Biochemie - Metabolismus

Grundlagen der metabolischen Reaktionswege und Mechanismen.

Grundlagen der metabolischen Reaktionswege und Mechanismen.


Jan Schneider
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über den Stoffwechsel auf Universitätsniveau, wobei sie sich auf zentrale Prozesse wie Glykolyse, Gluconeogenese, Atmungskette und den Citratzyklus konzentrieren. Sie beleuchten die Rolle von ATP, Glucose, Enzymen und Cofaktoren sowie die Bedeutung von Redoxreaktionen und Energiestoffwechsel in verschiedenen Geweben, insbesondere in Muskeln und Leber. Ideal für Studierende der Biochemie, die ihr Verständnis von metabolischen Pfaden vertiefen möchten, bieten diese Karteikarten praktische Anwendungen und theoretische Grundlagen, die für Prüfungen und Forschung relevant sind.
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Allemand
Catégorie
Biologie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
08.01.2015 / 29.03.2023

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Def. Cofaktor

Kleines Molekül, welches für die katalytische Aktivität gewisser Enzyme zuständig ist. Die chemische Reaktion dieser Enzyme wäre nicht ohne den Cofaktor möglich.

Apoenzym, Holoenzym

Enzym ohne Cofaktor = Apoenzym

Enzym + Cofaktor = Holoenzym

Nenne zwei Enzyme mit kovalent gebundenem Cofaktor.

Pyruvatdehydrogenase mit Liponsäureamid

Pyruvatcarboxylase mit Biotin

Nenne zwei Enzyme mit nicht-kovalent gebundenem Cofaktor.

Pyruvatdehydrogenase mit ThiaminPP

Cytochromoxidase mit Haem

Was sind netto die Edukte und Produkte der anaeroben Glykolyse?

Säugerzelle: Glucose + 2 ADP + 2 Pi --> 2 Lactat + 2 ATP

Hefezelle: Glucose + 2 ADP + 2 Pi --> 2 Ethanol+ 2 CO2 + 2 ATP

Was versteht man unter anaplerotischer Reaktion? Nenne ein Beispiel.

Wiederauffüllende Reaktionen. Eine Reaktion, die zu einer Neusynthese oder dem Auffüllen von Stoffwechselkomponenten führt. Bsp. ist die Synthese von Oxaloacetat aus den Vorläufern Malat, Pyruvat oder PEP. Bsp. PEP-Carboxykinase

PEP + CO2 + GDP ⇔ Oxaloacetat + GTP

Wieviele ATP-Äquivalente gewinnt man bei der Verwertung von Myristoyl-CoA (aus 14 C-Atomen) unter aeroben und anaeroben Bedingungen?

Aerob: FS durchläuft 6 Zyklen der B-Oxidation --> 6 NADH + 6 FADH2 + 7 Acetyl-CoA

Acetyl-CoA wird im TCA-Zyklus weiter abgebaut zu 2 CO2, 3 NADH, 1 FADH2, 1 GTP.

Mittels Atmungskette und ATP-Synthase entstehen 2.5 ATP pro NADH und 1.5 ATP pro FADH2.

Total: 6 * (1.5+2.5) = 24 (Aus b-Oxidation)

7 * (7.5 + 1.5 + 1) = 70 (aus TCA-Zyklus)

--> 94 ATP

Anaerob: NADH und FADH2 können nicht regeneriert werden und es findet kein FS-Abbau statt --> 0 ATP

Glykogen

Die Speicherform von Glukose in tierischen Zellen. a-1,4 verknüpfte poly-Glucose mit a-1,6 Verzweigungen.

Glykogen wird vor allem in der Muskulatur und in der Leber gespeichert.

Was ist das Nährstoffreservoir an Kohlenhydraten bei Pflanzen?

Stärke. Diese kommt in zwei Formen vor: Amylose (unverzeigt in a-1,4-Bindungen) und Amylopektin (unverzweigte a-1,4-Glucosekette mit a-1,6-Verzweigungen)

Amylase. Funktion und Auftreten?

