Antiemetika

Serotonin-Antagonisten

Serotonin-Antagonisten


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Antiemetika und deren Wirkmechanismen auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Rezeptoren wie 5-HT3, Neurokinin1 und H1, sowie auf Wirkstoffe wie Sertrone, Granisetron und Neurokinin1-Antagonisten. Die Karteikarten eignen sich besonders für Medizinstudenten und Fachpersonal, die sich mit der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, insbesondere bei Chemotherapie, auseinandersetzen.
Karten
28
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
22.07.2016 / 16.08.2016

Lernkarten

Welche vasomotorischen Begleitsymptome sind mit einer unbewussten Stimulation des Brechzentrums verbunden?

Schwitzen, Tachykardie

Komponenten der Übelkeit

• zentrale
•kortikale
• hypothalamische
• viszerale

Rezeptoren, die bei der Auslösung von Übelkeit und Erbrechen beteiligt sind

• D2-Rezeptoren -> blockieren insbesondere bei schwangerschaftsinduziertem Erbrechen
• 5-HT3-Rezeptoren
• H1-Rezeptoren
• muscarinerge AcCh-Rezeptoren
• Neurokinin-Rezeptoren
• Canabinoid-Rezeptoren -> endo % exogene Cannabinoide, wahrscheinlich Cannabidiol am wirksamsten

Reizschwelle des Brechzentrums hängt ab von..

- individuell unterschiedlich
- multifaktoriell beeinflußt (u.a. Arzeistoffe!)

AS, die Übelkeit und Erbrechen auslösen

Chemorezeptor-Triggerzone (zentral):

Digitalisglycoside
Apomorphin
Emetin
Histamin
Chemotherapeutika

rritation der
Chemorezeptor-Triggerzone
(zentral)
Digitalisglycoside
Apomorphin
Emetin
Histamin
Chemotherapeutika


gastorintestinalen Mucosa (peripher):

Salicylate
Aminophyllin (Chemotherapeutika auch)

Schaubild Chemo- und Strahlentherapie induziertes Erbrechen

Antiemetika Definition

Wirkstoffe, die zentral oder peripher den Brechreiz unterdrücken

Übersicht Antiemetika und jeweiliges Target

Neuroleptika (Triflupromazin)    =>    D2-Rezeptoren
5-HT3-Antagonisten („Setrone“)=>          5-HT3-Rezeptoren (peripher und zentral)
Antihistaminika (Diphenhydramin, Chlorphenoxamin, Meclozin, 1.Generation, da lipophil und ZNS gängig sein muss) => H1-Rezeptoren
Parasympatholytika (Scopolamin, Reiseübelkeit)  => muskarinerge ACh-Rezeptoren
NK1-Antagonisten => Neurokinin-Rezeptoren
Benzamid-Derivate => ?

Cinnarizin

Antiemetikum

Angriff an H1-Rezeptoren
Ca2+-Antagonistische Eigenschaften
hptsl. bei zentralen Durchblutungsstörungen

Betahistin

Antiemetika

Angriff an H1-Rezeptoren
Gefäßdilatierend im Innenohr
bei Meniere´scher Erkrankung (Störung des Gleichgewichtorgans)

5 HT3-Rezeptoren: Lokalisation, Funktion, Rezeptortyp, AS-Klassen, die darauf wirken, Struktur, Modulierbarkeit

• weit verbreitet im ZNS und peripheren Nervensytem
• beteiligt an Phänomenen wie Ängstlichkeit, Übelkeit und Alkoholismus
• Antagonisten: v.a. zur Behandlung von Chemotherapie-induzierter Nausea und Emesis und früher Stadien der Alkoholkrankeit
• einziger 5-HT-Rezeptor, der nicht zur Klasse der GPCR gehört
• Funktion: Ligand-gesteuerte Ionenkanäle (Ligand-Gated-Ion-Channels, LIGC)
• Struktur: Pentamere (homo- oder heteropentamer) aus drei unterschiedl. U.E.
• verantwortlich für schnelle Transmission von Nervenimpulsen an der Synapse
• durchlässig für einfach geladene Ionen (Na+, K+)
• Öffnung der Pore durch simultane Drehung der N-Termini aller fünf U.E. gegen Uhrzeigersinn
• post-translational modulierbar:
N-Glycosylierung: Rezeptorassemblierung
Phosphorylierung: Leitfähigkeit und Sensitivität

Aufbau des 5 HT3-Rezeptors

Cocain-Assoziation mit 5 HT3-Rezeptoren

erster identifizierter Ligand für den Rezeptor

Bemesetron

Antiemetikum: Sertron

Bemesetron (1980) erster synthetischer selektive 5HT3-Antagonist (Setron).

