Bakteriengenetik Teil 2
Bakteriophagen
Bakteriophagen
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Cartes-fiches
Plaque-Entstehung
- eine Phage infiziert eine einzelne Zelle in enem Bakterienrasen
- Phage reproduziert sich in der Zelle, etwa 50 Phagen pro infizierter Zelle
- Lyse der Zelle entlässt Phagen in Medium, Phagen diffudieren in angrenzende Zellen
- usw.
Lebenszyklus Bakteriophage
- Injection der Phagen-DNA
- 0min
- Synthese von früher mRNA und Proteinen
- 5min
- DNA-Replikation
- 15min
- Synthese von später mRNA + Proteinen
- 20min
- Verpacken der DNA in Köpfe
- 30min
- Lyse und Phagenfreisetzung
- 40min
Bakteriophagen: Regulation von Lysis/ Lysogeny
Wettkampf entscheidet, ob die Phage den lytischen oder den lysogenen Zyklus beschreitet
A) Schlüssel Gene und Sites sind gezeigt
B) Genexpression früh nach der Infektion
C) Fülle von aktiven CII Proteinen entscheidet, ob die PHage lytisch oder lysogen wird
D) Synthese von Cro ist Promotor für lytische Entwicklung indem die Synthese von CI Repressor unterdrückt wird, SObald O und P synthetisiert sind, schwächt die Replikation der Lambda-DNA den CI Repressor
E) Synthese von CII startet Lysogeny
- CIII ist Inhibitor der Metalloprotease um die degradierung zu CII zu verhindern
- Hohe Konzentrationen an CIII -> Stabilisation von CII -> Lysogenisierung
- Translation von cIII Transkript wird über alternative RNA Strukturen reguliert
Gegen welche pathogenen Bakterien bietet sich eine Phagentherapie an?
Phagentherapie bietet sich vor allem bei Bakterien an, die Resistenzen gegen Antibiotika
aufweisen. Die Bakterien könnten aufgrund der Spezifität der Phagen in der Wahl ihrer
Wirte gezielt bekämpft werden, während eukaryotische Zellen von den Phagen nicht
geschädigt werden. Die Viren würden nur die Zellen angreifen, die die Targetmoleküle
des Phagen auf der Oberfläche tragen. So wäre es zum Beispiel denkbar, male-spezifische
Phagen die an das Pilin-Protein des Sexpilus binden zu verwenden.
Was sind die Nachteile einer Phagentherapie?
Die Nachteile sind, dass Phagen unter Umständen auch die in Symbiose mit den
Menschen lebenden Bakterien befallen können. Dadurch ergeben sich zahlreiche weitere
Probleme vor allem im Darm, da sich dort dann aufgrund des Fehlens der vorteilhaften
Bakterienflora schädliche Bakterien ansiedeln könnten, die nicht von den Phagen befallen
werden. Des weiteren können die Phagen selbst als Antigene wirken und vom
Immunsystem attackiert werden, sodass sie nach einigen Behandlungen eine
Immunreaktion auslösen anstatt die Bakterien zu bekämpfen, wie es gedacht war.
Welche experimentellen Anwendungen von Transduktionen gibt es?
Phagen stellen zum Beispiel einen alternativen Klonierungsvektor dar. Statt mit Plasmiden
kann auch mit Phagen ein Fremd-DNA-Fragment in eine Bakterienzelle eingebracht
werden. Bei der generellen Transduktion kann zum Beispiel ein zufälliges DNA-Fragment
der Wirtszelle statt der Phagen-DNA in einen Phagenkopf verpackt werden. Wenn dieser
Phage dann die nächste Zelle infiziert, kann das injizierte DNA-Fragment über
Rekombination an einer zufälligen Stelle in das Wirtsgenom aufgenommen werden.
Dadurch können zum Beispiel Plasmide, Transposons oder Genomfragmente (zwischen
verwandten Bakterien) übertragen werden. Die Rekombination bei der Übertragung von
Genomfragmenten ist für gewöhnlich nur möglich, wenn das übertragene Fragment
extensive Sequenzhomologie zu einem Fragment des Rezipientenstamms aufweist.
