BIGR2 Physiologie / Pharmakologie

1. Semester BIG Rettung 2 Grundlagen Physiologie und Pharmokolgie

1. Semester BIG Rettung 2 Grundlagen Physiologie und Pharmokolgie


P. D.
Diese Lernkarten decken physiologische und pharmakologische Grundlagen auf Universitätsniveau ab. Sie konzentrieren sich auf zelluläre Prozesse, Wirkmechanismen von Pharmaka, Rezeptoren und deren Aktivierung, sowie die Applikation und Resorption von Medikamenten. Besonders behandelt werden auch die Auswirkungen von Pharmaka auf den Körper, wie die Behandlung von Hypertonie und die Rolle von Plasmaproteinen bei der Verteilung von Substanzen. Diese Lernkarten sind ideal für Medizinstudenten, die sich auf Prüfungen vorbereiten und ein tiefes Verständnis der Pharmakologie und Physiologie entwickeln möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
15.02.2016 / 30.07.2024

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Erläutern Sie die unterschiedlichen Bindungspartner an den Opioidrezeptoren und differenzieren Sie die einzelnen Opioidrezeptoren nach ihrer Wirkungsvermittlung. 

Reine Agonisten: Sie stimulieren alle Rezeptoren und haben eine reine aktivierende Wirkung. Diese lässt sich durch Antagonisten komplett aufheben.

Agonist-Antagonist: Sie haben ein heterogenes Wirkspektrum. Sie besitzen an den Rezeptortypen unterschiedliche intrinsische Aktivität (Wirkstärke). Sie können je nach Rezeptor-Typ agonistisch, partiell agonistisch oder antagonistisch wirken. (z.B. Nalbuphin => antagonistische Wirkung am μ-Rezeptor).

Antagonisten: Fungieren als Hemmstoffe an allen Rezeptoren. Z.B. Naloxon. Es hat eine intrinsische Aktivität von 0 und ist damit ein Antidot ohne Opiateigenwirkung.

Erläutern Sie die Wirkungsweise von Morphin und vergleichen Sie diese mit derjenigen von Tramadol. 

Die Hauptwirkung von Morphin ist die starke Analgesie. Zum einen wird die Schmerzfortleitung behindert, zum anderen wird der Schmerz anders verarbeitet.
Endogene Opioide und Morphin hemmen die Freisetzung der Substanz P aus dem Präsynaptischen Nervenende und unterbricht somit dir Fortleitung.
Die affektive Reaktion wird gehemmt, der Schmerz kann somit noch lokalisiert werden, verliert aber seine Bedrohlichkeit.

Tramadol ist wiederum ein Racemat und wirksamer als seine einzelnen Komponenten. Das (+)-Tramadol wirkt opiatartig, vornehmlich über den μ-Rezeptor. Es hemmt die neuronale Rückaufnahme von Serotonin. Das (-)-Enantiomer hemmt die neuronale Resorption von Noradrenalin. Es ist ein partieller Opioid-Agonist uns schwächer als Morphin. Die Nebenwirkungen (Obstipation, Atemdepression, Abhängigkeitspotential) sind geringer ausgeprägt als beim Morphin 

Beschreiben Sie die Wirkungen, die durch eine Überdosierung bzw. Intoxikation mit Morphin hervorgerufen werden. 

Charakteristisch für eine Morphinvergiftung sind das Koma, die Atemlähmung und die Miosis. Morphin wirkt über die ĸ- und μ-Rezeptoren atemdepressiv. Auf Grund verminderter Sauerstoffzufuhr und der sedierenden Wirkung kommt es zum Koma. Die Pupillen sind Stecknadelkopf groß.

Was versteht man unter dem Begriff Gewöhnung und wie unterscheiden sich hierbei retardierte von nicht-retardierten Präparaten? 

Bei langjähriger Anwendung von Morphin kann ein sogenannter Gewöhnungseffekt eintreten. Es werden immer höhere Dosen benötigt, um den gewünschten Effekt zu erreichen. Gewöhnung ist nicht gleichbedeutend mit Sucht! Der Mechanismus, der der Morphin-Gewöhnung zu Grunde liegt ist weitgehend unbekannt.
Abzugrenzen sind retardierende Präparate die oral zugeführt werden. Hier kommt es kaum zu einer Gewöhnung. 

