Block 05 - Lebensprozesse
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Definition Sexualhormone?
Sexualhormone sind Steroidhormone, die in den Gonaden, der Nebennierenrinde und der Plazenta gebildet werden. Sie dienen der Ausbildung der Geschlechtsmerkmale und der Fortpflanzung. Darüberhinaus entfalten sie weitere, nicht sexualspezifische Wirkungen.
Wie heisst das wichtigste Männliche Sexualhormon und wo wird es gebildet?
Androgene
- Die Androgene werden in der Zona reticularis der Nebennierenrinde und im Hoden gebildet.
- Strukturell handelt es sich um Steroidhormone, die ihre Wirkung über intrazelluläre Androgen-Rezeptoren entfalten.
Das wichtigste Androgene ist Testosteron
Beischreibe die steuerung der Männlichen Hormone.
Mit Anbruch der Pubertät beginnt der Hypophysenvorderlappen, stimuliert durch das Releasing-Hormon Gn-RH, mit der Ausschüttung von FSH und LH. Diese Sekretion hält beim Mann das ganze Leben über an.
- FSH fördert beim Mann die Spermienreifung
- LH regt die Leydig-Zwischenzellen zur Ausschüttung von Testosteron an.
Was sind Gonaden?
Eine Gonade, auch Keimdrüse oder Geschlechtsdrüse genannt, ist jenes Geschlechtsorgan, in dem einige Sexualhormone und sämtliche Keimzellen (Gameten) gebildet werden.
- Die Gonade des männlichen Geschlechts wird als Hoden (Testikel) bezeichnet
- die des weiblichen Geschlechts als Eierstock (Ovar).
Was bewirken Anrogene?
- Sind vor der Geburt unabdingbar für Geschlechtsentwicklung und -differenzierung
- Führen während der Pubertät zu Hoden- und Peniswachstum sowie zur Ausbildung der sekundären männlichen Geschlechtsmerkmale (z. B. Stimmbruch, Bartwuchs, Körperbehaarung, Knochen- und Muskelwachstum)
- Fördern zusammen mit FSH, LH und Sertoli-Zellen die Spermienbildung
- Steigern Blutbildung und Eiweißaufbau (und damit Knochen- und Muskelwachstum)
- Fördern bei gegebener genetischer Disposition die Glatzenbildung
- Stimulieren den Geschlechtstrieb (Libido) und in gewissem Maß eine „männliche Aggressionsbereitschaft“.
Was bewirken Östrogene?
- Fördern in der Pubertät die Ausprägung der Geschlechtsmerkmale (z.B. Brustentwicklung, „weibliche“ Fettverteilung)
- Verursachen den Wiederaufbau der Gebärmutterschleimhaut nach der Menstruation
- Bewirken im Eierstock die Eireifung
- Haben eiweißaufbauende Effekte – aber schwächer ausgeprägt als beim Testosteron
- Bewirken einen vermehrten Einbau von Kalzium in die Knochen
- Begünstigen Wassereinlagerungen in die Gewebe
- Wirken auf das ZNS und beeinflussen so die Stimmung und das Verhalten
- Sichern in der Schwangerschaft zusammen mit den
Östrogenen aus der Plazenta (dem Mutterkuchen) die Anpassung des mütterlichen Organismus und die Entwicklung des Kindes - Bereiten die Brust auf Milchbildung und -abgabe vor
Was bewrikt Progesteron?
- Bereitet in der zweiten Zyklushälfte die Gebärmutterschleimhaut für den Fall einer Befruchtung auf die Aufnahme der Frucht vor
- Führt zu einer Erhöhung der Körpertemperatur um ca. 0,5 °C
- Lässt den Zervixschleim zäher werden
- Unterstützt in der Frühschwangerschaft die Einnistung und das Wachstum des Embryos
- Stellt die Gebärmutter in der Schwangerschaft „ruhig“
- Bereitet die Milchbildung in den Brüsten vor.
Was macht FSH?
