BLAl104 Tierzucht
Fragen zu den Kapiteln 1 bis 13 der Tierzucht an der HAFL
Fragen zu den Kapiteln 1 bis 13 der Tierzucht an der HAFL
-
- 1 / 123
-
Lernkarten
Nennen Sie vier Veränderungen, welche die Rinder durch die Haustierwerdung erfahren haben.
- Frühere Geschlechtsreife
- Jahreszeitlicher Fortpflanzungsrhythmus ging weitgehend verloren (asasional)
- Steigerung der Milchleistung weit über die Ansprüche des Kalbes hinaus
- Anpassung von Subpopulationen an unterschiedliche klimatische Bedingungen
- verschiedene Fellfarben
Nennen Sie vier Veränderungen, welche die Schweine durch die Haustierwerdung erfahren haben.
- Frühere Geschlechtsreife
- Veränderte Körperproportionen, leichtere Vorhand, stärker entwickelte Hinterhand
- erhöhte Fruchtbarkeit und grösseres Fleisch- und Fettansatzvermögen
- Das Hausschwein ist im Gegensatz zum monoöstrischen Wildschwein polyöstrisch
- Reduzierte SInnesleistungen (Hirnmasse -33.6%)
In welcher Reihenfolge wurden Rind, Schwein, Schaf, Ziege, Pferd und Huhn domestiziert?
Schaf, Ziege, Schwein, RInd, Huhn, Pferd
Wie wurde der Rassebegriff im Mittelalter verwendet?
Gesamtheit einer Art in einer bestimmten Region.
Am Ende des 19. Jh. produzierten Milchkühe in Westeuropa rund 1000kg mehr Milch als 100 Jahre zuvor. Welches sind die Gründe für diese Leistungssteigerungen?
Die Bildung von Rassen und Zuchtorganisationen. Leistungsprüfungen udn Kontrollen der Nachkommen von Zuchttieren.
Worauf ist die deutlich schnellere Leistungssteigerung in allen entwickelten Ländern im 20. Jh. zurückzuführen?
Selektion und künstliche Besamung
Weshalb fördert der Staat die Tierzuht in der Schweiz seit dem 19. Jh.? Haben sich die Gründe im Laufe der Zeit verändert?
Verbesserung der Produktionsgrundlage. Ja, hin zum Erhalt der genetischen Vielfalt.
Weshalb werden seit einigen Jahren auch Rassen mit sehr geringer Verbreitung erfasst und teilweise durch den Bund gefördert?
Zum Erhalt der tiergenetischen Ressourcen, als Vorrat von Genvarianten. Genvarianten, auf die wir möglihcerweise in Zukunft angewiesen sein werden.
Weshalb ist es wichtig, gefährdete Rassen zu erhalten? Wieso engagiert sich die Schweiz dafür?
Damit die tiergenetischen Ressourcen erhalten bleiben. Die Schweiz hat sich in der Konvention zur Erhaltung der biologischen Vielfalt (CBD) 1992 in Rio de Janeiro verpflichtet, ihre tierische und pflanzliche Vielfal zu erhalten.
Welche drei Massnahmen werden in Erhaltungsprogrammen eingesetzt, um Rassen vor dem Aussterben zu bewahren?
Herdebuchführung und Herdenmanagement, Arbeit von Verbänden und Vereinen undrketingmassnahmen
Was versteht man unter qualitativen Merkmalen in der Tierzucht?
Bei qualitativen Eigenschaften können die Merkmalsträger diskreten Klassen oder Typen zugeteilt werden.
Nennen Sie je vier qualitative Merkmale.
Fellfarbe, Behornung, Erbfehler, Proteinvarianten
Weshalb ist die Farbvererbung komplex?
Weil es mindestens sechs Loki mit mehreren Allelen gibt.
Nennen Sie drei verschiedene FarbLoki und deren Wirkung.
- Agouti: Verteilung von Eumelanin dun Phäomelanin
- Extension: Produktion von Eumelanin
- Albino: Reduzierte Pigmentierung
- Schimmel: progressive Vergrauung im Alter
- Dominant Weiss: vollkommen depigmentiert
Die molekulare Grundlage des Rotfaktors bei HF- Kühen ist bekannt. Worin liegt der praktische Nutzen?
Selektion der Rotfaktortieren unter den Holstein- Tieren
Reinerbig schwarze Holsteinkühe werden mit Red Holstein Kühen gepaart. Die Nachkommen (F1) werden miteinander gepaart. Welche Genotypen und Phänotypen treten mit welcher Frequenz auf?
- Genotypen: Schwarz/ Schwarz: 1/4 ; Schwarz/ rot : 1/2 ; rot/ rot: 1/4
- Phänotypen: schwarz: 3/4 ; rot: 1/4
Welches Problem tritt bei der Zucht von hornlosen Ziegen auf?
Das Allel für Hornlosigkeit ist assoziiert mit der Intersexualität. Unter den hornlosen Ziegen findet man regelmässig Pseudoböcke, kleinhodige Tiere und alle anderen Formen von Sexinversen.
Was muss man beim Start einer Erbfehlerbekämpfung berücksichtigen?
Die Selektionswürdigkeit hängt primär ab von der Häufigkeit und der Schwere der Schadwirkung eines Erbfehlers und den direkten und indirekten Kosten einer Bekämpfung.
