BA103

alles mögliche aus dem Modul BA103

alles mögliche aus dem Modul BA103


Vera Van Spyk
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die pädagogische Theorie von Bronfenbrenner, insbesondere seine ökologische Modellierung der menschlichen Entwicklung. Sie behandeln zentrale Konzepte wie Mikro-, Meso-, Exo- und Chronosysteme, die die Interaktionen und Beziehungen eines Kindes mit seiner Umwelt beschreiben. Die Karteikarten eignen sich besonders für Studierende der Pädagogik, die ein vertieftes Verständnis der Entwicklung von Kindern und der Rolle der Umwelt in diesem Prozess erlangen möchten.
Karten
198
Lernende
26
Sprache
Deutsch
Kategorie
Pädagogik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
27.12.2013 / 12.10.2025

Lernkarten

Definition: Sozial- emotionale Bindung

Bindung ist ein biologisch verankertes Motivsystem mit dem  Zweck, ein Gefühl der Sicherheit aufzubauen oder zu erhalten

Was besagt die ethnologische Bindungstheorie?

Die Mutter-Kind-Bindung ist für das Kind überlebenswichtig. Daher existieren angeborene Signale, welche die Mutter an die Seite des Kindes locken (zBsp: Kindchen-Schema)

Nenne die vier Bindungsphasen und ihre jehweiligen Merkmale.

1. Die Vorbindungsphase: Baby ist noch nicht an die Mutter gebunden (0-6 Monate9

2. Die Phase des Bindungsbeginns: Baby reagiert anders auf die Bezugsperson als auf andere Menschen (bis zu 8tem Monat)

3.  gut erkennbare Bindung: Die Mutter wird zur sicheren Basis und bevorzugt, das Baby hat Trennungsangst ( bis zu 18tem Monat)

4. Differenzierungs-Integrierungsphase: Baby versteht nun das weggehen von Bezugsperonen und kann mit diesen verhandeln (bis 2 Jahre)

Was sind kennzeichnende Eigenschaften von Müttern mit sicher gebundenen Kindern?

- Feinfühligkeit

- Konsistenz des Betreuungsverhaltens

- Freiraum für Exploration

- Gegenseitiges Entzücken bei Interaktion

Was sind die kennzeichnenden Eigenschaften für Müttern mit unsicher-vermeidend-gebundenen Babys?

- Aversion gegen zu engen Körperkontakt

- Tendenz zu grober Behandlung

- Eingefrorenes Ausdrucksverhalten

- Betreuungsmuster ist rigid-zwanghaft (kann nicht verändert werden)

- zuverlässige Betreuung

Wie verhält sich ein unsicher-vermeidend-gebundenes Kind zu seiner Mutter?

- Kind ist ärgerlich weil es zu wenig Wohlwollen erfährt, es wendet sich daher von der Mutter ab, weil es nicht zeigen möchte, wie wütend es ist

- Unterdrückung der Angst vor der Mutter

- Unterdrückung des Bedürfnisses nach Geborgenheit

Was sind die kennzeichnenden Eigenschaften einer Mutter mit einem unsicher-ambivalten-gebundenen Kind?

- Wohlwollendes Verhalten gegenüber dem Kind

- Bedürfnisse des Kindes werden teilweise ignoriert

- Interventionen der Mutter erfolgen teilweise in ungünstigen Momenten

Wie verhält sich ein unsicher-ambivalent-gebundenes Kind?

- Das Kind pendelt zwisen ängstlichem und aggressivem Verhlaten Bewältigungsverhalten. (fehlende Sicherheit und Frustration)

- Durch unpassendes Eingreifen der Mutter wird die Kompetenz-Erfahrung des Kindes verringert -unsicher im Explorieren.

 

Was ist Deprivation?

Wenn ein Kind in einer Institution keine Möglichkeiten zur Interaktion mit Betreuungspersonen hat.

Ursachen für eine Deprivaton sind:

-Mangelnde Reizvermittlung   - Wenig angesprochen werden durch Bezugspersonen   - Reizarme, stereotype Umgebung, die dem Kind wenig Impulse für  motorische und geistige Auseinandersetzung ermöglich

Was Sind Konsequenzen einer sicheren Bindung im Sozialisationsprozess?

