Aquakultur
Studiengang Agrarwissenschaften/Ökotrophologie Modul: Einführung in die Aquakultur
Studiengang Agrarwissenschaften/Ökotrophologie Modul: Einführung in die Aquakultur
-
- 1 / 103
-
Lernkarten
Was muss bei der Zufütterung in K2 Produktion berücksichtigt werden?
In den ersten 3 Wochen müssen Mais und Getreide geschrotet werden
Menge 2kg Getreide/je kg Abfischung
Gegebenenfalls Erbsen, Bohnen, Lupine in äuquivalenter Menge
Fütterungshäufigkeit: 3*wöchentlich, soviel wie aufgenommen wird
Welche Besatzdichten werden in der K3 Produktion gewählt?
Ziel: Speisefische mit 1200-1500g (regionale Unterschiede)
Mind. 4-6% Körperfettgehalt, hoher Fleischanteil
Management ähnlich wie K2 Generation
Besatz abhängig von Zielertrag und Ertragsfähigkeit der Abwachsteiche
Besatz: 150-800/ha, je nachdem, wie ertragreich der Teich ist und wie intensiv die Zufütterung
Wie können K1, K2 und K3 verlustarm überwintert werden
Gute Konditionierung (Körpermasse, Körperfettgehalt)
Tiefe der Brutstreckteiche mind. 1,8m
Winterteiche: extra um Fische überwintern lassen zu können, ermöglichen zudem die winterliche Trockenlegung der Aufzucht-, Streck- und Abwachsteiche
Tiefe vor dem Mönch nach Möglichkeit 2-2,5m, mindestens 1,8
Sauerstoffgesättigtes Zulaufwasser, mind. 2l/s je ha
Trockenlegen im Sommer zur Seuchenhygiene und Reduktion organischer Substanzen
Fütterung der Fische nach Bedarf mit hochproteinhaltigen Futtermitteln mind. 30-40%
Definieren Sie die Kreislaufanlagensysteme und erläutern das Funktionsprinzip
Durch die Wiederverwertung des Wassers liegt des Wasserverlust normalwerweise unter 10% des Anlagevolumens, pro Tag
Geschlossene Kreislaufanlagen: Produktionsmedium Wasserwird durch Kreislaufführung über Reinigungsteil und Vorrichtung zur Wiederanreicherung mit Sauerstoff zur vollständigen Wiederverwertung nutzbar gemacht
Teuer, lohnt sich deshalb nur für hochpreisige Fischarten und hohe Intensitäten
Welche Produktionsstufen können in Kreislaufanlagen umgesetzt werden?
Aufzucht von vorgestreckten Fischen
Erzeugung von Satzfischen
Erzeugung von Speisefischen
Aufzucht und Haltung von Laichfischen
Erzeugung von größeren Fischen (Störe)
Unter Nutzung von angepassten Futtermitteln ist eine Produktion von Fischen jeglicher Größe in Kreislaufanlagen möglich
Welche Nährstoffe fallen in der Fischproduktion unter Nutzung von Futtermitteln an,
woher stammen diese und in welcher Form liegen diese vor?
Nährstoffausscheidungen der Fische N, C mit potentiell fischtoxischer Relevanz (P nicht fischtoxisch): 50-70% des FM-Stickstoffs werden ausgeschieden, 70% gelöst als Ammoniak oder Harnstoff und 30% partikulär in organischer Substanz
40-60% FM-P werden ausgeschieden, 30% gelöst und 70% partikulär
Futtermittelreste
Abgestorbene Biomasse
Welche Verfahren und Komponenten können zur Reinigung des Prozesswassers in Kreislaufanlagen eingesetzt werden?
Mechanische Abscheidung organischer Substanz vor Nitrifikation, sonst würden sich Bakterien auf Filtersubstrat ansiedeln
Mechanische Filter: zur Abscheidung organischer Substanz
Biologische Filter: Nitrifikation und evt. Denitrifikation
Mechanisch:
Wirbelstromseperator: basiert auf Fliehkraft
Sedimentsbecken,
Abschäumer: Feststoffseperation durch Anlagerung von Gasblasen an Festkörpern, Ozongabe zur besseren Schaumbildung
Lamellenabscheider, Mikrosiebfilter: auf austauschbarer Filtergaze werden Partikel zurückgehalten und gesammelt, Spülung wirkt gegen Zusetzen, hoher Energieaufwand durch Wasser und Strom
Sedimentationsverfahren: Partikel sollen sich in beruhigten Zonen absetzen, hoher Flächenaufwand, Partikel unter 40mikrometer nicht fassbar, aber energetisch günstig
Biologisch: Tropfkörper, getauchtes Festbett, Wirbelbett, Rotationstauchkörper
Bei Nitrifikation wird toxischer Ammoniumstickstoff über Nitrit zu Nitrat abgebaut
Belebungsverfahren, Biofolmverfahren oder Naturnahe Verfahren, hauptsächlich genutzt sind Biofilmverfahren, wie oben erwähnt. Hierbei werden MO auf festen Flächen in Bioreaktor angesiedelt und bilden dann Biofilm
Unterscheidung zwischen getauchtem und getropften Biofilm (getaucht: Festbetten oder Tauchkörper, getropft: Tropfkörper)
Tropfkörper werden großflächig aufgebracht, Gefahr der Verstopfung, Effektivität verhältnismäßig gering
Warum ist die mechanische Reinigungseinheit vor der biologischen in der Wasseraufbereitungseinheit einzusetzen?
