B4 Teil 1 Geretsried
Fragen zur Prüfung des Laufbahnlehrgangs B4 Teil 1 an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried
Fragen zur Prüfung des Laufbahnlehrgangs B4 Teil 1 an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried
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Lernkarten
3. Was verstehen Sie unter Führungsorganisation ?
Die Führungsorganisation legt die Aufgabenbereiche der Führungskräfte fest und gibt die Art und
Anzahl der Führungsebenen vor.
4. Nennen Sie die Bestandteile einer Einsatzleitung !
- Einsatzleiter
- rückwärtige Führungseinrichtung
- gegebenenfalls Führungsassistenten und Führungshilfspersonal
5. Wie setzt sich eine Führungseinheit zusammen ?
- Führungsassistent /-en
- Melder
- Fahrer
6. Welche Führungseinheiten bezüglich ihrer Größe gibt es ?
- Führungstrupp
- Führungsstaffel
- Führungsgruppe
- Führungsstab
7. Wie setzt sich ein Führungsstab zusammen ?
- Leiter des Stabes
- S1 Personal - S2 Lage - S3 Einsatz - S4 Versorgung evtl. - S5 Pressearbeit - S6 IuK
- Fachberater und Verbindungspersonen
8. Welche Führungsstufen kennen Sie ? Erläutern Sie kurz !
- Führungsstufe A Führen ohne Führungseinheiten (bis zu 2 Gruppen)
- Führungsstufe B Führen mit örtlichen Führungseinheiten (F-Trupp/ F-Staffel) (Zug oder Verband)
- Führungsstufe C Führen mit einer Führungsgruppe (Verband)
- Führungsstufe D Führen mit einer Führungsgruppe bzw.- stab (mehrere Verbände od. E-Stellen)
9. Was ist eine Befehlsstelle ?
Der Sitz der Einsatzleitung
10. Wie kann eine Befehlsstelle eingerichtet werden ?
- ortsfest (Gebäude mit der entsprechenden Logistik IuK)
- beweglich (Einsatzleitwagen)
11. Was muss der Einsatzleiter zur Gefahrenabwehr einsetzen ?
- die richtigen Mittel
- zur richtigen Zeit
- am richtigen Ort
12. Nennen Sie die Eckpunkte des Führungsvorgangs !
- Lagefeststellung – Erkundung/ Kontrolle
- Planung – Beurteilung/ Entschluss
- Befehlsgebung
13. Welche Unterteilung der Führungsmittel gibt es ?
- Mittel zur Informationsgewinnung
- Mittel zur Informationsverarbeitung
- Mittel zur Informationsübertragung
14. Nennen Sie Mittel zur Informationsgewinnung für den Einsatzleiter !
- Alarmierungsstichwort
- Einsatzauftrag
- eigenen Wahrnehmungen
- durch Meldung von anderen (beteiligten) Personen
- Einsatzunterlagen (Alarm- und Einsatzpläne, FW Laufkarten und -pläne
- Brandmeldeanlagen
- Nachschlagewerke
15. Was muss ein Einsatzbefehl mindestens enthalten ?
- Einheit
- Auftrag
16. Nennen Sie allgemeine Einsatzgrundsätze für Führungskräfte im Feuerwehreinsatz (ZF).
- Auftragstaktik
- Klare Befehle
- Klare Strukturen
- Ordnung des Raumes
- Überblick bewahren und verschaffen
- ständige Kontrolle
- kein eigenes Arbeiten
- Hierarchie einhalten ( ZF GF Mannschaft)
17. Was sagt die sogenannte 2-5er Regel aus ? Nennen Sie Beispiele.
Ein Einheitsführer kann zwischen zwei und fünf taktische Einheiten der niederen Führungsebene führen.
Ab 2 gleichberechtigten Einheitsführern wird ein höherer Einheitsführer benötigt/ empfohlen
