Arthrose

Arthrose

Arthrose


Stefan Schmidt
Diese Karteikarten bieten eine grundlegende Einführung in Arthrose, einen Gelenkverschleiß, der zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt. Sie behandeln Ursachen, Symptome, Diagnoseverfahren wie Röntgen und Ultraschall sowie Therapien, darunter konservative Maßnahmen wie Physiotherapie und Medikamente sowie operative Eingriffe wie Gelenkersatz (TEP) und Gelenkversteifung (Arthrodese). Besonders nützlich sind sie für Medizinstudenten und Pflegekräfte, die sich mit der Behandlung und Vorbeugung von Arthrose vertraut machen möchten.
Karten
20
Lernende
12
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
27.10.2013 / 21.08.2025

Lernkarten

Arthrose - allg.?

  • entwickelt sich schleichend
  • oft Hüft- oder Kniegelenk
  • langsamer, fortlaufender Abbau des Gelenks
  • im weiteren Verlauf Versteifung und Verformung
  • Anlaufschmerz

Arthrose - Def.?

  • Als Arthrose (Gelenkverschleiß) bezeichnet man den fortschreitenden, altersbedingten Knorpelabrieb in den Gelenken
  • Bei übermäßiger oder falscher Belastung kommt es zu Schmerzen im Gelenk und gegebenenfalls zu einer Gelenkversteifung
  • Auch durch Verletzungen oder angeborene Knorpeldefekte ist ein vermehrter Gelenkverschleiß möglich
  • degenerative Gelenkerkrankung
  • grundsätzlich an allen Gelenken mörlich, aber hauptsächlich:
    • Knie – die Arthrose im Knie heißt Gonarthrose
    • Hüfte – die Arthrose im Hüftgelenk heißt Coxarthrose
  • Weitere häufig von Arthrose betroffene Gelenke sind die kleinen Wirbelsäulengelenke (Spondylarthrose) und die Gelenke an den Händen, insbesondere die:

    • Fingerendgelenke (Heberden-Arthrose),
    • Mittelgelenke (Bouchard-Arthrose) und
    • das Daumensattelgelenk (Rhizarthrose).

Arthrose - Synovia?

  • Gelenkschmiere

  • bei Bewegungen möglichst wenig Reibung entsteht und Stöße gedämpft werden

  • Außerdem versorgt die klare Flüssigkeit den Gelenkknorpel mit Nährstoffen wie Glukose oder Aminosäuren

  • Abfallprodukte werden mit ihrer Hilfe entsorgt

  • Wichtigster und mengenmäßig größter Bestandteil der Gelenkschmiere ist die Hyaluronsäure

  • In Ruhe ist die Konsistenz der Synovia eher zäh, bei Bewegung wird sie deutlich dünnflüssiger

    Zwar kann übermäßige Bewegung dem Gelenk schaden – damit ein Gelenk gut funktioniert, muss es dennoch regelmäßig bewegt werden

Arthrose - Häufigkeit?

  • Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, eine Arthrose (Gelenkverschleiß) zu bekommen: Nur etwa 9 Prozent der 20-Jährigen leiden unter einer Arthrose, während ab dem 65. Lebensjahr bei mehr als 90 Prozent aller Menschen arthrotische Veränderungen auftreten
  • Ab einem Lebensalter von 70 Jahren haben circa 40 Prozent der Bevölkerung erkennbare Zeichen einer Kniearthrose im Röntgenbild. 10 Prozent haben entsprechende Beschwerden
  • Primäre Coxarthrose: Sie macht 25 Prozent der Hüftarthrose-Fälle aus. Die meisten Betroffenen sind zwischen 50 und 60 Jahre alt, wenn bei ihnen diese Form der Hüftgelenksarthrose diagnostiziert wird.
  • Sekundäre Coxarthrose: Sie ist weitaus häufiger – 75 Prozent der Menschen mit Arthrose in der Hüfte fallen in diese Gruppe. Die Hüftarthrose ist bei ihnen als Folge einer Gelenkfehlstellung oder eines Unfalls oder im Rahmen von Durchblutungs- und Stoffwechselstörungen entstanden.

Arthrose - Ursachen?

