Blau-Unfälle
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Lernkarten
Welchen 5 Gefahrenphasen beim Tauchen gibt es?
A: vor dem Einstieg am Ufer
B: beim Abtauchen
C: in der Isopressionsphase
D: beim Auftauchen
E: im Wasser an der Oberfläche
Welchen Gefahren ist der Taucher in der Phase A ausgesetzt?
Falsches ausrüsten an Land:
- ungenügender Kälteschutz
- zuviel Blei am Gurt
- hineinspringen in untiefes Wasser
- Hyperventilation
Welchen Gefahren ist der Taucher in der Phase B ausgesetzt?
Schäden durch Unterdruck (Barotraumas)
- Maske
- Paukenhöle und alle übrigen Höhlen des Schädels
- Schäden durch Kälte
- zu langer Aufenthalt im Wasser
- durchtauchen von Sprungschicht
Welchen Gefahren ist der Taucher in der Phase C ausgesetzt?
Unfälle durch Sauerstoffmangel:
- Hängenbleiben
- vorangegangene Hyperventilation
- willentlich unterdrückter Atemreiz
- verletzung durch Flora und Fauna
Welchen Gefahren ist der Taucher in der Phase D ausgesetzt?
Unfälle durch Sauerstoffmangel:
- überanstrengung in der Tiefe
- willentlich unterdrückter Atemreiz
Welchen Gefahren ist der Taucher in der Phase E ausgesetzt?
- Boote
- Sturm
- Wellen, Strömung
- Physische Schwäche
Nenne die drei verschiedenen Tauchphasen.
- Kompressionsphase
- Isopresionsphase
- Dekompresionsphase
Wo sind die Gefahren bei der Kompresionsphase?
Barotrauma:
- Kopfhölen
- Ohren
- Lunge
- Trockenanzug
Wo sind die Gefahren bei der Isopressionsphase?
O2-Vergiftung, CO2-Vergiftung, CO-Vergiftung, N2-Vergiftung (Tiefenrausch), Hyperfentilation
Nenne unnabhängige Gefahren in den drei Tauchphasen.
Naturelle: Kälte, Dunkelheit, Strömung, Wellen, Boote..usw
Technische: Tarierungsdefekt, Ausgehende Luft, Instrumentendefekt, Lampendefekt..usw
Körperliche: Kälte, Anstrengung, Krampf, Müdigkeit, Dehydration..usw
Was bedeutet der Begriff Barotrauma?
Besteht ein Druckunterschied zwischen der Umgebung und einer Luftgefüllten Körperhöle oder Ausrüstung so führt dies zur Schädigung
Baro = Druck Trauma = Verletzung
Wo und warum kann es beim Frei- und Gerätetauchen zu Barotrauma kommen?
Mittelohr/Innenohr: Mangelhaft bzw. keinen Druckausgleich druchgeführt oder getaucht trotz Erkältung
Nebenhölen: Trotz Erkältung getaucht
Augen: keinen Druckausgleich in der Maske
Haut: Falsche Handhabung des Trockenanzuges
Lunge: Beim Überschreiten der Freitauchgrenze, Lungenriss durch mangelnde Ausatmung beim schnellen Aufstieg, nach Stimmritzenkrapf und gleichzeitigem Auftauchen
Magen/Darm: Der Magen enthält Gase, die auf äussere Druckveränderung entsprechend reagieren
Zähne: Zahnfüllungen können über schlecht belüfteten Hohlräumen sein
Welches sind die möglichen Folgen bei einem Barotrauma?
Mittelohr/Innenohr: Orientierungsverlust, Drehschwindel, Übelkeit, Erbrechen, Blutung aus dem Gehörgang
Nebenhöhlen: Anschwellung der Schleimhäute, starke Schmerzen im Bereich des Traumas, Blutung aus der Nase
Augen: Blutaustritt im Augenbereich, Augenlieder geschwollen
Haut: Bei zunehmendem Druck wird die Haut in die Falten gedrückt, was zu Blutaustritt in das Gewebe führen kann (Hämatome)
Lunge: Durch den relativen Unterdruck tritt Flüssigkeit aus den Kapillaren aus. Es entsteht ein Lungenödem
Magen/Darm: Spannungs- und Schmerzgefühl im Magenbereich
Zähne: Der Zahn kann beim Abtauchen implodieren oder beim Auftauchen werden der Zahn oder Teile davon regelrecht herausgesprengt
Erkläre wie es zum Barotrauma in einer starren Körperhöle kommen kann.
Sind die Verbindungswege infolge Erkältung verlegt, kommt es sehr rasch, bedingt durch den Unterdruck, zum Anschwellen der Schleimhäute und zum Austreten von Gewebeflüssigkeit oder Blut.
Beschreibe die Ursache und Folgen eines Barotraumas des Mittelohrs.
