Antimykobakterielle Wirkstoffe

Antimykobakterielle Wirkstoffe

Antimykobakterielle Wirkstoffe


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über antimykobakterielle Wirkstoffe, die auf Universitätsniveau relevant sind. Sie konzentrieren sich auf verschiedene Hemmstoffe wie Rifampicin, Cycloserin und Dapson, die die Zellwandfunktion, RNA-Polymerase oder Folsäuresynthese beeinflussen. Die Karteikarten behandeln auch die Wirkmechanismen und Anwendungen dieser Substanzen, insbesondere bei Tuberkulose und Lepra. Medizinstudenten und Fachleute profitieren von diesen Informationen, um die Behandlung mykobakterieller Infektionen besser zu verstehen und anzuwenden.
Cartes-fiches
21
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2
Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
14.07.2016 / 08.01.2017

Cartes-fiches

Charakteristikum Mykobakterium

hoher Anteil an langkettigen, alpha-verzweigten C40 bis C60 Fettsäuren, den sog. Mycolsäuren, in der Zellwand
=> hohe Widerstandsfähigkeit gegen viele antibakterielle Wirkstoffe!

Einteilung der Wirkstoffe

Einteilung der Wirkstoffe:
• Hemmstoffe der mykobakteriellen Zellwandfunktion z.B. Isoniazid, Ethambutol
• Hemmstoffe der bakteriellen Zellwandsynthese z.B.Terizidon, D-Cycloserin (aktiver Metabolit von Terizidon)
• Hemmstoffe der RNA-Polymerase z.B. Rifampicin, Rifabutin
• Hemmstoffe der Folsäuresynthese z.B. Dapson
• Hemmstoffe der Proteinbiosynthese z.B. Streptomycin

oft Kombination aus 4 unterschiedlichen Klassen

Wie lange muss therapiert werden?

mindestens 6 Monate, da Mykobakterien sehr widerstandsfähig sind

wichtigste Mykobakterien

Mykobakterium tuberculosis (Tuberkulose), Mykobakterium leprae (Lepra)

Standard-Tuberkulose-Therapie

Isoniazid + Rifampicin + Ethambutol + Pyrazinamid

Isoniazid Struktur, Abkürzung für..

Hemmstoff der mykobakteriellen Zellwandfunktion

Abkürzung für Isonicotinsäurehydrazid

Hydrazin-Gruppe

• schnelle Resorption nach p.o. Einnahme, HWZ: 1 - 4,4 h (Pharmakogenetik!)

Protionamid

Hemmstoff der mykobakteriellen Zellwandfunktion

• vollständige Resorption nach p.o. Applikation

Isoniazid und Protionamid Wirkmechanismus

Abkürzung für Enoyl-ACP-Reduktase

InHa

Bioaktivierung Isoniazid

Isoniazid InhA Bindung

direkte Interaktion mit Basen, nicht mit Phosphaten

InhA: beim Aufbau der Mykolsäuren reduziert es die DoBi zwischen alpha, beta C

Isoniazid Biotransformation wichtig!!

Pyrazinamid

Hemmstoff der mykobakteriellen Zellwandfunktion

Prodrug: wird enzymatisch zu Pyrazinsäure hydrolysiert, die (Mycol-)Fettsäuresynthase I (FASI) hemmt.
• Besonders in sauren Arealen (z.B. in Phagolysosomen) gut wirksam: undiss. Säure ist Wirkform!?

Ethambutol

Hemmstoff der mykobakteriellen Zellwandfunktion

• nur rechtsdrehendes S,S-konfiguriertes Enantiomer ist wirksam.
• bakteriostatisch
• hemmt Arabinosyl-Transferasen (Zellwandaufbau) indem es die Akkumulation von Decaprenyl-P-
Arabinose induziert

Terizidon

Hemmstoff der mykobakteriellen Zellwandsynthese

• Terephthaldialdehyd gekoppelt mit D-Cycloserin
• D-Cycloserin wird von D-Ala-Carrier der Bakterienzelle erkannt und aufgenommen
• D-Cycloserin hemmt die D-Alanin-Racemase

D-Cycloserin

Hemmstoff der mykobakteriellen Zellwandsynthese, Metabolit von Terizidon

• Terephthaldialdehyd gekoppelt mit D-Cycloserin
• D-Cycloserin wird von D-Ala-Carrier der Bakterienzelle erkannt und aufgenommen
• D-Cycloserin hemmt die D-Alanin-Racemase

Rifampicin

Hemmstoffe der DNA-abhängigen RNA-Polymerase

Ansa-Verbindung: planares Ringsystem + Henkel

• partialsynthetisch
• wirkt geg. versch. Mykobakterien und grampositive Bakterien
• in Kombination mit Isoniazid, Pyrazinamid, oder Ethambutol zur Verringerung von Resistenzen
• lipophil, gut resorbierbar, überwindet B/H-Schranke und Plazenta
• Metabolismus: Deacetylierung and C21-OH;
• starker CYP Induktor, speziell CYP3A4! Verkürzung der HWZ von 2-5 h auf 1-2 h nach

Bindung von Rifampicin an die bakt. RNA-Polymerase

Rifabutin

Hemmstoffe der DNA-abhängigen RNA-Polymerase

• partialsynthetisch,
• bei M. tuberculosum 10-fach potenter als Rifampicin
• geringere Resorption als Rifampicin, aber Anreicherung in Geweben und Zellen
• 5- bis 10-fach höhere Konz in der Lunge als im Plasma
• ebenfalls CYP3A4-Induktor und wird auch von diesem metabolisiert.

Rifaximin

Hemmstoffe der DNA-abhängigen RNA-Polymerase

• halbsynthetisches Rifampicin-Derivat
• bei Reisediarrhö Erwachsener
• seit 1987 in Italien, seit 2008 in D.

Dapson

• Lepra-Therapie und entzündlicher Hauterkrankungen
• ähnlich wie bei Sulfonamiden Hemmung der bakt. Folsäuresynthese,
Mechanismus jedoch unklar

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