BIGR2 Physiologie / Pharmakologie

1. Semester BIG Rettung 2 Grundlagen Physiologie und Pharmokolgie

1. Semester BIG Rettung 2 Grundlagen Physiologie und Pharmokolgie


P. D.
Diese Lernkarten decken physiologische und pharmakologische Grundlagen auf Universitätsniveau ab. Sie konzentrieren sich auf zelluläre Prozesse, Wirkmechanismen von Pharmaka, Rezeptoren und deren Aktivierung, sowie die Applikation und Resorption von Medikamenten. Besonders behandelt werden auch die Auswirkungen von Pharmaka auf den Körper, wie die Behandlung von Hypertonie und die Rolle von Plasmaproteinen bei der Verteilung von Substanzen. Diese Lernkarten sind ideal für Medizinstudenten, die sich auf Prüfungen vorbereiten und ein tiefes Verständnis der Pharmakologie und Physiologie entwickeln möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
15.02.2016 / 30.07.2024

Flashcards

Was sind intrazelluläre Rezeptoren? Was ist ihre Aufgabe?

-Sind Rezeptoren im Zytoplasma

-Ihre Liganden sind lipophile Hormone, die die Zellmembran durchdringen können.

- Der Komplex aus Ligand und Rezeptor bildet einen Transkriptionsfaktor (TF) und sorgt für die Synthese bestimmter Proteine

Was sind IPSP und EPSP?

IPSP: Inhibitorisch postsynaptisches Potential.

-Hemmende Synapsen führen an der zweiten Zelle zur Öffnung von Cl- Kanälen.

--> Es kommt zur Hyperpolarisation und verhindert (hemmt) ein Aktionspotential)

EPSP: Exzitatorisch postsynaptisches Potential

- Erregende Synapsen führen an der zweiten Zelle zur Öffnung von Na+ Kanälen.

--> Es kommt zur Absenkung des Ruhepotentials und damit näher an ein Aktionspotential

Nenne 3 verschiedene Acetylcholin Rezeptoren und wo man diese findet.

1.) Nikotinerg Motorisch: (N1, Nikotin wirkt als Ligand) -->Ionotoper Rezeptor

     Ort: Quergestreifte Skelettmuskelzelle (Nach Bindung von Acetylcholin kommt es zur Kontraktion)

2.) Nikotinerg Neuronal: ( N2, Nikotin wirkt als Ligand) --> Ionotroper Rezeptor

     Ort: In Ganglien des vegetat. NS (Verschaltung zweier Synapsen)

3.) Muskarinerg: (M1-5, Muskarin wirkt als Liand) --> metabotroper Rezeptor (M2,4--> Gs gekoppelt/ M1,3,5 Gq gekoppelt)

     Ort: Überträgt Info von vegetat. NS auf Zielorgan

Welches Enzym führt zum schnellen Abbau von Acetylcholin

Acetylcholinesterase--> Spaltung in Acetyl und Essigsäure: Kann in der Präsynapse wieder synthetisiert werden

Wieso führt Physostigmin zu einer Erhöhung der Konzentration von Acetylcholin im Synaptischen Spalt?

Physostigmin hemmt die Cholinesterase

--> Bsp: Symptomatische Behandlung Myasthenia gravis.

Cholinesterase Hemmstoffe :

Reversibel: Physostigmin, Neostigmin, Pyridostigmin

Irreversibel: Saringas, E605 (Parathion)

Welche Funktionen haben Hirnstamm und Hypothalamus im vegetativen NS?

Atem- und Kreislaufregulation

Brechzentrum

Einfluss auf Energie und Wasserhaushalt

Schlaf - Wach Rhythmus

Reproduktionsfunktionen

Temperaturhaushalt

In welche zwei gegensätzlich agierende Anteile lässt sich das vegetative Nervensystem einteilen?

Sympathikus und Parasympathikus

Vegetatives Nervensystem:

-Oberste Instanz

-Aufteilung

-Neurotransmitter

-Ganglionäre Schaltung

siehe Bild

Wo treten die ersten Fasern des Sympathikus aus?

