Biopharmazeutika

Grundlagen Gentechnik, Herstellung Proteinwirkstoffe

Grundlagen Gentechnik, Herstellung Proteinwirkstoffe


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Biopharmazeutika auf Universitätsniveau. Sie decken Themen wie Zellen, Gene, Proteine, Viren und ihre Übertragung sowie Therapien und Wirkungen ab. Die Karteikarten behandeln auch spezifische Konzepte wie PCR, Operons, Polymorphismen und deren Auswirkungen auf die Arzneimittelwirkung. Sie sind besonders nützlich für Studierende und Forscher, die sich mit der Entwicklung und Anwendung von Biopharmazeutika beschäftigen, da sie komplexe biologische Prozesse und deren klinische Relevanz verständlich darstellen.
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Allemand
Catégorie
Biologie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
16.07.2016 / 28.08.2021

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Somatotropin: andere Bezeichnungen,  Eigenschaften, Bildungsort

Human Growth Hormone (hGH)

Hormon der Adenohypophyse, gehört von der Struktur her zu Zytokinen -> JAK-assoziierte Rezeptoren

• Gen lokalisiert auf Chromosom 17
• 22 kDa Protein (191 Aminosäuren)
• streng artspezifisch: früher aus Menschenleichen extrahiert -> dadurch sind Patienten Jahre später an der Creutzfeld-Jacob-Krankheit gestorben
• synthetisiert als Prä-hGH (217 Aminosäuren)
• 2 Disulfidbrücken
• keine Glykosylierung

Bildung: in den α-Zellen des Hypophysenvorderlappens

Regulation des Stoffwechsels durch Somatotropin

Somatotropin stimuliert:

- Sekretion von IGF-1 durch die Leber und anderer Gewebe

- Proliferation und Differenzierung von Myoblasten -> wirken im Muskelwachstum mit -> Missbrauch durch Bodybuilder

- Aminosäureaufnahme und Proteinsynthese

- Glykogenolyse und Lipolyse (Anti-Insulin-Effekte)

Diagnostik von Klein-/Minderwuchs-Erkrankungen

o Bestimmung der hGH, IGF-1 oder IGFBP-3-Konzentrationen im Plasma
o Körpergröße
Zielgröße Mädchen = (Größe Vater + Größe Mutter)/2 – 6,5 cm
Zielgröße Jungen = (Größe Vater + Größe Mutter)/2 + 6,5 cm
Klinisch relevant: Wachstumsgeschwindigkeit unter der 25. Perzentile der Altersnorm
o Bestimmung des Knochenalters

Ullrich-Turner Syndrom 

tritt nur bei Frauen auf

o vollständiges oder partielles Fehlen eines X-Chromosoms (Karyotyp 45, XO oder Mosaik 45, XO/46, XX) => ein X Chromosom ist durch Methylierung abgeschaltet
o Häufigkeit 1:2500 (Mädchen)
o mittlere Endgröße 145,7 cm

sprechen auf hGH an, auch wenn die hGH-Spiegel normal sind

Formel für die erwartete Größe eines Kindes 

bei Mädchen: (Größe des Vaters + Größe der Mutter ) / 2 - 0,5 cm

bei Jungs: (Größe des Vaters + Größe der Mutter ) / 2 + 0,5 cm

Prader-Willi-Syndrom

o paternale Deletion eines Abschnitts des Chromosoms 15 durch Methylierung
o Häufigkeit 1:10000 bis 1:25000
o Mittlere Endgröße 149 cm (Frauen) bzw. 160 cm (Männer)

Gigantismus: andere Bezeichnung, Was ist darunter zu verstehen?

o hGH-Überproduktion im Kindesalter
o proportionaler Riesenwuchs => vor dem Verschluss der Epiphysenfugen
o Ursache meist Adenom der hGH-produzierenden Zellen der Adenohypophyse

Akromegalie: Krankheitsursache, Krankheitsbild, Prävalenz

o tritt bei Erwachsenen auf
o Prävalenz 40-70 Fälle pro 1 Million Menschen
o Überproduktion von hGH aufgrund von hGH-produzierenden Tumoren
o appositionelles Knochenwachstum(=> nach dem Verschluss der Epiphysenfugen) mit Ausbildung von Hyperostosen (Knochenauswüchse)
o Wachstumsstimulation der Haut
o Vergröberung der Gesichtszüge, Vergrößerung des Schädels, der Hände und Füße, Verdickung von Nase, Zunge, und Lippen

Was wird bei Ulcus Patienten verwendet, um die Magensäure zu verringern?

