Biodiversität (auf Inseln)

Von endemischen Arten über Mutationen und Rekombinationen bis zum Naturschutz - all inclusive!

Von endemischen Arten über Mutationen und Rekombinationen bis zum Naturschutz - all inclusive!


A. L.
Diese Lernkarten behandeln die Biodiversität auf Inseln und richtet sich an Studierende. Sie beleuchtet die Bedeutung von Isolation, Mutation und Anpassungsselektion für die Artenvielfalt, sowie die Rolle von Vögeln und anderen Tieren als Kolonisatoren. Die Karteikarten erklären, wie sich Arten aufspalten und warum große Populationen und K-Strategisten Vorteile haben. Sie eignet sich für alle, die sich für die Evolution und den Schutz der Biodiversität interessieren.
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Allemand
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Créé / Mis à jour
12.10.2016 / 13.10.2016

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Was zeichnet die Biodiversität auf Inseln aus?

  • Im Vergleich zum Festland sind Inseln insgesamt recht artenarm für ihre Größe
  • Doch Inseln sind äußerst artenreich in der Hinsicht, dass dort Spezies leben, die sonst nirgends zu finden sind à Endemiten à Inseln als Hotspots der Biodiversität (z.B. auf Hawaii liegt der Prozentsatz der Endemitenarten bei etwa 90%)
  • Arten sind keine unveränderlichen konstanten Einheiten. Sie verändern sich, sie können sich in neue Arten aufspalten. Damit können auf Inseln ganz neue Lebensgemeinschaften entstehen, deren Vorkommen nur sehr indirekt mit Einwanderung und Aussterben begründet werden kann.

Was sind Endemiten?

- Man bezeichnet bestimmte Arten als "Endemiten", die weltweit nur in einem kleinen Verbreitungsgebiet vorkommen. Dies kann z. B. ein Gebirge sein, ein Tal, ein Flusssystem oder ein See.

- Beispielsweise sind die Darwinfinken auf den Galapagos-Inseln endemisch, da sie nirgendwo sonst vorkommen.

Was sind Paläoendemiten?

Paläoendemiten: Arten, die sich nicht auf einer Insel entwickelt haben, dort aber endemisch sind

Was sind Neoendemiten?

Neoendemiten sind Arten, die sich erst vor (erdgeschichtlich) kurzer Zeit aus weit verbreiteten Pflanzentaxa unter besonderen Standortbedingungen entwickelt haben

Warum kommen auf ozeanischen Inseln nur wenige Landsäugetiere oder Amphibien vor?

Auf ozeanischen Inseln: ursprünglich kaum Landsäugetiere oder Amphibien, da ihnen der Zugang durch die Wasserschranke erschwert wird (die meisten Landtiere sterben im Ozean).

 

Mit welchem Hilfsmittel schaffen es Landsäugetiere und Amphibien auf ozeanischen Inseln zu immigrieren?

Auf „floating islands“ können Landtiere davongetragen werden

Welche Tiere kommen auf ozeanischen Inseln eher vor und wie schaffen sie es zu immigrieren/ sich zu verbreiten?

- eine typische Anzahl an Vögeln (verteilen Pflanzen auf den Inseln; deutlich mehr Pflanzen gelangen durch kleine Sporen durch Ozeandrift auf die Inseln)

- Insekten und Reptilien

--> Evolution ist schneller als Immigration

Welche Tiere sind eher auf kontinentalen Inseln vorhanden und warum ist die Evolution hier langsamer als auf ozeanischen Inseln?

  • Auf kontinentalen Inseln: überwiegend Landsäugetiere und Amphibien
  • Evolution ist langsamer, da bereits Tiere immigriert sind (weniger freie Habitate, die zu besetzen sind; von Anfang an starke Konkurrenz)

Welche Überlebensstrategien haben r-Strategisten auf Inseln?

Sie verfügen...

- schon beim immigrieren über hohe Anpassungsfähigkeiten, ökologische Toleranz

-  über hohe Verteilungsfähigkeiten

Welche Vorteile haben K-Strategisten?

  • K-Strategisten sind bezüglich effizienter Nutzung von begrenzten Ressourcen und Habitaten besser angepasst  (Nahrung)

Welche Vorteile haben große Populationen?

