01 APPP


D. S.
Diese Lernkarten behandeln pathologische Zustände des Bewegungsapparats auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Erkrankungen wie Osteoporose, Arthritis, Arthrose und Meniskusverletzungen, wobei Themen wie Pathogenese, Diagnose, Therapie und Prognose behandelt werden. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Ärzte, die ihr Wissen über die Behandlung und Diagnose von Gelenk- und Knochenerkrankungen vertiefen möchten.
Karten
118
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
21.01.2016 / 28.06.2020

Lernkarten

Definition Osteoporose: 

- Knochenschwund mit Abnahme der Knochenmasse ca. ab dem 30. Lebensjahr. Die trabekuläre Knochenmasse von Frauen nimmt in 20 Jahren nach der Menopause um ca. 50% ab. 

Altersosteopenie: 

Allgemeiner physiologischer Knochenschwund ab dem 35. Lebensjahr von ca. 0.5% pro Jahr. Postmenopausale Frauen: 1-2% pro Jahr. 

Ätiologie / Risikofaktoren Osteoporose: 

- Familiäre Disposition ( Genetik, geringe peak bone mass)
- Oestrogenmangel, postmenopausal, St.n. Ovarektomie
- Endokrine Störungen: Cushing-Syndrom, Hyperparathyroidismus
- Enterale Malabsorption, M-Crohn, Colitis ulcerosa
- Fehl-/Mangelernährung: Kalzium, Vit-D-Hormonmangel, Proteinmangel
- Bewegungsmangel, Immobilisation,
- Anorexie
- Alkohol- und Nikotinabusus
- Langzeittherapie mit Glukokortikoiden 

Epidemiologie Osteoporose: 

Jede 3. postmenopausale Frau leidet an Osteoporose. Tendenz steigend 

Einteilung Osteoporose: 

- Primäre Osteoporose 95%: Postmenopausal/senil oder idiopathisch
- Sekundäre Osteoporose: Organische Erkrankung oder phramakologisch bedingt. 

Klinik Osteoporose: 

- Allgemein eingeschränkte Mobilität bei Rücken- oder Gliederschmerzen
- WS-Deformierung als Folge von Wirbelkörperdeformierung (Rundrückn)
- Pathologische osteoporotische Frakturen: Wirbelkörper, Obeschenkel, distaler Radius, proximaler Humerus, Backenring, Rippen
- Parodonataler Zahnverlust 

Diagnose Osteoporose: 

- Anamnese (pathol. Frakturen, Medikamente)
- Klinische Untersuchung: Haltung, Grösse, Gewicht, Beweglichkeit, Neurologie
- Labor: Kalzium, Phosphat, V-D-H,TSH, Kreatinin 
- RX: Wirbelkörperdeformitäten, Keilwirbel, Knochentransparanz etc.
- Osteodensitometrie: Radiologische oder sonographische Knochendichtenmessung und Einteilung in Grad 0-3 WHO 

Therapie Osteoporose: 

- Basistherapie: Risikofaktorenoptimierung (Bewegung und Ernährung)
- Bisphosphonate während ca. 5. Jahren p.os oder i.v. (Conpliance), hemmen die Osteoklasten. 
- Mögliche NW: Kieferosteonekrose und Niereninsuffizienz. 

Prognose Osteoporose: 

Chronische progredienter Verlauf, frühe Prophylaxe möglich und wirksam 

Prophylaxe Osteoporose: 

- Bewegung
- Ernährung , Kalzium ca. 1g/d evtl. V-D-H Substitution, Unterernährung meiden)
- Sonnenlichtexposition

Merke: Substitution von Kalzium und V-D-H alleine vermindert Frakturrisiko nicht! 

