Block 8 W32

Vorleschungen W32

Vorleschungen W32


H. B.
Diese Lernkarten bieten einen grundlegenden Überblick über die Immunologie von Tumoren und deren Behandlung. Sie behandeln zentrale Konzepte wie die Aktivierung von T-Zellen, die Rolle von Zytokinen und die verschiedenen Mechanismen, die zu einer ineffektiven Immunantwort führen können. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Fachkräfte, die ihr Verständnis der Immuntherapie und der Tumorbiologie vertiefen möchten.
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Allemand
Catégorie
Médecine
Créé / Mis à jour
07.06.2012 / 24.03.2014

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Anigenicity von Medikamenten

- Hapten-Konzept

- P-I-Konzept

Antigenizität des Medikaments ist bei Hapten-Konzept durch chemische Eigenschaften des Medikaments bestimmt, da sich eine kovalente Bindung (und Modifikation zum Zielmolekül ausbilden muss) . Die Medikamentenreaktionen sind durch APC- und MHC-vermittelte Immunantworten bedingt, welche sehr heterogen sein können (häufig kombinierte adaptive Immunantworten)

Antigenizität des Medikaments ist bei P-I-Konzept durch strukturelle Form und Eigenschaften gegeben, da es durch nicht kovalente Interaktionen zu einer Bindung an MHC und TCR kommt. Im Zusammenhang mit TCR (aber auch bei MHC) scheint es ausschlisslich zu T-Zell-vermittelten Reaktionen zu kommen, wobei verschiedene klinische Manifestationen entstehen können (Exantheme, DRESS, AGEP etc.)

Pathogenese Medikamentenallergien

Pathogenese HS Typ 1:

- Sensibilisierte Mastzellen durch Hapten aktiviert > Granula Freisetzung (Urtikaria, Quinke-Ödem)

Pathogenese HS Typ 2 - 4:

- Aufnahme und Verteilung im Körper

- Sensibilisierung auf Hapten-Carrier-Komplex (aus unbekannten Gründen insbesondere in Keratinozyten)

- Drainage des Prozessierten Hapten-Carrier-Komplexes in regionale Lymphknoten und Präsentation des immunogenen Ag

- Auslösung einer Immureaktion, je nach Art des Ag (T- und/oder B-Zellen)

Plasmazellen > Ak (TPP, MPE bei Antibiotika) > Immunkomplexe (Erythema exsudativum multiforme EEM), toxische epidermale Nekrolyse TEN bei Antikonvulsiva)

T-H1-Zellen > IFNg, TNFa > Makrophagenaktivierung (Kontaktderamtitis)

T-H2- Zellen > IL5, IL4, IL13 > Eosinophileaktivierung (MPE, atrophische Dermatitis)

CTL > Ausschüttung Perforin/GranzymB (Kontaktdermatitis, MPE, bullöse und pustuläre Exantheme)

T-H? --> CXCL-8, GM-CSF > Neutrophilenaktivierung (Acute generalized exanthemous pustulosis AGEP)

Medikamentenallergie MA

Medikamentenallergie vs. NW

- Nur ca. 1/6 aller NW von Medikamenten sind durch körperliche Immunreaktion gegen das Medikament bedingt (Unterscheidung allgemeine NW und Medikamentenallergie)

- Medikamentenallergien sind nicht vorhersehbar (gehören zu 15 - 20% Typ B NW)

Ät: JEDES MEDIKAMENT kann allergische Reaktionen verursachen, einige sind aber besonders häufig:

- Antibiotika (v.a. Penicilline, Cephalosporine)

- Analgetika

- Antikonvulsiva

Klinik:Viele allergische NW von Medis sind harmlos und selbstlimitierend, einige seltene sind jedoch sehr gefährlich. Häufig nehmen MA klinische Symptomatik anderer Erkrankungen an, weshalb Ursache häufig nicht einfach zu erkennen ist!

