Testest


Willi Ebel
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Arbeitswissenschaften auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Themen wie Ermüdung, Leistungslohn, Zeitlohn, Arbeitszeitflexibilisierung, Sabbatical, MTM-Analyse, Leistungsgrad, Soll- und Ist-Zeiten, sowie die Gestaltung von Arbeitsplätzen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachkräfte, die sich mit der Optimierung von Arbeitsprozessen, der Gestaltung von Arbeitsplätzen und der Leistungsfähigkeit des Menschen auseinandersetzen. Sie bieten praktische Beispiele und Erklärungen, die das Verständnis für die komplexen Zusammenhänge in der Arbeitswissenschaft vertiefen.
Karten
86
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
20.05.2014 / 04.03.2021

Lernkarten

Erkläre Belastung

Die Belastung umfasst alle Anforderungen an den arbeitenden Menschen, die sich durch die Arbeitsaufgabe, Arbeitsumgebung und die Arbeitsorganisation ergeben.

Belastung für alle Menschen gleich 8h arbeiten oder 25 km einen Berg hoch fahren.

Erkläre Beanspruchung und was ist unter individueller Leistungsfähigkeit zu verstehen.

Unter Beanspruchung versteht man die durch die individuellen Eigenschaften des Menschen geprägten Reaktionen auf von außen einwirkende Belastungen.

Die individuelle Leistungsfähigkeit ist der Faktor, mit dem die Beanspruchung mit der Belastung verknüpft ist.

Beschreiben Sie die einzelnen Stufen des Übergangs von der rein energetischen
zur rein informatorischen Arbeit.

Energetisch
Mechanisch = tragen
Motorisch = montieren, Bewegungen ausführen
Reaktiv = ausweichen beim Autofahren, Infos aufnehmen und verarbeiten

Informativ
Kombinativ = Infos mit Gedächtnisinhalten verknüpfen, z.B. Konstruieren
Kreativ = Erfinden

 

Wie wird Stress ausgelöst und welche Auswirkungen kann er auf den Menschen
haben.

Biologisches System => Organismus
Psychisches System => Persönlichkeit
Soziales System => Gruppe / Organisation
Auswirkungen = Angst, fehlende Tatkraft , Unwohlfühlen

Erklären Sie an je drei Beispielen, wie sich physische und psychische
Beanspruchung messen lassen.

Beanspruchungs-Ermittlungsverfahren:

  • subjektive Techniken
    • Selbsteinschätzung (Beanspruchungsskalierung)
    • Beobachtung
  • Leistungsanalysen
    • Multimomentaufnahmen
    • Leistungserfassung
    • Problemlösungsverhalten
  • Physiologische Verfahren
    • Elektro-Kardiographie (EKG)
    • Elektro-Myographie (EMG)
    • EOG EEG
    • Körperkerntemperaturmessung

Erklären Sie den Unterschied zwischen Erkennen und Entdecken in der
Infoverarbeitung.

Die notwendigen Informationen werden durch die Sinnesorgane wahrgenommen und identifiziert.

Man unterscheidet zwischen Entdecken (Wahrnehmen) und Erkennen.

  • Entdecken (Wahrnehmen):
    • dient der Informationsaufnahme
    • erfolgt über Sinnesorgane
    • kurze verarbeitungszeit
  • Erkennen
    • Identifizieren eines Sinneseindruckes und Zuordnung an feste Begriffe
    • Merkmalsextraktion
    • Reizzusammenfassung
    • Trennung von Signal und Rauschen
    • Trennung von Nebensächlichen und Bedeutungsvollem

Erklären Sie den Unterschied zwischen dem einfachen und dem erweiterten
Belastungs- Beanspruchungskonzept.

das erweiterte Modell ist ausführlicher und aufsplitternder und es bringt Aspekte wie
Schädigungsgrenzen , Erträglichkeit oder Übung mit

Erklären Sie ausführlich, welche Aspekte nach Erkenntnissen der
Arbeitswissenschaft bei der Gestaltung eines guten Arbeitsplatzes zu
berücksichtigen sind.

Gestaltung der Arbeitsumgebung

  • Beleuchtung
  • Farbe
  • Klima
  • Schall
  • Gefahrstoffe
  • Mechanische Schwingungen
  • Strahlung

Gestaltung von Werkzeugen
(Ergonomische Gestaltung der Arbeitsmittel)
 

Gestaltung des Arbeitsfeldes

  • Anthropometrie (An Körperabmessungen angepasst)
  • Arbeitsphysiologie (an die körperliche Leistungsfähigkeit angepasst)
  • Bewegungstechnik
  • Informationstechnik
  • Sicherheitstechnik

Erklären Sie in Ihren eigenen Worten den grundsätzlichen Unterschied zwischen
der Arbeitsumgebung und dem Arbeitsfeld einer Arbeitsplatzes.