Therapeutisch mittlerweile irrelevant, gut ZNS gängig, da sehr lipophil, geringe Ähnlichkeit zu Serotonin da Antagonist

Ähnlichkeit zu Cocain strukturell

Homologiemodell des 5-HT3 Rezeptors (extrazelluläre Domäne)

Bindungstasche von Serotonin an 5-HT3-Rezeptor

!!!Tyrosin153: bei Serotonin keine Interaktion damit, bei Sertronen hingegen schon!!!

Ondansetron

Antiemetikum: Sertron

beim Imidazol sind beide Stickstoffe basisch

Racemat

Sertrone: strukturelle Gemeinsamkeit, Applikation, Plasmaspiegelkorrelation

• Indol-Grundgerüst
• Carbonylfunktion an Pos. 3 (Keton, Ester (labiler) und Amid möglich)
• Bas. N (alle tertiär, meist in große sperrige Moleküle eingebettet) im Abstand von 3 oder 4 weiteren
Atomen

- Granisetron: Indazol
- Ondansetron: Keton
- Tropisetron u. Dolasetron: Ester
- Granisetron: Amid

p.o. und i.v.
antiemetische Wirkung korreliert nicht mit Plasmaspiegeln (ZNS!), da alle relativ lipophil sind

Dolasetron

Antiemetikum: Sertron

gelb rot und blau markiertes ist essenziell

Granisetron

Antiemetikum: Sertron

gelb (Indazol, N-methyliert) rot und blau markiertes ist essenziell

Tropisetron

Antiemetikum: Sertron

gelb rot und blau markiertes ist essenziell

Palonosetron

Antiemetikum: Sertron

gelb rot und blau markiertes ist essenziell

Palonosetron: extrem lange HWZ 24-64 Std.

Bindung von Granisetron an den 5-HT3-Rezeptor schwarzes 3D Bild

Bindung von Granisetron an den 5-HT3-Rezeptor  grünes 2D Bild

Metabolismus und PK der Sertrone

Applikation: peroral als auch intravenös


Metabolismus:
• Hydroxylierung an Pos. 5 oder 7 (selten Phase-I-Metabolite zu finden, da die Kopplung schnell stattfindet) des Indols und anschließende Glucuronidierung oder Sulfatierung

• CYPs! (Interaktionspotential, weil Gabe bei Chemotherapie-induziertes Erbrechen)

Pharmakokinetik:
• Allg. peroral gut bioverfügbar: ca. 60 – 75 %
• gut Plasmaproteinbindung
• HWZ: relativ kurz (ca. 4-10 Std.), Tropisetron: langsame Metabolisierer (CYP2D6) bis 42 Std

Neurokinin1 (NK)-Antagonisten 

Neurokinine: Neurokinin A und –B, Substanz P
• kurze (Peptide Substanz P: 11AS), die als Neurotransmitter im ZNS und peripheren NS fungieren
• 3 Neurokinin-Rezeptoren sind bekannt (GPCRs)


• Funktionen der Neurokinine:
- Nozizeption (wichtig!)
- Entstehung gastrointestinaler Reflexe -> hier ist der Angriffspunkt
- Auslösen von Übelkeit und Erbrechen

Vasodilatation

Aprepitant

Antiemetikum: Neurokinin1 (NK)-Antagonist, hochselektiv
• hohe Lipophilie
• ausgeprägte Metabolisierung durch CYPs (3A4, 1A2, 2C19)
• meist in Komb. mit Setronen und Dexamethason zur Prävention der Nausea und Emesis bei Chemotherapierten, auch eig. bei Migräne möglich

Dosierungsempfehlungen für Setrone, Dexamethason und Aprepitant

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