Antihypertensiva

Pharmavorlesung zu Antihypertensiva (Vorlesung von Manuel Haschke, MD)

Pharmavorlesung zu Antihypertensiva (Vorlesung von Manuel Haschke, MD)


L. G.
Diese Lernkarten decken das Thema Antihypertensiva auf Universitätsniveau ab. Sie konzentrieren sich auf verschiedene Wirkstoffe wie ACE-Hemmer, Betablocker, Calciumantagonisten und Diuretika, deren Wirkmechanismen, Indikationen und Nebenwirkungen. Besonders hervorgehoben werden die Interaktionen und Kontraindikationen dieser Medikamente, sowie deren Anwendung bei spezifischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Karteikarten sind ideal für Medizinstudenten und Ärzte, die ihr Wissen über die Behandlung von Bluthochdruck und verwandten Zuständen vertiefen möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
22.12.2015 / 05.07.2022

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Welche Antihypertensiva (Gruppe) gehören zu den RAAS-Hemmer?

  • ACE-Hemmer
  • ARB (Angiotensin-Rezeptorblocker)
  • (Im normalen Gebrauch zählen da die Reninhemmer und die Aldosteron-Rezeptorblocker nicht dazu)

Welche physiologischen Blutdruckregulationsmechanismen gibt es?

1. momentane Anpassungen:

  • Das sympatische Nervensystem verändert die Herzaktivität und die Arteriolenweite.

2. mittelschnelle Anpassungen:

  • Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, genauer gesagt die Angiotensin II Wirkung  (In kürze: Angiotensin II macht Vasokonstriktion, Aldosteron sorgt für Natrium- und Wasserretention und scheidet dafür vermehrt Kalium aus)

3. langfristige Blutdruckanpassung:

  • Die Aldosternwirkung des RAAS

Welche Aussage zu ACE-Hemmer stimmt?

Wie ist der Wirkmechanismus von ACE-Hemmern?

Der ACE-Hemmer hat eine ähnliche Struktur wie Angiotensin I und kann Anstelle von Angiotensin I an ACE reversibel binden (kompetitiver Hemmer).

Damit wird die Umwandlung von Angiotensin I in Angiotensin II verhindert. Die Wirkung Angiotensin II wird damit verhindert. Eine dieser Wirkungen ist die Aktivierung der Aldosteronausschüttung, wodurch die Wasser und Natriumretendierende Wirkund des Aldosterones ebenfalls verhindert wird. Weitere Blutdruckregulierende Wirkungen des Angiotensin II welche wegfallen sind eine Aktivierung des Sympathikus und eine Vasokonstriktion.

Was haben Captopril und Lisinopril gemeinsam? (Aplus)

Wo liegt ungefähr die Bioverfügbarkeit von ACE-Hemmer bei oraler Aufnahme und ist dies als gut oder schlecht zu werten?

Die Bioverfügbarkeit liegt bei ca. 60-70%, dies kann als gute Resorption bezeichnet werden.

Beginnt man bei ACE-Hemmer tendenziell zu hoch, zu tief oder ganz klar zu hoch oder zu tief? Begründe!

Bei ACE-Hemmern soll mit tiefen Dosen begonnen werden. Wie stark ein Patient auf eine ACE-Hemmer reagiert und welche Dosis nötig ist, ist sehr variabel und leider nicht vorher zu sagen. Um eine Hypothonie zu verhindert beginnt man mit tiefen Dosen.

Hinzu kommt, das die Dosis-Wirkungskurve bei tiegen Dosen sehr steil verläuft und dann früh ein Plateau erreicht.

Eine zuhohe Anfangsdosis hat insbesondere bei Herzinsuffizienz negative Einflüsse: Da durch die Herzinsuffizienz das RAAS auf Hochturen läuft, kann eine Hemmung dieses schnell zu einer gravierenden Hypthonie führen. Nach einer tiefen Anfangsdosis kann dann die Dosis, wenn sich das RAAS an die neue Situation gewöhnt hat, gesteigert werden.

Für welche Indikationen sind ACE-Hemmer geeignet?

  • arterielle Hypertonie
  • Herzinsuffizienz (Nachlastsenkung) --> ihre lebensverlängernde Wirkung bei Herzinsuffizienz konnte bewiesen werden.
  • nach Myokradinfakt --> Das Remodelling wird vermindert
  • Diabetische Nephropathie --> Es konnte unter ACE-Hemmern eine Reduktion der Mikroalbuminurie gezeigt werden

Mit welchem anderen Antihypertensiva kann man ACE-Hemmer besonder gut Kombinieren und auf was ist dabei zuachten?

