B4 Teil 1 Geretsried
Fragen zur Prüfung des Laufbahnlehrgangs B4 Teil 1 an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried
Fragen zur Prüfung des Laufbahnlehrgangs B4 Teil 1 an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried
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Flashcards
1. Wer wir bei einem Einsatz in einem BIO III Labor zusätzlich an der Einsatzstelle benötigt ?
- Desinfektor
- entsprechend sachkundiger/ geschulter Arzt
- Gesundheitsbehörde
- Fachkundige Person
2. Wie werden biologische Stoffe beim Transport eingeteilt ?
Kategorie A: entsprechen der Risikogruppe 4 (oder S4)
Kategorie B: entsprechen den Risikogruppen 1,2 und 3 (oder S1, S2, S3)
3. Was sagt die Gefahrnummer „606“ aus ?
Es handelt sich um einen „Ansteckungsgefährlichen Stoff“
1. Welche Aussagen können Sie über folgende chemische Stoffe treffen !
a. Ammoniak
b. Schwefelwasserstoff
a. Ammoniak:
NH₃, gasförmig, farblos, stechender Geruch, leichter als Luft (bei Bindung mit Luftfeuchtigkeit auch schwerer
als Luft möglich), akute Toxizität, ätzend, wassergefährdend, Reiz- und Ätzwirkung auf den menschlichen
Körper, unter Druck verflüssigt, brennbar, Zündtemperatur 630°C, explosionsgefährlich,
Ex- Bereich 15-34 Vol %, bei Austritt tiefkalt (-33°C), in Wasser sehr gut löslich, auch bei starker Verdünnung
Bildung von Salmiakgeist
b. Schwefelwasserstoff
H₂S, gasförmig, farblos, fauler Eier Geruch, schwerer als Luft, akute Toxizität, entzündbar, wassergefährdend,
Reiz- und Ätzwirkung sowie Wirkung auf Blut/Nerven/Zellen auf den menschlichen Körper, brennbar,
Zündtemperatur 270°C, explosionsgefährlich, Ex- Bereich 4-45 Vol %
1. Welche Aussagen können Sie über folgende chemische Stoffe treffen !
c. Chlor
d. Salpetersäure
e. Schwefelsäure
c. Chlor
Cl, gasförmig, gelbgrüne Farbe, stechender Geruch, schwerer als Luft, akute Toxizität, ätzend,
wassergefährdend, Reiz- und Ätzwirkung auf den menschlichen Körper, unter Druck verflüssigt, nicht brennbar,
entzündend/ oxidierend, tiefkalt bei Austritt (-34°C), bildet Salzsäure bei niederschlagen mit Wasser (wenn,
nur mit sehr viel Wasser verdünnen, mehrerer Wasserwerfer), ab 1000ppm tödlich
d. Salpetersäure
HNO₃, in Reinform farblose Flüssigkeit, bei Licht und Wärme Zersetzung zu Stickoxiden unter Gelb- bis
Rotfärbung nitrose Gase, scharf stechender Geruch, entzündend/ oxidierend, ätzend, Reiz- und Ätzwirkung
auf den menschlichen Körper, mit Wasser mischbar
e. Schwefelsäure:
H₂SO₄, farb- und geruchlose Flüssigkeit, ätzend, Reiz- und Ätzwirkung auf den menschlichen Körper, mit
Wasser mischbar
1. Welche Aussagen können Sie über folgende chemische Stoffe treffen !
f. Natronlauge
g. Kohlenstoffdioxid
h. Kohlenstoffmonoxid
f. Natronlauge:
NaOH, farblose Lösung, stark ätzend, auch verdünnt noch für Augen gefährlich, akut toxisch bei Hautkontakt
und Verschlucken, löst sich unter starker Wärmebildung sehr gut mit Wasser, pH Wert 14, zur Neutralisation
von Säuren, häufigste Verwendung in Labor und Industrie, Nahrungsmittelindustrie (reinigen, spülen,
entfernen), Landwirtschaft, Pharmaindustrie. Zur Entsorgung mit Säuren neutralisieren oder stark verdünnen
g. Kohlenstoffdioxid:
CO 2 , gasförmig, farblos, geruchlos, schwerer als Luft, unter Druck tiefgekühltes und verflüssigtes Gas,
Sauerstoffverdrängend Atemgift, ab 1,5 Vol. % toxisch, bei ca. 8 Vol. % innerhalb Minuten tödlich, Produkt
einer vollständigen Verbrennung/ Oxidation, wird als sauberes Löschmittel eingesetzt (rückstandsfrei)
h. Kohlenstoffmonoxid:
CO, gasförmig, farblos, geruchlos, leichter als Luft, entzündlich, toxisch, gesundheitsgefährdend, Wirkung auf
Blut/Nerven/Zellen auf den menschlichen Körper, ab ca. 0,01 Vol. % (100ppm) toxisch, bei ca. 0,5 Vol. %
(5000ppm) innerhalb von Minuten tödlich, Zündtemperatur ca. 600°C, Ex- Bereich 12,5 – 75 Vol. %,
