BLAl104 Tierzucht

Fragen zu den Kapiteln 1 bis 13 der Tierzucht an der HAFL

Fragen zu den Kapiteln 1 bis 13 der Tierzucht an der HAFL


D. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Tierzucht an Schweizer Universitäten, mit Fokus auf Rassen, Merkmale und Zuchtmethoden. Sie behandeln Themen wie Milchleistung, Selektion und Zuchtwerte bei Tieren wie Schweinen, Rindern und Schafen, sowie die Bedeutung von Heterosis und Kreuzungszucht. Ideal für Studierende der Biologie, die sich mit Nutztierzucht und deren genetischen Grundlagen vertraut machen möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Biologie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
04.10.2016 / 21.01.2020

Flashcards

Wie verändert sich der Selektionserfolg, wenn Milchviehzüchter vermehrt Gebrauchskreuzungen durchführen?

Auf ausselektierten Kühen: keine Veränderung

Auf allen Tieren: die Selektionsintensität sinkt

Was ändert am Selektionserfolg, wenn Rinder konsequent mit gesextem Sperma belegt werden?

Die Selektionsintensität und der Selektionserfolg steigen.

Die Schweizer Schweinezüchter sollen ihren Bestand an Muttersauen um 10% verringern. Welche Tiere sollen sie aus Sicht des Selektionserfolges eliminieren?

Die Sauen mit den schlechtesten Zuchtwerten, dies sind alte Muttersauen.

Was versteht man unter korrelierten Selektionserfolgen?

Der Selektionserfolg, welcher über die Korrelation bei einem weiteren Merkmal erfolgt.

Selektionserfolg kann auf den 4 Pfaden Vater/Sohn, Vater/Tochter, Mutter/Sohn und Mutter/Tochter erzielt werden. Welcher Pfad hat mit Abstand die geringste Bedeutung? Weshalb? Wie könnte der Beitrag zum Selektionserfolg auf diesem Pfad erhöht werden?

Mutter-Tochter

- höhere Selektionsintensität bei den Müttern: Langlebigkeit, ET, gesextes Sperma

-bessere Zuchtwertschätzung bei den Kühen: genomische Zuchtwerte

Welches Ziel hat die Linienzucht?

Möglichst viel Erbgut eines Zuchttieres in den Nachkommen zu erhalten.

Was sind die zwei Gefahren der Linienzucht?

Inzuchtdepression und zu tiefer Blutanteil.

Stierenzüchter Muster erklärt das seine Kuhlinie über viele Generationen ausgezeichnete Leistungen erbracht hat. Was hat seine Aussage mit Linienzucht zu tun?

Gar nichts! Bei der Linienzucht wird das Erbgut über die mütterliche und väterliche Seite zusammengeführt. Das heisst, dass man Inzucht betreibt.

Was versteht man unter effektiver Populationsgrösse?

Die effektive Populationsgrösse ist ein Wert, der der Anzahl Zuchttiere in einer Population entspricht.

Wie ist die weltweite Bedeutung der Simmentaler Zucht?

Die Simmentaler Rasse ist heute auf allen Kontinenten zu Hause und umfasst ungefähr 50Mio. Tiere. Die Simmentaler Rinder unterscheiden sich stark zwischen den Ländern. Weltweit sind die Simmentaler vor allem als Fleischrinder gezüchtet.

Welche Paarungen werden bei Labormäusen gemacht?

Geschwisterpaarungen über mindestens 20 Generationen.

Wieso ist bei Labortieren die Inzucht erwünscht?

Über die Fixierung von Allelen soll die genetische Variabilität von Zuchtkolonien so weit wie möglich reduziert werden, damit sie bei Differenzversuchen vernachlässigt werden kann.

Welches Merkmal verschlechtert sich in der Labortierzucht so stark, dass es eine grosse Bedeutung bekommt?

Die Reproduktionsleistung

Welches Zuchtschema bei Nutztieren kommt dem der Labortiere am nächsten? Begründen Sie mit zwei vergleichbaren Aspekten.