Hydrolyse (Abbau) von Glycogen, Amylose und Amylopektin.

Von der Speicheldrüse und Pankreas abgegeben.

Glykogenabbau/Glycogenmobilisation

Phosphorylase katalysiert Phosphorolyse der a-1,4-Bindungen mit anorg. P (statt Wasser) und setzt G-1-P frei, welches über G-6-P in die Glycolyse gehen kann (Man spart 1 ATP).

Die a-1,6 Seitenäste werden durch ein Debranching Enzyme gespalten bis der Seitenast nur noch aus einer Glucose besteht.

Diese einzele a-1.6 verbundene Glucose wird über Glucosidase mittels Hydrolyse gespalten.

Wozu dient der Pentosephosphatweg?

1. Produktion von 2 NADPH aus Oxidation von Glucose-6-P zu Ribose-5-P und CO2

2. Synthese von Pentosen für Nukleotide.

Wo sind die verschiedenen Strukturen auf dem Ramachandran-Plot lokalisiert?

bild

Def. phi und psi-Winkel

phi beschreibt den Torsionswinkel um die Ca-N-Bindung

psi beschreibt den Torsionswinkel um die Ca-C-Bindung

Molekulare WW

Wechselwirkung          Reichweite (Angstrom)          Energie (kJ/mol)

kovalente WW, 1-2, 100-800

H-Brücken, 2.8-3, 5-20

van der Waals, 3-5, 1-3

Coulomb, 2-4, 10-40

Struktureigenschaften von rechtsgängiger a-Helix

  • Intramolekulare H-Brücken zwischen (CO)i und (NH)i+4.
  • Seitenketten nach aussen, die die Helix oft intrahelical stabilisieren
  • 3.6 AS pro Helixwindung
  • Dipolmoment vom C zum N-Terminus (posiv beim N)

Prolin und a-Helix

Wegen der Zyklischen Struktur führen Proline zu Krümmungen der Helix

Arten von Faltblattstrukturen

Antiparallel und parallel.

Domäne

Ab 100-150 AS bilden Proteine oft mehrere Domänen, d.h. unabhängig faltende Abschnitte

Coiled Coils

Polypeptidketten mit wiederholender 6 AS-Sequenz (a-b-c-d-e-f), wo a und d hydrophob sind bilden a-Helixes mit hydrophoben Stellen. Zwei solcher Helix können sich bei den hydrophoben Stellen anlagern --> coiled-coil

Myoglobin

Muskelprotein, welches für den intramuskulären Sauerstofftransport zuständig ist. Es übernimmt den Sauerstoff aus dem Blut von Hämoglobin.

Hämoglobin

Hämoglobin ist der eisenhaltige Proteinkomplex, der in den roten Blutkörperchen der Wirbeltiere Sauerstoff bindet. Er besteht aus vier Globinen als Untereinheiten --> Tetramer

sigmoidale Kurve beim Hämoglobin und Effizienz

Dank der sigmoidalen Kurve ist ein effizienter Sauerstofftransport möglich. Bei hohen Drücken (in den Alveolen) ist die Affinität sehr hoch (viel O2 gespeichert) und bei niedrigen Drücken (kapillaren beim Muskel) fällt die Affinität stark und O2 wird freigegeben.

Allosterie am Beispiel von Hämoglobin

Hämoglobin hat vier Untereinheiten. O-Bindung an einer Untereinheit führt zu einer Veränderung der Konformation der anderen Untereinheiten (kooperative Bindungsstellen), wodurch deren Sauerstoffaffinität steigt --> sigmoidale Sättigungskurve.

zwei Modelle der Allosterie

  • Sequentielles Modell: zu Beginn sind alle Untereinheiten in der T-Form (bindet kein O2) und am ende in der R-Form (bindet O2). Das Gleichgewicht verändert sich im Laufe zu gunsten der R-Form
  • Konzertiertes Modell: es besteht immer ein Gleichgewicht zwischen der T- und der R-Form. Je mehr O2 bindet, desto stärker ist das GG auf der 4R Seite.