2. Wo kommt Ammoniak vor ?
- Düngemittelproduktion
- Wärmeträger in Kühl- und Kälteanlagen
- Salpetersäuregewinnung
- Biogasanlagen
- Rauchgasreinigungsanlagen
- Kunstdüngerbrände
- Im Transportwesen auf allen Verkehrsträger
3. Ist Ammoniak eine Säure oder eine Lauge ?
eine Lauge
4. Wie ist der Wirkmechanismus von Ammoniak in Kälteanlagen ?
Verflüssigtes Ammoniak wird in Kälteanlagen verdampft und nimmt so sehr hohe Energien auf
5. Wie löst sich Ammoniak in Wasser ?
Sehr gut in Wasser löslich, bildet auch bei starker Verdünnung eine ätzende Flüssigkeit (Salmiakgeist)
6. Welchen pH-Wert zeigt Lackmuspapier (Indikatorpapier) wenn man Chlor mit Wasser bindet ?
Lackmusspapier ist ungeeignet, da Chlor in Wasser gelöst grundlegend erstmal neutral ist (pH 7), Papier wird
entfärbt. Möglichkeit besteht aber, dass sich Chlor mit Wasser zu Salzsäure verbindet, Lackmuspapier ROT
7. Welche Gefahren gehen von einer Acetylenflasche aus ?
Acetylen: C2H2, Ex Grenzen 2,3 – 100 Vol%, poröses Material in der Flasche mit Aceton getränkt, darin Acetylen
unter Druck gelöst, bei zunehmender Wärmeentwicklung/ Brandbeaufschlagung Reaktionsprozess, entstehen
von Reaktionswärme, Druckerhöhung Kettenreaktion bis Behälterzerknall. Frühzeitig ausreichend und lange
kühlen!!! (wenn stellenweise bedeutsamer oder ungewisser Erwärmung ausgesetzt)
8. Wie hoch ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Schadstoffwolken ?
Sie liegt in der Regel bei 60 – 80% der Windgeschwindigkeit
9. Aus welchen 4 Bereichen besteht der Gefahrendiamant ?
- Blau Gesundheitsgefahr
- Rot Brandgefahr
- Gelb Reaktionsgefahr
Bei diesen steht die Zahl 0 für keine Gefahr und die Zahl 4 für die größte Gefahr
- Weiß Besondere Anweisungen
ein leeres Feld steht für keine besondere Gefahr und definierte Buchstabenkombinationen oder Symbole
unterstreichen die vorliegende Gefahr
11. Was sagt der DG-EA Code (früher Hazchem Code) aus ?
Ein 2- oder 3-stelliger Code, der Angaben zu Löschmittel, Sicherheit, Maßnahmen, Reaktionsgefahr und evtl. zu
Gefahren für die Bevölkerung macht
Wird im deutschsprachigen Transportwesen nicht verwendet, bei Transportfahrzeugen aus dem nicht
deutschsprachigen Raum möglich. Wird als oranger Zettel/ Aufkleber direkt an der Ladung angebracht.
Kann über entsprechende Literatur Hommel, Datenbanken… entschlüsselt werden.
12. Wie lange müssen Messergebnisse schriftlich dokumentiert werden ?
30 Jahr
13. Was sagen 100 Vol. % UEG aus
Abhängig vom Kalibriergas sind bei 100 Vol. % UEG, X Vol. % des Gas-Luft-Gemisches erreicht. Ab hier besteht
Explosionsgefahr ! Um die tatsächliche stoffspezifische UEG zu erhalten siehe Frage 14
14. Wie kann die tatsächlich, vorhandene UEG ermittelt werden ?
Tatsächliche UEG Vol. % = (Messwert x UEG Kalibriergas) : UEG vorhandenes Gas
15. Welche Messstrategien gibt es ?
- Grenzmessung
- Eintauchen
- Kreuzen/ Durchstoßen
- Monitoring
16. Wie sind brennbare Flüssigkeiten hinsichtlich ihrer Entzündbarkeit und des Flammpunktes eingeteilt ?
entzündlich (R10) Flammpunkt > 21°C
leichtentzündlich (F) Flammpunkt < 21°C
hochentzündlich (F+) Flammpunkt < 0°C
17. Sie haben an einer Einsatzstelle einen IBC Behälter mit wenig Informationen.
Welche Möglichkeiten der Informationsgewinnung bezüglich der Produktidentifikation, Maßnahmen,
Gefahrenhinweise, Vorgehen etc. kennen Sie ?