Differenzialdiagnose Osteoporose: 

Knochenmetatstasen 

Skoliose Definition/Pathogenese: 

Fixierte seitliche Wirbelsäuleverbiegung (<19°)mit Wirbelrotation (Torsion) im Krümmungsbereich, welche nicht durh die Muskulatur begradigt werden kann.  In der Frontalebene 

Skoliose Äthiologie: 

- 85% idiopathisch
- Statisch bei Beinlängendifferenz >1cm
- Posttraumatisch ( Wirbelkörper-, Beckenfraktur)
- Entzündlich (Spindylitis, osteopathisch, myopathisch, neuropathisch) 
 

Skoliose Epidemiologie: 

- Prävalenz: 0.5 % ( w>>m)
- Prädisponiertes Alter: Pupertät 

Skoliose Einteilung: 

Infantile (>3 J.), juvenile (4.-10.J.) und Adolszentenskoliose (11-17. J.)
Weitere Einteilung nach Ausprägung und Schwäregrad 

Skoliose Klinik: 

- Bildung eines Rippenbuckels und/oder Ledenwulstes
- Schmerzsymptomatik wenig ausgeprägt bis nicht vorhanden und nicht korreliet mit Schweregrad der Skoliose 

Skoliose Diagnose: 

- Anamnese
- Bildgebung (MRT,RX)
- Lungenfunktionstests bei schweren Formen 

Skoliose Therapie: 

- Konservativ: Physiotherapie und Korsett-Therapie
- Operativ ( Falls konservative Möglichkeiten erfolglos ausgeschöpft) : Stabsysteme, Spondylodese (Wirbelkörperfixierung) 

Skoliose Prognose: 

Je früher Skoliose auftritt desto schlechter, kritische Zeit für Progression der Skoliose ist die Pupertät, operative Korrektur in ca. 50-60% erfolgreich 

Skoliose Komplikationen: 

- Lungenfunktionseinschränkungen (reduzierte Vitalkapazität)
- Progression bei unbehandelten Sloliosen
- Druckstellen und Hautaffektionen bei Korsett-Therapie
- Chirurgische Risiken ( Materialbruch, Infektionen, Pneumothorax, Pleuraerguss, neurologische Schäden) 

Skoliose Komplikationen: 

- Lungenfunktionseinschränkungen (reduzierte Vitalkapazität)
- Progression bei unbehandelten Sloliosen
- Druckstellen und Hautaffektionen bei Korsett-Therapie
- Chirurgische Risiken ( Materialbruch, Infektionen, Pneumothorax, Pleuraerguss, neurologische Schäden) 

Skoliose Prophylaxe: 

- Früherkennung
- Vermeidung von longitudinalen Belastungen 

Morbus Scheuermann Synonyme: 

Scheuermann Krankheit
Adolszentenkyphose
Juvenile Osteochondrose
Osteochondrosis deformans juvenilis dorsi
Kyphosis juvenilis deformans 

Morbus Scheuermann Definition & Pathogenese: 

- Wachstumsstörung der knoperligen Grund- und Deckplatten der Wirbelkörper (Osteochondrodysplasie) und der ventralen Vorderkante 
=> Verknöcherungsstörung mit Keilwirbelbildung
=> Verschmälerung des Bandscheibensraumes und Kyphosierung 
( BWS => Rundrücken => Typ l => selten LWS => Typ ll) 

Morbus Scheuermann Ätiologie: 

Unklar
Ossifikationsstörung,
Fehlbelastung,
schwache Muskulatur,
endokrine Störung,
Fehlernährung

Morbus Scheuermann Epidemiologie: 

- 1-8% der Bevölkerung betroffen
- häufigst WS-Erkrankung bei Jugendlichen 
- Prädisp. Alter: Beginn 8.-12 Lj., Progredienz 12-16 Lj. M>>w 

Morbus Scheuermann Klinik: 

- Hyperkyphotisch deformierte BWS verursacht zunehmend und belastungsabhängig Rückenschmerzen
- Kompensatorische LWS-Hyperlordose und Skoliose möglich
- Muskuläre Dysbalance und Bewegungseisnchränkung 

Morbus Scheuermann Diagnose: 

- Anamnese und klinische Untersuchung
- RX und MRT (u.a. Schmorl- Knötchen) 