Eine Gute Kombination sind ACE-Hemmer und Diuretika (insbesondere Thiazide), damit kann ein synergistischer Effekt erreicht werden.

 

Dabei ist auf folgendes zu achten:

  • Bei Beginn der ACE-Hemmer-Therapie soll das Diuretikum in den ersten Tagen pausiert werden.
  • Bei Kombination mit kaliumsparenden Diuretika steigt das Risiko für eine Hyperkaliämie
  • Dagegen kann mit einer Kombination eines nicht kaliumsparenden Diuretikums und einem ACE-Hemmer das Risiko sowohl der Hyper- wie der Hypokaliämie gesenkt werden.

Auf welche Interaktionen sind bei ACE-Hemmer zu achten?

- Bei Kombination mir Diuretika kommt es zu einer synergistischen Steigerung der Wirkung, wodurch die Gefahr einer Hyoptonie berücksichtigt werden soll.

Bei Kombination mit kaliumsparenden Diuretika steigt das Risiko für eine Hyperkaliämie, da beide eine Kaliumretention bewirken.

In Kombination mit Aldosteronantagonisten (verstehe diesen Sinn leide nicht, wo ist da der Benefit???) steigt das Risiko einer Hyperkaliämie ebenfalls

Bei gleichzeitiger Einnahme von ACE-Hemmer und Kaliumersatz erhöht sich ebenfalls das Risiko zur Hyperkaliämie

NSAR setzten den antihypertensiven Effekt der ACE-Hemmer herab.

Zu welcher Medikamentengruppe gehören Substanzen der Endung -sartan?

ARBs (Angiotensin II-Rezeptor-Blocker)

Zu welcher Medikamentengruppe gehören Substanzen der Endung -pril?

ACE-Hemmer

Zu welcher Medikamentengruppe gehören Substanzen der Endung -lol?

Betablocker

Zu welcher Medikamentengruppe gehören Substanzen der Endung -dipin?

Dihydropyridine (Ca2+-Antagonisten)

Welche Dosis-Range kommt bei Enalapril (Reniten) zum Einsatz?

10-40mg/Tag

Welche Wirkdauer hat Enalapril (Reniten)?

24h --> Es muss entsprechend nur einmal am Tag eingenommen werden.

Auf welchem Weg werden ACE-Hemmer vorwiegend eliminiert? Und welchen Schluss soll man daraus schliessen?

ACE-Hemmer werden überwigend renal eliminiert. --> Bei  verminderter Nierenfunktion muss die Dosis verringert werden.

PS: Enalapril (Reniten) ist der einzige ACE-Hemmer, welcher dialysierbar ist.

Welche Halbwertszeit hat Enalapril (Reniten)?

11h

Welche Dosis wird bei Lisinopril (Zestril) gewählt?

10-40mg --> analog Enalapril (Reniten)

Wie lange ist die Halbwertszeit von Lisinopril (Zestril)

13h

Welche Wirkdauer zeigt Lisinopril (Zestril)?

24h --> analog Enalapril (Reniten)

Welche Dosis wählt man bei Ramipril (Triatec)?

2.5 - 10mg

Welche Halbwertszeit hat Ramipril (Triatec)?

11-17h

Welche Wirkdauer zeigt Ramipril (Triatec)?

24h --> analog Enalapril (Reniten)

Welche Dosis ist bei Perindopril (Coversum) zu wählen?

4-8mg

Welche Halbwertszeit zeigt Perindopril (Coversum)?

9h

Wie ist die Wirkdauer von Perindopril (Coversum)?

über 24h!!!

Welche Kontraindikationen sind bei ACE-Hemmern zu beachten?

  • Schwangerschaft!!!! (Bei Frauen in gebärfähigem alter sollten ACE-Hemmer vermieden werden oder eine sichere Verhüttung sichergestellt sein) -->  ACE-Hemmer führen zu Störung der fötalen Nierenentwicklung
  • Aortenstenosen --> da kommt es zu einer koronaren Minderperfusion unter ACE-Hemmern
  • beidseitige Nierenarterienstenose --> der hohe systemische Blutdruck stellt die Nierendurchblutung sicher, diese kann unter ACE-Hemmer nicht mehr aufrecht erhalten werden.
  • hereditäre angioneurotische Ödeme --> Die Hemmung vom Abbau der Kinine begünstigt bei diesen Patienten den Ödemzustand, da Kinine eine ödemfördernde Wirkung haben.
  • primärer Aldosteronismus --> weil die Ursache der Hypertonie bei einer Aldosteronproduktion unabhängig des Angitensin II liegt, haben ACE-Hemmer nicht die geringste Wirkung (Renin und Angiotensin sind eh schon tief, aufgrund der Gegenregulation wegen der hohen Aldosteronkonzentration).
  • schwere Niereninsuffizienz --> ACE-Hemmer werden überwiegend renal eliminiert.