Nachschlagewerke Fzg. : Nüßler - Gefahrgutschlüssel, Kühn-Birett – Gefahrgut Ersteinsatz
Nachschlagewerke ILS : Datenbanken: Eri-Cards, Hommel, MEMPLEX
Spezialkräfte : TUIS
Sonstige : Hersteller, Internet, Produktnamenverzeichnis
1. Was ist hinsichtlich der Gefahrengruppen und Schutzkleidung beim A-Einsatz zu beachten ?
Gefahrengruppe I: Einsatzkräfte können ohne Sonderausrüstung tätig werden
Gefahrengruppe II: Einsatzkräfte nur mit Sonderausrüstung mind. Form 1 und PA, weiterhin Filmdosimeter und
Dosiswarngerät, evtl. Dosisleistungsmessgerät, Dekonmaßnahmen und Hygiene
Gefahrengruppe III: Einsatzkräfte nur mit Sonderausrüstung mind. Form 2 oder 3 und PA, weiterhin
Filmdosimeter und Dosiswarngerät, evtl. Dosisleistungsmessgerät, Dekonmaßnahmen und
Hygiene. Anwesenheit fachkundige Person
Bei Brand grundsätzlich Form 1 mit DIN EN 469 für Feuerschutzbekleidung
Transportunfall grundsätzlich wie Gefahrengruppe II
Terroristischen Anschlägen generell wie Gefahrengruppe III
2. Wie sind die Gefahrengruppen A für den allgemeinen Bereich unterteilt/ definiert ?
Gefahrengruppe IA: Aktivität bis 10⁴ fache der Freigrenze
Gefahrengruppe IIA: Aktivität von 10⁴ bis 10⁷ fache der Freigrenze
Gefahrengruppe IIIA: Aktivität über 10⁷ fache der Freigrenze
Betrifft nicht das Transportwesen !
3. Wie sind die Grenzwerte von radioaktiven Versandstücken im Transportwesen ?
Kategorie I: max. 5 µSv/h an der Oberfläche (Freigestellt, nicht kennzeichnungspflichtig), Transportkennzahl 0
Kategorie II: max. 500 µSv/h an der Oberfläche, Ortdosisleistung (ODL) in 1 m ≤ 10 µSv/h, Transportkennzahl ≤ 1
Kategorie III: max. 2000 µSv/h an der Oberfläche, ODL in 1 m ≤ 100 µSv/h, Transportkennzahl ≤ 10
5. Was können Sie über die Strahlenexposition von Einsatzkräften sagen.
- Schutz von Sachwerten 15 mSv je Einsatz
- Zur Abwehr von Gefahren für Personen und Verminderung einer wesentlichen Schadensausweitung nicht mehr
als 100 mSv je Einsatz/ je Kalenderjahr
- Zur Rettung von Menschenleben nicht mehr als 250 mSv je Einsatz/ einmal im Leben
6. Dekontamination bei atomarer Strahlung kann zu 90 % wie erreicht werden ?
Durch Entkleidung des Betroffenen kann eine 90% Dekontamination erreicht werden.
7. Sie müssen einen Trupp zur Abwehr einer Gefahr für Personen in einem Gefahrenbereich mit einer Dosisleistung
von 0,6 Sv/h einsetzen. Wie lange darf seine Aufenthaltsdauer sein ?
0,6 Sv = 600 mSv bei 100 mSv je Einsatz/ je Kalenderjahr Aufenthaltsdauer 10 min.
1. Wie ist die Temperaturentwicklung im Produkt bei einem Tankbrand ? Beispiel !
Die Intensität der Temperatur an der Oberfläche entwickelt sich in einer Geschwindigkeit von 1m pro Stunde fort
z.B. 1000°C an der Oberfläche nach 1 Stunde auf 1m Tiefe 1000°C, nach 2 Stunden auf 2m Tiefe 1000°C….