Ursache: Wenn die Eustachische Röhre infolge eines Infekts verlegt oder die Abstiegsgeschwindigkeit zu schnell ist, dass nicht rechtzeitig Luft über diese Röhre in das Mittelohr nachgepresst werden kann, kommt es zu einer Schädigung durch Unterdruck
Folgen: Das Trommelfell wird druch den grösseren Umgebungsdruck des Wassers nach innen gewöhlbt und kann dadurch überdehnt werden und reissen. Vor dem Einreissen kommt es in der Regel zu starken Schmezen
Was bewirkt ein Trommelfellriss im kalten Wasser?
Ist das Trommelfell perforiert, kann kaltes Wasser in die Paukenhöle eindringen. Das kalte Wasser reizt die Gleichgewichtsorgane. Dies wiederum kan zu Drehschwindel, Sehstörungen und Übelkeit führen. In seltenen Fällen entsteht sofort Bewusstlosigkeit als Folge eines Labyrintschocks
Wie kann ein Trommelfellriss erkannt werden?
Nach dem Aufstieg bleibt ein unangenehmes Gefühl zurück, sowie eine Hörverschlechterung als ob das Ohr voll Wasser wäre, zischt es nach einem erneuten Druckausgleichversuch im Ohr, weil die Luft nach aussen entweicht, ist dies ein sicheres Zeichen, dass das Trommelfell gerissen ist. Eine ärztliche Kontrolle ist unumgänglich.
Wie kann es zu einem Barotrauma des Innenohrs kommen?
Neben dem ovalen Fenster besteht über die Membrane des runden Fensters eine Verbindung zum Mittelohr und somit die Möglichkeit, hier die eingetretene Druckwelle wieder zu entlasten. Im Innenohr besteht also kein luftgefüllter Hohlraum.
Trotzdem ist eine druckbedingte Schädigung möglich und zwar bei einem erzwungenen Druckausgleich des Mittelohrs.
Warum kann beim Tauchen das Trommelfell nach aussen platzen?
Beim verwenden von Ohrpfropfen oder dicht anliegenden Kopfhauben
Wovon hängt die theoretische Tiefengrenze beim Freitauchen ab?
Der Vitalkapazität und dem Residialvolumen der Lunge
Der Elastizität des Brustkorbes und des Zwerchfells
Erkläre die Problematik beim Tauchen mit zu langem Schnorchel.
Da der umgebende Wasserdruck höher ist, als der entsprechende Lungeninnendruck, kommt es zu einer geringen Druckdifferenz zwischen Wasser und Lunge.
Es entsteht in der Lunge ein relativer Unterdruck. Der Unterdruck, welcher im Brustraum auftritt ist solange ungefährlich, als der Schnorchel nicht länger als 35 cm ist. Falls der Schnorchel länger ist kann es zu gleichen Erscheinungen wie beim überscheiten der Freitauchgrenze.
Warum kann es beim Gerätetauchen zu einem Lungenriss kommen?
Beim Gerätetauchen erfolgt die Druckkompensation durch den Lungenautomaten. Soll die Lunge in der Tiefe gefüllt werden, ist eine grössere Luftmenge nötig. Wird diese Luft beim Auftauchen nicht abgeatmet, kommt es zum Lungenriss.
Ab welcher Tiefe könnte bereits ein Lungenriss entstehen?
Bei Geräteübungen im Hallenbad mit angehaltener Atemluft aus 1 m Tiefe aufsteigt, kann es bereits zu einer Lungenüberdehnung kommen. Zu einem Lungenüberdruck kann es bereits ab ca. 3 m Wassertiefe kommen.
Nenne die Ursachen und Folgen eines Lungenriss.
Ursache: Mangelhafte oder ausgebliebene Ausatemluft bei schnellem Aufstieg, Stimmritzenkrapf bei Panik
Folgen: Überdehnung, das Lungengewebe wird zerrissen
Was verstehst du unter Pneumotorax?
Verletztung des Lungen- oder Rippenfells mit Lufteintritt in den Pleuraspalt, Verkleinerung und Zusammenfall der betroffenen Lungenhälfte
Was verstehst du unter Luftembolie?
Übertritt von Luft aus der überdehnten oder gerissenen Lunge in die Blutgefässe der Lunge zum Herz, Körperkreislauf, Gefässblockade
Die Luftembolie tritt sehr oft als Begleiterscheinung eines zentralen Lungenrisses ein
Achtung akute Lebensgefahr
Nenne die entsprechenden Symptome, um die Diagnose Lungenübdruck zu stellen.
Atemnot, keine Atemgeräusche auf der Seite des Pneumothorax, Hustenanfälle, blutiger Auswurf, Schmerzen im Brustkorb, Schocksymptome, Lähmungen, Ausfälle von Sinnesorgenen, Bewusstlosigkeit
Welches sind die Erste-Hilfemassnahmen bei einem Lungenüberdruck (Luftempolie)?
