
111
Utilisateurs
9
Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
31.07.2016 / 27.06.2025

Cartes-fiches

Bindung von Dabigatran an Thrombin

Bivaluridin: WM, Applikation, HWZ, Indikation

Antikoagulanz: direkter reversibler Thrombinhemmer

• synthetisches Polypeptid; 20 Aminosäuren

• direkter, bivalenter reversibler Thrombinhemmer: Bindung an das aktive Zentrum und die Exosite 1 Region. Diese Hemmung ist reversibel, da das Thrombin das Bivalirudin spaltet und die beiden Fragmente eine geringe Affinität zum Thrombin haben.

• parenterale Applikation!

• Eliminationshalbwertszeit von ca. 25 Minuten -> gut kontrollierbar

• Indikation: Herz-OP mit Herz-Lungenmaschine (extrakorporale Zirkulation)

Rivaroxaban: Wirkung, Applikation, Indikation, Metabolismus

Antikoagulanz: Direkter reversibler Faktor-Xa-Hemmer

• peroraler, direkter Faktor Xa-Inhibitor.

• hochselektive Interaktion im aktiven Zentrum des Faktors-Xa (Ki = 0,4 nM):
Hemmung des intrinsischen und extrinsischen Wegs: Hemmung der Thrombinbildung in der Gerinnungskaskade!
• Thrombinwirkung (Plättchen-vermittelt) bleibt erhalten und damit der primäre Wundverschluß.

• zur Prophylaxe venöser Thromboembolien Hüft- oder Kniegelenksersatzoperationen

• intensiver Metabolismus via CYP3A4

Bindung von Rivaroxaban an Faktor Xa

keine Ahnung, welche Aminosäure das sein soll -> nichts dazu rausgefunden

vll Asparaginsäure, wo am C der Aminofunktion keine Carboxylgruppe angezeigt wird

Indirekte Antikoagulanzien: Welche Klasse, WM, Latenzzeit, TDM etc

941: Weidetiere in USA verbluten nach Verzehr von fermentiertem Süßklee (enthält reichlich Coumarin, welches zu Dicoumarol dimerisiert)
• Vit K Antagonisten hemmen die Synthese von Prothrombin, VII, IX und X durch Blockade der γ-Carboxylierung von Glutamatresten.
•Die γ-Carboxylierung der Glutamatreste führt zur Ausbildung einer Malonsäure-Partialstruktur.
• Diese chelatisiert Ca2+-Ionen, welche eine Bindung an saure Phospholipide (negative Ladung!) der Zellmembranen ermöglicht.


• Vitamin-K-Antagonisten (4-Hydroxycoumarine): Binden und hemmen die Vitamin-K-Epoxid-Reduktase (empfindlicher als Chinon-Enzym) und Vitamin-K-Chinon-Reduktase und verhindern damit die γ-Carboxylierung der Glutamatreste d.h. es erfolgt keine Bindung an Phospholipidmembranen.
• Latenzzeit von bis zu einigen Tagen!

• Wirkung gut steuerbar: Bei Überdosierung: Gabe von Vitamin-K

• Regelmäßige Kontrolle (Quick-Test) wegen Blutungsneigung!

haben viele Wechselwirkungen!!!

γ-Carboxylierung von Gerinnungsfaktoren

Vitamin K Struktur

4-Hydroxycumarine Grundstruktur

Grundstruktur der Vitamin-K-Antagonisten

• Vinyloge Carbonsäuren, unter physiolog. Bedingungen als Anionen

• strukturelle Ähnlichkeit mit Grundgerüst der Vitamin-K-Gruppe

SAR 4-Hydroxycumarine (Vit. K-Antagonisten)

• 4-Hydroxygruppe muß frei sein

• direkte Verbindung zweier Coumarinreste (auch über Kette): Wirkungsverlust.

• in Position 3 lipophiler Substituent, insbesondere ein subst. Benzylrest: Langzeitantikoagulanzien

• Substitution an der verbindenden Methylen-Brücke: Wirkungsverminderung

• S-Enantiomere sind 2-5-fach wirksamer; Plasmaproteinbindung ist bei S-Enantiomeren geringer

Phenprocoumon

Antikoagulanz: Vitamin-K-Antagonist (4-Hydroxycumarin)

Dicumarol

Antikoagulanz: Vitamin-K-Antagonist (4-Hydroxycumarin)

kommt natürlich vor

Warfarin

Antikoagulanz: Vitamin-K-Antagonist (4-Hydroxycumarin)

viele WW!

wird auch als Rattengift verwendet, um innere Blutungen zu verursachen

Vitamin K Epoxid Reduktase Aufbau

PK Eigenschaften Vit. K-Antagonisten: Wirkungsbeginn, HWZ, Wirkungsdauer, Dosiswirkungsdauer

• chiral! Eingesetzt werden Racemate. S-Enantiomere sind allerdings aktiver.

