Arzneipflanzenkunde Kap. III

Pflanzeninhaltsstoffe

Pflanzeninhaltsstoffe


Marco Schmäh
Diese Lernkarten bieten eine umfassende Übersicht über die wichtigsten Arzneipflanzen und deren Inhaltsstoffe, insbesondere Glykoside, für die Berufslehre. Sie decken verschiedene Gruppen wie Saponine, Flavonoide und Anthrachinone ab, deren Vertreter, Wirkungen und Anwendungen. Ideal für angehende Pharmazeuten und Heilpraktiker, die sich mit der Klassifizierung und Nutzung von Arzneipflanzen vertraut machen möchten.
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Catégorie
Histoire naturelle
Niveau
Apprentissage
Créé / Mis à jour
02.02.2013 / 24.04.2023

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Was sind sekundäre Pflanzenstoffe?

Die sekundären Pflanzenstoffe dienen der Pflanze z.B. als Frasschutz oder als Lockstoff für bestäubende Insekten. Aufgrund ihrer Wirksamkeit werden sie auch vom Menschen therapeutisch genutzt.

Beschreiben Sie das Zusammenspiel von Haupt- und Nebenwirkstoffen.

In Arzneipflanzen sind meist mehrere arzneilich wirksame Inhaltsstoffe vorhanen, von welchen einer der Hauptwirkstoff ist. Dieser Hauptwirkstoff wird in seiner Wirkung durch Nebenwirkstoffe synergistisch ergänzt.

Aufgrund ihrer chemischen und physikalischen Eigenschaften werden die Pflanzeninhaltsstoffe in Wirkstoffgruppen zusammengefasst. Nennen Sie diese.

- Alkaloide

- Ätherische Öle

- Bitterstoffe

- Gerbstoffe

- Glykoside

- Phytosterole

- Polysaccharide

Definieren Sie Alkaloide.

Alkaloide sind stickstoffhaltige organische, meist alkalisch reagierende Pflanzensekrete mit unterschiedlich starken physiologischen Wirkungen auf den menschlichen Organismus.

Wo kommen Alkaloide hauptsächlich vor und wie wirken Sie?

- Man findet sie in vielen Pflanzen vor allem in Samen, der Rinde und in unterirdischen Organen.

- Sie wirken auf das Zentralnervensystem mit einem breiten Wirkungsspektrum.

Welche Nebenwirkungen können bei Alkaloiden auftreten?

Einige Alkaloide sind auch Rauschgifte und führen bei unkontrollierter Anwendung zu Sinnestäuschungen, Traumzuständen und Schädigungen des ZNS.

Nennen Sie 3 besonders alkaloidreiche Pflanzenfamilien. Mit jeweils 1 Beispiel.

- Solanaceae: Nachtschattengewächse (Nicotiana tabacum - Tabak)

- Papaveraceae: Mohngewächse (Papaver somniferum - Schlafmohn)

- Ranunculaceae: Hahnefussgewächse (Aconitum napellus - Blauer Eisenhut)

Was sind ätherische Öle?

Flüchtige, meist stark riechende, Vielstoffgemsiche von öliger Konsistenz. Sie sind in der Regel bei Raumtemperatur flüchtig.

Wo kommen ätherische Öle vor?

- In der Pflanzenwelt sind ätherische Öle weit verbreitete Inhaltsstoffe.

- Pflanzen erhalten ihren charakteristischen Geruch oft durch die ätherischen Öle.

- Sie vermögen Insekten anzulocken oder abzuschrecken.

- Werden in der Pflanze in speziellen Ölbehältern gelagert.

Welche Möglichkeiten für die Gewinnung von ätherischen Ölen gibt es?

- Auspressen

- Wasserdampfdestillation

- Enfleurage

- Extraktion mit niedersiedenden Lösungsmitteln

Wann wird bei ätherisch Öl Drogen das Auspressverfahren angewandt?

Bei Ausgangsmaterial, dass grosse Mengen ätherisches Öl enthält, wie Orangen- und Citronenschalen.

Was ist das Enfleurage? Wann wird dieses angewandt?

- Das Verfahren beruht auf der Absorption der Blütenöler durch Fett.

- Bei empfindlichen Blütenölen.

Erklären Sie kurz das Extraktionsverfahren mit niedersiedenden Lösungsmitteln bei ätherischen Ölen.

Als Extraktionsmittel dienen flüchtige, niedersiedende Lösungsmittel, meist Petroläther, der Petroläther-Auszug wird bei niedriger Temperatur im Vakuum destilliert.

Nennen Sie die äusserlichen Hauptwirkungen von ätherischem Öl.

- antimikrobiell (gegen Mikroben)

- hyperämisierend (durchblutungsfördernd)

- lokal anästhesierend (betäubend)

Nennen Sie die 4/7 innerlichen Hauptwirkungen von ätherischen Ölen.

- antimikrobiell (gegen Mikroben)

- cholagog (gallentreibend)

- diuretisch (harntreibend)

- expektorierend (auswurfsfördernd)

- karminativ (gegen blähungen)

- sedativ (beruhigend)

- verdauungsfördernd

Welche unerwünschten Nebenwirkungen können bei der Einnahme von ätherischen Ölen auftreten?

Bei innerlicher Anwenung können ätherische Öle in hohen Dosen zu Üblichkeit, Erbrechen und Durchfall führen. Auch die Nieren und die Leber können geschädigt werden. Durch die Schädigung des ZNS können Schwindel, Erregung, Krämpfe und Atemlähmungen auftreten.