 

--> die entsprechenden Erklärungen stehen nicht zum lernen geschrieben, helfen mir aber mich an die entsprechenden Kontraindikationen zu errinnern!!

Was sind die wichtigsten Nebenwirkungen (UAW) von ACE-Hemmer? Und welche davon sind Gruppeneffekte?

Hypotonie (insbesondere bei Volumenmangel) --> Gruppeneffekt

Reizhusten (bei 10-20%, schwer bei 1%) --> Gruppeneffekt

Hyperkaliämie (insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion) --> Gruppeneffekt

Verschlechterung der Nierenfunktion (weil die glomerulärer Filtrationsdruck und damit die GFR ist abhängig von der Vasokonstriktion des Vas efferens das durch Angiotensin II vermittelt wird) --> Gruppeneffekt

Angioneurotische Ödeme (bei weniger als 0.1%, aber wenn es auftrit braucht es eine Allergiepass für ACE-Hemmer) --> Gruppeneffekt

Cholestatische Hepatopathie --> Gruppeneffekt??

Hautreaktionen --> kein Gruppeneffekt

Auf welches Antihypertensiva kann umgestiegen werden, wenn die ACE-Hemmer zwar ihr Ziel erreichen aber zu nicht tolerablem Husten führen?

Ideal sind ARB (Angiotensin II-Rezeptorblocker) da diese auf das selbe System (RAAS) abziehlen.

Wie kommt es zu dem für ACE-Hemmer typischen trockenen Husten als Nebenwirkung?

Das AC-Enzym spaltet nicht nur Angiotensin I in Angiotensin II sondern es spaltet auch Bradykinin in seine inaktiven Spaltprodukten. Dieses Bradykinin kommt auch in der Bronchialschleimhaut vor und verursacht dort, da sein Abbau verlangsamt ist einen Hustenreiz.

Was versteht man unter Gruppenspezifischen Nebenwirkungen?

Dabei meint man, das wenn ein Patient mit einer Nebenwirkung auf ein Medikament reagiert. Er auf ein Medikament der selben Gruppe ebenfalls mit dieser Nebenwirkung reagieren wird. (Z.B. Enalapril löst einen Reizhusten bei einem Patienten aus, so werden alle anderen ACE-Hemmer ebenfalls eine Reizhusten bei diesem Patienten auslösen)

Welche der folgenden Aussagen zu ACE-Hemmern stimmen?

Welche Indikationen gelten für allenAngiotensin II-Rezepror-Blocker?

arterielle Hypertonie

Welche Indikationen gelten für die Angiotensin II-Rezeptorblocker Candesartan?

arterielle Hyperthonie

Herzinsuffizienz bei ACE-Hemmer-Intoleranz

Welche Indikationen gelten für die Angiotensin II-Rezeptorblocker Valsartan?

arterielle Hypertonie

Herzinsuffizienz bei ACE-Hemmer-Intoleranz

Welche Indikationen gelten für die Angiotensin II-Rezeptorblocker Losartan?

arterielle Hypertonie

Herzinsuffizienz bei ACE-Hemmer-Intoleranz

diabethische Nephropathie

Welche Indikationen gelten für die Angiotensin II-Rezeptorblocker Irbesartan?

arterielle Hypertonie

diabethische Nephropathie

Welche Indikationen gelten für die Angiotensin II-Rezeptorblocker Telmisartan?

arterielle Hypertonie

kardiovaskulärs Risiko stark erhöht --> Es konnt ein einer Studie gezeigt werden, dass Telmisartan das Risiko für Herzinfarkte und Schlanganfälle bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten zu senken vermag.

Mit welchen Nebenwirkungen ist bei Angiotensin II-Rezeptor-Blocker zu rechnen?

  • Kopfschmerzen (20%)
  • Müdigkeit (6%)
  • Angioödeme
  • Hyperkaliämie
  • Verschlechterung der Nierenfunktion

--> analog ACE-Hemmer ohne Husten, der Husten war bei der Placebogruppe genau gleich häufig wie im Kollektiv, welches Angiotendin II-Rezeptor-Blocker bekommen hat.

Étudier