Arbeitsfeld:
z.B. Schreibtisch, Werkbank, direktes Betätigungsfeld des Arbeitenden; meist direkte
Einflussnahme durch Arbeitenden möglich.

Arbeitsumgebung:
Raum um Arbeitsplatz, z.B. Großraumbüro, Werkstatt mit den spezifischen Einflüssen
auf den Arbeitenden

Erklären Sie, was das fotometrische Entfernungsgesetz aussagt und welche
praktische Bedeutung es bei der Arbeitsplatzgestaltung hat.

Das fotometrische Entfernungsgesetz sagt aus, dass die Beleuchtungsstärke E quadratisch mit dem Abstand zur Beleuchtungsquelle abnimmt.
Um eine gute Beleuchtung zu erhalten, sollte die Lichtquelle möglichst nah an der Arbeitsfläche sein, oder die Anzahl der Beleuchtungsquellen bzw. die Leuchtstärke der Lichtquelle muss erhöht werden.

Erklären Sie anhand von je zwei Beispielen den Unterschied zwischen einer
Direkt- und einer Reflexblendung.

Direktblendung:

  • Sichtrichtung des Auges ist auf ein Fenster mit direkter Sonneneinstrahlung gerichtet.
  • Man schaut direkt in eine Lampe (Leuchtmittel)

Indirekte Blendung

  • Reflexion des Sonnenlichts auf dem Bildschirm
  • Reflexion der Beleuchtung auf glatter Oberfläche (z.B. Tischplatte)

Erklären Sie an drei Beispielen, wie eine Reflexblendung vermieden werden
kann.

  • Oberflächen reflexionsarm /-frei gestalten, z.B. matte Beschichtung
  • Reflexionsfreie Ausrichtung vom Oberflächen, z.B. Bildschirm 90° zu Fenster ausrichten
  • Indirekte Beleuchtung verwenden, keine Punktreflexion

Erklären Sie an drei Beispielen, wozu falsches Licht am Arbeitsplatz führen
kann.

Zu geringe Beleuchtungsstärke
- Ermüdung der Augen,
- Konzentrationsverlust
- geringere Sicherheit

Zu hohe Beleuchtungsstärke
- Blendung
- Ermüdung der Augen
- Qualitätsverlust
 

Falsche Lichtfarbe
- Geringere Leistungsfähigkeit
- Gestörtes Farbsehen
- Qualitätsverlust

Erklären Sie, was ein Behaglichkeitsbereich ist und erläutern Sie anhand dem
Beispiel Raumtemperatur in °C wie sich der Behaglichkeitsbereich von
Büro- und Schwerstarbeit tendenziell unterscheidet.

Behaglichkeitstemperatur:
Individueller Temperaturbereich, der von Umgebungsparametern (Lufttemperatur,
Luftbewegung, Luftfeuchte und Wärmestrahlung) und personenbezogenen Größen
(Bekleidung, Kondition, Arbeitsschwere und Konstitution) abhängt.

 

Büroarbeit:
18°C bis 24°C,optimal 21°C

Schwerstarbeit:
14°C bis 20°C, optimal 16°C

Mit zunehmender Schwere der Arbeit sinkt die Behaglichkeitstemperatur

Beschreiben Sie, was menschliche Ohr bzgl. der Lautstärke wahrnimmt, wenn
eine Schallquelle einen reinen Sinuston mit konstantem Schalldruckpegel
erzeugt, dessen Frequenz sich langsam von 10 Hz auf 30.000 Hz erhöht.

Bis zum Erreichen der Hörschwelle (ca. 16 Hz) keine akustische Wahrnehmung
Mit Erreichen der Hörschwelle relativ lauter Ton
Lautstärke nimmt bis zu gewisser Frequenz ab und steigt anschließend bis zum
Erreichen der oberen Hörgrenze zu.
Über der oberen Hörgrenze (ca. 20 kHz) keine akustische Wahrnehmung.

Erklären Sie ausführlich die Maßeinheit db(A)

dB(A) = bewertete Schalldruckpegel, kennzeichnet die Lautstärkeempfindung eines
Schallereignisses und ist somit eine subjektive Schallmessgröße

Beschreiben Sie, welche Maßnahmen zu treffen sind, wenn der Lärmpegel an
einem Arbeitsplatz über 90 db(A) ansteigt.