Paarweise im Bereich des Thorakalmarks

Was versteht man unter dem Begriff "Homöostase"? (hier im Bezug auf z.B. Zytosol, Blut, interstitielle Flüssigkeit usw.)

Die Konstanthaltung eines Millieus (z.B. pH-Wert)

Aus welchen drei funktionellen Einheiten besteht ein Aktinfilament?

-Aktin

-Tropomyosin

-Troponinkomplex

Beschreibe den Vorgang, der Freilegung der Bindungsstelle für das Myosinköpfchen am Aktin.

Was ist für die Freilegung verantwortlich?

Der Troponinkomplex und das Tropomyosin (Verbunden durch Troponin T) verhindern zusammen das Anbinden des Myosinköpfchens am Aktin. Wird durch das sarkoplasmatische Retikulum nun Ca++ ausgeschüttet, so verschiebt sich der Troponinkomplex (Durch die Ca++ Bindung an Troponin C) weg von der Bindungsstelle für Myosin. Somit kann das Myosinköpfchen an das Aktin binden.

--> Verantwortlich ist also die die Verschiebung des Troponinkomplexes durch Ca++ Ausschüttung

Welche Struktur und welcher Kanaltyp bedingen den Hauptanteil des Ca++ Einstroms in die Herzmuskelzelle?

Ryanodin Rezeptor Typ 2 (RyR2): Ca++ sensitiver, ionotroper Rezeptor, in der Membran des sarkoplasmatischen Retikulums (Ca++ Kanal)

Das sarkoplasmatische Retikulum (L-Tubulus) schüttet mit diesen Rezeptoren 90 % des Ca++ für die Muskelkontraktion aus.

 

Nenne einen sensitiven Marker, der bereits nach 6 Stunden zur Bestimmung einer Myokardischämie herangezogen werden kann.


Troponin T

Erläutern Sie die Wirkung von Digitalisglykosiden auf die Herzmuskelzelle (z.B. Digoxin, Digitoxin)

Digitalisglykoside blockieren die NaK-Pumpe

--> Konzentrationsgefälle für Na+ an NaCa-Austauscher ist kleiner

  --> Intrazelluläre Ca2+-Konz. steigt.

   --> Mehr Ca2+ wird durch SERCA in SR gespeichert

   --> Nach neuem AP wird mehr Ca2+ aus SR sezerniert 

        ---> Steigerung der Herzkraft (Inotropie)

Cholinesterase-Hemmstoffe

Irreversibel: Saringas, VX, Parathio (E605)

 

Reversibel: Physostigmin, Neostigmin, Pyridostigmin

Nenne die zwei Gruppen von Muskelrelaxantien mit je einem Beispiel

Nicht-depolarisierende: Pancuronium, Vecuronium, Rocuronium, Atracurium...

 

Depolarisierende: Suxamethonium (Succinylcholin)

Was versteht man unter L-Tubulus und T-Tubulus in der Herzmuskelzelle?

T-Tubulus: transversales System --> Oberflächenvergrößerung der Zellmembran

 

L-Tubulus: longitudinales System --> SR intrazellulärer "Hohlraum" als Ca2+-Speicher

was ist DHPR?

Dihydropyridin-Rezeptor --> Inonotroper und spannungsabhängiger Ca2+- Rezeptor in der Zellmembran

Nenne 3 Typen von Ca2+-Antagonisten und ihre bevorzugte Zielstruktur

1. Benzothiazepine: Diltiazem, Blockade des vasalen und kardialen L-Typ-Kanals

 

2. Phenylalkylamine: Verapamil, Blockade des vasalen und kardialen L-Typ-Kanals

 

3. Dihydropyridine: Nitrendipin, vorwiegend Blockade des vasalen L-Typ-Kanals

Benennen Sie die drei Hauptwirkungen nicht-steroidaler Wirkstoffe (NSAR).

