Beton

Betonpraxis (2014) der Firma Holcim

Betonpraxis (2014) der Firma Holcim


V. P.
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen von Beton und dessen Eigenschaften auf Berufslehre-Niveau. Sie decken Themen wie die Zusammensetzung von Beton, einschließlich Zement, Gesteinskörnung und Wasser, sowie die Rolle von Zusatzmitteln und Zusatzstoffen ab. Die Karteikarten behandeln auch die Verarbeitung von Beton, wie Mischen, Transport, Einbringen und Verdichten, und gehen auf die Bedeutung der Nachbehandlung ein. Sie sind besonders nützlich für Auszubildende im Bauwesen, die ein fundiertes Verständnis der Materialeigenschaften und Verarbeitungstechniken von Beton benötigen.
Flashcards
92
Students
7
Language
German
Category
Statics
Created / Updated
24.01.2016 / 14.12.2022

Flashcards

Auswirkungen von schlecht abgestufter Korngemische

zu hoher Grobkornanteil verursacht hohlraumreichen Beton ; zu hoher Feinanteil beansprucht zuviel Anmachwasser und Zement

Beurteilen Sie die Verarbeitbarkeit und Verdichtbarkeit von Frischbeton mit kugeliger bzw. mit kantiger Gesteinskörnung?

Kugeliges Material lässt sich einfacher verarbeiten und verdichten.  

Erklären Sie den Begriff Mehlkorn

Zement, Zusatzstoffe und Anteile Gesteinskörnung 0, bis 0,125 mm Durchmesser

Welches sind die positiven Betoneigenschaften, die durch genügend grossen Mehlkornanteil erreicht werden?

gute Verarbeitbarkeit, gutes Wasserrückhaltevermögen, verhindert Entmischung beim Verarbeiten, erleichtert Verdichtung, gute Gefügedichte

Wie lautet die Definition für Zusatzmittel?

Zusatzmittel sind chemische oder physikalisch wirksame Mittel, die dem Frischbeton in geringen Mengen zugegeben werden können . Mit Zusatzmitteln können bestimmte Betoneigenschaften verbessert werden.

Nennen Sie einige Gründe die für die Verwendung von Zusatzmitteln sprechen

Bestimmte Eigenschaften des Betons können nur mit Zusatzmitteln erreicht werden. Ausserdem lassen sich durch optimale Betoneigenschaften bei der Verarbeitung teilweise Kosten sparen.      Technologische und wirtschaftliche Gründe

In welcher Form werden Zusatzmittel dem Frischbeton beigegeben?
Welche Mengen werden zugegeben bei einem Beton  mit 325 kg/m3 Zementgehalt?

Die Mittel werden meist in flüssiger Form beigegeben.
Die Mengen liegen bei 0,2 bis 2 % des Zementgewichtes. D.h. bei 325 kg Zement 0,65 bis 6.50 kg pro Kubikmeter Beton

Fliessmittel (FM) sind die am häufigsten verwendeten Zusatzmittel. Welche Betoneigenschaften werden damit beeinflusst?

Der Frischbeton lässt sich besser verarbeiten (Kosteneinsparungen).

Der W/Z-Wert wird reduziert (Optimierung von w/z-Wert und Verarbeitbarkeit)

Es lässt sich ein Festbeton mit höherer Druckfestigkeit erzielen (kleiner w/z-Wert ergibt

Verminderung des Kapillarporenanteils = höhere Festigkeit)

Wozu dient Luftporenbildner (LP)? Erklären Sie die Wirkungsweise der Luftporen.
Welcher Nachteil ergibt sich durch den Einsatz von Luftporenbildner.

Die Frost- und Frost-Tausalzbeständigkeit von Festbeton wird erhöht.

Gefrierendes Wasser kann sich innerhalb der Luftporen ausdehnen. Damit wird ein Absprengen von Beton gegen aussen verhindert.

Die Betondruckfestigkeit wird reduziert

Beschreiben sie die Wirkungsweise von Beschleunigern?