  • eine große Populationsgröße hat höhere Überlebenschancen, höhere genetische Varietät (größerer genetischer Pool) --> bessere Anpassungsausgangsbedingungen

Aufgrund welcher Eigenschaften lassen sich Vögel als "gute" Kolonisatoren bezeichnen?

  • fliegen häufig lange Distanzen --> sie haben temporäre Habitate, die sie je nach Bedürfnisen aufsuchen können (Süßwasser)
    • Hohes K: sie können sich in mehreren Habitaten kurzzeitig aufhalten, können sich von Samen ernähren
    • Hohes r: fliegen meist in einem Vogelschwarm, können sich gut verteilen

Was sind Mutationen und Rekombinationen und wie wirken diese sich auf die Evolution aus?

  • Spontan oder aufgrund bestimmter physikalischer/ chemischer Einwirkung auftretende Veränderungen im Genom (relativ geringe Wahrscheinlichkeit)
  • Genetische Vielfalt durch Mutationen darf nicht unterschätzt werden, aber die meisten Mutationen sind eher ungünstig und nur relativ wenige haben günstige Mutationen, die dem Träger Vorteile bringen
  • Wirkung auf die Evolution: Sie schaffen neues genetisches Material, Verändern die Häufigkeit bestimmter Allele im Genpool der Population
  • Wirksamkeit günstiger Mutationen wird erst durch die Rekombinationen genetischen Materials (Sex) wirkungsvoll in eine Population umgesetzt

Erkläre was unter Anpassungsselektion zu verstehen ist.

  • Evolutionsfaktor, der von Darwin als Motor für die Entstehung der Arten angesehen wurde
  • Bestimmte Individuen einer Population haben aufgrund ihrer besseren Tauglichkeit/ Eignung mehr Nachkommen als andere (z.B. in den Bereichen Nahrungswerwerb, Flucht vor Räubern, Resistenz gegen Parasiten/ Krankheitserregern, Wettbewerb um Geschlechtspartner, Resistenz gegen Umweltfaktoren)
  • Art passt sich an ihre Umwelt/ in ihrer Nische an
  • Bei lange anhaltenden gleichen Umweltbedingungen können sich Arten in derselben Form über Jahrmillionen erhalten

Was kennzeichnet die Zufallsselektion/ den Gendrift?

  • eine zufällige Veränderung der Allelfrequenz innerhalb des Genpools einer Population.
  • Frage nach dem Anteil der Anpassungsselektion im Verhältnis zur Zufallsselektion von Fall zu Fall unterschiedlich

Was ist der Genfluss/ die Migration?

  • Evolutionsfaktor durch Ab- und Zuwanderungen
  • Intraspezifischer Genfluss getrennter Populationen derselben Art
  • Interspezifischer Genfluss (Bastardierung), bei Pflanzen spielt v.a. dieser eine gewisse Rolle

Was zeichnet den Evolutionsfaktor Isolation aus?

  • alle anderen Evolutionsfaktoren führen zunächst zu einer Veränderung, doch durch die Auftrennung der Arten --> biologische Vielfalt

Warum können evolutionäre Prozesse auf Inseln wichtiger sein als Einwanderung und Auswanderung?

  • Im Laufe der Erdgeschichte kann Inselbildung ganz entscheidend zur biologischen Vielfalt beigetragen haben
  • Auch wenn Inseln nach langer Zeit wieder zu Festländern werden, so sind die auf ihnen durch Isolation entstandenen Arten in der Regel so stabil, dass es nicht mehr zu einer Verschmelzung mit den Stammarten kommen kann

Wie kann sich eine Stammart in viele Arten aufspalten?

  1. Eine Insel wird durch eine kleine Kolonie der Art A besiedelt; Genpool der Teilpopulation ist vom Zufall bestimmt (Zufallsselektion)
  2. Die Propagule ist von der Ausgangspopulation isoliert, entwickelt sich nun in Anpassung an ihre neue Umwelt zu Art B
  3. Z.B. durch einen Sturm gelangt ein Teil der Art B auf eine weitere Insel
  4. Hier sind sie wieder isoliert und B entwickelt sich zu C
  5. Individuen von C besiedeln erneut die Insel, können sich aufgrund genetischer Barrieren nicht mehr mit B vermischen.

Was versteht man unter der "Adaptiven Radiation"?