• peroral gut bioverfügbar (großer Vorteil!!)

• sehr hohe Plasmaprotein-Bindung (lipophile Säuren!)

• Metabolismus:

- S-Form: Hydroxylierung in Pos. 7, geringfügige Reduktion der Carbonylfunktion in der Seitenkette durch CYP2C9

- R-Form: hptsl. Reduktion der Carbonylfunktion in der Seitenkette durch CYP1A2, 2C8, 3A4

- HWZ, S-Warfarin: 24-33 h; für R-Warfarin: 35-58 h

Warfarin Metabolismus

• Metabolismus: 

- S-Form: Hydroxylierung in Pos. 7, geringfügige Reduktion der Carbonylfunktion in der Seitenkette durch CYP2C9 

- R-Form: hptsl. Reduktion der Carbonylfunktion in der Seitenkette durch CYP1A2, 2C8, 3A4 

Was ist die häufigste schwerwiegende AMKomplikation überhaupt???

4-Hydroxycoumarin-induzierte Blutungen

Interaktionen der Vit. K-Antagonisten

Kleines therap. Fenster!


Wirkungssteigerung (erhöhte Blutungsgefahr):

• Verdrängung aus der Plasmaprotein-Bindung durch andere Wirkstoffe (hptsl. lipophile Säuren z.B. durch NSAIDs, Topoisomeraseinhibitoren, Sulfonamide bei Einsatz in hohen Dosen)
• Hemmung des Metabolismus durch Wirkstoffe, die abbauende Enzyme hemmen (CYP Hemmer: Cimetidin, Disulfiram, Allopurinol etc.).


Wirkungsminderung:

• Enzyminduktion: Beschleunigter Metabolismus (z.B. durch Phenobarbital, Rifampicin, Gluthetimid)
• Resorptionsverminderung: durch Colestyramin (bei Hyperlipidämie eingesetzt) und Colestipol (binden als basische Anionenaustauscher an 4-Hydroxycoumarine).
Cumarin-Resistenz: aufgrund von Mutationen in Helix III und große Schleife zw. Helix I und II.

Wann kommen Fibrinolytika zum Einsatz?

Erst, wenn Thrombus schon besteht, nicht präventiv!

Fibrinolytika: Indikation, körpereigene und Wirkstoff-Beispiele, WM

Spalten Plasminogen zu Plasmin, bzw. führen zur Spaltung von polymerem Fibrin zu Fibrinfragmenten (körpereigen: Gewebe-Plasminogen-Aktivator (t-PA) und Urokinase)
• Alteplase, Reteplase, Tenecteplase (rekombinante Gewebe-Plasminogen-Aktivatoren)

• Urokinase

• Streptokinasen (sind Proteine, aber KEINE Enzyme): Streptokinase und Streptodornase

• Anistreplase (Plasminogen-Streptokinase-Aktivator-Komplex)


Indikation: Thromboembolien: akuter Myokardinfarkt und Lungenembolien (Ausnahme: Streptodornase: bei eitrigen Wundentzündungen)

Fibrinolytika Vertreter und ihre jeweiligen WM

darüber hinaus: Alteplase, Tenectoplase, Reteplase (siehe Proteine)

Einteilung der Thrombozytenaggregationshemmer und deren jeweilige WM

1. Prostacyclin (IP)-Rezeptor-Agonisten: binden und aktivieren den Rezeptor für Prostacyclin und antagonisieren dadurch die Wirkung von Thromboxan A2
2. ADP-Rezeptor-Antagonisten: binden und hemmen den P2Y12 Rezeptor, der durch ADP aktiviert wird
3. Glykoprotein-IIb-IIIa-Rezeptor-Antagonisten: hemmen die Anheftung und gegenseitige Bindung von Thrombozyten
4. Cyclooxygenase-1-Hemmstoffe: hemmen die Bildung von Thromboxan A2 und damit die Aggregation und Gefäßkontraktion
5. Hemmstoffe der Phosphodiesterase in Thrombozyten: aggregationshemmende Wirkung von Prostacyclin wird gesteigert

