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Biodiversität

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Kartei Details

Karten 103
Lernende 47
Sprache Deutsch
Kategorie Biologie
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 17.03.2013 / 11.06.2022
Lizenzierung Kein Urheberrechtsschutz (CC0)
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1. Beschreiben Sie die Merkmale, mit denen sich (1) die Monophylie der Porifera und (2) ihre “basale” Stellung innerhalb der Metazoa (d.h. als Schwestergruppe zu allen anderen Metazoa) begründen lässt. (3)Warum betrachten wir die Porifera überhaupt als Metazoa?

 

  • Apomorphe Merkmale für Monophylie: Die Schwämme haben keine Punktdesmosomen, keine typischen Zonulae adhaerentes und keine basale Matrix. Folglich gibt es weder Epithel- noch sonstige Gewebe und damit auch keine Organe. Inneres Körpermilieu und äusseres (wässriges) Milieu sind nicht getrennt.
  • Synapomorphie: Choanocyten (Kragengeisselzellen) erzeugen einen Wasserstrom durch den Körper, bilden ursprünglich eine innere, einheitliche Epithel-ähnliche Schicht, das Choanoderm
  • Aussen liegt das Pinacoderm, ein Epithel-ähnlicher Verband von Pinacocyten (Hüllzellen)
  • Basale Stellung wegen fehlenden Geweben und Organen. Schwämme sind nur lockere Zellverbünde, intrazelluläre Verdauung über Endocytose.
  • Echte Metazoen weil sie Spermien mit Akrosom, Kopf, Mittelstück und Geissel bilden, weil sie eine Extrazelluläre Matrix (ECM) besitzen.

2. Warum können Porifera keine Keimschichten entwickeln?

 

Keine Keimschichten weil: Keine Punktdesmosomen, keine typische Zonula adhaerentes, keine basale Matrix, es gibt weder Epithel (keine Keimblätter), noch sonstige Gewebe, damit auch keine Organe (z.B. Geschlechts-, Atmungsorgane). Inneres und Äusseres Milieu nicht getrennt.

3. Durch welche grundlegenden Merkmale unterscheiden sich die Porifera von allen anderen Metazoa?

Porifera haben im Gegensatz zu allen anderen Metazoa kein Epithelgewebe, keine basale Matrix, nicht 2 Keimschichten 

4. Worin liegt das ausserordentliche Regenerationsvermögen der Porifera begründet?

 

Regenerationsvermögen durch: Die Schwämme haben Amoebocyten, dies sind Zellen, aus welchen andere Zellen hervorgehen können, sie sind skellettbildend und Geschlechtszellen.

5. Was sind Gemmulae? Wie sind sie aufgebaut und wozu dienen sie?

Gemmulae: sind Überdauerungsstadien bei den meisten Süsswasserschwämmen und einigen Meeresschwämmen. Dient der Überdauerung von ungünstigen Umweltbedingungen (Bsp. Überstehen von Trockenheit). Sie besitzen eine dicke Spongin-Aussenschicht, die durch Spicula verstärkt wird. Gemmulae haben eine Öffnung (Micropyle). Sie sind angefüllt mit zweikernigen Thesocyten. Thesocyten sind umgewandelte Archaeocyten, sie entstehen durch Phagocytose von je einer dotterreichen Nährzelle. Sobald günstigere Bedingungen herrschen, bilden die Gemmulae einen neuen Schwammkörper aus.

6. Die Porifera und die Cnidaria (ausser die Myxozoa) haben einen dreischichtigen Aufbau. Kann man deshalb sagen, sie hätten drei Keimschichten? Begründen Sie Ihre Meinung.

 

-          Cnidaria: Haben nur 2 Keimschichten: Ektoderm und Entoderm. Das Ektoderm bildet die Epidermis (aussen), das Entoderm die Gastrodermis (innen), diese kleidet den Gastralraum (Verdauung) aus. Zwischen Epi- und Gastrodermis liegt eine von beiden Epithelien sezernierte Zwischenschicht, die Mesogloea: diese ist primär zellfrei, Zellen können aber einwandern. à Nein, sie haben nicht 3 Keimschichten. Bsp. die Mesogloea ist nicht gleich dem Mesoderm, aus welchem zum Beispiel Knochen, Blutgefässe usw. entstehen.

-          Porifera: Haben keine Epithelien, können somit auch keine Keimblätter bilden (braucht es nicht, hat keine Organe die ummantelt sein müssten).

7. Die Cnidaria bilden ausser Sinnesorganen keine weiteren Organe aus. Trotzdem haben manche Gruppen wie beispielsweise die Siphonophora oder die Anthozoa eine sehr komplexe Organisation erreicht. Wie konnten diese Tiere das erreichen, ohne Organe auszubilden?

 

Polypen bilden oft Kolonien durch ungeschlechtliche Vermehrung. Es kommt zur Arbeitsteilung zw. Polypen (z.B. Nähr-, Abwehr-, Fortpflanzungspolypen). Dadurch entsteht so etwas Ähnliches wie Organe (Spezialisierung). Alleine wären die Polypen aber nicht mehr lebensfähig. Diese Polypen nennt man polypoide Zooide: Zb. Gastrozooide (für Nahrungsaufnahme, Verdauung), Gonozooide (für Fortpflanzung)

8. Beschreiben Sie die wichtigste Synapomorphie der Cnidaria.

 

Cnidocyten: enthalten eine Nesselkapsel (Cnide). Die Auslenkung eines Sinnesstiftes (Cnidocil) bewirkt das Ausschleudern eines giftgefüllten Nesselfadens aus dem Inneren der Cnide. Das Cnidocil besteht aus einem Cilium, umgeben von Microvilli. Das Gift wirkt neurotoxisch, oft auch proteolytisch und hämolytisch. Neben den Nesselkapseln treten auch Klebe- und Wickelkapseln auf. Meist sind Nesselzellen nicht gleichmässig verteilt, sondern liegen in Gruppen in der Epidermis (Nesselbatterien).