Warnsignale, bei denen SOFORT Arzt aufgesucht werden muss:

- Quaddel innert weniger h (Nesselfieber)

- Schwellungen

- Blasen

- Schleimhautbeteiligung

- Blutige Hautveränderungen

- Fieber

- Gelbsucht, Unwohlsein

Pseudoallergie vs. Allergie

Allergien: Von strukturellen Eigenschaften des Medikaments (bzw. der Metaboliten oder Zusatzstoffe) abhängige, spezifische Immunreaktionen durch T-Zellen oder B-Zellen bzw. Ak (IgE, IgG). Kreuzreaktionen sind stets strukturell bedingt!

- Urtikaria

- Arzneimittelexantheme

Pseudoallergien: Keine Immunreaktion gegen das Medikament sondern Aktivierung von immunolgischen Effektorzellen (Mastzellen, Basophile etc.) durch Medikament mit ähnlichen Symptomen wie bei Allergien. Kreuzreaktionen sind abhängig vom Wirkungsprofil (d.h. eine strukturell andersartige Substanz mit gleichem Wirkungsprofil erzeugt gleiche Symptome)!

- Asthma (durch LT-Synthese)

- Urtikaria, Angiödem, Anaphylaxie (durch Mastzelldegranulation)

Wichtig zur Unterscheidung: Bei Pseudoallergien sind immunologische Teste immer negativ!

- Hautteste

- Serologie

- Lymphozytentransformationstest LTT

(...)

Allergien und Pseudoallergien

- Sofortreaktion

- Spätreaktion

Sofortreaktionen

- Immer potentiell als gefährlich einzustufen

- Schnelligkeit (innert Min und h)

- Schweregrad bei Reexposition abhängig von Stärke der IgE vermittelten Sensibilisierung (= Erstexposition verträglich, Reexposition symptomatisch)

Spätreaktion

- In initialem Stadium nur wenige Prekursorzellen (asymptomatisch)

- Bei kontinuierlichen Medikementeneinnahme Zunahme der reaktiven Zellen

- Ab bestimmter Menge der reaktiven Zellen entsteht Symptomatik

Wichtige Sofortreaktion-Zeichen:

- Ödeme der Lunge

- Heiserkeit

- Räuspergefühl (Larynxödem

- Ausdehnung Urtikaria

- Spasmus (Bronchien, GIT)

- Bewusstlosigkeit

Wichtige Spätreaktionen

- Ausdehnung von Exanthemen

- Indurationen, Bullae, Pusteln

- Schmerhaftigkeit der Haut

- Erythrodermie

- Schleimhautbeteiligung

- Gesichtsödeme

- Lymphknotenschwellung

- Fieber

- Allgemeinsymptome

Übersicht schwerwiegende, verzögerte Medikamenten-allergische NW

DRESS (DHS)

Schleimhautbeteiligung (Steven-Johnson-Syndrom)

Toxische epidermale Nekrolyse TEN

Acute generalized exanthematous pustulosis AGEP

Hepatitis

Interstitielle Nephritis

Interstitielle Lungenerkrankung

DRESS Syndrom (Drug Reaction/Rash with Eosinophilia and Systemic Symptoms)

Syndrom, welches durch Medikamentenexposition verursacht wird und sich durch typische klinische Charakteristika präsentiert, die nach einigen Wochen der Medikamenteneinnahme auftreten:

- Exanthem

- Fieber

- Entzündung innerer Organe (Leber > Niere > Lunge > Muskulatur)

- Lymphadenopathie

- Hämatologische Veränderungen (Atypische Lymphozytose > Eosinophilie > Lymphocytopenie > Thrombozytopenie)

Ursache ist eine Hypersensitivitätsreaktion aufgrund der Medikamenten (insbesondere Antiepileptika, Allopurinol, Sulfonamide, Antibiotika)

DRESS ist ein relativ seltenes Syndrom, zeigt aber eine Mortalität von ca. 10%

Medikamenten induzierte Exantheme

Arzneimittelexantheme = monomorphe Hautveränderungen am ganzen Körper, welche durch Pharmaka oder Metaboliten ausgelöst werden

Ät: Am häufigsten durch Antibiotika und Antikonvulsiva, sowie Analgetika ausgelöst!