Targets der Thrombozytenaggregationshemmer

orange Sprechblase: Aggregation, wenn cAMP runter => Phosphodiesterase baut cAMP zu AMP ab => durch Phosphodiesterasehemmer cAMP hoch => keine Aggregation

IP3-Rezeptoragonisten

Cyclooxygenasestoffwechsel

Prostacyclin

Ringöffnung, Vinylether stabil

Thromboxan A2

Prostaglandin H2

PGH2

Prostaglandin G2

Cyclooxygenasemetabolite und Rezeptoren

Iloprost: strukturelle Änderungen gegenüber Analogon, HWZ

Thrombozytenaggregationshemmer: IP3-Antagonist

• Prostacyclinanalogon

• Prostacyclin ist extrem instabil! (wenige Minuten, Umwandlung zu 6-keto-PGF1)

• Modifikationen erhöhen die Stabilität:

- Ersatz des Enolether-Sauerstoffs durch eine Methylengruppe

- Substitution des C(16) mit einer Methylgruppe

- Einführung einer Dreifachbindung zwischen C(18) und C(19).
- Halbwertszeit beträgt etwa 30 min

Welche Purinrezeptoren exprimieren Thrombozyten, an welche wird pharmakologisch eingegriffen?

Thrombozyten exprimieren drei versch. Purin-Rezeptoren: P2Y1, P2Y12 und P2X1

Aktivierung des P2Y12:
- Thrombozyten-Aggregation

- Expression von Adhäsionsmolekülen

=> durch Antagonisten Thrombozytenaggregationshemmung

Grundstruktur P2Y12-Antagonisten

Thrombozytenaggregationshemmer

Thienopiperidin -> Thiophen an Piperidin annelliert

Ticlopidin

Thrombozytenaggregationshemmer: Antagonisten am P2Y12

• irreversible Hemmung!

• kein Einfluß auf die Kollagen- oder Thrombin-induzierte Thrombozytenaggregation
• Thienopiperidine

• Prodrugs! Oxidation und Hydrolyse liefern aktiven Wirkstoff
• CYP1A2-Inhibitoren

• Wirkdauer von Clopidogrel u. Prasugrel: 10 Tage

• Ticlopidin: NW: Leukopenie

Prasugrel

Thrombozytenaggregationshemmer: Antagonisten am P2Y12 

• irreversible Hemmung! 

• kein Einfluß auf die Kollagen- oder Thrombin-induzierte Thrombozytenaggregation
• Thienopiperidine 

• Prodrugs! Oxidation und Hydrolyse liefern aktiven Wirkstoff
• CYP1A2-Inhibitoren 

• Wirkdauer von Clopidogrel u. Prasugrel: 10 Tage 

• Ticlopidin: NW: Leukopenie

Clopidogrel

Thrombozytenaggregationshemmer: Antagonisten am P2Y12 (Thienopiperidin)

• irreversible Hemmung! 

• kein Einfluß auf die Kollagen- oder Thrombin-induzierte Thrombozytenaggregation

• Prodrugs! Oxidation und Hydrolyse liefern aktiven Wirkstoff
• CYP1A2-Inhibitoren 

• Wirkdauer von Clopidogrel u. Prasugrel: 10 Tage 

Bioaktivierung der Thienopiperidine (P2Y12-Antagonisten)

Bioaktivierung von Prasugrel

Thienpiperidin, Beispiel 

Angriffspunkt Thienopiperidine (Schaubild)

Glykoprotein (GP)-IIb/IIIa-Rezeptoren : Lokalisation, gehören zu welcher Familie, WM

Glykoprotein (GP)-IIb/IIIa-Rezeptoren sind membranständige, Ca2+-abhängige Glykoproteine auf Thrombozyten
• gehören zur sog. Integrin-Familie
• binden nach Aktivierung durch z.B. ADP, Noradrenalin, Thrombin etc. an Fibrinogen => Ausbildung von Fibrinogenbrücken zwischen Thrombozyten =>  Thrombus!

Was für eine Sequenz müssen Inhibitoren haben, um von Glykoprotein (GP)-IIb/IIIa-Rezeptoren erkannt zu werden? Beispiele

Liganden mit der Sequenz Arg-Gly-Asp werden von Rezeptor erkannt und binden => Hemmung! Antagonisten bzw. Hemmstoffe der Rezeptoren: Tirofiban, Etifibatid, Abciximab

Étudier