  • In der Regel entsteht sie durch ein Missverhältnis von Belastung und Belastbarkeit des Gelenkknorpels --> durch eine erblich bedingte Störung des Knorpels oder durch eine Fehlbelastung entstehen (beispielsweise eine X-Bein-Stellung (Valgus-Fehlstellung) oder eine leichte Hüftgelenks-Fehlstellung)
  • Auch zurückliegende Verletzungen, wie Knochenbrüche oder Kapsel-Band-Verletzungen, die zu einer Instabilität des Gelenks führen, sind mögliche Arthrose-Ursachen
  • Gelenke wie Knie, Hüfte und Wirbelgelenke müssen das Körpergewicht aushalten – Übergewicht (Adipositas) kann deshalb zur Entstehung einer Arthrose beitragen
  • Als weitere Ursachen kommen Gelenkentzündungen oder folgende Stoffwechselstörungen infrage:
  • Die Bluterkrankheit (Hämophilie) kann für eine andere Form der Arthrose ursächlich sein – die hämophile Arthrose
  • Eine Arthrose wird durch eine Verletzung beziehungsweise Abnutzung des schützenden Knorpels ausgelöst --> versucht der Knochen die Überlastung auszugleichen, indem er verstärkt Knochensubstanz bildet

Arthrose - Symptome?

  • Eine Arthrose (Gelenkverschleiß) zeigt sich vor allem durch Symptome wie Gelenkschmerzen und steife Gelenke
  • Vor allem stoßartige Bewegungen, wie beim Hinabsteigen einer Treppe, sind bei einer Kniearthrose schmerzhaft
  • Weitere Arthrose-Symptome sind der sogenannte Anlaufschmerz und eine kurze Morgensteifigkeit der Gelenke
  • Bei fortgeschrittener Arthrose treten Symptome durch den Knorpelabrieb auf: Das Gelenk ist gereizt und deshalb oft geschwollen, vermehrt mit Flüssigkeit gefüllt und kann sich verformen.

Arthrose - Diagnose?

  • Bei einer Arthrose (Gelenkverschleiß) stellt der Arzt die Diagnose meist schon anhand der typischen Beschwerden sowie der von außen erkennbaren Eigenschaften der Gelenke.
  • In einer körperlichen Untersuchung beurteilt der Arzt:
    • Bewegungsumfang und -schmerz
    • Bandstabilität
    • Schwellungen
    • Hautveränderungen
    • druckschmerzhafte Punkte
  • Bei Schäden der Knie- und Hüftgelenke sind Auffälligkeiten im Gangbild zu erkennen.

Arthrose - Therapie?

Ziel der Arthrose-Therapie ist es, den Schmerz im Gelenk zu lindern und dadurch den Betroffenen wieder beweglicher und leistungsfähiger zu machen. Das soll die Lebensqualität steigern und den fortschreitenden Gelenkverschleiß verzögern.

In der Regel erfolgt bei beginnender Arthrose eine konservative Behandlung. Dazu zählen physikalische und orthopädische Therapie sowie bei vorhandenem Übergewicht Maßnahmen zur Gewichtsreduktion. Zeigt eine konservative Arthrose-Behandlung keinen Erfolg oder ist der Schaden am Gelenk so groß, dass andere Maßnahmen nicht mehr helfen, können operative Maßnahmen erwogen werden. Am häufigsten kommen hierbei ein künstliches Gelenk (TEP) oder eine Gelenkversteifung (Arthrodese) zum Einsatz.

Arthrose - konservative Therapie?

Beratung

Erster Schritt der Arthrose-Therapie ist eine ausführliche Beratung über

  • den natürlichen Verlauf der Krankheit
  • das alltägliche Verhalten
  • körperliche Belastung in Beruf und Sport
  • den Einfluss von Übergewicht
  • die Folgen von Bewegungsmangel
  • regelmäßige Übungen, um schwache Muskeln zu kräftigen
  • gezielte gelenkschonende Maßnahmen wie eine Knieschule

Arthrose - Medikamente?

  • Schmerzmittel (Analgetika), z.B. mit dem Wirkstoff Paracetamol
  • kortisonfreie Entzündungshemmer (nicht-steroidale Antirheumatika, NSAR), in Form von Tabletten oder als Salbe beziehungsweise Gel, z.B. mit den Wirkstoffen Diclofenac oder Ibuprofen
  • Gelenkinjektionen und Spülung des Gelenks mit Kortisonpräparaten in entzündlichen Phasen oder mit lokalen Betäubungsmitteln als akute Schmerztherapie
  • Chondroitin, Glucosamin und Hyaluronsäure --> wissenschaftlich nicht erwiesen

Arthrose - physikalische Therapie?

Arthrose - orthopädische Therapie?

  • Pufferabsätze, Schuhaußen- beziehungsweise -innenranderhöhung
  • Handstock oder Unterarmgehstützen
  • Fersenkissen
  • Bandagen
  • Keilkissen, Sitzerhöhungen

Arthrose - operative Therapie

Arthrose - TEP?

Bei einer fortgeschrittenen Arthrose (Gelenkverschleiß) ist die endgültige Therapie oft der künstliche Gelenkersatz (Totalendoprothese, TEP). Am häufigsten wird das Hüftgelenk und am zweithäufigsten das Kniegelenk ersetzt. Aber auch bei den meisten anderen Gelenken kann man eine Endoprothese einsetzen.