Es muss ein Gehörschutz getragen werden und Lärmbereiche deutlich gekennzeichnet
werden.

Beschreiben Sie drei unterschiedliche Schadstoffarten mit ihren möglichen
Entstehungsquellen, die in der Luft als Verunreinigungen vorkommen können.

Feste Gefahrstoffe:
- Stäube: Schleifen
- Rauche: Verbrennung

Flüssige Gefahrstoffe:
- Nebel: Versprühen

Gasförmige Gefahrstoffe:
- Gase: Verbrennung
- Dämpfe: Verdunsten

Erklären Sie, was Richtwerte für Schadstoffe sind, wer diese bestimmt und wo
diese festgelegt sind.

Richtwerte geben an, wie lange oder in welchem Umfang ein Mensch diesen im täglichen Arbeitsablauf ausgesetzt werden darf ohne langfristig gesundheitliche Schäden davon zu tragen, hierbei wird eine Arbeitszeit von acht Stunden zugrunde gelegt.
Bestimmt werden diese Richtwerte i. d. R. durch unabhängige Einrichtungen wie zum Beispiel Senatskommission zur Prüfung Gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Berufsgenossenschaften, Bundesgesundheitsamt etc..
Sie werden in Richtlinien und Empfehlungen niedergeschrieben.

Erklären Sie den Unterschied zwischen aktiver und passiver
Schwingungsminderung an einem konkreten Beispiel Ihrer Wahl.

Aktive Isolierung (Erreger wird isoliert):
Stromaggregat wird auf entkoppeltes Fundament gestellt

Passive Isolierung (Betroffener Arbeitsplatz wird isoliert):
Bedienerkabine wird auf entkoppeltes Fundament gestellt

Beschreiben Sie drei schädliche elektromagnetische Strahlungen in ihrer
Wirkung.

Hochfrequente Strahlung (Rundfunk, Radar, Mikrowellen):
Evtl. Einflüsse auf Nervensystem, Gehirn, Herz und Kreislauf

Optische Strahlung (Infrarot, UV, Laser):
Haut- und Augenschäden

Ionisierende Strahlung (Röntgen- und Teilchenstrahlung):
Mutationen, Krebs

Erklären Sie, welche Rolle die Anthropometrie bei der Gestaltung von
Arbeitsplätzen einnimmt.

Erkenntnisse der Anthropometrie dienen dazu Arbeitsplätze hinsichtlich der
Körpermaße, Körperhaltung und –stellung, Aktions- und Sehräume, wirtschaftlich und
human zu gestalten.

Erklären Sie den Begriff Perzentil.

Ein Perzentil gibt an wie viel Prozent der Menschen in einer Bevölkerungsgruppe in
Bezug auf ein bestimmtes Körpermaß kleiner ist als der jeweils angegebene Wert

Begründen Sie warum die Kenntnisse über Zeiten von allen Vorgängen und
Prozessen für ein Unternehmen von elementarer Bedeutung ist.

Arbeitsplanerstellung
Vorkalkulation
Terminplanung
Arbeitsplatz- und Maschinenbelegung
Materialanlieferung
Personalplanung
Kostenrechnung
Entlohnung

Erklären Sie, wo in der Regel das größte Potential steckt, die Durchlaufzeit zu
verkürzen.

Zwischenzeiten
Liegezeiten
Transportzeiten

Erklären Sie anhand von vier Beispielen, warum die Durchlaufzeit grundsätzlich
so kurz wie möglich sein sollte.

Geringere Durchlaufzeit bei gleichem Durchsatz ergibt höhere Effizienz (geringere Stückkosten)

Geringere Durchlaufzeit bedeutet geringe Kapitalkosten, da Personal, Einsatzstoffe und Maschinen „vorfinanziert“ werden

Geringere Durchlaufzeiten haben zur Folge, dass schneller auf Kundenanfragen reagiert werden kann.

Nennen Sie je drei Beispiele für planbare und für nicht planbare Tätigkeiten bei
der Abarbeitung eines Auftrages.

Planbare Tätigkeiten:

  • Transport von Materiallager zu Arbeitsplatz
  • Bearbeitung eines Teils in der Dreherei
  • Umrüstzeit eines Drehmeißels

Nichtplanbare Tätigkeiten:

  • Ausfall einer Maschine / Wartezeit für Monteur
  • Toilettengang
  • Unfall / Krankheit

Erklären Sie den Unterschied zwischen einer Haupt- und einer Nebentätigkeit in
der Ablaufartengliederung nach REFA.