Somatostatin

Was ist der Gegenspieler zu Somatotropin?

Somatostatin

Wirkung Somatostatin

ist ein Oligopeptid, hemmt die GHRH (Growth Hormone Releasing Hormon) Ausschüttung aus dem Hypothalamus in die Hypophyse

Es hemmt die Ausschüttung der folgenden Hormone: Somatotropin, Gastrin, Cholecystokinin, Sekretin, Motilin , GLP, Insulin, Glukagon, TSH, Cortisol. Außerdem hemmt Somatostatin die Magensäuresekretion, die exokrine Sekretion von Pankreasenzymen und die Peristaltik des Magens und der oberen Darmabschnitte. 

Was ist die zahlenmäßig häufigste tödlich verlaufende Erbkrankheit unter Kaukasiern?

Hämochromatose (erhöhte Aufnahme von Eisen im oberen Dünndarm)

Der Gesamtkörpereisengehalt steigt dadurch von ca. 2–6 g (Normwert) auf bis zu 80 g.

cystische Fibrose (CF): Andere Bezeichnung , Merkmale, Epidemiologie

Mukoviszidose

• autosomal-rezessiv vererbte Krankheit
• jedes ~25. Mitglied der Bevölkerung ist Träger! (Heterozygot)
• Wahrscheinlich der Homozygotie ist 1:2500
• in Deutschland werden jährlich ~300 CF-Kinder geboren
• in Deutschland ~8.000 CF-Patienten
• häufigste tödlich verlaufende Erbkrankheit unter Kaukasiern
• Defekt des Gens für CF transmembrane conductance regulator (CFTR) => Membranprotein mit  1480 AS, Chlorid-Kanal, Teil der Familie der ABC-Transporter, reguliert durch G-Proteine? v.a. cAMP ( wenn cAMP hochgeht, wird der Kanal geöffnet)
• häufigstes Allel: ΔF508
• ausgedehnte Störungen der exokrinen Drüsen
• durch verminderte Cl–-Sekretion folgt vermehrte Na+-Rückresorption und dadurch eine Verminderung des Wassergehaltes des Bronchialsekretes (Zunahme der Viskosität)
• besonders betroffen Schleimdrüsen in Lungen und Verdauungstrakt
• Bildung von zähflüssigem Schleim, der nicht abgehustet werden kann
• dadurch opportunistische Infektionen
• Einwanderung von Lymphozyten

Formen des CFTR-Mangels

Klasse I: kein intaktes Protien

Klasse II: fehlerhafte Faltung und Reifung

Klasse III: gestörte Aktivierung und Regulation

Klasse IV: gestörter Ionenfluss

Klasse V: reduzierte Mange an intaktem Protein

Klasse VI: verringerte Stabilität

cystische Fibrose: Symptome, die aus dem CFTR-Mangel resultieren

cystische Fibrose: Therapiemöglichkeiten

• Physiotherapie
o Erhalt der Thoraxbeweglichkeit
o Entlastung der Atemmuskulatur
o Erleichterung des Abhustens des Bronchialsekrets


• Ernährung (hochkalorische Ernährung, Vitaminzufuhr, Enzymsubstitution)
o exokrine Pankreasinsuffizienz


• Broncholytika (0,9% NaCl mit...:)
o β2-Sympathomimetika
o Anticholinergika, Glucocorticoide


• Sekretolytika
o Desoxyribonuklease I (DNAase I, Dornase) => Inhalation -> löst DNA auf -> Schleim ist besser abzuhusten


• Antibiotika
• Beeinflussung des Cl–- und Na+-Transports
o Amilorid


• Antiphlogistika
o Glucocorticoide

Desoxyribonuklease I (DNase I) Wirkung

• Endonuklease => spaltet DNA
• vorhanden in Speichel, Urin, Pankreassekret, Blut
• 260 Aminosäuren, als Prä-Protein mit 282 Aminosäuren gebildet
• 30-40 kDa
• stark variierender Zuckeranteil
• zwei Disulfidbrücken

Wie lang(Größe) ist ungefähr 1 Genom in einer Zelle? Was für eine Auswirkung hat das?