Weil damit zuerst die größeren Partikel entfernt werden können
Erläutern Sie den Verlauf der nachzuweisenden Stickstoffverbindungen während der Einlaufphase von Biofiltern.
Oxidation des Stickstoffs à Nitrifikation
Getauchte Filterbetten sind aufgebaut, wie Tropfkörper und liegen auf Boden auf,
Sauerstoff muss eingebracht werden
Verstopfung macht Rückspülung notwendig, bei der eine Menge Bakterienbiomasse abgetragen werden kann
Diskontinuierliche Nitrifikationsleistungen
Rotationstauchkörper gute Sauerstoffaufnahme der Bakterien, gute Raumumsatzleistungen
Warum und wie wird in Kreislaufsystemen eine pH-Stabilisierung erreicht?
Einsatz von fakultativ anaeroben Bakterien, deren Reaktion die Nitrifikation abpuffern (Denitrifikation) wirkt pH-Wert stabilisierend
Karbonate werden kontinuierlich zugegeben, über Bandfutterautomaten etc.
Durch Nitrifikation fällt der pHWert ab
Entkeimung mittels UV oder Ozon
Erläutern Sie Vor- und Nachteile von Kreislaufsystemen.
Vorteile: Wiederverwendung des Wassers, geringe Verluste
Nur geringe Fläche wird benötigt
Hohe Technologien können eingesetzt werden, dadurch ist manueller Einsatz vermindert
Gute Quarantänestationen für Satzfische mit guter Überwachung des Fischbestandes Speisefischproduktion ist über das ganze Jahr notwendig Nachteile: Noch nicht alle Teile sind ausgereift Betreiber besitzen oft noch nicht genügend Kenntnisse Durch Kreislaufführung können sich pathogene Erreger schnell im gesamten Bestand ausbreiten Behandlung von Fischkrankheiten ist schwierig Hohe Investitionskosten Therapeutika gegen Fischkrankheiten beeinflussen mikrobielle Nitrifikation der biologischen Reinigungseinheit
Erläutern Sie das Funktionsprinzip von Netzkäfigen
Netze werden in größeren Systemen ausgebracht, so wird das Gehege automatisch durchflossen
An Schwimmsteganlagen und im Boden hängend verankert
Setzt größere natürliche/künstlich angelegte wasserreservoire voraus mit kontinuierlicher Durchströmung
Meere, Seen, tiefe Teiche, große Flüsse
Geringer Investitionsaufwand
Fischarten: Lachs, Regenbogenforelle, Milchfische, Wolfsbarsch, Goldbrasse
In BRD nur wenige Anlagen
Mittlere besatzdichten 10-50kg/kubikmeter, Bedarfsgerechte Zufütterung
Problem: Handhabbarkeit der ins Wasser abgegebenen Nährstoffe
Auffangplanen sollen zu große Nährstoffausträge verhindern
Produktion von Makroalgen, filtrierenden Mollusken in Nähe der Netzgehege um Nährstoffausträge zu minimieren
Produktionshöhe sollte Gewässer angepasst werden, um Nährstoffüberbelastungen zu vermeiden, die zu einem Ungleichgewicht führen könnten
Generell alle Produktionsstufen möglich, aber kleine Netze wachsen schnell zu
Zwei Arten: Haltung mit reiner Naturnahrung und Fischhaltung mit Fütterung/Zufütterung
Bei Naturnahrung wird durch beleuchtete Netze Zooplankton als Nahrung angelockt
Fütterung in Netzkäfigen manuell oder automatisiert (Pendelfutterautomaten, Druckluftfütterer)
Schätzen Sie die ökologische Relevanz von Netzkäfigen ein
Wichtig ist es, darauf zu achten, das die Bestandsdichte den gegebenheiten im Gewässer angepasst wird und keine Nährstoffüberschüsse zu erwarten sind, die das Ökogleichgewicht stören könnten
Verwendung von Antifoulingsubstanzen ist kritisch einzuschätzen
Welche Faktoren sind bei der Standortauswahl von Netzkäfigsystemen zu bedenken?
Meere, Seen, tiefe Teiche, große Flüsse
Kontinuierliche Durchströmung muss gegeben sein
Makroalgen, Filtrierer können in der Nähe angesiedelt werden, um das Wasser zu reinigen
Natürliche Belastbarkeit des Wassers muss berücksichtigt werden
Standortauswahl bezüglich:
Wasserqualität
Wasseraustausch
Sediment
Bodentierfauna
Fischfauna
Verhältnis geplante Produktion zu Gewässergröße (Belastbarkeit)
Welche Aufzuchtvarianten können in Netzkäfigen genutzt werden?
Generell können alle Produktionsstufen in Netzkäfigen realisiert werden, allerdings müssen Larvalstadium die Netze so engmaschig sein, dass diese schnell verstopfen und häufig gereinigt oder ausgetauscht werden müssen
Zudem ist sowohl manuelle als auch automatisierte Fütterung möglich