- gesunde Entwicklung – denkfähig

- explorieren 

- Fähigkeit zur Anpassung, auch in Beziehungen

- Bessere selbst Regulation...

- Schutzfaktor bei Belastung

Was Sind Konsequenzen einer unsicheren Bindung im Sozialisationsprozess?

 

- können Entwicklungsstörungen auftreten

- Probleme bei späteren Beziehungen

- agressives Verhalten 

- Kind traut sich nicht zu explorieren

- Probleme bei Selbstregulation

- Hospitalismus ( psychosomatisch )

- Deprivation

Was ist das "innere Arbeitsmodell"?

- Set von Erwartungen über die Art und weise Wie Bindungspersonen verfügbar sind!

- Kinder bilden dies Modell nach Beziehung zwischen ihren relevanten BP`S!

- Ist ein Leitbild für weitere Beziehungen und die persönliche Entwicklung 

- Je länger Bindungsstil gleich, desto ausgeprägter im Modell!

- Modelle dienen zur Regulation des kindlichen Verhalten in Interaktionen..

z.B.: Kind macht Erfahrung Papa nimmt mich in den Arm

Daraus schliesst es: Wenn ich traurig bin, wird Papa mich beruhigen, Daraus ziehe ich : Papa ist für mich da... 

Zu was steht Bindung im Ballanceverhältnis?

Exploration

Welchen Zweck haben emotionale Bindungen für das Kind?

Explorationsverhalten

Schutz vor Gefahren

Bewältigung von Anforderungen

Sicherheit

Was sind Schlüsselreize?

Reizgegebenheiten, welche Zuwendungsverhalten auslössen:

-Kindchenschema

-Weinen, Lächeln etc.

Konzept Feinfühligkeit nach Bowlby: 

Feinfühligkeit: einfühlsames Eingehen auf Bedürfnisse des Kindes

Konsistent des Betreuungsverhalten

Freiraum für Exploration

Gegenseitiges Entzücken bei Interaktion

Wie zeigen sich die Bindungstypen im späteren Leben?

Sicher Gebunden:

 

Schutzfaktor bei Belastung, vergrössert Beziehungsfähigkeit, - ermöglicht Lernen duch Exploration, - Lösungen finden.........

 

Desorganisierte Bindung:

Häufig später Aggressionen während der Schulzeit

 

Unsicher ambivalente:

Kein hohes Selbstwertgefühl, fühlen sich unfähig, -erwarten von den BP`s nicht mehr viel, kein verlass auf die Menschheit! Da BP` war nie adäquat / suchen nach unterschiedlichen Beziehungstypen..

 

Unsicher gebunden:

Unfähig, Schuldgefühle/ Mühe Vertrauen aufzubauen.. Halten Nähe oft nicht aus

Was sind Abwehrmechanismen? Nenne diese

Mentale Strategien des ICH, um sich gegen Konflikte zu verteidigen denen es im Leben ausgesetzt ist.

- Verdrängung (grundlegendster Abwehrmechanismus

- Regression

- Isolation

- Realitätsverleugnung

- Sublimierung

Was ist die psychosozialen Entwicklung nach Erik H. Erikson? Was ist Eriksons Grundgedanke?

...eine Erweiterung der Triebtheorie Freuds im sozial-psychologischen Rahmen der Persönlichkeitsentwicklung.

Das ICH muss mittels Krisen, die sich in jeder Entwicklungsstufe stellen, Einstellungen und Fähigkeiten erwerben, die das Individuum zum aktiven Mitglied der Gesellschaft machen.

Nenne die 8 Krisen nach E.Erikson

1. Urvertrauen vs. Urmisstrauen (1.Lebensjahr)

2. Autonomie vs. Scham und Zweifel (2./3. Lebensjahr)

3. Initiative vs. Schuldgefühl (4./5. Lebensjahr)

4. Werksinn (Fleiss) vs. Minderwertigkeit (6. Lebensjahr bis Pubertät)

5. Identität vs. Identitätsdiffusion (bzw. Rollendiffusion/Verwirrung) (Adoleszenz)

6. Intimität und Solidarität vs. Isolierung (junge Erwachsene)

7. Generativität vs. Selbstabsorption bzw. Stagnation (mittleres Erwachsenenalter)

8. (Ich-) Integrität vs. Verzweiflung (hohes Erwachsenenalter)

Was ist Urvertrauen?

