Basisexamen extra Lernkarten

Zusätzliche Lernkarten für das chirurgische Basisexamen.

Zusätzliche Lernkarten für das chirurgische Basisexamen.


S. H.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Wundheilung, ihre Phasen und Störungen, sowie verschiedene Wundarten und deren Behandlung. Sie decken Themen wie chronische Wunden, Wundinfektionen, Narbenbildung und die Regenerationsfähigkeit unterschiedlicher Gewebe ab. Medizinstudenten und Fachkräfte profitieren von diesen Karten, um ihr Verständnis der Wundversorgung zu vertiefen und ihre klinischen Fähigkeiten zu verbessern.
Flashcards
19
Students
1
Language
German
Category
Medical
Level
Other
Created / Updated
24.01.2016 / 29.10.2018

Flashcards

Wundarten

  1. Mechanische Wunden offen/geschlossen (Stich-, Schnitt-, Riss-, Quetsch-, Bisswunden etc.)
  2. Thermische Wunden
  3. Chemische Wunden (Koagulation durch Säuren, Kolliquation durch Laugen)
  4. Aktinische Wunden (Strahlenschäden)

Zwingende Antibiose bei Wundversorgung

Bisswunden durch Tiere/Menschen

Schusswunden

Pfählungsverletzungen

Unterschätzung des Wundausmaßes

Quetschwunden

Stichwunden

Bisswunden

Formen der Wundheilung

Primäre Wundheilung: bei gut adaptierten Wunden innerhalb weniger Tage

Sekundäre Wundheilung: über den Schritt der Ausbildung von Granulationsgewebe Entstehung von einer deutlich sichtbaren Narbe innerhalb einiger Wochen

Epitheliale Wundheilung

Restitutio ad integrum bei Verletzungen lediglich bis aufs Korium

Aktinische Wunde

Wunde, die durch Strahlenexposition ausgelöst wurde

Phasen der Wundheilung

  1. Exsudative Phase
  2. Proliferative Phase
  3. Reparative Phase

Exsudative Phase

1. Phase der Wundheilung (ca. 4 Tage)

Ausbildung der primären Azidose, Gefäßkontraktion, Auslösung der Gerinnungskaskade und Thrombozytenaggregation. Ausschüttung von Wachstumsfaktoren. Einwanderung von Gewebsmakrophagen und Phagozytose von Detritus und Bakterien. Ausbildung der sekundären Azidose durch interstitielles und perivasales Ödem, Einwanderung von Granulozyten und zunehmende Gefäßproliferation.

Proliferative Phase

2. Phase der Wundheilung (ca. 10 Tage)

Kollagensynthese. Einwanderung von Fibroblasten, Entwicklung zu Myofibroblasten und sichtbare Kontraktion der Wunde. Epithelialisierung der Wunde. Reifung von Kollagen Typ III zu Kollagen Typ I und Zunahme der Belastbarkeit.

Reparative Phase

3. Phase der Wundheilung (bis zu 1 Jahr)

Ausbildung einer stabilen Narbe und Wiederherstellung der mechanischen Stabilität.

Einflussfaktoren der Wundheilung

  1. Verschmutzungsgrad
  2. Durchblutung
  3. Beschaffenheit des umgebenden Gewebes
  4. Gewebespannung
  5. Lebensalter
  6. Hyperbilirubinämie (negativer Effekt auf Kollagensynthese)
  7. Urämie
  8. Kortisontherapie
  9. Zytostatikatherapie
  10. Strahlentherapie

Wunddehiszenz

Auseinanderweichen der Gewebeschichten einer Wunde (zB. auch Platzbauch)

Nahtinsuffizienz

Auftreten vor allem bei Anastomosen im tiefen Rektum oder am Ösophagus, typischerweise innerhalb der ersten 7 Tage. 

Maßnahmen: Revisionsoperation zur Ursachenbehebung, interventionelle Drainageeinlage, parenterale Ernährung

Regenerationsfähigkeit unterschiedlicher Gewebe

Haut: 5-14 Tage

Bindegewebe: mehrere Monate

Blutgefäße: wenige Tage

Knochen: ca. 9 Wochen; erst Bildung von bindgewebiger Matrix, die sekundär verknöchert

Sehnen: ca. 4-8 Wochen bei Sehnennaht

Nerven: keine Regeneration > Waller-Degeneration; bei Kontakt beider Enden Restitutio ad integrum möglich

Gelenkknorpel: Heilung als weniger widerstandsfähiger Faserknorpel

Narbenwucherung

Hypertrophe Narbe: breite erhabene Narbe

Narbenkeloid: hypertrophe Narbe mit pseudopodienartigen Fortsätzen in der Umgebung

Wundheilungsstörungen

  1. Hämatom/Serom: Entlastung ist erforderlich, da sonst Spannungsblasen, Epidermiolysen und Infektionen entstehen können
  2. Wundinfektion: primär/sekundär
  3. Wunddehiszenz: Auseinanderweichen von Gewebeschichten
  4. Nahtinsuffizienz

 

Wundinfektion

primäre Wundinfektion: bereits durch den Verletzungsgegenstand eingebrachte Erreger

sekundäre Wundinfektion: erst im Rahmen der Wundversorgung eingebrachte Erreger

Einflussfaktoren: Virulenz des Erregers, Resistenz des Patienten, örtliche Gewebeverhältnisse

Wundinfektion mit Anaerobiern

durch Minderdurchblutung entsteht eine ungenügende Sauerstoffversorgung im Wundvereich, was das Einnisten von Anaerobiern begünstigt

Chronische Wunden

  1. Ischämisches Ulkus: Mangeldurchblutung
  2. Venöses Ulkus: venöse Hypertonie, Ödembildung; chronische Gewebssklerosierung
  3. Diabetischer Fuß: 80% neuropathische Ulzera, 20% angiopathische Ulzera

Bei allen chronischen Wunden tritt eine bakterielle Besiedelung im Sinne einer Low-Grade-Kolonisation auf, dadurch kann die Reparationsphase nicht eingeleitet werden.

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