Baum und Grünflächenpflege Pflanzenschutz
Neubauer Fragen
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Lernkarten
1.) Was versteht man unter abiotischen und biotischen Schadursachen ? Nennen Sie jeweils 3 Beispiele.
Abiotische Schadursachen ( unbelebte Umwelt)
• Klima, Witterung, Boden, Schadstoffe
Biotische Schadursachen ( belebte Umwelt)
• Krankheitserreger - Viren, Bakterien, Pilze • Tierische Schädlinge - Nematoden, Milben, Insekten
2.) Definieren Sie die Begriffe „Nekrose“ und „Fäule“.
Fäule
• ganze Pflanzenteile sterben unter Braunfärbung ab
• Trocken- und Nassfäulen
• Wurzel-, Rhizom-, Stängel-, Stamm-, Blatt-, Blüten-, Fruchtfäulen
Nekrosen
• begrenzt abgestorbene Gewebebereiche
• Wurzel-, Stängel-, Stamm-, Blatt-, Blüten-, Fruchtnekrosen
• Schrotschusssymptome
4.) Beschreiben Sie Wirtspflanzenkreis und Schadbild des Feuerbrandes. Was können Sie im Rahmen von Pflegearbeiten gegen die Erkrankung tun ?
Schadbild
• Blüten, Blätter, Früchte: welken, verfärben sich braun, später schwarz (Birne), bleiben eingetrocknet am Baum hängen
• braune Triebe krümmen sich hakenförmig, Pflanzen sehen wie verbrannt aus (Feuerbrand)
• Rindenbrand: befallene Rindenbereiche verfärben sich braun-schwarz, Rindengewebe ist
weich und sinkt ein. Betroffen sind Zweige, Äste, Stamm
• Austreten von Bakterienschleim (Exsudat) an befallenen Pflanzenteilen
Wirtspflanzenkreis
• Rosaceaen (insbesondere Unterfamilie Pomoideen: Kernfruchtgewächse)
• Kultur- und Zierformen von Apfel (Malus), Birne (Pyrus), Quitte (Cydonia)
• Ziergehölze: Felsenbirne (Amelanchier), Zierquitte (Chaenomeles), Zwergmispel(Cotoneaster), Weiß- und Rotdorn (Crateagus)
• Nicht befallen werden: Stein- u. Beerenobst, andere Laubgehölze, Nadelgehölze
-Feuerbrand ist eine meldepflichtige Krankheit. Befallene Pflanzen sollten entfernt und entsorgt(Verbrannt) werden. Austretender Bakterienschleim ist ein Anzeichen.
-Große Wunden vermeiden
5.) Erläutern Sie Wirtspflanzenkreis, Schadbild und Krankheitsverlauf der Verticillium- Welke. Wie lässt sich ein Befall vorbeugend verhindern ?
Verbreitung / Wirtspflanzen
• weltweit mit großem Wirtspflanzenkreis: Erdbeeren, Kartoffel, Zahlreiche Ziergehölze: Acer,
Catalpa, Castanea, Fraxinus, Tilia, Robinia
Schadbild
• Blätter vergilben, Baum zeigt Wachstumshemmungen
• Einzelne Triebe oder Äste welken und sterben ab; ganze Pflanze stirbt ab
• Leitungsbahnen weisen Verbräunungen auf
Krankheitsverlauf
• Verticillium ist ein bodenbürtiger Pilz und Gefäßparasit
• Bildung von Mikrosklerotien -> Überdauerung im Boden mittels Mikrosklerotien
• Keimung der Mikrosklerotien -> Infektion über Wurzel -> Ausbreitung in den Leitgefäßen
• Besiedelung Leitgefäße -> Behinderung des Wassertransportes ->Welke
6.) Beschreiben Sie Schadbild und Biologie des Erregers der Ulmenwelke.