Urvertrauen:

a. Zutrauen zu anderen

b. Gefühl der eigenen Vertrauenswürdigkeit

Urvertrauen ist der Grundbaustein für die spätere Entwicklung. Es sollten daher mehr dem Urvertrauen förderliche Erlebnisse gemacht werden um dieses nicht zu stark zu erschüttern.

Was ist Urmisstrauen ?

Urmisstrauen stellt sich ein, wenn vertrauensvolle soziale Interaktionen fehlen. Das Kind wird dann ängstlich und gehemmt.

Radikale Schädigung des Urvertrauens kann zu Entfremdung, Rückzug, chronischen Trauerzuständen Hospitalismus und Depression führen

 

Erkläre die Krise Autonomie vs. Scham

- Emanzipation der primären Bezugsperson (meistens der Mutter)

- Autonomie wird durch Eigenkotrolle wie das (Weg-) Gehen, das Sprechen und der Kontrolle über die Ausscheidung unterstützt.

Wenn die Loslösung jedoch zu früh erfolgt, entsteht Scham. Denn plötzlich ist das Kind schutzlos und erlebt versagen.

Wie kann sich das Nichtbewältigen der zweiten Krise im späteren Leben äussern?

- Rechthaberei

- Konsumsucht

- Gewinnsucht

- Geiz

- Selbstunsicherheit

- Zwangsverhalten mit Sicherungsritualen

Wie können Urvertrauen und Autonomie aufgebaut werden?

- warme, einfülsame Beziehungen mit Bezugspersonen

- Realistische Erwartungen bezüglich seiner Impulskontrolle haben

 

Was sind Voraussetzungen für die dritte Krise nach E.Erikson?

- Der Fokus liegt nun auf den Zielen sowie der Auswahl dieser.

- Das Kind weiss jetzt sicher, dass es ein Ich ist; nun muss es nur noch herausfinden, was für eine Art von Person es werden will.

- Das Kind ist neugierig, erkundet die Umgebung und stellt Fragen.

Wie kann Schuldgefühl (dritte Krise, E.E.) entstehen und wie kann dieses aufgehoben werden?

- Wird das Kind in seiner Initiative zurückgestossen, empfindet es Schuldgefühle.

Der eindringenden Initiative folgt die Schuldangst.

Die Lösung des Konflikts liegt in der Identifikation, in der Übernahme einer Rolle. (Ideal-Rollen werden ausprobiert: Mutter, Vater, Harry Potter usw.)

Zu was führt die positive Bewältigung der dritten Krise (E.E) ?

Zielgerichtetheit aus der Autonomie heraus ermöglicht Selbstbewusstsein, Gewissensentwicklung und Geschlechtsidentität. 

Was sind Folgen der negativen Bewältigung der dritten Krise (E.E.) ?

körperlicher Überforderung und psychosomatischen Erkrankungen

Wie kann Werksinn entstehen (4. Krise) ?

- Das Kind ist nun lernbegierig bezüglich ernsthafter und schulischer Inhalte. Die Motivation erwacht fleissig zu sein.

- Es lernt Anerkennung durch die Herstellung von Dingen zu gewinnen.

- Der Spannungsbogen liegt im Erfolg und möglichen Misserfolg.

- Erfolg gibt Bestätigung

- Bei gelungener Bewältigung ist das Kind stolz, erlebt Kompetenzgefühle

Wie kann ein Minderwertigkeitsgefühl entstehen und was sind die Folgen dieses Gefühls im späteren Leben?

- Misserfolg führt zu Minderwertigkeitsgefühlen

- Eine nicht gelungene Bewältigung kann zu geringer Zuversicht bezüglich eigener Kompetenz, Versagensangst und Pessimismus führen.

Was sind die Voraussetzungen für die fünfte Krise (E.E)?