Im Stierenkatalog lesen Sie: FATAL 2290038601.8 BL. Was bedeutet die Bezeichnung BL?
BLAD- Träger: Homozygote Tiere haben eine gestörte Immunabwehr.
Weshalb ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass bekannte Erbfehlerträger gekennzeichnet werden müssen?
Weil sonst die Besitzer der Zuchttiere, die Trägerschaft verheimlichen könnten, damit sie keinen Minderwert der verwandten Tiere hinnehmen müssen.
Was versteht man unter quantitativen Merkmalen in der Tierzucht?
Merkmale, die kontinuierlich variieren und sich nicht in Klassen einteilen lassen.
Nennen Sie je vier quantitative Merkmale.
Milchleistung, Fettgehalt, Tageszunahme, Körpergrösse, Anzahl Eier, Trächtigkeitsdauer...
In welche drei Kategorien werden quantitative Genwirkungen eingeteilt?
additiv genetische Effekte, dominante Effekte, epistatische Effekte
Was steht am Anfang einer züchterischen Bearbeitung eines quantitativen Merkmals?
wägen und messen
Wie ist die Milchwägung in der Schweiz organisiert?
Es gibt offizielle Kontrolleure. Sie machen mindestens 11 Kontrollen pro Jahr. Die Züchter können zwischen einer Wägung pro Kontrolltag oder zwei Wägungen wählen.
Was beeinflusst neben der Genetik die Milchleistung? Nennen Sie drei Einflussfaktoren und erklären Sie deren Beeinflussung.
- Testtagseinfluss: Dieser beinhaltet die spezifischen Bedingungen unter denen eine Kuh ihre Leistung erbringt, wie Fütterung, Haltung (Stallform, Weide, Betreuung).
- Kalbesaison: In der Regel werden nach Abkalbungen im Herbst und Frühwinter höhere Leistungen erzielt als nach Abkalbungen im Spätwinter, Frühjahr und Sommer
- Kalbealter: Die Milchleistung steigt mit dem Alter bis zum sechsten Lebensjahr.
- Serviceperiode: Die neue Trächtigkeit verschlechtert das Laktationsergebnis vor allem am Ende der laufenden Laktation.
- Zone, Region, Alpung: Alpung bedeutet oft kargeres Futter udnd wechselndes Klima. Dies führt in der Regel zu Minderleistungen.
Welchen Effekt hat das Booroola- Gen?
Die Booroola- Genvariante erhöht die Ovulationsrate und damit die Wurfgrösse.
Wieso wurden in den 90er Jahren chinesische Schweine der Meishan Rasse in verschiedene europäische Rassen eingekreuzt?
Chinesische Schweine sind als besonders fruchtbar bekannt. Die Einkreuzung bringt grössere Würfe.
Doppellender weisen eine sehr hohe Schlachtaubeute und eine sehr gute Fleischqualität auf. Ist ein breiter Einsatz dieser Rinderrasse in der Schweiz denkbar?
Nein, weil die erhöhte Anzahl an Schwergeburten und Kaiserschnitten unerwünscht ist.
Weshalb konnte sich PSS/PSE vor Jahren in der Schweiz zu einem grossen Problem entwickeln? Wie wurde es bekämpft?
Weil Piétrain- Eber zur Erhöhung des Muskelfleischanteils eingekreuzt wurden. Zuerst wurde der Halothan Test zur Aufdeckung der homozygoten Eber angewendet und anschliessend wurden mit dem genetischen Test die Träger des Stressallel ausfindig gemacht.
Wie ist die Heritabilität definiert?
Der Anteil der genetischen Varianz an der phänotypischen Varianz.
Weshalb sind Heritabilitäten populationsspezifisch?
Die Allele (Genvarianten) sind zwischen Populationen verschieden.
Weshalb können sich Heritablitäten im Laufe der Zeit in einer Population verändern?
Die genetische Zusammensetzung der Population kann sich verändern.
Die Umweltvarianz kann sich verändern.
Wie verändern sich Heritabilitäten durch intensive Selektion?
Die Heritabilität nimmt ab.
Nennen Sie drei Merkmale von Rindern mit hohen, mittleren und tiefen Heritabilitäten.
- hoch: Widerristhöhe, Fettgehalt, Eiweissgehalt
- mittel: Milchmenge, Brustumfang, Melkbarkeit
- tief: Zellzahl, Nutzungsdauer, Non Return Rate
Nennen Sie ein Merkmal von Schweinen mit hoher, mittlerer und tiefer Heritabilität.
- hoch: Körperlänge, Rückenspeckdicke, Fleisch- Fettverhältnis
- mittel: Tageszuwachs, Futterverwertung
- tief: Wurfgrösse
Weshalb werden aufgrund von Stationsdaten in der Regel deutlich höhere Heritabilitäten geschätzt?
Die Umweltvarianz ist tiefer.
Weshalb werden beim Geflügel in der Regel die höchsten Heritabilitäten geschätzt?
Die Geflügelhaltung ist standardisiert (Futter), dies führt zu weniger Umweltvarianz.
Ist die genetische bzw. phänotypische Varianz einer Eigenschaft (z.B. Milchleistung) erwünscht?
Ja, ohne Varianz gibt es keine Selektion.