Hühnerzucht:

- Fixierung von Allelen in den Kolonien/ Linien

- Heterosiseffekte in den Hybridlinien

- Die Reproduktionsleistung in den Kolonien/ Linien

Wo ist die genetische Varianz der Fruchtbarkeit grösser, bei den Schweinen oder den Labormäusen?

Bei Labormäusen, weil das eine oder andere Allel an den vielen Genorten zwischen den Selektionskolonien unterscheidlich fixiert wird, während beim Schwein Allele in der ganzen Population fixiert werden

Welches sind die Vorteile von Kreuzungszucht?

Die Populationsdifferenz und der Heterosiseffekt können ausgenützt werden.

Welche drei Kreuzungsparameter müssen beachtet werden?

Blutanteil, Heterosis und Rekombination

Wie ist der Heterosiseffekt definiert?

Der Heterosiseffekt ist die Differenz zwischen dem Wert der AB Tiere zum Durchschnitt der Werte der AA und BB Tiere.

Sie haben ihre schlechteste Simmentalerkuh an ihren Nachbarn verkauft. Dieser hat sie mit einem Braunviehstier belegt. Die Tochter (Simmentaler x Braunvieh) hat eine ausgezeichnete Milchleistung. Liegt hier Heterosis vor? Begründung.

Ja, Simmentaler und Braunvieh sind zwei unterschiedliche Rassen und haben unterschiedliche Allelfrequenzen.

Wie entwickelt sich die Milchleistung von F2 Kreuzungskühen [(Rasse A x Rasse B) x (Rasse A x Rasse B)] im Verhältnis zur F1- Generation? Weshalb?

Sie nimmt ab. Der Blutanteil (1/2) bei F1 und F2 ist gleich gross. Die Heterosis ist in der F2 (1/2) kleiner als in der F1 (1). Die Heterosiseffekte sind bei der Milchleistung immer positiv. Die Rekombination ist in der F2 (1/2) grösser als in der F1(0). Rekombinationseffekte sind bei der Milchleistung immer negativ.

Wieso gibt es in der Schweiz praktisch keine Gebrauchskreuzungen für Milchvieh?

Weil in der Schweiz fast alle Milchviehhalter Milchviehzüchter sind und Kreuzungstiere keine staatliche Unterstützung erhalten.

Bei welchen Merkmalen der Nutztiere ist der Heterosiseffekt besonders gross?

Fruchtbarkeit

Wieso hat die Rotationskreuzung in der Nutztierzucht praktisch keine Bedeutung?

Weil sich bei der Rotationskreuzung die Phänotypen zwischen den Generationen stark verändern können.

Wodurch wird der maximale Anteil Gebrauchskreuzungen in Milchkuhpopulationen definiert?

Die Remontierungsrate

Wie hoch ist die max. Gebrauchskreuzungsrate in einem Milchkuhbetrieb mit einer Nutzungsdauer von drei Jahren?

1/3 {Remontierungsrate = 1/3, Stierkälber + Kuhkälber = 2/3, Rest = 1/3}

Weshalb stellt der Gesamtzuchtwert bei der Zucht nach mehreren Merkmalen die effizienteste Methode dar?

Weil diese Methode schlechte Leistungen in einem Merkmal durch sehr gute Leistungen in einem anderen Merkmal kompensiert.

Die Zuchtgeschichte wird von einigen Tierzuchtwissenschaftlern als eine Tandemselektion bezeichnet. Wie ist dies zu verstehen?

Die Veränderung der Zuchtziele über die Zuchtziele über die Zeit führt zu einer Tandemselektion. Zum Beispiel schwere Kühe 1880-1950, Exterieur 1950-1970, Milchleistung seit 1970

Wo liegen die Probleme bei der Zucht mit separater Selektion für jedes Merkmal?

Die Zuchtwerte werden aufgrund ihrer monetären Bedeutung gewichtet.

Rangieren Sie die Bestandteile des ISET ihrer Bedeutung entsprechend. ZW Zellzahl, Zuchtwert Produktion und Leistung (IPL), ZW Nutzungsdauer, Gliedmassen + Euter

Zuchtwert Produktion und Leistung (IPL), Gliedmassen + Euter, ZW Zellzahl, ZW Nutzungsdauer

Braunvieh: Welches sind die Hauptunterschiede zwischen dem Gesamtzuchtwert Stier und dem Gesamtzuchtwert Kuh?