Das Kombinationspräparat aus Tilidin und Naloxon ist nicht BtM-Rezeptpflichtig. Wie kann man sich dies erklären? 

Durch die Kombination beider Substanzen soll eine missbräuchliche intravenöse Anwendung vermieden werden. Vermutlich ist es wegen des Naloxons nicht attraktiv für Süchtige und somit besteht nicht der Bedarf dieses Medikament auf die BtM-Liste zu setzten.

Lässt sich Buprenorphin mit Naloxon antagonisiseren? Begründen Sie ihre Antwort. 

Naloxon ist als Antidot nicht ausreichend wirksam, da Buprenorphin sehr lange an den Opiatrezeptoren gebunden bleibt (6-8 Stunden). Die Eliminationshalbwertzeit von Naloxon liegt bei einer Stunde.

Erläutern Sie die pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Unterschiede zwischen Naloxon und Naltrexon. 

Naloxon ist ein reiner, sehr wirksamer Opioid-Antagonist und wird schnell abgebaut. Es hat eine Eliminationshalbwertzeit von einer Stunde. Nach oraler Gabe wird es zwar resorbiert, aber weites gehend in der Leber abgebaut. Eine orale Applikation ist somit nicht sinnvoll.

Naltrexon ähnelt Naloxon in seiner antagonistischen Wirkung, kann aber per os appliziert werden.

 

 

Beschreiben Sie das Prinzip der osmotischen Diurese am Beispiel von Mannitol. 

Mannitol ist ein sechswertiger Zuckeralkohol. Es verteilt sich gleichmäßig im Extrazellularraum und tritt nicht in die Zelle ein. Somit besteht ein Konzentrationsgefälle. Dieses versucht der Körper auszugleichen. Durch die semipermeable Membran kann das Mannitol nicht wandern. Es kann auch nicht rückresorbiert werden. Daraus folgt, dass zum Zwecke des Konzentrationsausgleiches Flüssigkeit vom Ort der niedrigen Konzentration zum Ort der hohen Konzentration wandern muss. Mannitol wird über den Harn ausgeschieden und mit ihm Wasser.

Bei welchem Wert liegt die Nierenschwelle bezüglich Glucose. 

150-200 mg/dl (≈180 mg/dl)

Erläutern Sie die Mechanismen der Na+-Rückresorption am aufsteigenden Teil der Henle-Schleife und im distalen Tubulus. 

Der aufsteigende Ast der Henle-Schleife ist wasserundurchlässig. Im aufsteigenden Ast wird Natrium ins Interstitium gepumpt, das Wasser kann nicht folgen, dadurch entsteht im Interstitium eine hohe Osmolarität. Diese hohe Konzentration zieht das Wasser aus dem absteigenden Ast.

Im distalen Tubulus wird weiterhin Natrium resorbiert. Damit wird dem Harn Wasser entzogen. Zudem erfolgt hier eine hormonelle Regulation. Die Ausschüttung von Aldosteron erhöht die Resorption von Natrium im distalen Tubulus. Andere beteiligte Hormone sind Vasopressin und Adiuretin, antidiuretische Hormone (ADH). ADH macht die Tubuluszellen wasserdurchlässig, so dass mehr Wasser rückresorbiert werden kann.

Erläutern Sie den mechanistischen Zusammenhang zwischen gesteigerter Diurese und Ödemausschwemmung. 

Infolge der Ausscheidung von Elektrolyten und einem höheren Anteil an Wasser kommt es zum Anstieg des kolloidosmotischen Druckes des Blutes. Hierdurch wird vermehrt Wasser aus dem Interstitium in die Blutbahn gezogen und Ödemflüssigkeit abtransportiert.