Schadbild
• Blätter einzelner Äste welken dauerhaft ® Blattfall ® Äste sterben ab
• Baum stirbt innerhalb von 2 Jahren ab
• Äste weisen im Querschnitt ringförmige Verbräunungen im Bereich des einjährigen Holzes auf
Biologie und Krankheitsverlauf
• Pilz wird durch Ulmensplintkäfer übertragen:
• Käfer legen Eier zwischen Rinde und Holz erkrankter Bäume ab
• Larven bohren strahlenförmige Röhren, in denen Pilz sich vermehrt
• Jungkäfer verlassen Bohrlöcher und sind mit Sporen kontaminiert
• Jungkäfer fliegen zu gesunden Bäumen und übertragen Pilz bei Reifungsfraß
• Erreger wächst von Rinde ins Holz hinein
• Ausbreitung in den Leitungsbahnen führt zur Welke
7.) Nennen Sie zwei bedeutende Pilzerkrankungen an Rosen und beschreiben Sie das jeweilige Schadbild.
Sternrusstau an Rosen
Allgemeines Schadbild
• an Blättern graubraune bis schwarze Flecke mit strahlig ausgefranstem Rand
• Flecken fliesen zusammen, Blätter vergilben und fallen ab ® Schwächung der Pflanze
Echter Mehltau
Schadbild
weißer Belag auf befallenen Pflanzenteilen
- befallene Pflanzenteile trocknen ein, Blätter fallen ab
8.) Durch welche charakteristischen Merkmale zeichnen sich Echte Mehltaupilze aus? Beschreiben Sie das allgemeine Schadbild. Nennen Sie Beispiele für Mehltauerkrankungen im Bereich des urbanen Grüns.
Echte Mehltaupilze
• obligate Parasiten
• Erreger sind Ektoparasiten
• die meisten Arten sind wirtspezifisch
• überwintern bei mehrjährigen Pflanzen mit Myzel in den Knospen
• Asexuelle Fortpflanzung: Sporenbildung an Trägern
• Schadbild:
- weißer Belag auf befallenen Pflanzenteilen
- befallene Pflanzenteile trocknen ein, Blätter fallen ab
• Auftreten bei trocken-warmer Witterung
9.) Stellen Sie Schadbild und Entwicklungszyklus des Birnengitterrostes dar. WelcheBekämpfungsmöglichkeiten gibt es ?
• Frühjahr: Sporen infizieren Birnenblätter ® Blattoberseite: orangerote Flecken
• Spätsommer: Bildung von Sporenlager („Gitterkörbe“) auf Blattunterseite
• Sporen führen Wirtswechsel durch ® Infektion von Juniperus-Trieben
• Erreger überdauert mit Myzel in den Trieben ® spindelförmige Anschwellungen
• Frühjahr: Bildung von Sporenlager ® schwellen bei Feuchtigkeit zu gallertartiger Masse an
• Wirtswechsel: Sporen gelangen auf junge Birnenblätter
Das Beste wäre alle Juniperus in der Gegend zu beseitigen, allerdings ist dies aufgrund der hohen Flugreichweite der Sporen meist nicht möglich. Ein Ansatz wäre die Juniperus im eigenen Garten zu entfernen und zumindest zu versuchen die Nachbarn zu überzeugen das Gleiche zu tun, dies würde zumindest den Infektionsdruck vermindern. Eine weitere möglichkeit wäre es seine Birne so zu Pflegen das sie möglichst Vital ist, also für optimale Bedingungen zu sorgen, so hat sie gute Abwehrmöglichkeiten.
10.) Erläutern Sie die Schädigungsweise tierischer Schädlinge.
Phytophage Arten ernähren sich von
- Pflanzensäften
- Pflanzengewebe
Direkte Schadwirkung
- stechend-saugende Mundwerkzeuge->Saugschäden
- beißend-kauende Mundwerkzeuge ->Fraßschäden
Indirekte Schadwirkung
- Verletzungen stellen Eintrittspforten für Krankheitserreger dar
- Übertragung von Viren
11.) Was sind Milben ? Beschreiben Sie die Schadwirkung von Milben.