  • Antiphlogistisch (entzündungshemmend)
  • Analgetisch (schmerzlindernd)
  • Antipyretisch (fiebersenkend)

Beschreiben Sie die Entstehung von vier unterschiedlichen Arachidonsäure-Derivaten (ausgehend von der Arachidonsäure). 

Arachidonsäure (vierfach ungesättigte Fettsäure mit 20 Kohlenstoff-Atomen), eingebaut in Biomembran + Phospholipase A2 => freie Arachidonsäure + Enzyme => Eicosanoide (äußerst wirksame Lokalhormone):

  • Prostaglandine
  • Prostacyclin
  • Thromboxane
  • Leukotriene

Die ersten drei werden aus den zyklischen Endoperoxiden gebildet. Es handelt sich um Derivate der Prostansäure (=> Prostanoide).

Leukotriene bewahren sich die alipathische Natur (ein oder mehrere offene, kettenförmige Kohlenwasserstoffreste) der Arachidonsäure.

Bennen Sie die Wirkungen der jeweiligen Arachidonsäure-Derivate und ordnen Sie diese den entsprechenden Hormonen zu.

Die Subklassen der Cyclooxygenase (COX), die COX1 und COX2 vermitteln die differenzierte Synthese von Eicosanoiden. Unterscheiden Sie die physiologischen Wirkungen, welche durch die Aktivität von COX1 und COX2 vermittelt werden. 

Beschreiben Sie die Wirkungsweise, die Pharmakokinetik und die Nebenwirkungen, welche bei der Applikation von Acetylsalicylsäure (ASS) entstehen können. Gehen Sie auch konkret auf den Mechanismus der Hemmung der Thrombozytenaggregation ein. 

Thromboxan fördert die Thrombozytenaggregation, Prostacyclin hemmt sie.

Die Vorstufen beider Substanzen entstehen aus der Arachidonsäure mittels Cyclooxygenase (COX 1). Acetylsalicylsäure hemmt die Cyclooxygenase in den Thrombozyten und den Endothelzellen irreversibel. In den Endothelzellen wird Cyclooxygenase rasch nachgebildet, so dass die Prostacyclin-Bildung nur vorübergehend gehemmt ist. Anders verhält es sich mit den Thrombozyten. Diese sind kernlos. Somit hält die Wirkung bis zu deren Lebensende (8-11 Tage) an.

Bei oraler Gabe von ASS kommt es im Vergleich zur systemischen Zirkulation zu einer höheren Konzentration von unverändertem Wirkstoff im Pfortadersystem. Die Thrombozyten im Mesenterialstrombett sind somit einer höheren Konzentration ausgesetzt als die Endothelien im systemischen Strombett. Hierdurch ist der gewünschte Effekt (Hemmung der Thromboxanentstehung) stärker ausgeprägt als die Unerwünschte Reaktion (Verminderung der Prostacyclin-Synthese).

Zu welchem Zweck wurden selektive COX2-Hemmer entwickelt und warum musste die Celecoxib-Studie vorzeitig abgebrochen werden? 

Man entdeckte eine zweite Cyclooxygenase (COX 2), von der angenommen worden ist, dass diese ausschließlich induktiv sei. Man erhoffte sich von den COX-2-Hemmern eine nebenwirkungsfreie Therapie von entzündlichen und schmerzhaften Prozessen. Im Verlauf stellte man fest, dass die COX 2 auch konstitutiv und an physiologischen Prozessen (Niere, Reproduktionsorgane, Gefäßendothel) beteiligt ist.

Die Studie wurde vorzeitig abgebrochen, da im Vergleich zur Referenzgruppe das Risiko für einen kardiovaskulären Zwischenfall deutlich erhöht war. (6x Referenzgruppe, 15x bei 400mg tägl., 20x bei 800mg tägl.)

Beschreiben Sie die pharmakologischen Einflussmöglichkeiten auf die Gerinnungskaskade. Benennen Sie dabei auch konkret die beteiligten Faktoren/Komplexe. 