1 GF 2–5 TF
1 ZF 2–5 GF
1 VF 2–5 ZF
1 ZF/ VF 2–5 EAL
18. Auf welche Aspekte sollten Sie bei der Anfahrt zur Einsatzstelle achten ?
- Windrichtung
- Sicherheit vor Schnelligkeit
- Einsatzplan/ Feuerwehrplan
- Fahrzeugaufstellung ( z.B. Brand: ELW und 1. (H)LF an der E- Stelle vorbei, DLK vors Gebäude, 2.(H)LF dahinter)
- Lage auf Sicht
- Verdächtige Personen (Verletzte, Beteiligte)
- Anfahrt, Aufstellung nachrückender Kräfte
1. Was sind die Hauptbestandteile von Biogas ? :
- Methan (55 – 65 %) und CO 2 (25 – 45 %)
- in geringen Mengen Ammoniak und Schwefelwasserstoff, O 2 , N 2 , H 2
2. Welche Gaseigenschaften sind bei Biogas zu beachten ?
Das Dichteverhältnis zu Luft beträgt 0,9, was eine gute Durchmischung mit der Luft bedeutet und sich damit
explosives Gemisch im gesamten Arbeitsbereich befinden kann, weiterhin ist Rohbiogas ein Atemgift
3. Welche Sicherheitseinrichtungen sind an Biogasanlagen vorhanden ?
- Not-Aus für Strom, außen an BHKW
- Gasabsperrhahn
- Über- und Unterdruckventile
4. In welche Brandabschnitte wird eine Windkraftanlage unterteilt ?
- Brandabschnitt (BA) 1 Maschine/ Generator - BA 2 Turm - BA 3 Traforaum
5. Was ist im Brandfall bei Windkraftanlagen zu beachten ?
- Löschen nicht möglich
- großräumig absperren !!!
- Brandausbreitung unwahrscheinlich
6. Was ist im Brandfall bei Holzfeuerungsanlagen zu beachten ?
Vergleichbar mit Heustock oder Silo
Löschmethoden: Abtragen des Brandgutes
Inertisierung mit Stickstoff
KEIN Wasser !!!
7. Was ist bei elektrischen Anlagen, in Bezug auf die Stromstärke, zu beachten ?
Ab 100 mA besteht Lebensgefahr (Bewusstlos, Asystolie, VF)
230 V Hausstrom 230 mA
8. Welche Mindestabstände sind bei folgenden Spannungen einzuhalten ?
Bis 1000 V 1 m
bis 110 kV 3 m
bis 220 kV 4 m
bis 380 kV 5 m
9. Welcher Abstand ist bei am Boden liegenden Freileitungen einzuhalten ?
Ein Mindestabstand von 20 m ist einzuhalten
10. Wie sind elektrische Versorgungsleitungen unterteilt ? Nennen Sie je ein Beispiel.
- 0,4 kV Leitung (Niederspannung) verbindet Wohnhäuser
keine automatische Meldung bzw. Abschaltung
- 20 kV Leitung (Mittelspannung) gehen von Trafo-/ Schalthäusern und Umspannwerken aus
keine automatische Abschaltung, Meldung wird angezeigt -> Störungsdienst
- 110 kV (Hochspannung)
220 u. 380 kV (Höchstspannung) Gittermastleitungen Überland
11. Was ist mit den Begriffen Solarthermie und Photovoltaik gemeint ?
- Solarthermie dient zur Erwärmung von Wasser durch Sonnenenergie
- Photovoltaik wird zur elektrischen Energiegewinnung aus Sonnenenergie eingesetzt
Man unterscheidet netzgekoppelte Anlagen und netzferne PV-Anlagen
12. Welche Vorschriften gelten für die Feuerwehr im Umgang mit PV-Anlagen ?
- Die DIN VDE 0132 „Brandbekämpfung in elektrischen Anlagen“
- Die GUV-I 8677 „elektrische Gefahren an der Einsatzstelle“
13. Wie ist eine PV-Anlage aufgebaut ?
- PV Generatoren (Module)
- Modulanschlussleitung (Gleichspannungsleitung kann nicht stromlos geschaltet werden)
- DC- Freischalter (Gleichspannung)
- Anschlusskarten für öffentliches Netz
14. Mit welchen Leistungen muss bei den unterschiedlichen PV-Anlagen gerechnet werden ?
- Einfamilienhaus ca. 10 kW
- Gewerbebetriebe (große Dachanlagen) mehrere 100 kW
- Freiflächenanlagen mehrere MW
15. Welches Gefährdungspotential bezüglich toxische Gase, herabfallende Teile, Ausbreitung und elektrischer
Schlag sind bei PV-Anlagen zu erwarten ?