Erläutern Sie die Indikationen und Wirkungen von Schleifendiuretika. (Tipp: Lüllmann, Mohr; S.229) 

Schleifendiuretika hemmen den Natrium-Kalium-Chlorid-Cotransport, somit wird die Fähigkeit der Wasserrückresorption gemindert. Die Wirkung setzt prompt ein und erreicht ein Ausmaß, das andere Diuretika nicht erreichen. Somit sind sie auch bei einer eingeschränkten Nierenfunktion oder eine schwere Herzinsuffizienz wirksam und Mittel der Wahl.
Bei drohender Anurie kann versucht werden durch hohe Dosen Furosemid die renale Wasser- und Elektrolytausscheidung wieder anzukurbeln.
Eine lebensbedrohliche Hyperkalziämie kann durch Furosemid vermindert werden, da es die renale Kalzium-Elimination fördert.
In der Therapie des Lungenödems wird die Wirkung von Furosemid auf die Kapazitäts- und Nierengefäße genutzt. Diese erweitern sich unmittelbar nach einer intravenösen Gabe.

Erläutern Sie den Mechanismus, der bei einer andauernden Therapie mit Thiazid- und Schleifendiuretika zu einer Hypokaliämie führen kann. 

Da bei der Diurese mit Thiaziden im distalen Teil des Nephrons mehr Natrium für den Austausch gegen Kalium zur Verfügung steht, kann es bei längerer Anwendung zu einer Hypokaliämie kommen.

Schleifendiuretika hemmen den Natrium-Kalium-Chlorid-Cotransport, somit wird auch vermehrt Kalium ausgeschieden.

Worin liegt die Ursache für eine Schwerhörigkeit unter der Therapie mit Schleifendiuretika?

Es kann kein Kaliumkonzentrationsgefälle aufgebaut werden, dadurch kann es in den hohen Frequenzbereichen zu Hörschädigungen kommen.

Beschreiben Sie den Wirkmechanismus Kalium-sparender Diuretika. Benennen Sie außerdem zwei gebräuchliche Substanzen und deren gemeinsamen Angriffspunkt.

Kalium-sparende Diuretika wirken im letzten Abschnitt des Verbindungstubulus und dem oberen Abschnitt des Sammelrohres. Triamteren und Amilorid hemmen den Eintritt von Natrium durch einen Natrium-Kanal in die Tubulusepithelzellen und verlangsamen somit die Austauschgeschwindigkeit der Kationen. Es kommt zu einer vermehrten Ausscheidung von Natrium und einer Einsparung von Kalium.

Unterscheiden Sie die gängigen Klassen von Kalziumantagonisten und differenzieren Sie diese Klassen bezüglich ihrer Wirkprinzipien. Weshalb müssen Wirkstoffe, wie Nitrendipin und Nifedipin unter Lichtabschluss vorgehalten werden

  • kationisch-amphiphil: Hemmung der glatten Muskulatur, vor allem die der arteriellen Gefäße. Hemmung der Herzmuskulatur durch Senkung der Frequenz, der AV-Überleitung und Kontraktionskraft; antiarrhytmische Wirkung in den Konzentrationen, die für eine Vasodilatatbon nötig sind
    z.B. Verapamil (ausgepräkte Herzwirksamkeit) und Diltiazem (bedingte Herzwirksamkeit) => positiv geladener Stickstoff bindet an das Kanalprotein

 

  • Dihydropyridine: Hemmung der glatten Muskulatur, vor allem die der arteriellen Gefäße. KEINE Hemmung des Herzmuskels bei Konzentrationen, durch die eine ausgeprägte Hemmung der glatten Muskulatur erreicht wird, wenn das Herz ohne Vorschädigungen ist.
    z.B. Nifedipin => ungeladenes Molekül mit Doppelbindungen
     
  • Lichtempfindlichkeit: der Dihydropyridin-Ring „aromatisiert“, es kommt zu einem Wirkungsverlust.

Erläutern Sie den Aufbau eines L-Typ Kalziumkanals. Welche Untereinheit eines L-Typ Kalziumkanals ist für die Bindung von Kalziumantagonisten verantwortlich? Nehmen andere Untereinheiten an der Funktion der bindenden Untereinheit teil?

Die α1-Untereinheit ist eine Ionenpore und für die Bindung des Ca2+ verantwortlich. Die Untereinheiten α2, b und d modulieren diese Funktion.

Die a1-Untereinheit besteht aus vier Domänen, die wiederum aus sechs transmembralen Segmenten besteht.