- mikroskopisch kleine Spinnentiere
- Größe zwischen 0,2 und 1,0 mm
- Gliederung nur wenig ausgeprägt
- besitzen Stechborsten mit denen sie Pflanzenzellen besaugen
Schadwirkung der Spinnmilben
Milben besaugen Blätter chlorotische sprenkelförmige Flecken Blätter verfärben sich bronzefarben und trocknen aus
Schadwirkung der Gallmilben
Milben besaugen junge Pflanzenteile abnormales Gewebewachstum Entstehung von Gallen Knospengallen, Blattgallen
12.) Durch welche Merkmale zeichnen sich saugende Insekten aus ? Nennen Sie wichtige Gruppen dieser Schädlinge.
- besitzen stechend-saugende Mundwerkzeuge
- Larven und Adulte verursachen Saugschäden an Blättern und Früchten
- Schadbild: Flecken, Nekrosen, Verkrüppelungen
- Honigtaubildung (Blattläuse), Übertragung von Viren
- unvollständiger (hemimetaboler) Entwicklungsgang
Wanzen, Zikaden, Blattsauger, Blattläuse, Mottenschildläuse
13.) Erläutern Sie den Entwicklungszyklus der Rhododendronzikade. Worin besteht ihre Schadwirkung ?
• Zikade überwintert mit Eiern an der Basis der Knospen ® Ende Mai Schlupf der Larven
• Larven halten sich blattunterseits auf ® Ende Juni auftreten der erwachsenen Tiere
• Adulte Zikaden halten sich auf der Blattoberseite auf und saugen
• Ab Anfang August legen Weibchen Eier an Basis der neu gebildeten Knospen ab
Schaden:
• Zikade verursacht keinen sichtbaren Saugschaden
• sie ist aber indirekter Verursacher des Knospensterbens
14.) Beschreiben Sie Schadbild und Ursache des Knospensterbens an
Rhododendron. Mit welchen Gegenmaßnahmen kann man ein Auftreten der Erkrankung vermindern ?
Die Zikade legt ihre Eier in der Rhododendron Knospe ab. Bei dieser Eiablage verursacht sie Wunden an den Knospen, die dann dem Pilz als Eintrittspforten dienen.
Bekämpfung:
Das Knospensterben tritt verstärkt an Pflanzen auf, die bereits durch ungünstige Standortfaktoren geschwächt sind. Deshalb ist die Schaffung optimaler Wachstumsbedingungen der erste Schritt zur Vermeidung des Auftretens. Befallene Knospen sollten im Frühjahr zeitig entfernt werden, möglichst noch bevor Sporen gebildet wurden. Wichtigste Maßnahme zur Vermeidung des Knospensterbens ist die Bekämpfung der Rhododendronzikade.
15.) Beschreiben Sie Schadbild und Lebensweise des Buchsbaumblattflohs.
Schadbild
• Blätter der jungen Triebspitzen verformen sich löffelförmig und bilden kohlähnliche Büschel
• Triebwachstum ist in der Folge gehemmt
Lebensweise
• Blattfloh überwintert im Eistadium an Buxus
• Im Frühjahr zum Zeitpunkt des Austriebes schlüpfen Larven
• Larven besaugen in den Vegetationskegeln die jungen Blätter Folge: Blätter verformen sich
• Im Schutz der kohlähnlichen Blattbüschel (Gallen) entwickeln sich Larven zu adulten Tieren
• Im Herbst Eiablage an Triebe
16.) Durch welche Merkmale zeichnen sich beißende Insekten aus ? Nennen Sie wichtige Gruppen dieser Schädlinge.
- besitzen beißend-kauende Mundwerkzeuge
- primär Larven verursachen Fraßschäden an Wurzeln, Blättern und Früchte
- Schadbild: Buchten-, Loch-, Minier-, oder Bohrfraß
- vollständiger (holometaboler) Entwicklungsgang
Käfer, Schmetterlinge, Fliegen
17.) Erläutern Sie Schadbild und Lebensweise des Gartenlaubkäfers. Wie lässt er sich bekämpfen ?
Schadbild
• Blattfraß durch Käfer; Engerlinge fressen an Gräserwurzeln ® Grasnarbe stirbt ab
• Rasenflächen weisen braune Stellen auf, die sich abheben lassen.