Pathogenetische Mechanismen:

- Allergie = Generierung einer Immunantwort (Hypersensitivitätsreaktionen)

- Pseudoallergie = Aktivierung von Effektorzellen des Immunsystems (Wirkungsprofil)

- Metabolisch-Toxische Auswirkungen

Urtikaria, Qunickeödem = Typ 1 HS

MPE = Typ 2 oder Typ 4 HS

Erythema exsudativum multiforme EEM, SJS, TEN = Typ 3 HS, Typ 4 HS

Generalisiertes Kontaktekzem = Typ 4 HS

AGEP = Typ 4 HS

Häufig (Bei 2-8% der Patienten mit Amoxicillin Therapie), meist Neuartreten bei Reexposition, positive Hauttests

Immunsystem und Tumorpathogenese

Das IS spielt eine paradoxe Rolle im Zusammenhang mit Krebsentstehung:

- Einerseits wichtig zur Erkennung und Beseitigung von entarteten Zellen (Fehlen von natürlichem und adaptivem Immunsystem führt zu starker Zunahme verschiedenster Tumorformen in unterschiedlichen Organen)

- Andererseits kann IS bei chronischen Entzündungen und Schädigungen die Tumorentstehung bzw. das Tumorwachstum fördern (Bestehende Präsenz des IS, insbesondere von Makrophagen fördert das Tumorwachstum

Primäre Funktionen des IS im Zusammenhang mit Schutz vor Neoplasien

(1) Elimination und Kontrolle von Tumor-induzierenden Paghogenen

- Viren (EBV, HPV, HBV, HCB, HHV8 etc.)

- Bakterien (H. pylori)

- Parasiten (Schistosomen)

(2) Rechtzeitige Auflösung einer pro-neoplastischen Entzündung

- Chronische Entzündungsstörungen führen zu mehr (non-virus-assoziierten) Neoplasien

(3) Elimination von Tumorzellen (insbesondere durch CTL) mittels Erkennung spezifischer Ag

- Stress-induzierte Proteine

- Veränderte Proteine

- Immunprivilegierte Proteine

- Neo-Ag

Elimination von Tumorzellen

Grundlage ist, dass Tumorelimination hauptsächlich durch CTL (CD8 T-Lymphozyten) bewerkstelligt wird (Grundpfeiler des Tumorschutzes). Die Aktivierung der CTL kann aber über verschiedene Pathways geschehen:

Pathway 1: Indirekte Aktivierung

(1) Tumor-Ag werden durch unreife DC aufgenommen. Es erfolgt Aktivierung zu reifen DC und Migration in Lymphknoten, wo Ag-Präsentation stattfindet.

(2) DC generieren eine Immunantwort und aktivieren CD8+ Lymphozyten, welche sich zu CTL umwandeln und im peripheren Gewebe Effektorfunktion aufnehmen

Pathway2: Direkte Aktivierung

(1) Tumor-Ag bzw. Tumorzellen gelangen direkt in Lymphknoten und führen zur Immunantwort bzw. zur Aktivierung von CD8+ Lymphozyten, welche anschliessend im peripheren Gewebe ihre Effektorfunktion aufnehmen

Tumor-spezifische CTL Antwort

Da bei neoplastischen Zellen das first Signal / second Signal Konzept meist nicht funktioniert, erfolgt ein anderes Muster der T-Zell-Aktivierung:

(1) Direkte CTL-Induktion:

- CD4-Lymphozyten werden durch MHC2-Peptid-Komplexe auf APC zur Synthese von IL2 angeregt

- IL2 Stimuliert die Aktivierung von CD8-Lymphozyten duch MHC1-Peptid-Komplex auf neoplastischen Zellen (quasi Second Signal)

(2) Indirekte CTL-Induktion durch Cross-Priming bzw. Cross-Presentation

- Mittels Heat-Shock-Protein Chaperoning können exogene Ag (von Tumorzellen) aus Phagosomen ins Cytosol der APC gelangen und werden folglich nicht auf MHC2 sondern auf MHC1 präsentiert

- Durch Erkennung von MHC1-Peptid-Komplex und durch Sekretion von IL2 durch CD4-Lymphozyten werden CD8-Lymphozyten auf APC aktiviert