Generelle Transduktion wird zum Beispiel genutzt, um bestimmte Allele in verschiedene
Bakterienstämme einzubringen oder um isogene Stämme zu erzeugen, die sich nur in
einer sehr kleinen Region unterscheiden. Somit wird Transduktion genutzt für die
Konstruktion neuer Bakterienstämme oder um Knockouts für die funktionelle Genomik zu
erzeugen.
Durch die Verwendung von Phasmiden (= Mischung aus Plasmid und Phagen) kann auch
DNA in Bakterien transferiert werden, für die es sonst kein Transfersystem gibt.
Bei der spezifischen Transduktion kann die Phagen-DNA wenn es sich um temperente
Phagen handelt auch als Prophage in des Bakteriengenom integriert werden. Gelegentlich
werden dabei auch beim Ausscheren benachbarte Gene des Donorgenoms mit
ausgeschnitten und bei der Integration in das Rezipientengenom mit übertragen.
Warum codieren viele Phagen ihren eigenen replikativen Apparat?
Dadurch sind sie unabhängig vom Replikationsapperat ihres jeweiligen Wirts. Wenn eine
Phage zahlreiche unterschiedliche Bakterien befallen kann, so ist es wahrscheinlich, dass
nicht alle Wirtsapperate für die Replikation auf das Phagengenom passen. Um also eine
breite Auswahl unterschiedlicher Bakterien befallen zu können, muss der Phage seine
eigenen Proteine für die Replikation codieren. Außerdem können dadurch die speziellen
Bedürfnisse der Phagen, wie zum Beispiel sehr schnelle Replikation in sehr kurzer Zeit,
besser erfüllt werden wie mit dem Replikationsapperat des Wirtes, der langsamer wäre.
Ein weiterer Punkt könnte sein, dass die für die Replikation nötigen Komponenten, wenn
sie von der Phagen-DNA codiert werden, spezifisch nur die Phagen-DNA replizieren und
nicht das Wirtsgenom kopieren, was die Phagenproduktion erheblich verlangsamen würde.
Warum sind lysogene Zellen immun gegenüber einer Superinfektion?
(biologischer Grund und molekularer Mechanismus)
Eine Superinfektion würde bedeuten, dass mehrere temperente Phagen gleichzeitig eine
Zelle infizieren. Der biologische Grund warum das unterbleiben soll ist, dass bei
gleichzeitiger Replikation unterschiedlicher Viren nicht kontrolliert werden könnte, ob die
jeweils passenden Komponenten assembliert werden und die Produktion der Viren sich
jeweils gegenseitig hemmen würde. Dadurch könnte die falsche DNA in die falsche Hülle
verpackt werden. Außerdem würde ein anderer Virus der die Zelle infiziert in einer
anderen Replikationsphase sein und damit wahrscheinlich die Replikation des bereits
vorhandenen Phagen erheblich stören.
Der molekulare Mechanismus, der die Superinfektion verhindert, ist der CI-Repressor.
Dieser Repressor verhindert die Transkription der Gene anderer, neu eindringender
Phagen. Deshalb sind Bakterien mit einer lysogenen λ-Prophage immun gegenüber der
Infektion mit anderen λ-Phagen. Kann der Repressor nicht an die Operatorsequenz eines
neu eindringenden Phagen binden, so sind diese zwei Phagen heteroimmun, wenn sie die
gleiche Operatorsequenz haben, können sie gegenseitig ihre Transkription hemmen und
sind deshalb homoimmun.
Welche Gründe könnte es geben, dass Toxine und andere Faktoren, die zur
Pathogenität von Bakterien beitragen, von Phagen codiert werden?
Für Bakterien ist es von Vorteil, wenn ihr Genom nicht mehr Gene enthält, als für ihr
Überleben nötig ist, da diese sonst übermäßig den Stoffwechsel der Zellen belasten. Unter
manchen Umständen jedoch, zum Beispiel in bestimmten Umgebungen wie bei der
Infektion eines Menschen, sind Pathogenitätsfaktoren zum Überleben der Bakterien nötig
und stellen nicht mehr einen Nachteil sondern einen Selektionsvorteil dar. Damit ist es
sinnvoll, dass Pathogenitätsfaktoren oder Toxine außerhalb des stets vorhandenen
Bakteriengenoms codiert werden. Dies ist möglich, indem diese Gene in Phagen verpackt
sind, deren DNA durch Infektion in die Bakterien gelangen und dadurch zu deren
Pathogenität beitragen kann.