Haupttätigkeit: Eigentlich Tätigkeit (z.B. Professor lehrt an FH)
 

Nebentätigkeit: Tätigkeiten die zur Erfüllung der Haupttätigkeit erforderlich sind (z.B. Professor erstellt Skript)


Nebentätigkeit dient im Gegensatz zur Haupttätigkeit zur Vorbereitung der Arbeit.

Erklären Sie wie Soll-Zeiten in der Praxis ermittelt werden können.

Soll-Zeiten werden durch Berechnung mittels MTM-Katalog, Schätzung und
Erfahrungswerte ermittelt

Erklären Sie, wie Ist-Zeiten in der Praxis ermittelt werden können.

Ist-Zeiten werden durch Selbstaufschreibung (Zeit wird selbst genommen) oder Fremdaufschreibung (Planer, Interview, Multimomenthäufigkeitsverfahren,
Multimomentzeitmessverfahren)

Erklären Sie den Unterschied zwischen Soll- und Ist-Zeiten. Nehmen Sie
gleichzeitig Stellung, ob bzw. wie es möglich ist, Ist- in Soll- Zeiten und Soll in Ist-
Zeiten zu überführen.

Soll-Zeiten:
Vorgaben durch Planer

Ist-Zeiten:
Tatsächlich anfallende Zeiten

Ist-Zeiten in Soll-Zeiten:
Soll-Zeit = Leistungsgrad in % * Ist-Zeit

Leistungsgrad = beobachtete Ist-Zeit / vorgestellte Soll-Zeit

Erklären Sie was man unter einem Leistungsgrad versteht.

Der Leistungsgrad gibt an wie viel Prozent der vorgestellten Leistung erreicht werden.

Leistungsgrad = beobachtete Ist-Leistung / vorgestellte Soll-Leistung
 

Erklären Sie, welche Vorrausetzungen der Werker bei einer Zeitaufnahme nach
REFA erfüllen muss, damit diese richtig durchgeführt werden kann.

Werker muss von Beobachter ungestört sein
Die üblichen Sicherheitsvorschriften müssen eingehalten werden
Werker soll keine Diskussion mit Beobachter führen
Die Rahmenbedingungen sollen den üblichen entsprechen, damit die Zeitaufnahme
reproduzierbar bleibt

Erklären Sie, warum eine Dokumentation der Zeitaufnahme mit genauer
Beschreibung inkl. Einer Skizze des Arbeitsplatzes notwendig ist.

Um die Reproduzierbarkeit der Zeitaufnahme zu gewährleisten und evtl.
Verbesserungsmöglichkeiten bei der Auswertung zu erkennen.

Beschreiben Sie die Unterschiede, die bei der Vorgabezeitermittlung zwischen
einer Zeitaufnahme nach REFA und einer MTM - Analyse existieren und
erklären Sie dabei auch, was man in diesem Zusammenhang unter einem
Leistungsgrad versteht und wie er ermittelt wird.

Leistungsgrad = beobachtete Ist-Leistung / vorgestellte Soll-Leistung
Der Leistungsgrad wird in der Regel durch den Beobachter geschätzt und ist zwischen
100 und 120% anzusiedeln.
Bei MTM Leistungsgrad = 100%

Erklären Sie, was man unter einer Verteilzeit versteht und wie sie ermittelt
werden kann.

Verteilzeit:
Prozentualer Anteil an Sollzeit für außerplanmäßige Verrichtungen

Persönlich:
Persönlich bedingte Unterbrechung der Tätigkeit

Sachlich:
Zusätzlich zur eigentlichen Aufgabe anfallende Tätigkeit und Unterbrechung

Was bedeutet bei MTM (Methods Time Measurement) die Codierung „R50A“?

R: Reach = Greifen
50: Abstand 50cm
A: leicht zu fassender Gegenstand

Erklären Sie. Für was eine MTM – Analyse außer der Zeitbestimmung genutzt
werden kann.

Gestaltung von Arbeitsmethoden und Erzeugnissen
Arbeitsunterweisungen

Erklären Sie, ob bzw. wie bei einer MTM – Analyse auch Zieten für das
Überlegen berücksichtigt werden.

Es werden keine Zeiten für das Überlegen berücksichtigt

Erklären Sie. Warum ein Unternehmen grundsätzlich die zur Verfügung
stehenden Maschinenkapazitäten auslasten möchte und beschreiben Sie
unterschiedliche Möglichkeiten, die es dazu im Rahmen der Arbeitzeitgestaltung
gibt.

Mit steigender Auslastung sinken die fixen Kosten.
Einführung von Mehrschichtbetrieb
Flexible Arbeitszeitmodelle

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