Welche unerwünschten Nebenwirkungen können bei der äusserlichen Anwendungen von ätherischen Ölen auftreten?

Die äusserliche Anwendung kann zu unerwünschten Hautreaktionen führen.

Was sind Stearopten und wie sollten diese aufgewahrt werden?

- Viele ätherische Öle scheiden bei der Abkühlung einen festen, kristallinen Bestandteil ab, Stearopten genannt. Bekannte Stearoptene sind Campher, Menthol und Thymol.

- Vor Licht geschützt und dicht verschlossen aufbewahren.

Definieren Sie Bitterstoffe.

Bitterstoffe schmecken schon in geringen Konzentrationen bitter und weisen einen vielfältigen chemischen Aufbau auf.

In welche Gruppen werden die Bitterstoffdrogen unterteilt?

- Amara tonica

- Amara aromatica

- Amara acria

Charakterisieren Sie die Amara tonica.

Reine Bittermittel z.B. in Enzian, Tausendgüldenkraut.

Charakterisieren Sie die Amara aromatica.

Enthalten neben Bitterstoffen ätherische Öle und schmecken deshalb bitter-aromatisch. Durch diese Kombination erweitert sich das Wirkspektrum; z.B. in Schafgarbe, Wermut.

Definieren Sie die Amara acria.

Enthalten zusätzlich Scharfstoffe und sind deshalb bitter und scharf. z.B. Ingwer.

Welches sind die 3 allgemeinen Hauptwirkungen der Bitterstoffe?

- Appetitanregend (15 - 30 Min. cor dem Essen eingenommen.)

- Verdauungsfördernd (Bei Einnahme 15 - 30 Min. nach dem Essen)

- Cholagog (Leber- Gallenanregend)

Erläutern Sie wie die Wirkung von Bitterstoffen zustande kommt.

- Erregung der Bitterrezeptoren

- Reflektorische Weiterleitung über Geschmacksnerven

- Speichel- Magensaftsekretion +

- Motorik des Magens und Dünndarms +

- Produktion von Gallensaft und Bauchspeichel +

Definieren Sie die Gerbstoffe.

Organische Verbindungen pflanzlicher Herkunft, die mit Proteinen unlösliche Komplexe bilden können.

Welches sind die allgemeinen Wirkungen von Gerbstoffen?

- adstringierend

- antibakteriell

- antiexsudativ (z.B. bei Wundwasser)

- reizmildernd (antiphlogistisch)

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Gerbstoffen auftreten?

Bei Patienten mit empfindlicher Magenschleimhaut können Gerbstoffe zu Übelkeit und Erbrechen führen.

Wie gut ist die Resorption von Gerbstoffen?

Werden von Haut und Schleimhäuten nur bedingt oder gar nicht resorbiert und haben deshalb eine lokale Wirkung.

Definieren Sie die Glykoside.

Organische Verbindungen, die aus einem Zuckeranteil (Glykon) und einem Nichtzuckeranteil (Aglykon oder Genin) bestehen.

Wie kommt die Wirkung eines Glykosids zustande?

- Das nicht gespaltene Glykosid besitzt praktisch keine Wirkung.

- Im Gegensatz zum wirksamen Aglykon ist es geruchslos

- Das Aglykon entfaltet seinen charakteristischen Geruch erst nach Abspaltung. (z.B. Cumaringeruch von welkendem Gras)

- Diese geschieht unter Wasseraufnahme (=Hydrolyse)

Wie sollten Glykosiddrogen aufbewahrt werden?

Vor Feuchtigkeit geschützt

Welche Glykosidgruppen werden unterschieden?

- Anthrachinon-Glykoside

- Cumarin-Glykoside

- Flavon-Glykoside

- Iridoid-Glykoside

- Phenol-Glykoside

- Saponin-Glykoside

Welche Indikation haben Anthrachinon-Glykoside und wie wirken sie?

- Als Kontaktlaxans bei akuter Obstipation.

- antiabsorptiv

- hydragog

- peristaltikanregend

Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Anthrachinon-Glykosiden auftreten? 4/7

- Reizwirkung auf die Darmwand

- Bauchschmerzen

- Meteorismus (Blähungen)

- Flatulenz (Furzprobleme)

- Diarrhoe (Durchfall)

- Rotfärbung des Urins

- Hyperämie im kleinen Becken

Wann sind Anthrachinon-Glykoside kontraindiziert?

- Schwangerschaft (Säuglingsdurchfall!)

- Stillzeit (Säuglingsdurchfall!)

- Menstruation

- Kinder > 10 Jahren

- Hämorrhoidalleiden

- Ileus (Darmverschluss)

Cumarin-Glykoside zeigen keine einheitlichen Wirkungen. Welche können beobachtet werden?

- antiödematös

- immunmodulierend

- hyperämisierend (äusserlich)

Wo werden Cumarine in der Pharmaindustrie eingesetzt? Nennen Sie 2 Produkte.

Sie wirken als Antagonisten (Gegenspieler) von Vitamin K blutverdünnend und werden deshalb in der Medizin als Antikoagulantien (Blutverdünner) eingesetzt.

- Sintrom

- Marcoumar

Nennen Sie 2 Synonyme für Flavone.

- Flavonoide

- Flavonoside

Wie wirken Flavon-Glykoside?

- antiarteriosklerotisch

- antiödematös

- antiphlogistisch

- diuretisch

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