Durch Ca-Entionisierung kann in vitro (im Reagenzglas) eine Hemmung der Blutgerinnung erfolgen, da Ca-Ionen für die Blutgerinnung notwendig sind.

Heparine aktivieren das Antithrombin III. Dieses bindet sich irreversibel an aktivierte Gerinnungsfaktoren (Faktor Xa und Faktor IIa) und bewirkt deren Inaktivierung. Es muss parenteral zugeführt werden, da es schnell im Organismus abgebaut wird.

Fondaparinux ist synthetisch hergestellt und besteht nur aus Pentasacchariden. Diese inaktivieren den Faktor Xa durch Bindung an Antithrombin.

Zu den direkten Thrombin-Hemmstoffen gehört Hirudin. Es reagiert direkt mit Thrombin (ohne über das Antithrombin III zu gehen) und macht dieses unwirksam.

Cumarine sind Vitamin-K-Antagonisten und hemmen in der Leber die Synthese der Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X. Die Wirkung der Cumarine lässt sich über erhöhte Vitamin K Zufuhr kompensieren.

Erläutern Sie die unterschiedlichen Auslöser von exogenem und endogenem Weg der Gerinnungskaskade. Zeigen Sie diesbezüglich die Rollen von Faktor 10 (X), Faktor 2 (II) und Faktor 1 (I) auf. 

Die exogen induzierte Blutgerinnung: 

große, äußere Blutung => Freisetzung Gewebsthromboplastin=> Aktivierung Faktor VII=> Aktivierung Fakto X

Die endogen induzierte Blutgerinnung:

Verletzung der Gefäßinnenhaut => Faktor XII wird durch raue Oberflächen aktiviert => Aktivierung Faktor XI => Aktivierung Faktor IX => Faktor IXa + Faktor VIIIa => Aktivierung Faktor X

Ab der Bildung von Faktor Xa laufen beide Schenkel zusammen:

Faktor Xa + Faktor Va => Aktivierung Faktor II (Prothrombin →Thrombin) => Aktivierung Faktor I (Fibrinogen → Fibrin)

Erläutern Sie die Wirkungsweise von Heparin. Unterscheiden Sie fraktioniertes von unfraktioniertem Heparin anhand ihrer Struktur und Wirkungsvermittlung. 

Heparin (unfraktioniertes) hemmt die Wirkung von Thrombin auf Fibrinogen und die Umwandlung von Prothrombin in Thrombin mittels Aktivierung von Antithrombin III. Dieses lagert sich irreversibel an den Faktor Xa und IIa an. Es verhindert zudem die Aggregation von Thrombozyten.

Niedermolekulares (fraktioniertes) Heparin lässt sich durch Spaltung aus unfraktioniertem Heparin gewinnen. Es ist kurzkettiger und kann somit keine Verbindung zwischen Antithrombin III und dem Faktor herstellen. Somit entsteht eine Prävalenz bezüglich des Faktors Xa, da hier die alleinige Verbindung ausreicht.

Beschreiben Sie worauf die gerinnungshemmende Wirkung von Phenprocoumon (Marcumar) beruht. 

Marcumar ist ein Vitamin-K-Antagonist. Vitamin K ist an der Synthese der Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X beteiligt. Marcumar hemmt somit die Synthese der Gerinnungsfaktoren (=> es wirkt damit nur in vivo). Die Wirkung setzt langsam ein, da die vorhandenen Gerinnungsfaktoren erst einmal verbraucht werden müssen.

Beschreiben Sie die zirkadiane Rhythmik der Cortisolsekretion. 

Das Hormon wird in 7-10 Schüben pro Tag freigesetzt. Während der Nacht sinkt die Cortisolproduktion stark ab, am Morgen kommt es dagegen zu einem starken Anstieg. Hier werden ca. 80 % der Tagesproduktion ausgeschüttet. 

Nennen Sie vier Indikationen für die Applikation von Glukokortikoiden. 