Die 3 E's der Cancer Immunoediting Hypothesis:

ELIMINATION = Die meisten Neoplasien werden durch IS eliminiert

EQUILIBRIUM = Inkomplette Eliminierung und chronische Entzündung fördern Entstehung von Subklonen mit erhöhter Resistance bzw. fehlender Ag-Präsentation

ESCAPE = Tumor überwindet Immunkontrollen und wächst bzw. metastasiert

Ignoranz

= 1 von 3 zentralen Ursachen für ineffektive CTL-Antwort

Mechanismen, welche für immunologische Ignoranz durch CTL verantwortlich sein können:

(1) Keine Migration von Tumor Ag in Lymphknoten (direkter oder indirekter Pathway)

(2) Ineffektives Cross-Priming

(3) Schwache DC Aktivierung (Danger Signals)

(4) Niedriger Ag-Gehalt

(5) Morphologische Abschottung der lymphatischer Organe (von Ag)

Toleranz

= 1 von 3 zentralen Ursachen für ineffektive CTL-Antwort

(1) Das Erkennen eines MHC1-Peptid-Komplexes durch CD8-Lymphozyten mit fehlenden Costimulatoren und fehlender Hilfe von CD4-Lymphozyten (IL2) kann dazu führen dass keine Immunantwort, sondern Anergie entsteht (periphere Toleranz)

- Zellen werden inaktiviert, keine Reaktivierung möglich

- Keine Zerstörung von Tumorzellen mehr möglich

(2) Die Erschöpfung oder das Fehlen von CD8-Lymphozyten kann ebenfalls zu einer Toleranz führen, welche dem Tumor ein ungebremstes Wachstum erlaubt

Escape

= 1 von 3 zentralen Ursachen für ineffektive CTL-Antwort

(1) Antigenverlust

- Keine direkte oder indirekte Aktivierung (Crosspriming)

- Keine direkte oder indirekte Erkennung

(2) MHC1 Downregulation

- Keine direkte oder indirekte Erkennung durch CTL

(3) Fehlen der Costimulation

- Periphere Toleranz (Anergie)

(4) Expression inhibitorischer Moleküle

- Unterdrückung der Immunantwort

- FasL-Expression

Regulatorische T-Lymphozyten

Verschiedene regulatorische T-Zell-Populationen bekannt. Die am besten bekannten regulatorischen T-Zellen sind sog. natrually-occuring regulatory T-Cells:

- CD4+ oder CD8+

- CD25+ (spezifischer Marker)

- Focp3+ (= Master-Regulator in Entwicklung und Funktion von regulatorischen T-Zellen)

Regulatorische T-Zellen wirken hemmend auf Immunsystem über nicht abschliessend geklärte Mechanismen:

- Produktion und Sekretion von IL4, IL10, TGFb (teilweise für Effektorfunktion verantwortlich)

- Ausbildung von Zell-Zell-Kontakten (mögl. zu naiven T-Lymphozyten, mögl. zu APC)

Lokalisation:

- CD4+ Tregs bei Ascites und Tumorläsion --> Hemmung T-Zell-Aktivierung (v.a. CD8+ T-Zellen)

- CD8+ Tregs bei Tumorläsion --> Hemmung DC, Hemmung T-Zell-Aktivierung durch IL10

Tumore scheinen durch verschiedene Chemoattraktanzien in der Lage Treg in Tumorläsion zu rekrutieren, wo eine Inhibition des IS stattfindet!

Wichtig: Tregs sind selbst anerg und können nur durch IL2 aktiviert werden!

Spezifische Immuntherapie

- Aktive Immunisierung

- Passive Immunisierung

Aktive Immunisierung gegen:

- Onkogenetische Viren

- Inaktivierte Tumorzellen (Ag)

- Tumor-Ag

- Dendritische Zellen

- DNA Impfung

- Virale Vektoren

Passive Immunisierung:

- Monoklonale Ak

- Autologe T-Zellen

- Spender Lymphozyten Infusion DLI nach Knochemarkstransplantation aBMT

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