Feinregulierung des O2 an Hämoglobin

 

  1. Bohr-Effekt: In der Nähe von Gewebe mit aktivem Metabolismus (z.B. Muskel) ist der pH-tief (wegen ATP-Hydrolyse), was den T-Zustand stabilisiert und dadurch die o2-Abgabe unterstützt.
  2. BGP (2,3-Bisphosphoglycerat): BGP bindet mit HG und stab. T-Form. Fötales Hämoglobin bindet dies nicht, wodurch der O2-Übertragung vom mütterlichen zum fötalen Blut besser wird.
  3. Allosterie

Möglichkeiten zur Proteindenaturierung

 

  1. pH > 12 oder pH < 2
  2. Hitze
  3. Chaotrope Substanzen --> stabilisieren entfalteten Zustand
     

Kräfte für die Proteinstabilisierung

  1. Destabilisierung durch Entropie, da 1. gefalteter und sehr viele ungefaltete Zustände
  2. Stabilisierung bei Kettenbildung, hydrophobes Innere (VdWWW) sowie H-Brücken und Salzbrücken
  3. Stabilisierung durch hydrophoben Effekt: geordnete Wasserstrukur um jede hydrophobe Seitenkette
  4. Destabilisierung, da weniger WW von Kette mit Lömi im gefalteten Zustand

Wie faltet sich ein Protein in der Biosynthese?
 

Molekulare Chaperones verhindern die Aggregation durch die Bindung an exponierte hydrophobe Bereiche.

Heat-Shock-Proteine

Werden vermehrt exprimiert bei Hitze. Diese verhindern die Denaturierung der Proteine.
 

Enzyme und deren Eigenschaften

Katalysieren Reaktionen (vorwärts wie auch rückwärts). Thermodynamisches GG wird nicht verändert, sondern nur die Ea runter gesetzt.

  • hohe Beschleunigung
  • sehr spezifisch
  • regulierbar

 

Def. Proteolyse

Hydrolyse von Peptidbindungen durch Proteasen

Elastase?

Eine Protease, die Peptidbindungen nach kleinen ungeladenen Seitenketten hydrolysiert (z.B. Alanin, Glycin oder Serin)

Def. Michaeliskonstante und Michaelis-Menten-Gleichung

Ein Enzym ist umso effizienter...

Wichtige Kenngrösse für die Enzym-Substrat-WW. Es hat die Einheit einer Konzentration.

\(V_0 = k_{23} {[S]_0*[E]_0 \over [S]_0 +K_M}\)

[S] << Km --> Reaktion ist nullter Ordnung und daher unabhängig von der Substratkonzentration

[S] >> Km --> Reaktion ist erster ordnung und die Geschwindigkeit direkt abhängig von der Substratkonz.

\(K_M = {k_{-1}+k_2 \over k_1}\)

Enzym ist umso effizienter je kleiner Km und je grösser k23 (katalytische Konstante)

Kompetitive Hemmung

Wenn sich z.B. Produkt ahäuft, welches vorhandene Enzymmoleküle blockiert und eine Konkurrenz für das Substrat darstellt. Antibiotika sind z.B. Hemmstoffe, welche das Enzym blockieren und selbst nicht reagieren.

Nicht-kompetitive WW

Bindung eines Moleküls an einer regulatorischen Stelle des Enzyms, wodurch dessen Konformation verändert wird (entweder inhibitorisch oder aktivierend)

Wie verfolgt man die Reaktionskinetik in der Biochemie oft?

Mittels UV-VIS von NAD+/NADH.

kurzfristige Energiespender

ATP untergeht stark exergone Reaktionen

Funktion von ATPasen

Hydrolysieren ATP zu ADP und P. Die freiwerdende chem. Energie wird oft in eine andere Energie umgewandelt, z.B. Muskelkontraktion oder Transport von Molekülen.

Kinasen

Übertragen eine Phosphorylgruppe von ATP auf einen organischen Aktzeptor.

Étudier