Frau
- Fördert Eizellreifung und Eisprung
- Wichtig für die Bildung von Östrogen
- Ist in der ersten Zyklushälfte
- Gebärmutterschleimhaut wird aufgebaut
Mann
- fördert die reifung von Spermien
Was macht LH?
Frau
- Wichtig für den Eisprung
- Fördert Progesteron
Mann
- Produktion von Testosteron in den Leydig Zellen
Was sind sekundäre Geschlechtmerkmale?
Mann
- tiefe Stimme
- Bartwuchs
- Stimmbruch
- Adamsapfel
Frau
- Brüste
- Schambehaarung
- Achselbeharung
Was sind die primären Geschlechtsorgane des Mannes?
Inneren Geschlechtsorgane
- Hoden (Testis)
- pflaumenförmigen, etwa 4,5 cm langen Hoden (Tests, Sing. Testis) sind paarig angelegt und im Hodensack (Skrotum)
- In ihnen wird das Sperma und das männliche Geschlechtshormon Testosteron gebildet.
- Am oberen Rand liegt dem Hoden der Nebenhoden auf.
- Nebenhoden (Epididymis)
- Der Nebenhoden (Epididymis) ist ein Gangsystem an der Rückseite des Hodens
- Er dient als Samenspeicher. In ihm reifen die Samenzellen zu Spermien heran.
- Samenleiter (Ductus deferens)
- Der Durch peristaltische Bewegungen werden die Spermien aus dem Ductus epididymidis in den Ductus ejaculatorius weitergeleitet. geht ohne scharfe Grenze in den Samenleiter (Ductus deferens, Vas deferens) über.
- Geschlechtsdrüsen
- Prostata (Sie gehört zu den akzessorischen Geschlechtsdrüsen und produziert das Prostatasekret, einen Teil der Samenflüssigkeit.)
Äusseren Geschlechtorgane
- Glied
- Der Penis ermöglicht den Transport des Spermas in die inneren Geschlechtsorgane der Frau.
- Hodensack (Skrotum)
Was sind die primären Geschlechtsorgane des Frau?
Inneren Geschlechtsorgane
- Eierstöcke (Ovarien)
- Ihre Aufgabe ist neben der Bildung der weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron
- die Bereitstellung von befruchtungsfähigen Eizellen.
- Eileiter (Tuben)
- nehmen das Ei nach dem Eisprung auf.
- Außerdem finden hier die Befruchtung der Eizelle und ihr Transport zur Gebärmutter statt.
- Gebärmutter (Uterus)
- Während der Schwangerschaft dient der Gebärmutterkörper als „Fruchthalter“ und beteiligt sich am Aufbau des Mutterkuchens
- Scheide (Vagina)
Äusseren Geschlechtsorgane
- Grossen und kleinen Schamlippen (Labien)
- Klitoris (Kitzler)
- Scheidenvorhof
Beschreibe den Menstruationszyklus?
- Dauert ca. 28 Tage
- beginnt mit der ersten Monatsblutung
Die vier Phasen
Menstruation
- die Funktionalis der Gebärmutterschleimhaut wird ausgestossen
- daurt ca. 4-7 Tage
Proliferationsphase (Aufbauphase)
- unter Östrogeneinfluss bildet sich eine neue Schleimhaut
- Um den 14. Zyklustag erfolg der Eisprung
Sekretionsphase
- Die Sekretionsphase vom 15. Zyklustag bis kurz vor der nächsten Menstruation.
- Drüsen der Gebärmutterschleimhaut wachsen
- Glykogen wird eingelagert um die Gebärmutterschleimhaut auf die Aufnahme einer befruchteten Eizelle vorzubereiten
Ischämiephase
- Kommt es nicht zur Befruchtung der Eizelle, bildet sich der Gelbkörper zurück und stellt Progesteronproduktion ein
- Durchblutung der Funktionalis nimmt ab und stirbt ab
- leitet Regelblutung ein
- Dauert oft nur wenige Stunden
Beschreibe den ersten Trimenon?
Anpassung (1. - 12. SSW)
- äusserlich noch nichts anzumerken
- Einflüsse wie Alkohol, Drogen und Rauchen haben hier die größten Auswirkungen, da sie die Entwicklung lebenswichtiger Organe beeinträchtigen können.
