Block 8 W32
Vorleschungen W32
Vorleschungen W32
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Flashcards
Anigenicity von Medikamenten
- Hapten-Konzept
- P-I-Konzept
Antigenizität des Medikaments ist bei Hapten-Konzept durch chemische Eigenschaften des Medikaments bestimmt, da sich eine kovalente Bindung (und Modifikation zum Zielmolekül ausbilden muss) . Die Medikamentenreaktionen sind durch APC- und MHC-vermittelte Immunantworten bedingt, welche sehr heterogen sein können (häufig kombinierte adaptive Immunantworten)
Antigenizität des Medikaments ist bei P-I-Konzept durch strukturelle Form und Eigenschaften gegeben, da es durch nicht kovalente Interaktionen zu einer Bindung an MHC und TCR kommt. Im Zusammenhang mit TCR (aber auch bei MHC) scheint es ausschlisslich zu T-Zell-vermittelten Reaktionen zu kommen, wobei verschiedene klinische Manifestationen entstehen können (Exantheme, DRESS, AGEP etc.)
Pathogenese HS Typ 1:
- Sensibilisierte Mastzellen durch Hapten aktiviert > Granula Freisetzung (Urtikaria, Quinke-Ödem)
Pathogenese HS Typ 2 - 4:
- Aufnahme und Verteilung im Körper
- Sensibilisierung auf Hapten-Carrier-Komplex (aus unbekannten Gründen insbesondere in Keratinozyten)
- Drainage des Prozessierten Hapten-Carrier-Komplexes in regionale Lymphknoten und Präsentation des immunogenen Ag
- Auslösung einer Immureaktion, je nach Art des Ag (T- und/oder B-Zellen)
Plasmazellen > Ak (TPP, MPE bei Antibiotika) > Immunkomplexe (Erythema exsudativum multiforme EEM), toxische epidermale Nekrolyse TEN bei Antikonvulsiva)
T-H1-Zellen > IFNg, TNFa > Makrophagenaktivierung (Kontaktderamtitis)
T-H2- Zellen > IL5, IL4, IL13 > Eosinophileaktivierung (MPE, atrophische Dermatitis)
CTL > Ausschüttung Perforin/GranzymB (Kontaktdermatitis, MPE, bullöse und pustuläre Exantheme)
T-H? --> CXCL-8, GM-CSF > Neutrophilenaktivierung (Acute generalized exanthemous pustulosis AGEP)
Medikamentenallergie MA
Medikamentenallergie vs. NW
- Nur ca. 1/6 aller NW von Medikamenten sind durch körperliche Immunreaktion gegen das Medikament bedingt (Unterscheidung allgemeine NW und Medikamentenallergie)
- Medikamentenallergien sind nicht vorhersehbar (gehören zu 15 - 20% Typ B NW)
Ät: JEDES MEDIKAMENT kann allergische Reaktionen verursachen, einige sind aber besonders häufig:
- Antibiotika (v.a. Penicilline, Cephalosporine)
- Analgetika
- Antikonvulsiva
Klinik:Viele allergische NW von Medis sind harmlos und selbstlimitierend, einige seltene sind jedoch sehr gefährlich. Häufig nehmen MA klinische Symptomatik anderer Erkrankungen an, weshalb Ursache häufig nicht einfach zu erkennen ist!
Warnsignale, bei denen SOFORT Arzt aufgesucht werden muss:
- Quaddel innert weniger h (Nesselfieber)
- Schwellungen
- Blasen
- Schleimhautbeteiligung
- Blutige Hautveränderungen
- Fieber
- Gelbsucht, Unwohlsein
Pseudoallergie vs. Allergie
Allergien: Von strukturellen Eigenschaften des Medikaments (bzw. der Metaboliten oder Zusatzstoffe) abhängige, spezifische Immunreaktionen durch T-Zellen oder B-Zellen bzw. Ak (IgE, IgG). Kreuzreaktionen sind stets strukturell bedingt!