Es gibt drei Bindungsstellen der a1-Untereinheit

  • DHP: Dihydropyridin-Bindungsstelle
  • BTZ: Benzothiazepin(Diltiazem)-Bindungsstelle
  • PAA: Phenylalkylamin(Verapamil)-Bindungsstelle

Unterscheiden Sie die gängigen Klassen von Kalziumkanalantagonisten anhand ihrer Pharmakokinetik, Anwendungsweise, Wirkungsweise und Nebenwirkungen. 

1.     Beschreiben Sie die Bildung und den Wirkmechanismus von NO.

NO kann durch das Gefäßendothel freigesetzt werden. Zum Beispiel durch Acetylcholin, Histamin und Bradykinin. NO entsteht aus der Guanidino-Gruppe der Aminosäure L-Arginin unter Katalyse durch das Enzym NO-Synthase. NO diffundiert in die Gefäßmuskelzellen und reagiert dort mit der Guanylatcyclase (im Cytosol gelöst). Diese wird aktiviert, der intrazelluläre Spiegel von cGMP steigt und die Zelle erschlafft.

NO ist sehr instabil. Es wirkt auch auf andere glatte Muskulatur. Zudem spielt Stickstoffmonoxid eine Rolle als Botenstoff im zentralen Nervensystem.

Definieren Sie den Begriff arterielle Hypertonie. 

Arterielle Hypertonie ist eine Erkrankung des Gefäßsystems im großen Kreislauf (Körperkreislauf). Auf Grund eines Elastizitätsverlustes der Gefäßwand kommt es zu einem Anstieg der Systole und/oder Diastole. Man spricht von einer arteriellen Hypertonie, wenn die Systole dauerhaft > 140 mmHg und /oder die Diastole > 90 mmHG ist. Man spricht von einer essentiellen (primären) Hypertonie.

Worin bestehen die Ursachen (Formen der Hypertonie) und welcher spezielle Parameter wirkt vorrangig pathogen

arterielle (primäre) Hypertonie: Arteriosklerose und Risikofaktoren (hohes Cholesterin, Raucher, wenig Bewegung, Diabetes, ungesunde Ernährung,...)

Andere Ursachen können z.B. in einem gestörten Renin-Angiotensin-Aldosteron-Haushalt oder in Problemen bei der Kochsalz- und Wasserausscheidung liegen. Ein weiterer Grund kann auch eine Schwangerschaft sein. Hier spricht man im Allgemeinen von sekundären Ursachen.

Nennen Sie zwei Begleiterkrankungen bzw. Symptome, die den angestrebten Zielwert einer antihypertensiven Therapie beeinflussen. 

KHK

Diabetes mellitus

Nennen Sie die nicht-medikamentösen Maßnahmen, die zur Behebung einer geringgradigen Hypertonie vom Patienten ergriffen werden können.

  • Sport treiben/körperliche Betätigung
  • Abnehmen
  • Salzarme Ernährung / ausgewogene Ernährung
  • Nicht rauchen
  • Verzicht auf übermäßigen Alkoholkonsum

Nennen Sie die vier wesentlichen Wirkprinzipien, die zur Therapie essenzieller Hypertonien in Betracht gezogen werden können.

  • ß-Blocker
  • Diuretika (Kochsalzrestriktion)
  • ACE-Hemmer/Angiotensin-II-Antagonisten
  • Ca-Antagonisten

Welche Kriterien müssen angelegt werden, um die einzelnen Arzneimittelgruppen bezüglich einer antihypertensiven Therapie zu bewerten?

  • Bewiesene Mortalitäts-/Morbiditäts-Senkung
  • Nebenwirkungshäufigkeit / Verträglichkeit
  • Tägliche Einmalgabe möglich
  • Interaktion mit anderen Wirkstoffen
  • Alter / zusätzliche Erkrankungen (Differenzialtherapie bei Begleiterkrankungen)

Erläutern Sie den Einsatz, die Wirkprofile und eventuelle Gefahren/Vorsichtsmaßnahmen der Therapeutika der essenziellen Hypertonie. 

Welche Vorteile erbringen Kombinationstherapien von Antihypertonika? 

Durch die Kombinationstherapie ist es möglich sich stufenweise der richtigen/wirksamen Therapie zu nähern. Es wird mit Medikamenten der ersten Stufe begonnen, reichen diese nicht aus, um den Blutdruck zu regulieren, so werden Medikamente der zweiten Stufe dazu genommen.