  • Sekundäre Nebenniereninsuffizienz
  • Allergische Reaktion
  • Rheuma
  • Entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn)

Beschreiben Sie den Aufbau der Nebennierenrinde mit den jeweils synthetisierten Hormonen und erläutern Sie ausgehend vom Cholesterin die Synthese der Geschlechtshormone (Namen, keine Strukturformeln!!!!) 

Die Nebenniere ist von einer gefäßreichen Kapsel umgeben. In der darunter liegenden Rinde lassen sich drei Zonen unterscheiden. Von außen nach innen sind das:

  • Zona Glomerulosa => Produktion von Mineralkortikoiden (z.B. Aldosteron)
  • Zona Fasciculata => Bildung von Glukocortikoiden (z.B. Cortisol)
  • Zona Reticularis=> Synthese von Sexualhormonen (z.B. Estradiol)

Die Ausprägung der Zonen ist dynamisch und verändert sich im Laufe des Lebens.

Benennen Sie drei diskutierte Möglichkeiten der nicht-genomischen Wirkungsvermittlung von Glukokortikoiden. Stellen Sie diesen (schnellen) Mechanismen drei molekulare (auf genomischer Ebene ablaufende, langsamere) Prozesse entgegen. 

nicht-genomischen Wirkungsvermittlung

  1. Direkte spezifische, nicht genomische Steroidwirkung: Steroide binden sich an der Zelloberfläche an spezifische Rezeptoren => schnelle Effekte
  2. Indirekte, spezifische, nicht genomische Steroidwirkung: Steroide modulieren die Empfindlichkeit anderer spezifischer Rezeptoren für ihre Agonisten => „Neurosteroide“ steigern Ansprechen der GABA-Rezeptoren
  3. Unspezifische, nicht genomische Steroidwirkung: in hohen Konzentrationen beeinflussen sie die Fluidität von Plasmamembranen und sekundär die in der Membran eingebetteten Proteine (Kanalproteine, Rezeptoren) => allergische Reaktion

genomische Wirkungsvermittlung

  1. Antiinflammatorischer Effekt: entzündungshemmende Reaktion
  2. Immunmodulatorischer Effekt: Aktivierung des Immunsystems wird unterdrückt
  3. Glukokortikoide Wirkung: Neusynthese von Glucose aus Aminosäturen

Beschreiben Sie, wie die antiinflammatorische Wirkung der Glukokortikoide zellulär vermittelt wird (Tipp: Abb. 23.14).

Zum einen können Glucocorticoid-Rezeptor-Komplexe freies, aktives NF-ĸB (ein spezifischer Transkriptionsfaktor, der u.a. die Immunantwort reguliert) binden, so dass die inflammatorische Wirkung nicht eintritt. Zum anderen können diese Komplexe die Synthese antiinflammatorischer Proteine fördern.

Beschreiben Sie die unterschiedlichen Nebenwirkungen (UAWs), die infolge der Gabe von Glukokortikoiden auftreten können. (Tipp: Lüllman, Mohr; S.417 ff) 

Iatrogenes Cushing Syndrom: bei längerer Anwendung von Kortikoiden können Symptome auftreten wie bei einer Cortisol-Überproduktion.

Nebenwirkungen infolge der Unterdrückung der Entzündungsreaktion: z.B. Infektionsgefahr, Wundheilstörungen. Die mesenchymale Reaktion wird gehemmt, dadurch verschlimmern sich einige Krankheitsabläufe. Die Narbenbildung kann verzögert sein. Wegen der Immunsuppression breiten sich Infektionen leichter aus.

Nebenwirkungen infolge verstärkter glukokortikoider Stoffwechselwirkungen: Die Glukoneogenese benötigt Aminosäuren. Es werden vermehrt Eiweiße abgebaut (katabolisiert). Es kommt z.B. zu Muskelschwäche, Osteoporose, Steroid-Diabetes bei nicht ausreichender Insulin-Inkretion.