- Urtikaria
- Arzneimittelexantheme
Pseudoallergien: Keine Immunreaktion gegen das Medikament sondern Aktivierung von immunolgischen Effektorzellen (Mastzellen, Basophile etc.) durch Medikament mit ähnlichen Symptomen wie bei Allergien. Kreuzreaktionen sind abhängig vom Wirkungsprofil (d.h. eine strukturell andersartige Substanz mit gleichem Wirkungsprofil erzeugt gleiche Symptome)!
- Asthma (durch LT-Synthese)
- Urtikaria, Angiödem, Anaphylaxie (durch Mastzelldegranulation)
Wichtig zur Unterscheidung: Bei Pseudoallergien sind immunologische Teste immer negativ!
- Hautteste
- Serologie
- Lymphozytentransformationstest LTT
(...)
Sofortreaktionen
- Immer potentiell als gefährlich einzustufen
- Schnelligkeit (innert Min und h)
- Schweregrad bei Reexposition abhängig von Stärke der IgE vermittelten Sensibilisierung (= Erstexposition verträglich, Reexposition symptomatisch)
Spätreaktion
- In initialem Stadium nur wenige Prekursorzellen (asymptomatisch)
- Bei kontinuierlichen Medikementeneinnahme Zunahme der reaktiven Zellen
- Ab bestimmter Menge der reaktiven Zellen entsteht Symptomatik
Wichtige Sofortreaktion-Zeichen:
- Ödeme der Lunge
- Heiserkeit
- Räuspergefühl (Larynxödem
- Ausdehnung Urtikaria
- Spasmus (Bronchien, GIT)
- Bewusstlosigkeit
Wichtige Spätreaktionen
- Ausdehnung von Exanthemen
- Indurationen, Bullae, Pusteln
- Schmerhaftigkeit der Haut
- Erythrodermie
- Schleimhautbeteiligung
- Gesichtsödeme
- Lymphknotenschwellung
- Fieber
- Allgemeinsymptome
Übersicht schwerwiegende, verzögerte Medikamenten-allergische NW
DRESS (DHS)
Schleimhautbeteiligung (Steven-Johnson-Syndrom)
Toxische epidermale Nekrolyse TEN
Acute generalized exanthematous pustulosis AGEP
Hepatitis
Interstitielle Nephritis
Interstitielle Lungenerkrankung
DRESS Syndrom (Drug Reaction/Rash with Eosinophilia and Systemic Symptoms)
Syndrom, welches durch Medikamentenexposition verursacht wird und sich durch typische klinische Charakteristika präsentiert, die nach einigen Wochen der Medikamenteneinnahme auftreten:
- Exanthem
- Fieber
- Entzündung innerer Organe (Leber > Niere > Lunge > Muskulatur)
- Lymphadenopathie
- Hämatologische Veränderungen (Atypische Lymphozytose > Eosinophilie > Lymphocytopenie > Thrombozytopenie)
Ursache ist eine Hypersensitivitätsreaktion aufgrund der Medikamenten (insbesondere Antiepileptika, Allopurinol, Sulfonamide, Antibiotika)
DRESS ist ein relativ seltenes Syndrom, zeigt aber eine Mortalität von ca. 10%
Medikamenten induzierte Exantheme
Arzneimittelexantheme = monomorphe Hautveränderungen am ganzen Körper, welche durch Pharmaka oder Metaboliten ausgelöst werden
Ät: Am häufigsten durch Antibiotika und Antikonvulsiva, sowie Analgetika ausgelöst!