Sollte sich die Hypertonie im Verlauf verschlechtern, so muss der Patient nicht auf komplett neue Präparate eingestellt werden, sondern die Therapie wird erweitert. Ein Ausschleichen der alten Medikamente ist nicht nötig.

Durch die Kombinationstherapie besteht die Möglichkeit die Hypertonie an unterschiedlichen Bereichen/Systemen anzugreifen. Dadurch können die komplexen Ursachen einer Hypertonie therapiert werden. Durch die verschiedenen Angriffspunkte lässt sich eine deutliche Lebensverlängerung erreichen. 

Beschreiben Sie das Stufenschema der antihypertensiven Dauertherapie. 

Je nach Schwere der Hypertonie wird zu unterschiedlichen Kombinationen gegriffen. Grundsätzlich sollte der Salzgehalt mit einer salzarmen Ernährung reduziert werden. Da über die Nahrung (Fertigprodukte etc.) trotz Diät viel zu viel aufgenommen wird, wird häufig ein Saluretikum eingesetzt. Das ist der erste Schritt der Therapie (siehe Stufe 1)

Reicht eine Ernährungsumstellung und ein Saluretikum alleine nicht aus, so wird dieses mit einem weiteren Präparat kombiniert. Hier ist der ß-Blocker am besten untersucht. Es ist aber auch möglich die Saluretika mit einem ACE-Hemmer/ Angiotensin-II-Blocker oder Calcium-Antagonisten zu kombinieren. Prognosebesserungen sind bewiesen.

Für schwer einstellbare Hypertoniker kann man zwei Medikamente aus Stufe 2 mit einem Saluretikum oder eines aus der Stufe 2 plus einem alpha-Blocker (o.ä.) mit einem Saluretikum kombinieren.

Ein Sonderfall ist der Hochdruck in der Schwangerschaft. 

Nennen Sie Ursachen, die zu einem Versagen bzw. verminderten Ansprechen einer antihypertensiven Dauertherapie beitragen. 

  • In Bezug auf Beta Blocker sei hier das erhöhte Alter genannt. Ältere Menschen sprechen nicht mehr so gut auf Beta Blocker an.
  • Mangelnde Compliance seitens des Patienten, da er sich nicht richtig krank fühlt, wird eine Therapie selten konsequent durchgeführt.
  • Begleitende Erkrankungen wie Diabetes Mellitus, Gicht etc.
  • Wechselwirkung mit anderen Medikamenten

Erläutern Sie die Besonderheiten der antihypertensiven Therapie bei Niereninsuffizienz und dem Schwangerschaftshypertonus. 

Niereninsuffizienz

  • Übliche Thiazid-Diuretika verlieren ihre Wirksamkeit => Wechsel auf Schleifendiuretika
  • Empfohlen sind Dihydralazin (Nepresol) in Kombination mit Clonidin (Catapresan) => Einfluss auf Nierendurchblutung
  • Bei Dialyse ,uss die Änderung der Ausscheidungskinetik bedacht werden
  • Bei diabetischer Nephropathie sind ACE-Hemmer indiziert, da diese Medikamentengruppe die Progression verlangsamt

 

Schwangerschaft

  • Einstellen auf Werte von 140/90 mmHg, um maternale und fötale Schäden zu vermeiden
  • Frühzeitig beginnen, Schäden am Fötus können bereits im 2. Trimenon eintreten
  • Thiazide sind nur indiziert, wenn eine Flüssigkeits- und Salzretention besteht. Andernfalls wird die Plazenta geringer Durchblutet
  • Mittel der 1. Wahl sind α-Methyl-Dopa, β-Blocker sowie Dihydralazin (Nepresol)
  • ACE-Hemmer und AT1-Blocker sind u.a. wegen fötaler Nierenschädigung kontraindiziert 

Beschreiben Sie den Regelkreis des Renin-Angiotensin-Aldosteron Systems und erläutern Sie die im  Buch (Lüllmann, Mohr; 2010) genannten Möglichkeiten der pharmakologischen Einflussnahme

ACE Hemmer verhindern die Umwandlung von Angiotensin I in Angiotensin II und verhindern somit einen Renin- bedingten Anstieg des Blutdrucks.