2. Wie ist die Faustformel zur Schaumaufbringung bei Tank-/ Flüssigkeitsbränden ?
10 Liter / min / m²
3. Definieren Sie den Begriff „Boilover“ !
Wenn in einem Mineralöltank enthaltenes oder durch die Löschmaßnahmen eingebrachtes Wasser wegen der
ansteigenden Temperatur plötzlich aufkocht, kommt es zum gefürchteten „Boilover“:
Das aufkochende Wasser und der entstehende Dampf schießen über den Tankrand hinaus nach oben und reißen
erhitztes und brennendes Produkt mit sich. Der Brand breitet sich dadurch schlagartig aus und gefährdet alle in
der Nähe befindlichen Personen und Sachwerte
4. Erläutern Sie den Begriff BLEVE !
BLEVE = Boiling Liquid Expanding Vapor Exposion
Kochen Flüssigkeit Ausdehnung Verdampfung Explosion
Behälterzerknall von geschlossenen Tanks mit brennbaren Flüssigkeiten oder verflüssigten Substanzen durch
expandieren der siedenden Flüssigkeit Druckanstieg durch Dampf
Wandung verliert Festigkeit Aufgrund starker Erhitzung Behälterzerknall
Durch schlagartigen Druckabfall evtl. Verdampfung und Entzündung der verbleibenden Flüssigkeit
explosionsartige Ausdehnung
1. Welche zwei Arten von Flüssigkeiten sind für die Auswahl des richtigen Schaummittels von besonderer
Bedeutung ?
polare Flüssigkeiten : mit Wasser mischbar, wasserliebend, ölabweisend Alkohole
nichtpolare Flüssigkeiten : mit Wasser nicht mischbar, wasserabweisend, ölliebend Benzine, Öle
2. Was ist der AFFF-Effekt und bei welcher Flüssigkeitsart kommt er zum Tragen ?
Der AFFF-Effekt beschreibt die Wasserfilmbildung auf der brennbaren, nichtpolaren Flüssigkeit und die daraus
resultierende Gasdichtigkeit, sowie die selbstheilende Wirkung keine Rückzündung da Dampfbarriere
AFFF-Effekt auch bei unverschäumter Applikation vorhanden
3. Warum soll AFFF bei polaren Flüssigkeiten und Feststoffen nicht zur Brandbekämpfung eingesetzt werden ?
Wegen der umweltschädigenden Wirkung der enthaltenen Fluortenside.
Der Wirkmechanismus (AFFF-Effekt) ist bei polaren Flüssigkeiten und Feststoffen nicht vorhanden, mit einem
anderen nicht fluorhaltigen Schaummittel kann der gleiche bis bessere Löscheffekt erreicht werden.
Eine strafrechtliche Verfolgung des Einsatzleiters kann die Folge sein !
Löschwasserrückhaltung bei AFFF Einsatz !!!
4. Welche verschiedenen Löschtaktiken kennen Sie beim Einsatz von Schaummittel ?
- Abregnen
- Aufschieben
- Aufschieben kombinieren (Schwer-/ Mittelschaum)
- Ablaufen
- Schützende Beschäumung
5. Welche grundlegenden Überlegungen sind beim Einsatz von Schaummittel zur Brandbekämpfung zu beachten ?
1. Auswahl des Schaummittels: MBS – AR – AFFF ?
2. Der Großteil (90%) der Flüssigkeitsbrände sind mit MBS beherrschbar
3. Problem der Vermischung bei unterschiedlichen Schaumitteln !!!
4. AFFF-Effekt nur bei nichtpolaren Flüssigkeiten
5. Generelle Einsatzgrundsätze Schaum beachten (genügend Schaummittel, ausreichende Wasserversorgung,
ausreichende, leistungsfähige Schaumrohre/-werfer…)
6. Einsatztaktik beachten:
- Defensive
- Heranführen von Kräften
- Offensive
- Weiterschieben des Schaums
- Geschlossene Schaumdecke
7. Rechtsgrundlagen (AFFF WASSERGEFÄHRDEND GRUNDWASSER !!!)
1. Nennen Sie taktische Grundlage bei Hochhausbränden !
- Brandgeschoss mit offensivem Auftrag
- Geschoß darüber absuchen
- Rettungswege und Aufzüge absuchen
- Oberste Geschosse absuchen
- Rest des Gebäudes absuchen
- Depotgeschoss ist Ausgangsbasis (2 Geschosse unter Brandgeschoß)
- Standort Sicherungstrupp (-staffel)
- AEF Standort
- Reserve und Schläuche
- Personal
- Sichtung