Pathogenetische Mechanismen:
- Allergie = Generierung einer Immunantwort (Hypersensitivitätsreaktionen)
- Pseudoallergie = Aktivierung von Effektorzellen des Immunsystems (Wirkungsprofil)
- Metabolisch-Toxische Auswirkungen
Urtikaria, Qunickeödem = Typ 1 HS
MPE = Typ 2 oder Typ 4 HS
Erythema exsudativum multiforme EEM, SJS, TEN = Typ 3 HS, Typ 4 HS
Generalisiertes Kontaktekzem = Typ 4 HS
AGEP = Typ 4 HS
Häufig (Bei 2-8% der Patienten mit Amoxicillin Therapie), meist Neuartreten bei Reexposition, positive Hauttests
Immunsystem und Tumorpathogenese
Das IS spielt eine paradoxe Rolle im Zusammenhang mit Krebsentstehung:
- Einerseits wichtig zur Erkennung und Beseitigung von entarteten Zellen (Fehlen von natürlichem und adaptivem Immunsystem führt zu starker Zunahme verschiedenster Tumorformen in unterschiedlichen Organen)
- Andererseits kann IS bei chronischen Entzündungen und Schädigungen die Tumorentstehung bzw. das Tumorwachstum fördern (Bestehende Präsenz des IS, insbesondere von Makrophagen fördert das Tumorwachstum
Primäre Funktionen des IS im Zusammenhang mit Schutz vor Neoplasien
(1) Elimination und Kontrolle von Tumor-induzierenden Paghogenen
- Viren (EBV, HPV, HBV, HCB, HHV8 etc.)
- Bakterien (H. pylori)
- Parasiten (Schistosomen)
(2) Rechtzeitige Auflösung einer pro-neoplastischen Entzündung
- Chronische Entzündungsstörungen führen zu mehr (non-virus-assoziierten) Neoplasien
(3) Elimination von Tumorzellen (insbesondere durch CTL) mittels Erkennung spezifischer Ag
- Stress-induzierte Proteine
- Veränderte Proteine
- Immunprivilegierte Proteine
- Neo-Ag
Grundlage ist, dass Tumorelimination hauptsächlich durch CTL (CD8 T-Lymphozyten) bewerkstelligt wird (Grundpfeiler des Tumorschutzes). Die Aktivierung der CTL kann aber über verschiedene Pathways geschehen:
Pathway 1: Indirekte Aktivierung
(1) Tumor-Ag werden durch unreife DC aufgenommen. Es erfolgt Aktivierung zu reifen DC und Migration in Lymphknoten, wo Ag-Präsentation stattfindet.
(2) DC generieren eine Immunantwort und aktivieren CD8+ Lymphozyten, welche sich zu CTL umwandeln und im peripheren Gewebe Effektorfunktion aufnehmen
Pathway2: Direkte Aktivierung
(1) Tumor-Ag bzw. Tumorzellen gelangen direkt in Lymphknoten und führen zur Immunantwort bzw. zur Aktivierung von CD8+ Lymphozyten, welche anschliessend im peripheren Gewebe ihre Effektorfunktion aufnehmen
Da bei neoplastischen Zellen das first Signal / second Signal Konzept meist nicht funktioniert, erfolgt ein anderes Muster der T-Zell-Aktivierung:
(1) Direkte CTL-Induktion:
- CD4-Lymphozyten werden durch MHC2-Peptid-Komplexe auf APC zur Synthese von IL2 angeregt
- IL2 Stimuliert die Aktivierung von CD8-Lymphozyten duch MHC1-Peptid-Komplex auf neoplastischen Zellen (quasi Second Signal)
(2) Indirekte CTL-Induktion durch Cross-Priming bzw. Cross-Presentation
- Mittels Heat-Shock-Protein Chaperoning können exogene Ag (von Tumorzellen) aus Phagosomen ins Cytosol der APC gelangen und werden folglich nicht auf MHC2 sondern auf MHC1 präsentiert
- Durch Erkennung von MHC1-Peptid-Komplex und durch Sekretion von IL2 durch CD4-Lymphozyten werden CD8-Lymphozyten auf APC aktiviert