Nebenwirkungen infolge mineralkortikoider Effekte: nur relevant bei einer Therapie mit Cortisol. Es kommt zu einer vermehrten Ausscheidung von Kalium und eine erhöhte Resorption von Natrium und Wasser. Die Folge sind eine Hypokaliämie, Ödeme und Bluthochdruck.

Zentralnervöse Effekte: Es kann zu Euphorie kommen und diesbezüglich durch einer Gewöhnung und damit zu einer Sucht. Darüber hinaus sind Psychosen und kindliche Krampfanfälle beschrieben worden. Diese Störungen lassen sich vermeiden, wenn hohe Tagesdosen über den Tag verteilt werden und keine einmalige Gabe erfolgt.

Nebenwirkungen durch Beeinflussung des Regelkreises: Eine Nebennierenatrophie bildet sich bei längerer Anwendung von Kortikoiden, die dauerhaft den Sollwert überschreiten. Grund dafür ist die Hemmung von ATCH-Freisetzung. Glukokortikoide sollten ausgeschlichen werden, da es andernfalls auf Grund von fehlender ATCH-Freisetzung zu Schockzuständen kommen kann.

Nebenwirkungen bei lokaler Applikation: Bei inhalativer Gabe von Kortikoiden kann es zu einer Pilzinfektion im Mund kommen (Soor), da hier eine hohe, lokale Belastung entsteht. Vermieden werden kann dies indem der Mund nach der Inhalation ausgespült wird. Im Auge sind Glaukom und Katarakt mögliche Nebenwirkzungen. Die Haut kann bei lokaler Applikation atrophieren (ausdünnen).

Erläutern Sie die Praxis der Substitutions- und pharmakodynamischen Therapie mit Glukokortikoiden.

Substitutionstherapie: bei sekundärer Nebennierenrindeninsuffizienz werden im Regelfall 20-35mg Cortisol pro Tag gegeben, wobei davon 2/3 morgens genommen werden und 1/3 nachmittags. Im Rahmen der primären Nebennierenrindeninsiffizienz ist die zusätzliche Gabe eines Mineralkortikoids von Nöten. Im Falle einer Erkrankung oder eines Unfalls muss die Tagesdosis um das 5-10-fache erhöht werden.

Pharmakodynamische Anwendung: Hier werden die entzündungshemmende und immunsuppressive Wirkung genutzt. Z.B. bei allergischen Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten, entzündliche Erkrankungen, entzündliche Veränderungen im Darm, Hemmung der Transplatationsabstoßung, Leukämie (Ödemprophylaxe), Ödemtherapie bei SHT und WBS-Trauma.

Was versteht man unter dem Begriff endogene Opioide und welche Rezeptoren sind für die Wirkungsvermittlung verantwortlich? 

Endogene Opioide sind körpereigene Peptide, die im Rahmen einer Stressantwort ausgeschüttet werden und der akuten Schmerz- und Hungerunterdrückung dienen. Darüber hinaus regulieren sie gastrointestinale Funktionen, Körpertemperatur, Atmung und Immunreaktion. Endogene Opioide wirken euphorisch. Hier kann es zu einer Sucht kommen. Es besteht Austauschbarkeit zwischen endogenen Opioiden und Opiaten.

Rezeptortyp

Wirkungsweise

ĸ

  • Mittlere analgetische Wirkung
  • Atemdepression
  • Sedierung

δ

  • Leichte analgetische Wirkung

μ

  • Starke analgetische Wirkung
  • Atemdepression
  • Euphorie
  • Sucht

Ordnen Sie die einzelnen endogenen Opioide ihren jeweiligen Vorstufen zu.

Vorstufe und Endogenes Opioid

Pro-Enkephalin

  • Met-Enkephalin
  • Leu-Enkephalin

Pro-Dynorphin

  • Dynorphin 1-17
  • Dynorphin 1-8

Opiomelanocortin

  • ß-Endoophin (+ACTH)

Study