2m lang => hochviskos

Übersicht über den Abbau von Glykosphingolipiden zu Sphingolipiden

Übersicht β-Glucocerebrosidase: Vorkommen, Funktion, Größe, Genlocus

• intrazelluläres Protein, vor allem in Lysosomen von Makrophagen
• spaltet Glucocerebrosid in Glucose und Ceramid
• komplexe Glykosylierungen an fünf Stellen
• Vorläuferprotein 536 Aminosäuren, reifes Protein 497 Aminosäuren
• 67 kDa groß, 12% der Masse sind Zucker
• Gen lokalisiert auf Chromosom 1q31
• Dominanz zweier Allele, die das Gaucher-Syndrom verursachen:
o N370S-Mutation führt zu schwer verlaufender Form der Krankheit
o L444P-Mutation verursacht eine milder verlaufende Krankheitsform

Morbus Gaucher: andere Bezeichnung, Krankheitsursache, Krankheitsverlauf, Therapie

• "Sphingolipidose", Ausbruch der Krankheit in jedem Alter möglich!
• autosomal-rezessiv vererbte Krankheit
• Häufigkeit 1:40.000 bis 1:60.000 (0,3 pro 10.000) => Orphan Disease
• Mangel des lysosomalen Enzyms β-Glucocerebrosidase
• Anreicherung von Glucocerebrosid in den Lysosomen vor allem der Makrophagen
• Makrophagen verändern sich zu "Gaucher-Speicherzellen", Ansammlungen solcher Zellen in Organen (Milz, Leber Knochenmark etc)


• Symptome:
o nicht-neuronopathische Form (ehemals Typ I)
• allgemeine Müdigkeit (Anämie)
• vergrößerte Milz und/oder Leber => Milz 25x vergrößert! -> Rupturen, Infarkte, früher: Milzentfernung
• Minderwuchs, Gedeihstörungen
• Degeneration an Knochen und Gelenken
• Deformationen von Knochen
• verminderte Lungenfunktion
• verminderte Nierenfunktion
• gelbbraune Pigmentierungsstörungen der Haut
• Anfälligkeit für Infektionen (Neutropenie)
• Blutungsstörungen (Thrombozytopenie)
• Appetitverlust, Darmbeschwerden
o neuronopathische Form (ehemals Typ II und Typ III)
• progrediente Hirnschädigung, akut o. chronisch

Morbus Fabry: Epidemiologie, Krankheitsursache, Symptome, Therapie

• X-chromosomal vererbte Krankheit
• Häufigkeit 1:35000 bis 1:40000 Männer; auch Frauen können erkranken
• defektes Enzym α-Galactosidase
• lokalisiert in Lysosomen, baut Glykosphingolipide ab
• Folge fehlenden Abbaus: Akkumulation von Sphingolipiden z.B. in Geweben und an den Wänden der Blutgefäße
• Symptome:

Akroparästhesien!!! Brennende Schmerzen an Händen und Füßen
o kleine, rötlich bis blau-schwarze Gefäßveränderungen
o Krampfadern und Lymphschwellungen an den Beinen
o Proteine im Urin (Proteinurie)
o Beteiligung verschiedener Organe (u.a. Augen,Nervensystem, Nieren, Herz)

  •  Hornhautveränderungen, -eintrübungen
  •  Herzklappeninsuffizienz
  • Nierenversagen (Dialysepflicht)

• einzige Therapie: Substitution mit α-Galactosidase
• trotzdem stark eingeschränkte Lebensqualität und Lebenserwartung

α-Galactosidase A: Funktion, Synonym, Vorkommen

• wichtig im Zuckerstoffwechsel
• spaltet α-Galactose von Oligosacchariden und Sphingolipiden ab
• Synonym: Melibiase (spaltet Melibiose in Galactose und Glucose)
• Homodimer
• lokalisiert in Lysosomen
• 429 Aminosäuren als Präprotein
• 31 Aminosäuren Signalsequenz
• 4 potentielle N-Glykosylierungsstellen

Mukopolysaccharide (MPS): andere Bezeichnungen, Funktion, Wofür bilden sie Grundsturkturen? Wie nennt man die kovalente Bindung von MPS zu "core"-Proteinen? Wodurch werden sie abgebaut?