Bechwerden:
- Müdigkeit
- Spannen der Brüste
- Geruchsempfindlichkeit
- Übelkeit
- Erbrechen
- erhöhte Sensibilität
- Stimmungsschwankungen
- Ängste
- geringe Belastbarkeit bei Stress
Beischreibe den zweiten Trimenon?
Wohlbefinden 13.-28. SSW
- weniger mit Komplikationen behaftet
- Mutter fühlt sich meistens wohl
- Blutvolumen nimmt zu (1-1,5)
- Blut wird dünner (physiologischen SS-Anämie)
- Herz- Zeit volumen steigt an/Puls BB bleibt
- Hauptprobleme
- Spätaborte
- Frühgeburten
- Verunsicherungen im Rahmen der Pränataldiagnostik
Beschwerden
- Die Brüste werden voller, der Bauch wächst.
- Hautpigmentierungen treten insbesondere an den Brustwarzen und in der Mittellinie des Bauches auf.
- Dunkle Flecken im Gesicht werden Chloasma gravidarum genannt und bleiben manchmal auch nach der Geburt bestehen.
- Infolge der hormonellen Veränderungen und der starken Hautdehnung entstehen v. a. bei Frauen mit schwäche Schwangerschaftsstreifen (Striae).
- Bei manchen Frauen können verstärkt Hautunreinheiten auftreten
- Gewichtszunahme
Komplikationen
- Obstipation
- Harnwegsinfekte (Restharnbildung)
- Varizen
- Hämorrhoiden
Beschreibe den dritten Trimenon?
Belastung 29.-40. SSW (evtl. bis 42. SSW bei Übertragung)
- oft beschwerlich
- Sodbrennen
- dicke Bauch ist belastend
- Leistungsfähigkeit nimmt ab
- Unfallgefährdung (mutterschutz)
Beschwerden
- Kurzatmigkeit
- Zahnfleischbluten
- geschwollene Schleimhäute
- Rückenschmerzen
- Ödeme treten bei 80 % aller Schwangeren im Verlauf des letzten Trimenons auf
- Vena-cava-Kompressionssyndrom
- Karpaltunnelsyndrom
Wie verläuft eine Geburt?
Eröffnungsphase= EP
- Phasen ab dem einsetzten regelmässiger Wehen
- oder ab dem Blasensprung und Eröffnung des Muttermundes
Austreibungsphase= AP
- Dauer ca. 2 Stunden
Nachgeburtsperiode/Postplazentaperiode
- Phase vom Abnabeln des Kindes bis zur Geburt der Plazenta.
- Dauer bis zu einer Stunde
- Plazentaphase bis 1 Std. nach der Geburt des Kindes
Welche Komplikationen können beim Kind auftretten?
- Herztonabfall (Bradycardie)*
- Fehleinstellungen*
- Nabelschnurvorfall*
- Kopf-Becken-Missverhältnis*
- Schulterdystokie
- Vorzeitige Plazentalösung*
* Sectio nötig
Welche Komplikationen können bei der Mutter auftretten?
- Plazentatiefsitz (Prävia)*
- Überstimmulation der Wehen (Polysystolie) bei Einleitung oder spontaner Geburt
- Prothrahierter Geburtsverlauf, Wehenunterstützung mit Syntocinon (Hormon Oxytocin)
- Erschöpfung der Frau, Vacuum oder Forceps
- Uterusruptur*
- Geburtsverletzungen
- Atonische Nachblutung (Hysterektomie)
- Unvollständige Plazentageburt
- Hoher Blutverlust aus der EPI oder dem Dammriss
Was sind pflegerische Themen im Wochenbett?
- Kontrolle der Vitalzeichen
- Kontrolle von Fundusstand und Lochien
- Kontrolle von Brust und Laktation
- Überwachung der Blasenentleerung
- Überwachung der Stuhlausscheidung
- Körperpflege
- Frühmobilisation
- Wochenbettgymnsatik
- Ernährung
- Psychische Begleitung
- Lochnien
- Pflege Dammnaht