- toxische Gase: wie Gebäudebrand
- herabfallende Teile: wie Gebäudebrand
erhitztes Verbundglas kann durch Löschwasser bersten
Dachkonstruktion kann nach innen fallen
- Ausbreitung: Kamineffekt bei Aufdach- und Fassadenanlagen
Brandabschnitte vorschriftswidrig durch brennbare Modulteile überbrückt
Brandgefahr durch Lichtbogen
- elektrischer Schlag: Leitung von Modul zu Wechselrichter nicht komplett spannungsfrei
Unsachgemäßes trennen von Leitungen und Steckverbindungen
Lichtbogen
14. Was sind 3 wichtige Punkte die der Einsatzleiter nach Beendigung des Einsatzes wissen sollte ?
- Einsatzstelle im gesicherten Zustand verlassen
- Spannungsfreiheit wurde durch Fachfirma hergestellt
- Einsatzstelle an zuständige Person übergeben
15. Welche Sicherheitseinrichtungen bei MRT-Anlagen gibt es ?
- elektrischer Not-Aus
- ablassen des Kühlmittels (Helium) Not-Quensch-Schalter
16. Welche Gefahren bestehen bei der Notabschaltung von MRT-Anlagen?
- nach Not-Aus nur elektrische Spannung weg Magnet noch voll in Funktion !
- nach Not-Quensch Austritt von tiefkaltem Helium (-269°C / 4 Kelvin) wann Magnetfeld abgebaut, kann nicht
angegeben werden !
- Quenschen mit Betreiber abstimmen, da Anlage dadurch erheblich beschädigt wird
17. Welche Gefahren bestehen bei MRT-Anlagen für Einsatzkräfte ?
- Magnetfeld (Atemschutz, Feuerlöscher, Axt, …..)
- elektromagnetische Strahlung
- tiefkaltes Helium (Erfrierungsgefahr)
- Elektrizität
Bei Atemschutzgeräten kann durch Kohlefaserflaschen die Gefahr reduziert werden, bei Lungenautomat und
Druckminderer weiterhin Funktionsstörungen möglich
ist Atemschutz unbedingt notwendig in einer MRT-Anlage, MUSS das Magnetfeld abgeschaltet werden !
1. In welche Kategorien wird Schutzkleidung unterteilt ? Definiere kurz !
Schutzkleidung für den ABC Einsatz wird in die Formen 1 – 3 unterteilt.
Form 1: ausschließlicher Schutz vor Feststoffen, eingeschränkter Spritzschutz, weder flüssigkeits- noch gasdicht
Persönliche Schutzausrüstung (PSA), Brandschutzkleidung, Schutzhaube (alle Hautstellen abgedeckt!)
Form 2: ausschließlicher Schutz vor Feststoffen, begrenzt flüssige Stoffe, eingeschränkt gasdicht
z.B. Spritzschutzanzug
Form 3: Schutz vor Feststoffen, flüssigen Stoffe, und Gasen/ Dämpfen
Chemikalienschutzanzug (CSA)
Bei allen Formen wird in der Regel umluftunabhängiger Atemschutz getragen oder nach Anweisung EL
2. Ist eine Schutzkleidung der Form 1 bei einem Chlorgasaustritt zugelassen/ sinnvoll ? Begründe !
Die Schutzkleidung der Form 1 besitzt keine Gasdichtigkeit und ist somit für den Gefahrstoff Chlorgas nicht
geeignet. Es besteht sonst eine hohe Eigengefährdung der Einsatzkräfte
3. Was ist die kleinste taktische Einheit im ABC Einsatz
Der Zug
4. Wie groß ist der Gefahren- und Absperrbereich im ABC- Einsatz ?
Der Gefahrenbereich sollte einem 50m Radius entsprechen, innerhalb diesen Bereiches nur Kräfte und Material
zur direkten Gefahrenabwehr Schutzkleidung, Atemschutz
Der Absperrbereich sollte einem 100m Radius entsprechen, innerhalb diesen Bereiches befinden sich
Bereitstellungsräume und Dekonbereiche der Gefahrenabwehrkräften
5. Erläutern Sie die Begriffe Einsatztoleranzwert und Arbeitsplatzgrenzwert
Der Einsatztoleranzwert (ETW) ist in ETW 1 und ETW 4 unterteilt.
ETW 1 beschreibt einen klar abgegrenzten ABC Einsatz von 1h
ETW 4 beschreibt den standardmäßig anzuwenden ABC Einsatz von 4h
bei Einsatzdauer von < 4h, arbeiten ohne Atemschutz, ohne körperliche Schäden
Der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) ist der Wert, der bei regelmäßig 8h täglich, max. 42h wöchentlich
max. erreicht/ aufgenommen werden darf (ehem. MAK- Wert)