- 100% Sauerstoffabgabe
- Rekompression in einer Druckkammer
- Bei der Luftembolie werden die gleichen Erste-Hilfemassnahmen wie bei einer Dekompressionskrankheit druchgeführt
- Lagerung: bei Bewusst sein, Flach und Kopf erhöht
Beschreibe sinnvolle Massnahmen zur Verhütung eines Lungenüberdruckes.
- Tauchtauglichkeitsuntersuch
- Notaufstiegsübung
- Üben von Notsituationen
- Ruhe bewahren bei Zwischenfällen
- Niveaugerechtes Tauchen
Gibt es einen Unterschied in der Behandlung des Lungenüberdruckunfalls und der Dekompressionskrankheit?
Grundsätzlich gibt es keinen Unterschied in der Behandlung
Bei der Behandlung ist wichtig so rasch wie möglich und so konzentriert wie möglich Sauerstoff abgeben
Erkläre die physiologischen Vorgänge und Gefahren der Hyperventilation.
Unter Hyperventilation versteht man bewusstes oder unbewusstes, tiefes und schnelles Überatmen. Der Freitaucher wendet die Hyperventilation an, um die Apnoephase zu verlängern. Diese verlängerung kommt aber nicht dadurch zustande, dass vermehrt Sauerstoff aufgenommen wird, sondern dadurch, dass vermehrt Kohlendioxid über die Lunge abgeatmet wird.
Was verstehst du unter Schwimmbad-Black-Out?
In der Apnoephase fällt der Sauerstoffgehalt kontinuierlich ab und unterschreitet schliesslich den Grenzwert der Blackout-Schwelle. Die Folge daraus ist eine plötzliche, ohne Vorzeichen eintretende Bewusstlosigkeit.
Wieso kann es beim Freitauchen kurz vor dem Erreichen der Wasseroberfläche zu einem Bewusstseinsverlust (Blackout) kommen?
Kurz vor der Obefläche kommt es, bedingt durch den verstärkten Druckabfall, zu einer rapiden Verminderung des Sauerstoffdruckes. Es führt in 2-3 m Tiefe zur Bewusstlosigkeit
Was verstehst du unter einem Essouflement?
Dies ist eine Ausser-Atem-Situation, ausgelöst durch ein Zusammentreffen von hohem Atemwiderstand und hoher Anstrengung. Wird nicht willentlich herbeigerufen. Da das Co2 nicht mehr ausreichend abgeatmet wird, nimmt sein Anteil im Körper immer mehr zu und führt zu Vergiftungserscheinung, die über Kopfschmerzen, Schwindel bis hin zur Bewusstlosigkeit führen können.
Nicht zu vergleichen mit der Hyperventilation, welche durch Freitaucher fast immer vorsätzlich und bewusst durchgeführt wird.
Welches Gas in unserem Körper löste den Atemreitz aus?
Das Co2 Kohlendioxid
Effekt beim Hyperventilieren: Es wird mehr Co2 abgeatmet, dadurch tritt der Atemreiz später ein
Effekt beim Essouflement: Es wird zu wenig Co2 abgeatmet, es kommt zu einer Co2 vergiftung und der Atemreiz tritt früher auf.
Nenne die atemgasbedingten Krankheiten, welche während der Isopressionsphase bei O2 auftreten können.
- Freitauchen O2 Mangel
- Tauchen mit Pressluftgerät ab 56 m, pO2 max = 1.4 bar
- Tauchen mit O2 Kreislaufgerät ab 6 m, pO2 max = 1.6 bar
Nenne die atemgasbedingten Krankheiten, welche während der Isopressionsphase bei N2 auftreten können.
- Sättigung des Organismus mit N2
- Dichte von N2 in grosser Tiefe ab 40 m, N2 Vergiftung
Nenne die atemgasbedingten Krankheiten, welche während der Isopressionsphase bei Co2 auftreten können.
- Beim Freitauchen (nach vorangegangener Hyperventilation, Gefahr von Bewusstlosigkeit)
- Gerätetauchen, Essouflement (Pendelatmung)
Nenne die atemgasbedingten Krankheiten, welche während der Isopressionsphase bei Co auftreten können.
- Verunreinigte Atemluft mit Co
- Beim Füllen des Tauchgerätes, Ansaugen von Abgasen
Beschreibe dei physiologischen Ursachen für die Entstehung eines Tiefenrausches.
N2 löst sich im Fett des Gehirns, das heisst, N2 lagert sich an die Kontaktstellen der Nervenenden, den Synapsen an. Diese N2 Anlagerung führt zu einer Diffusionssperre zwischen den Synapsen. Dadurch wirkt das narkotisch auf das Zentralenervensystem