- Die vier vorhergehenden Stufen liefern Elemente die nun zu einem Ganzen zusammen zu fügen sind. (Vertrauen, Autonomie, Initiative, Fleiss)

- Jugendliche stellen sich selbst in Frage und suchen eine eigene Identität. Es geht um die Identität im persönlichen, sozialen und im beruflichen Bereich.

- Für das Erlangen einer reifen Identität ist das Auseinandersetzung mit Wertvorstellungen, sich und Gegebenes in Fragen stellen und Prioritätensetzung notwendig

Wie äussert sich eine negative Bewältigung der füften Krise und was können Gründe dafür sein?

- oberflächliche Persönlichkeit, ohne eigene Richtung. Damit bleibt die Selbstdefinition vage.

- ewige Pubertät

- Ruhelosigkeit

- voreilige Begeisterungsfähigkeit für grosse oder abrupte Veränderungen ausdrücken.

Gründe: Nicht angemessene Bewältigung von vorausgehenden Krisen und/oder das die Gesellschaft keine Möglichkeiten für die Umsetzung eigner Bedürfnisse und Fähigkeiten bietet

Erläutere den Ablauf des Identitätsstatus nach Marcia

-          Übernommene Identität (jugendliche explorieren nicht, sondern übernehmen was andere wählen und orientieren sich an dem, was diese für richtig und relevant halten.)

-          Identitätsdiffusion (Jugendliche sind nicht stabil im Hinblick auf ihre berufliche und ideologische Identität. Sie haben sich nicht festgelegt und nähern sich auch keiner Festlegung an.)

-          Moratorium (Im Status des Ausprobierens, Jugendlichen setzten sich mit unterschiedlichen beruflichen und ideologischen Wahlmöglichkeiten auseinander, haben sich jedoch noch nicht festgelegt.)

-          Erarbeitete Identität (Jugendliche haben sich eine gefestigte und kohärente Identität erarbeitet und sich überzeugt, dass sie sich eigenständig für Beruf und Ideologie entschieden haben, sie fühlen sich ihrer Entscheidung gegenüber verpflichtet.)

Wie entsteht Intimität und Solidarität?

-          Eine geklärte Identität verlangt sogar nach einer tragfesten Partnerschaft und Intimität.

-          Die neue Unabhängigkeit muss modifiziert und die Identität neu definiert werden um Intimität zu erreichen.

-          Es braucht die Fähigkeit Kompromisse einzugehen, da die Werte und Interessen beider Personen gemeinsam auszuhandeln sind.

-          Menschen mit sicherem Gefühl bezüglich Nähe sind gerne mit anderen zusammen, können jedoch auch allein sein.

Wie äussert sich eine negative Bewältigung der sechsten Krise (E.E.)?

- sozialer Distanzierung und Isolierung.

- Beziehungen sind eher kühl, stereotyp und berechnend.

- Selbstbezogenheit und Einsamkeit.

- Bindungsangst

- Angst vor Identitätsverlust

Wie entsteht das Bedürfniss nach Genervität?

Mit einer stabilen Identität und sozialen Einbindungen ist der Mensch fähig zu nehmen, aber auch zu geben.

Das Bedürfnis sich unter anderem sozial, politisch oder wissenschaftlich zu engagieren, wird in biologische/elterliche, kulturelle und technologische Generativität differenziert.

Was sind die Folgen einer negativen Bewältigung der siebten Krise (E.E) ?

- Stagnation, aus dem Gewahr werden der Begrenztheit des Lebens.

- krampfhaftes Bemuttern

- Selbstverewigung

- Langeweile

- zwischenmenschliche Verarmung

Was wird unter Ich-Integrität verstanden, wie entsteht diese und zu was führt sie?

- Unter Ich-Integrität kann auch die Würde des Menschen verstanden werden, die ermöglicht wird, wenn im Rückblick die eigene Biographie als Sinnvoll empfunden wird.

- Bei positiver Bewältigung kommt im besten Falle die Frucht der sieben vorausgegangenen Krisenbewältigungen zur vollen Reife.

- Geglückte Integration führt zu einer zeitreleativierten Identität. Das heisst, dass die Bereitschaft da ist, seinen einen und einmaligen Lebenszyklus zu akzeptieren.

Lernen