Beschleuniger fördern das schnellere Erstarren oder Erhärten des Zementleims (höhere Hydratationswärme).
Dadurch kann u.a. schneller gearbeitet werden (kürzere Ausschalfristen etc.).

Wann wird Beschleunigern eingesetzt?

Beschleuniger werden eingesetzt beim Betonieren bei kaltem Wetter, bei Spritzbeton,
bei Reparaturen und v.a. wo ein schneller Arbeitsfortschritt notwendig ist

Wozu dient Verzögerer (VZ)?

Durch die Verzögerung beim Abbinden des Zementleims kann der Frischbeton länger verarbeitet werden.

Wann wird Verzögerer eingesetzt?

Verzögerer wird eingesetzt beim Betonieren bei heissem Wetter, bei Transportbeton,
bei grossen Betonieretappen (Vermeiden von Arbeitsfugen, kleinere Hydratationswärme)                            

Welche Regeln gelten generell für den Einsatz von Zusatzmitteln?

  • Verschiedene Zusatzmittel sollen nicht gleichzeitig angewendet werden.
  • Die Wirkung von Zusatzmitteln ist vorgängig zu überprüfen.
  • Ein schlechter Beton kann auch durch Zusatzmittel nicht verbessert werden.
  • Nur Umweltverträgliche Zusatzmittel einsetzen (Gütesiegel FSHBZ).

Wie lautet die Definition für Zusatzstoffe?

  • Zusatzstoffe sind feinkörnige Mineralstoffe oder Fasern, welche die Eigenschaften des Betons verbessern können.
  • Sie können entweder direkt dem Zement bei der Herstellung (Zementzusatzstoffe) oder dem Beton beim Mischen (Betonzusatzstoffe) zugegeben werden.
  • Es werden zwei Typen unterschieden:  Typ I, inerte Stoffe, gehen keine chemischen Reaktionen ein;  Typ II, chemisch reaktive Stoffe

Was bewirken Gesteinsmehle im Beton?

Gesteinsmehle (Kalkstein, Quarz) weisen sehr kleine Korngrössen auf und verbessern daher den Kornaufbau des Betons im Mehlkornbereich. Gesteinsmehl wird dem Beton dann beigemischt, wenn die Gesteinskörnung einen zu kleinen Mehlkornanteil aufweist. Der Mehlkornanteil ist wichtig für die Verarbeitbarkeit des Betons sowie für ein geschlossenes Gefüge (kleine Porosität).            

Nennen einige Zusatzstoffe

  • Typ I, inerte Zusatzstoffe: Gesteinsmehl (Kalkstein, Quarz), Pigmente, Fasern (Stahl, Kunststoff, Glas)
  • Typ II, chemisch reaktiv:   Flugasche, Silikastaub, Hüttensand, gebrannter Schiefer, Puzzolane

Wie sind Fasern als Zusatzstoff beschaffen und was bewirkten sie im Beton?

Fasern können aus Stahl, Kunststoff, Glas oder Kohlenstoff sein und sind ca. 5 cm lang

Im Beton können Sie die Festigkeit sowie andere Eigenschaften wie z.B. den Brandwiderstand verbessern

Nennen Sie den Unterschied zwischen Zusatzstoffen und Zusatzmitteln

  • Zusatzstoffe sind mineralisch. Sie werden in grösseren Mengen eingebracht.   Typ I :  keine chem. Reaktion.    Typ II :  chem. Reaktion
  • Zusatzmittel sind in der Regel flüssig. Sie werden in sehr geringen  Mengen eingebracht.   Chemische Reaktionen.

Definieren Sie in Stichworten den Begriff Zementleim (Bestandteile). Was ist die Aufgabe des Zementleims?

  • Zement, Wasser, ggf. Zusatzstoffe, Luft
  • Der Zementleim füllt die Hohlräume zwischen den Gesteinskörnern auf und umhüllt diese.
  • (Der Zementleim ist das Bindemittel, welches das Betongefüge zusammenhält.)

Definieren Sie Transportbeton

Beton, der nicht vom Verwender selber, sondern von einer externen Produktionsstelle hergestellt und einbaufertig in geeigneten Fahrzeugen angeliefert wird.  (80% des jährlichen Schweizer Betonvolumens sind Transportbeton.)