Die 3 E's der Cancer Immunoediting Hypothesis:
ELIMINATION = Die meisten Neoplasien werden durch IS eliminiert
EQUILIBRIUM = Inkomplette Eliminierung und chronische Entzündung fördern Entstehung von Subklonen mit erhöhter Resistance bzw. fehlender Ag-Präsentation
ESCAPE = Tumor überwindet Immunkontrollen und wächst bzw. metastasiert
Ignoranz
= 1 von 3 zentralen Ursachen für ineffektive CTL-Antwort
Mechanismen, welche für immunologische Ignoranz durch CTL verantwortlich sein können:
(1) Keine Migration von Tumor Ag in Lymphknoten (direkter oder indirekter Pathway)
(2) Ineffektives Cross-Priming
(3) Schwache DC Aktivierung (Danger Signals)
(4) Niedriger Ag-Gehalt
(5) Morphologische Abschottung der lymphatischer Organe (von Ag)
= 1 von 3 zentralen Ursachen für ineffektive CTL-Antwort
(1) Das Erkennen eines MHC1-Peptid-Komplexes durch CD8-Lymphozyten mit fehlenden Costimulatoren und fehlender Hilfe von CD4-Lymphozyten (IL2) kann dazu führen dass keine Immunantwort, sondern Anergie entsteht (periphere Toleranz)
- Zellen werden inaktiviert, keine Reaktivierung möglich
- Keine Zerstörung von Tumorzellen mehr möglich
(2) Die Erschöpfung oder das Fehlen von CD8-Lymphozyten kann ebenfalls zu einer Toleranz führen, welche dem Tumor ein ungebremstes Wachstum erlaubt
= 1 von 3 zentralen Ursachen für ineffektive CTL-Antwort
(1) Antigenverlust
- Keine direkte oder indirekte Aktivierung (Crosspriming)
- Keine direkte oder indirekte Erkennung
(2) MHC1 Downregulation
- Keine direkte oder indirekte Erkennung durch CTL
(3) Fehlen der Costimulation
- Periphere Toleranz (Anergie)
(4) Expression inhibitorischer Moleküle
- Unterdrückung der Immunantwort
- FasL-Expression
Regulatorische T-Lymphozyten
Verschiedene regulatorische T-Zell-Populationen bekannt. Die am besten bekannten regulatorischen T-Zellen sind sog. natrually-occuring regulatory T-Cells:
- CD4+ oder CD8+
- CD25+ (spezifischer Marker)
- Focp3+ (= Master-Regulator in Entwicklung und Funktion von regulatorischen T-Zellen)
Regulatorische T-Zellen wirken hemmend auf Immunsystem über nicht abschliessend geklärte Mechanismen:
- Produktion und Sekretion von IL4, IL10, TGFb (teilweise für Effektorfunktion verantwortlich)
- Ausbildung von Zell-Zell-Kontakten (mögl. zu naiven T-Lymphozyten, mögl. zu APC)
Lokalisation:
- CD4+ Tregs bei Ascites und Tumorläsion --> Hemmung T-Zell-Aktivierung (v.a. CD8+ T-Zellen)
- CD8+ Tregs bei Tumorläsion --> Hemmung DC, Hemmung T-Zell-Aktivierung durch IL10
Tumore scheinen durch verschiedene Chemoattraktanzien in der Lage Treg in Tumorläsion zu rekrutieren, wo eine Inhibition des IS stattfindet!
Wichtig: Tregs sind selbst anerg und können nur durch IL2 aktiviert werden!
Spezifische Immuntherapie
- Aktive Immunisierung
- Passive Immunisierung
Aktive Immunisierung gegen:
- Onkogenetische Viren
- Inaktivierte Tumorzellen (Ag)
- Tumor-Ag
- Dendritische Zellen
- DNA Impfung
- Virale Vektoren
Passive Immunisierung:
- Monoklonale Ak
- Autologe T-Zellen
- Spender Lymphozyten Infusion DLI nach Knochemarkstransplantation aBMT