Die Merkmale Fruchtbarkeit, Milchfluss, Fundament und Euter werden nur bei Stieren berücksichtigt. Die Nutzungsdauer wird bei den Kühen mittels eines Bonussystems berücksichtigt.

Swissherdbook verwendet unterschiedliche Gesamtzuchtwerte für die drei Sektionen Simmental, Fleckvieh und Red Holstein. Ordnen Sie die relativen Gewichte der beiden Teilzuchtwerte IVF (Index viande/ Fleisch) 0%, 10%, 20% und IPL (Index Produktion Leistung) 35%, 50%, 39% den drei Sektionen zu.

Simmental: 20%, 35%

Fleckvieh: 10%, 39%

Red Holstein: 0%, 50%

Weshalb unterscheiden sich die Gesamtzuchtwerte international relativ stark?

Sie haben unterschiedliche Gewichtungen.

International wird bei Milchviehzüchtern zwischen Indexzüchter und Linienzüchter unterschieden. Was versteht man darunter?

Ein Indexzüchter setzt auf die Tiere mit dem höchsten Gesamtzuchtwert. Ein Linienzüchter wählt die Tiere innerhalb einer Familie.

Wieso haben Red Holstein- und Holsteinstiere so riesige Indices im Gesamtzuchtwert ISET?

Weil der Durchschnitt der Indices 1000 und nicht wie üblich bei 100 ist. Die Werte sind alle 10mal grösser.

Nennen Sie die Reihenfolge der drei Milchviehrassen, welche in der Schweiz in grösserer Anzahl gezüchtet werden und vergleichen Sie die Reihenfolge in der Schweiz mit dem weltweiten Bestand.

Red Holstein: In der Schweiz zusammen mit dem Swiss Fleckvieh die Nummer 1, weltweit keine Bedeutung.

Brown Swiss: In der Schweiz die Nummer 2, weltweit die erste Alternative zu Holstein.

Holstein: In der Schweiz die Nummer 3, weltweit die Milchviehrasse schlechthin.

Seit Ende der 60-er Jahre wurde die Fleckvieh- und Holsteinpopulation mit Holstein/ Red Holstein eingekreuzt. Wo liegt der Hauptunterschied in der Einkreuzungsstrategie der beiden Populationen?

Das Fleckvieh strebte mit der Red Holstein Einkreuzung eine Veredelungskreuzung an, während beim Holstein eine Verdrängungskreuzung gemacht wurde.

Wovon hängt die Wahl einer Mastrinderrasse ab? Wieso nimmt der Anteil der Limousingenetik in der Schweiz ständig zu?

Vom Fleischansatz: Limousingenetik ist stark im Fleischansatz und ist gut bei der Leichtkalbigkeit.

In den letzten Jahre wurden viele verschiedene Rinderrassen zur Fleischproduktion (Mutterkuhhaltung) importiert. Wäre eine solche Rassenvielfalt auch in der Schweineproduktion denkbar und wünschenswert?

Nein, die Schweinemast und Schlachtung ist standardisiert udn verlangt weniger Varianz.

Seit dem Jahr 2002 werden ES-Tiere in der Schweiz in Richtung Mutter- und Vaterlinie gezüchtet. Was versteht man darunter? Weshalb macht man das?

Die Population der Vaterlinie wird auf Fleischleistung selektiert und die Population der Mutterlinie auf Fruchtbarkeit. Der Zuchtfortschritt ist in den getrennten Linien höher, weil es weniger Merkmale zu selektieren hat.

Wie entwickelt sich die Anzahl Zitzen bei der Edelschwein Mutterlinie? Welche Folgerung kann man bei der Gegenüberstellung mit der Anzahl lebend geborenen Ferkel machen?

Das Zuchtziel sind mindestens 14 gut ausgebildete Zitzen. Die Anzahl lebend geborene Ferkel pro Wurf: rund 12.5 (12.34) ist bereits so hoch, dass viele Ferkel keine Zitze haben.

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