Vorteile von Transportbeton

keine grosse Betonanlage auf der Baustelle erforderlich,  gleichbleibend hohe Qualität,  Rücknahme und Recycling von Restmengen

Definieren Sie Baustellenbeton

Beton, der direkt auf der Baustelle in mobilen, zertifizierten Anlagen hergestellt wird

Wo bzw. wann kommt der Baustellenbeton zur Anwendung?

Grossbaustellen mit hohem Betonbedarf  und / oder  bei langen Anfahrtswegen

Nach welchen zwei Kriterien wird Beton gemäss Norm SN EN 206-1 festgelegt?

Nach Eigenschaften oder nach Zusammensetzung

Was bedeutet der Begriff Druckfestigkeitsklasse C 35/45?

C = Druckfestigkeitsklasse, 35 = Mindest-Zylinderdruckfestigkeit nach 28 Tagen in N/mm2, 45 = Mindest Würfeldruckfestigkeit nach 28 Tagen in N/mm2

Was versteht man unter Expositionsklasse?

Grad des Angriffes durch Umwelteinflüsse auf Beton und Bewehrung

Welcher Grösstkorndurchmesser wird in der Regel eingesetzt?

32mm

In welchen Fällen wird der Grösstkorndurchmesser reduziert?

Höhere Bewehrungsdichte, kleine Bauteile        

Was ist bei kleinen Grösstkörnern bezüglich Tragsicherheit zu beachten?

Bei kleinen Grösstkörnern reduziert sich die Tragfähigkeit für Schub und Durchstanzen

Worauf bezieht sich die Chloridgehaltsklasse?

Höchstzulässiger Chloridgehalt der Ausgangsstoffe

Welche Gefahr geht von den Chloriden aus?

Chloride führen zum  Rosten der Bewehrung  

Was versteht man unter Frischbeton?

Beton nach dem Mischen, solange er verarbeitet werden kann, bzw. bevor Ansteifung und Erhärtung beginnen

Welche Arbeitsschritte führen vom Frischbeton zum Festbeton?

Mischen,  Transport,  Umschlagen / Fördern,  Einbringen,  Verdichten (Vibrieren),  Nachbehandlung (feucht halten, abdecken, u.ä.)

Welches Ziel muss beim Mischen des Betons erreicht werden?

Die Ausgangsstoffe müssen zu einem gleichmässigen Gemisch verarbeitet werden. -> Homogenität des Gemisches

Welche Mischzeit wird bei der Herstellung von „normalem“ Konstruktionsbeton im Betonwerk empfohlen?

60 bis 90 Sekunden       

Nennen Sie die Vorteile eines Fahrmischers (Abb. 3.2.4, S. 80) gegenüber dem Lastwagentransport von Frischbeton

Die Mischung erfolgt vor dem Einbau (längere Verarbeitung des Frischbetons), kein Entmischen und frühzeitiges Abbinden auf Lastwagen

Was versteht man unter Konsistenz?

Innerer Zusammenhalt bzw. innere Reibung der festen Teilchen des Betons untereinander und mit dem Wasser. Fliessverhalten, Entmischungsneigung, Verarbeitbarkeit  (Fördern, Einbringen, Verdichten)

Nenne die drei üblichen Konsistenz-Prüfmethoden.

Ausbreitmass, Verdichtungsmass nach Walz, Setzmass

Was ist beim Transport von im Werk hergestelltem Beton zu beachten?

  • Rascher Transport und rascher Einbau  Qualitätseinbussen vermeiden (Entmischung, Austrocknung, Abbindebeginn)                  
  • Weichen bis fliessfähigen Beton nur mit Fahrmischern transportieren. Beton mit steifer Konsistenz kann in Mulden ohne Mischwerkzeug transportiert werden.  (à Keine Aluminiumbehälter verwenden!)
  • Beton schützen vor Witterung (Sonne, Regen, Frost), Fahrtwind und Verschmutzung.
  • Vor dem Entladen von Fahrmischern evt. nochmals nachmischen.

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