Künstliche Gelenke halten abhängig vom Material durchschnittlich etwa 15 bis 20 Jahre. Danach ist es möglich, das alte künstliche Gelenk gegen eine neue Endoprothese auszutauschen. Oft hält dieses zweite Ersatzgelenk jedoch nicht mehr so lange wie das erste – und ein erneuter Austausch kann schwierig oder gar unmöglich sein. Daher wird besonders bei jüngeren Menschen der Zeitpunkt der Operation so lange wie möglich aufgeschoben. Die behandelnden Ärzte versuchen dann, die Symptome der Arthrose zunächst mit nicht-operativen Maßnahmen zu lindern. Sie sprechen dann von einer konservativen Therapie.

Arthrose - Arthrodese?

Ist eine Arthrose weit fortgeschritten und das instabile Gelenk operativ nicht mehr zu behandeln, wird eine Arthrodese (Gelenkversteifung) durchgeführt. In einer Operation verbindet der Arzt dabei die Knochen mit Schrauben und Metallplatten untereinander, sodass im erkrankten Gelenk keine Bewegung mehr möglich ist. Ziel der Arthrodese ist es, eine schmerzfreie Belastung zu ermöglichen. Die Patienten müssen allerdings in Kauf nehmen, dass sie das Gelenk nach dem Eingriff nur noch eingeschränkt bewegen können. Eine Arthrodese erfolgt in der Regel nur, wenn anderen Therapieversuche keinen Erfolg bringen.

Arthrose - Arthroskopie?

Bei einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) kann man das Gelenk ausspülen (Lavage) und eventuell durch Abrieb entstandene Knochen- und Knorpelpartikel entfernen. Gleichzeitig lassen sich dabei raue Gelenkflächen glätten und neu gebildete Knochenvorsprünge abtragen. Eine neuere Studie stellt den Sinn dieser Methode jedoch in Frage: Die Ergebnisse lassen darauf schließen, das jedenfalls im Falle einer Gonarthrose (Kniearthrose) eine Arthroskopie keine Vorteile gegenüber einer konservativen Behandlung bringt.

Arthrose - Osteotomie?

Eine Osteotomie ist eine Operation, mit der sich die Position jener Knochen korrigieren lässt, die zu einer Arthrose führen. Hierzu durchtrennt der Chirurg in der Nähe des Gelenks Knochen und fügt sie wieder fest zusammen. Dies gleicht zum Beispiel Fehlstellungen wie die sogenannten X-Beine aus. Eine Osteotomie ist vor allem bei einer Arthrose im Knie- oder Hüftgelenk sinnvoll.

Arthrose - Knorpelerstaztechniken?

Mikrofrakturierung

  • Die sogenannte Mikrofrakturierung soll das Gelenk anregen, selbst neuen Knorpel zu bilden

Abrasions-Arthroplastik
  • Hierbei fräst der Arzt zunächst mithilfe einer Arthroskopie die oberste Knochenschicht am Gelenk an. Es entstehen Blutungen aus dem intakten Knochen heraus, welche die körpereigenen Reparaturvorgänge anregen

Pridie-Bohrung
  • setzt der Arzt am Knochen unter dem schadhaften Knorpel punktförmige Verletzungen und regt so die Bildung von Faserknorpel an.

Karbonfaserstift-Implantation
  • regen das Wachstum von Bindegewebszellen in der Tiefe an, sodass sich nach einiger Zeit am Fasergerüst des Stifts eine neue Knorpeloberfläche bildet.

Mosaikplastik
  • unbeschädigter Knorpel als Ersatz für zerstörten Knorpel

Körpereigene Knorpelzellen-Transplantation

Arthrose - Ernährung?

  • genaue Einflussnahme ungeklärt
  • Gewichtsreduktion bei Adipositas

Arthrose - Vorbeugung?

 

  • Sie können einer Arthrose (Gelenkverschleiß) durch gezieltes Muskeltraining und regelmäßige Bewegung vorbeugen
  • Dies wirkt sich gleich doppelt positiv auf die Gelenke aus: Sport stärkt zum einen die Muskulatur, hilft Ihnen zum anderen aber auch dabei, überflüssige Pfunde loszuwerden, die die Gelenke belasten können. Sie sollten allerdings generell darauf achten, sich nicht zu überlasten und – besonders wenn Sie schon an einer leichten Arthrose leiden – gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren wählen.
  • Eine Gelenkfehlstellung bei Neugeborenen (z.B. Hüftdysplasie) lässt sich leicht durch eine Ultraschalluntersuchung erkennen und so frühzeitig behandeln, damit sie nicht zu einer Arthrose führt.

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