Lebensweise
• Käfer schlüpfen Ende Mai -> Flug an sonnigen Tagen bis in den Juni hinein -> Reifungsfraß
• Paarung -> zur Eiablage graben sich Käfer in Boden ein
• Larven(Engerlinge) leben fressen bis Oktober unter der Grasnarbe
• Überwinterung in tieferen Bodenschichten ->April erfolgt Verpuppung; 1 Generation pro Jahr
Bekämpfung :
Nematoden
18.) Erläutern Sie Schadbild und Lebensweise des Gefurchten Dickmaulrüsslers. Wie lässt er sich bekämpfen ?
Schadbild
• Käfer verursachen Buchtenfraß an Blättern
• Larven fressen an Wurzeln und Stammgrund
• Pflanzen welken und sterben ab
Lebensweise
• Käfer erscheinen im Freiland ab Ende Mai/Juni ® Reifungsfraß an Blättern
• Parthenogenetische Fortpflanzung ® ab Ende Juli Eiablage ® Schlupf der Larven
• Junglarven fressen an Wurzeln bis Ende Oktober (Herbstschaden) ® Überwinterung als Larve
• Im März werden Larven wieder aktiv ®Altlarven verursachen Frühjahrsschaden
• Ende April erfolgt Verpuppung ® Schlupf der Käfer ab Ende Mai
Bekämpfung :
Gelbtafeln und Nematoden
19.) Erläutern Sie Schadbild und Biologie der Kastanienminiermotte.
Schadbild
• zwischen den Blattadern verlaufende flächige Minen
• bei starkem Befall verbräunen die Blätter und fallen ab
• Bäume verkahlen vorzeitig
Biologie
• überwintert als Puppe im Falllaub -> Im Frühjahr Schlupf der Falter
• Weibchen legen ca. 30 Eier einzeln an Blattoberseite ab
• Nach 2 Wochen schlüpfen Junglarven der 1. Gen. (Frühjahrsgeneration)
• Larven minieren ca. 3 Wochen
• Es werden 5 Larvenstadien durchlaufen ->Verpuppung in einem Kokon
• Puppenruhe beträgt im Sommer 12-16 Tage, überwinternde Puppen ruhen ca. 6 Monate
• Pro Jahr werden drei Generationen ausgebildet
• Frühjahr-, Sommer und Herbstgeneration
20.) Erläutern Sie Schadbild und Biologie des Kleinen Frostspanners.
Schadbild
• Raupen fressen an Blüten u. Blättern, zerfressene Blattbüschel durch Spinnfäden verklebt
Lebensweise
• Männchen fliegen von Oktober bis Januar ; Weibchen sind flugunfähig
• Weibchen kriechen am Stamm hoch und legen nach Begattung bis zu 200 Eier ab
• Schlupf der Larven im Frühjahr bei Knospenaufbruch -> Raupen fressen bis Anfang Juni
• Verpuppung in Kokons ->Ab Oktober schlüpfen adulte Tiere
21.) Mit welchen Kulturmaßnahmen kann im Bereich des urbanen Grüns vorbeugender Pflanzenschutz betrieben werden ?
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22.) Nennen Sie Beispiele eines sinnvollen Einsatzes biologischer Pflanzenschutzverfahren im urbanen oder häuslichen Grün.
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23.) Was versteht man bei Pflanzenschutzmitteln unter einer Kontaktwirkung und einer systemischen Wirkung. Erläutern Sie die Vor- und Nachteile der beiden Wirkungsarten.
Pflanzenschutzmittel mit Kontaktwirkung
Merkmale
– verbleiben auf der Pflanzenoberfläche
– wirken nur dort, wo sie hingelangen
– vollständige Benetzung erforderlich
– unzureichende Wirkung auf Blattunterseite
– Neuzuwachs ist nicht geschützt
– Wirkstoffverluste durch Niederschläge
– Wirkungsdauer ist gering
Pflanzenschutzmittel mit systemischer Wirkung
Merkmale
– dringen in das Pflanzengewebe ein
– Transport im Gefäßsystem
– keine vollständige Benetzung erforderlich
– Wirkung auch auf Blattunterseiten
– Neuzuwachs ist geschützt
– keine Wirkstoffverluste durch Niederschlag
– längere Wirkungsdauer