  • die Entstehung vieler neuer Arten aus einer einzigen Stammart heraus
  •  durch Einnischung der Art in unterschiedliche ökologische Nischen.
  • Wechselspiel kleiner Populationen, isolierte Habitate können zu einer starken Artaufspaltung führe

Was ist im Kontext der Isolation mit einem Wechselspiel von Auftrennung und Verbindung gemeint?

  • Verinselung als eine wesentliche Voraussetzung für Biodiversität
    • allerdings nur, wenn die Isolation nicht vollständig ist, wenn es ein Wechselspiel zwischen Auftrennung und Verbindung geben kann.

Durch welche Vorgänge wurde im erdgeschichtlichen Rückblick die heutige Verteilung der Arten bestimmt?

  •  Die heutige Verteilung der Arten und die Biodiversität, so wie sie sich heute darstellt, wurde ganz entscheidend durch diese plattentektonischen Vorgänge bestimmt, die durch Trennung und Verbindung von Festländern und Meeresräumen gekennzeichnet sind.
  • Im Laufe der Erdgeschichte hat sich die Verteilung der Festländer und der Ozeane ständig verändert. Als Ursache dieser „Kontinentaldrift“ wurden zyklische Vorgänge in den äußeren Schichten unseres Planeten erkannt, die man mit dem Schlagwort „Plattentektonik“ kennzeichnet. In dieser Zeit sind die Dinosaurier aufgeblüht und wieder untergegangen, die Vögel und die Säugetiere haben sich entwickelt, ebenso die „Blütenpflanzen“.

Erläutere die Anfänge der Bedrohung der Biodiversität durch den Menschen sowie die Anzahl der Arten, die seitdem vermutlich ausgestorben sind.

  • Es wird vermutet, dass ungefähr 99% des Aussterbens vor kurzer Zeit auf menschliches Handeln und auf den Klimawandel zurückzuführen ist
    • Begonnen hat dies vor ca. 100 000 Jahren, als der Mensch anfing zu expandieren (besonders Australien, Nord- und Südamerika
    • 1,7 Mio Spezies sind bekannt, doch die Größe der Biodiversität der Erde ist schlecht einzuschätzen à die totale Zahl liegt vermutlich zwischen 5 Mio und 30 Mio; viele nicht entdeckte Tiere als wirbellose Tiere in Tropenwäldern und am Meeresboden werden vermutet

Was sind neben Naturkatastrophen Aussterbeereignisse von Arten?

  • Habitat-Verlust
  • (Boden-)degradierung: die dauerhafte oder irreversible Veränderung der Strukturen und Funktionen von Böden
  • Fragmentierung durch eingeführte Arten
  • Räuber-Beute-Beziehungen (Mensch: Räuber)

Warum ist Flora und Fauna auf Inseln so dicht miteinander verwickelt?

  • Nahrungskette auf Inseln anfälliger als auf Kontinenten: Sobald eine Art ausstirbt, werden die, die mit dieser zusammenhängen, auch zugrunde gehen à empfindliches Gleichgewicht durch Isolation der Insel
  • Vögel sind um 40 mal gefährdeter als die, die auf dem Festland leben

Warum haben die Landschaften Mitteleuropas eine wachsende Tendenz zur Verinselung?

  • Die Isolationswirkung zwischen den teilweise nur noch als Fragmenten erhaltenen Resten ursprünglicher Landschaftselemente nimmt zu
  • Damit verliert die Landschaft auch funktional die Eigenschaft eines vielfach engmaschig verbundenen Netzes und entwickelt sich stattdessen zu einem komplex mosaikartigen Nebeneinander existierender Teilstücke.“ (H. J. MADER 1984).

Was kann getan werden um biologische Vielfalt zu erhalten?

  • Um biologische Vielfalt zu erhalten ist es deshalb wichtig, Barrieren abzubauen, wertvolle Biotope und Schutzgebiete miteinander zu vernetzen und Trittsteine einzubauen.
  •  Ausgeräumte Agrarlandschaften können durch Wallhecken („Knicks“) und Feldgehölze erheblich an Artenvielfalt gewinnen,
  • Stadtbrachen und ringförmig und radiär verlaufende Grünzüge in Städten können die Biodiversität erhöhen.
  • Ein besonderes Problem stellt in dichtbesiedelten Räumen die Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrswege, insbesondere durch Straßen, dar. Dieser Zerschneidungseffekt kann z. B. durch die Einrichtung von Biotopbrücken über Autobahnen erheblich gemindert werden.

Étudier