• Glukosaminoglykane (klinisch als Mukosaccharide bezeichnet)
• Bestandteile der Extrazellulären Matrix
• unverzweigte Polysaccharide
• Grundbausteine alternierend Aminozucker + Uronsäure
• meist zusätzlich sulfatiert
• Grundstrukturen:
o Dermatansulfat
o Chondroitinsulfat
o Keratansulfat
o Heparin
o Hyaluronan (syn. Hyaluronsäure)
• bilden ein hydratisiertes Gel als elastische Grundlage für Proteine und Zellen
• kovalent gebunden an "Core" Proteine (= Proteoglykane)
• Abbau durch "saure Hydrolasen" in den Lysosomen

Chondroitinsulfat Struktur

Dermatansulfat-Struktur (Chondroitinsulfat B)

Mukopolysaccharidosen allgemein: 

• lysosomale Speicherkrankheiten
• autosomal-rezessiv vererbt (MPS II: X-chromosomal)
• gestörter Abbau von Glukosaminoglykanen (Mukosacchariden)
• Phänotyp ist abhängig von dem jeweils zu Grunde liegenden Enzymdefekt
• gemeinsame Phänotypen sind in der Regel
o progrediente Skelettdeformitäten
o typische vergröberte Gesichtszüge
o Kontrakturen (Funktions- und Bewegungseinschränkung von Gelenken)
o Hepatosplenomegalie (Gleichzeitige Schwellung der Leber und Milz)
o fortschreitende psychomotorische Retardierung


• Diagnostik:
o vermehrte Mukopolysaccharid-Ausscheidung im Urin
o ggf. Bestätigung durch Messung des jeweiligen Enzymdefekts im
Plasma oder in Blutzellen

Durch welche Enzyme erfolgt der Abbau von Dermatansulfat?

1. Iduronat-2-Sulfatase
2. α-L-Iduronidase

(nacheinander)

α-L-Iduronidase Funktion

o wichtig im Zuckerstoffwechsel
o hydrolysiert unsulfatierte α-L-iduronidische Bindungen in Dermatansulfat
o ubiquitär exprimiert, lokalisiert in Lysosomen
o 653 Aminosäuren
o 27 Aminosäuren Signalsequenz
o 6 potenzielle Glykosylierungsstellen

Mukopolysaccharidose I (MPS I): andere Bezeichnung, Krankheitsursache, Symptome

Morbus Hurler

o schwerere, Kinderform
o Neugeborere zunächst unauffällig
o Leisten- und Nabelhernien
o Vergröberung der Gesichtszüge
o Skelettdeformationen
o Hornhauttrübung
o Hepatosplenomegalie (Vergrößerung der Milz und der Niere)
o Kontrakturen der Hände
o respiratorische Infekte
o obstruktive Schlafapnoen
o rezidivierende Otitiden
o ab ca. dem 3. Lebensjahr Einstellung des Wachstums (Endgröße ~120 cm)
o kaum Entwicklung der Sprache
o versterben i.d.R. in der ersten Lebensdekade, meist an kardiorespiratorischen Komplikationen

Wie wird die Mukopolysaccharidose noch genannt und wie wird sie im ggs. zu MPS I vererbt?

Morbus Hunter, X-chromosomal

Granulozyten-Kolonie-Stimulierender Faktor: Funktion und Aufbau 

• Wachstumsfaktor für Granulozyten
• Protein mit 175 Aminosäuren, Molekulargewicht ca. 20 kDa
• 2 Disulfidbrücken, O-Glykosylierung
• Funktion: fördert die Reifung von Granulozyten sowie deren vermehrte Freisetzung aus dem Knochenmark

Granulozyten-Kolonie-Stimulierender Faktor Abkürzung

GCSF

Granulozyten-Kolonie-Stimulierender Faktor Medikamente: Namen

o Filgrastim = r-metHuG-CSF (Neupogen®)
o Pegfilgrastim (Neulasta®)
o Lenograstim (Granocyte®)
o verschiedene Filgrastim-Biosimilars

Indikation von GCSF in der Therapie

o Verkürzung der Dauer von Neutropien bei der Behandlung von malignen Erkrankungen mit Zytostatika
o Verkürzung der Dauer von Neutropenien von nicht-myeloischen malignen Erkrankungen, die sich nach myeloablativer Therapie einer Knochenmarktransplantation unterziehen müssen
o Mobilisierung peripherer Blutstammzellen bei gesunden Spendern vor einer allogenen Blutstammzelltransplantation

Was versteht man unter einer myeloablativen Therapie?

Vernichtung der gesamten blutbildenden Zellen des Patienten vor der Knochenmarkstransplantation

Proteinname für Erythropoetin

Epoetin

Normwerte Hb-Gehalt und Hämatokrit bei Männern und Frauen

o Hämoglobingehalt des Blutes
140-180 g/l (Männer)
122-161 g/l (Frauen)
o Hämatokrit
42-50% (Männer)
36-45% (Frauen)

Hb-Werte, ab die eine Anämie vorliegt

o <130 g/l (Männer)
o <120 g/l (Frauen)

Ursache der renalen Anämie

chronische Niereninsuffizienz

Étudier