An welchen Schlüsselstellen der Phagenreplikation spielt Antitermination eine
Rolle?
Im λ-Phagen wird die Antitermination für zwei Zwecke benutzt: zum einen wird das
Protein N genutzt, um die Rekombinations- und Replikationsfunktionen zu regulieren,
zum anderen wird das Protein Q genutzt um die Synthese der späten Proteine wie den
Kopf- und Schwanzproteinen zu regulieren. Antitermination bedeutet, dass die
Transkription trotz einem Terminator fortgesetzt wird. Das N-Protein ermöglicht die Antitermination der Gene von nutR, welches die Gene O, Q
und P, die die Replikation bzw. die Transkription der späten Gene anschalten. Zudem
wird nutL transkribiert, was die Gene gam und red einschließt. Diese haben
Rekombinationsfunktion.
Das Gen Q wird auch von dem N-Protein reguliert. Es ist auch ein Antiterminationsfaktor,
der die Transkription von späten Genen ermöglicht.
Welche Rolle spielt das Cro-Protein?
Das Cro-Protein ist eines der ersten Proteine, das nach der Induktion des Prophagen
synthetisiert wird, und es hemmt die vermehrte Synthese des CI-Repressorproteins indem
es an die Operatorsequenz bindet. CI ist verantwortlich dafür, dass der Prophage in
lysogenen Zustand bleibt. Cro verhindert außerdem, dass CI an die Operatorsequenz
binden kann und veranlasst seine eigene Synthese. Außerdem führt es zur Synthese von
Int und Xis, was zur Excision des Prophagen aus dem Bakteriengenom führt.
Welchen Vorteil hat es, lysogene Phagen als Klonierungsvektoren zu verwenden?
Lysogene Phagen haben als Klonierungsvektoren zahlreiche Vorteile. Die Phagen können
viele Kopien herstellen und die Synthese von großen Mengen DNA und Protein
ermöglichen. Außerdem ist es nicht so schlimm, wenn der Phage DNA trägt, die für ein
toxisches Protein codiert, weil dieses nicht exprimiert wird bis der Phage die Zelle
infiziert, und wenn das Bakterium infiziert ist, ist ihr Tod ohnehin vorprogrammiert. Des
Weiteren ist es leicht, Genlibraries in den stabilen Köpfen des λ-Phagen so lagern. DNA
in Phagenköpfen ist wesentlich stabiler als nackte DNA.
Sie haben einen Phagen von Staphylococcus aureus isoliert. Dieser Stamm
vergiftet Lebensmittel aufgrund von Toxinproduktion. Seine toxische Wirkung
kann durch Zellkulturexperimente belegt werden. Wie können Sie nachweisen,
dass das Toxin durch einen Prophagen von S. aureus codiert wird?
Um herauszufinden, ob das Toxin von dem Prophagen codiert wird, muss man versuchen,
den Prophagen zu induzieren, das heißt ihn in den lytischen Zyklus zu versetzen. Dies ist
durch stressen der Zellen möglich (z.B. mit UV-Licht). Durch Einbau eines
Selektionsmarkers wie zum Beispiel einer Resistenz in den Prophagen können die Zellen
selektioniert werden, die nicht mehr resistent sind nach der UV-Bestrahlung. Um auf die
Toxinproduktion der Zellen die den Prophagen verloren haben zu testen, könnte der
gefilterte Überstand dieser Zellen auf eine humane Zellkultur gegeben werden. Wenn sie
das Toxin noch exprimieren, gehen die humanen Zellen zu Grunde. Wenn der induzierte
Prophage dann auf der Bakterienkultur Plaques erzeugt, dann kann der zellfreie Überstand
mit den darin enthaltenen Phagen auf einen anderen S. aureus-Stamm (der das Toxin nicht
herstellen kann) gegeben werden um zu sehen, ob dort auch Plaques entstehen. Von
diesen Plaques können dann Lysogene isoliert werden, und es muss untersucht werden, ob
die Lysogenen dieses Stamms, die dann auch den Prophagen tragen, das Toxin
produzieren.