Angiotensin II Rezeptor Antagonisten greifen wiederum am AT1 Rezeptor an und unterbricht den Regelkreis an dieser Stelle. (AT1 darf nicht mit Angiotensin I verwechselt werden. Es ist ein Rezeptor, an dem Angiotensin II andockt.)

Unterscheiden Sie die einzelnen Formen der Angina Pectoris. 

Koronarsklerotisch: Die Koronargefäße sind sind sklerotisch verändert, so dass es zu einer Einengung des Gefäßlumens kommt. Steigt nun der Sauerstoffbedarf am Herzen, kann dieser auf Grund der verengten, steifen Gefäße nicht bedient werden. es kommt zum Engegefühl in der Brust und einer Atemnot.

  • Instabile AP: Erstmanifestation oder plötzlich in Ruhe auftretende Beschwerden bei bekannter AP
  • Stabile AP: diagnostizierte AP, unter gleichen Bedingungen auslösbare Beschwerden, zB. bei einem bestimmten Grad an körperlicher Belastung.

 

Koronarspasmus:

Hier kommt es zu einer Verkrampfung der Koronargefäße, so dass das Herz nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgt werden kann. Ursächlich kann z.B. eine Überempfindlichkeit gegenüber Kälte sein, die Prinzmetall Angina (Anfälle meist nachts), aber auch Drogen können dieses Phänomen auslösen (z.B. körperliche Anstrengung unter Kokain).

Erläutern Sie, unter Berücksichtigung der Leitlinien der Fachgesellschaften, den Einsatz und das Wirkprofil unterschiedlicher Therapeutika bei der Therapie der Angina Pectoris (Tipp: Lüllmann, Mohr)

WELCHE KINETISCHEN VORGÄNGE BEEINFLUSSEN GEWÖHNLICH DIE WIRKUNG EINES PHARMAKONS IM ORGANISMUS?

Pharmakokinetik, Rezeptorkinetik, Transformationskinetik

Beschreiben Sie was man sich unter Pharmakokinetik, Rezeptorkinetik und Transformationskinetik jeweils vorzustellen hat. 

Pharmakokinetik: Vorgänge, die nach der Gabe eines Medikamentes im Körper ablaufen und durch die zeitliche Änderungen seiner Konzentration in der Biophase bestimmt werden.

Rezeptorkinetik: Gesetzmäßigkeiten, die die Interaktionen des Pharmakon (aus der Biophase heraus) mit den Bindungsstellen bestimmen.

Transformationskinetik: biologischer Effekt, der im Anschluss an die Bindung des Pharmakon an die Bindungsstelle eintritt.

Definieren Sie den Begriff “Pharmakokinetik”? 

Die Pharmakokinetik beschäftigt sich mit dem "Schicksal" des Pharmakons im Organismus. Es geht um den zeitlichen Verlauf der Arzneimittelkonzentration und dessen Abbauprodukten (Metabolite).

  • Applikation
  • Zerfall der Arzneiform
  • Resorption
  • Verteilung
  • Umwandlung
  • Ausscheidung
  • Speicherung

Was versteht man unter der “Biophase”? 

Als Biophase wird der Raum bezeichnet, von dem

aus Pharmaka direkt mit ihren Bindungsstellen reagieren

können. Die Biophase kann Teil des extrazellulären Raumes

sein, z.B. für Suxamethonium der synaptische Spalt der mo-

torischen Endplatte, oder im Cytosol eines Mikroorganis-

mus liegen, z.B. für Trimethoprimals einem Hemmstoff der

bakteriellen Dihydrofolsäure-Reduktase.

Wie hängen die Affinität eines Pharmakons und seine Dissoziationskonstante zusammen? 

Die Affinität ist umgekehrt proportional zur Dissoziationskonstante

Warum kann man von der Affinität nicht auf die Bindungsgeschwindigkeit schließen? 

Die Affinität kann hoch sein, wenn beide Geschwindigkeitskonstanten sehr hoch oder sehr niedrig sind. 

Definieren Sie den Begriff der Affinität unter Berücksichtigung der Geschwindigkeitskonstanten für Assoziation und Dissoziation. 

1/Affinität = Dissoziationskonstante = Dissoziationsgeschwindigkeitskonstankte/Assoziationsgeschwindigkeitskonstante

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