Morbus Scheurmann Therapie: 

- Konservativ: gute Haltung, Schwimmen, Physiotherapie ( Rumpfmuskulatur), Korsett
- Medikamente: NSAR 
- Operativ: Dorsale Spondylodese, evtl. zus. ventrale Lösung, nach Wachstumsabschluss bei therapieresistenzen Schmrzen 

Morbus Scheuermann Prognose: 

Gut, keine Progressin nach Wachstumstabschluss, bei ausgeprägter Kysphose sekundäre Verschlechterung im Erwachsenenalter möglich. 

Morbus Scheuermann Komplikationen: 

- Thorkale Bandscheibenvorfälle mit Neurologie
- Kardiopulmonale Einschränkungen
- Degenerative Osteochondrose durch Fehlstatik
- Chirurgische Komplikationen bei operativer Therapie 

Morbus Scheuermann Differenzialdiagnose: 

- Haltungsschwäche
- Kongenitale Kyphose
- Osteochondrodystropien
- Rachitis
- M. Bechterew 

Bandscheibenschäden Synonyme: 

- Bandscheibenvorfall
- Spinales radikuläres Syndrom
- Bandscheibenprotrusion
- Nucleus-Pulposus-Prolaps 
- Diskusprolaps
- Diskushernie
- Hernie nuclei pulopsi 

Bandscheibenschäden Definition / Pathogenese: 

- Dorsale / laterale Vorwölbung oder Vorfall der Bandscheibe mit einengung des Spinalkanals oder des Foramen intervertebrale 
- 90 % lumbal
- 10% zervikal
- 0.2 % thorkal 

Bandscheibenschäden Ätiologie: 

- Degenerativ ( begünstigt durch Fehlhaltung und Bewegungsmangel)
- Traumatisch
- Metastasierende Neoplasie 

Banscheibenschäden Epidemiologie: 

- Ca. 33% der 30 jährigen Bevölkerung zeigt mehrheitlich beschwerdefreie Diskushernien. 
- Häufiger operativer WS-Eingriff
- Prädisponisiertes Alter: 30-50J. 

Bandscheibenschäden Einteilung: 

Medialer, mediolateraler und lateraler Prolaps mit Myelopathie( Kaudasyndrom resp. Radikulopathie 

Bandscheibenschäden Klinik: 

- Rückenschmerzen: Lumbalgie = Lumbago = low back pain (LWS), Nackenschmerzen (HWS)
- Neurologie: LWS => Lumboischialgie (neurogener Schmerz in Gesäss und Oberschenkel) sowie Parästhesien, Hypäthesien, Hypalgesie) und Paresen (motorische Störungen) 

Bandscheibenschäden Diagnose: 

- Anamnese (Trauma, neurologische Symptome )
- Klinische Untersuchung: Myogelosen ( Muskelverspannung durch Schmerz-Kontraktion-Spirale), Fehlhaltung, Kennmuskelschwäche, Reflexabschwächung, Sensibilitätsstörung, Laségue-Zeichen
- Bildgebung: RX und MRT ( Vorsicht: Vorfallgrösse und Symptome müssen nicht korrelieren)
- Neurologische Untersuchung: EMG ( Elektromyographie) und NLG ( Nervenleitgeschwindigkeit) 

Bandscheibenschäden Therapie: 

- Konservativ:
Analgetika /NSAR
Neuraltherapie mit Injektion von Lokalanästhetikum + Kortisol
Wärmetherapie
Entspannungsübungen
Rumpfmuskeltraining (in der nicht akuten Phase)
keine Bettruhe 
Stufenbett

- Operativ:
Indikation von Neurologie abhängig
offene Mikrodiskektomie oder endoskopische perkutane Nukleotomie (LWS)
Bandscheibenprothese
Laminektomie bei Spinalkanalstenose ( Entfernung eines Teils des Wirbelbogens)

- Spondylodese bei Instabilität ( Kompression 

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