Antidiabetika

orale Antidiabetika

orale Antidiabetika


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Antidiabetika und deren Wirkmechanismen auf Universitätsniveau. Sie behandeln verschiedene Substanzklassen wie Insulin, GLP-1-Inhibitoren, KATP-Kanal-Inhibitoren und Thiazolidindione, sowie deren Wirkungen, Hemmungen und Interaktionen. Besonders hervorgehoben werden die Wirkdauer, Hemmung von Enzymen wie DPP4 und die Rolle von Glucose und GIP. Diese Lernkarten sind ideal für Medizinstudenten und Fachkräfte, die sich vertieft mit der Pharmakologie von Antidiabetika auseinandersetzen möchten.
Cartes-fiches
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
28.07.2016 / 26.01.2017

Cartes-fiches

Wirkungen des Insulins

Insulinmangel Auswirkungen

Diabetes Typen

Pathophysiologische Auswirkungen des Diabetes mellitus

Wieviel Prozent der Typ 2 Diabetes Mellitus (T2DM) Patienten hat Parallelerkrankungen und ist adipös?

94% der T2DM-Patienten weisen gleichzeitig Hypertonie, Dyslipidämie, koronare Herzkrankheit oder Herzinsuffizienz auf (Metabolisches Syndrom)

• 90% aller T2DM-Patienten sind insulinresistent, 85% sind adipös!

Definition Insulinresistenz

Vermindertes Ansprechen der Zielorgane auf Insulin

Entwicklung T2DM

Ursachen der Insulinresistenz

Schritte der Reifung des Insulins

1. Proteinbiosynthese des Präproinsulins

2. Signalsequenz dirigiert Präproinsulin zum ER

3. Proteolytische Abspaltung der Signalsequenz
4. Transport zu Golgis, Verpacken in Granulas und proteolytische Abspaltung des C-Peptids = Insulin (ohne Vesikel würde es sofort abgespalten werden)

Mechanismus der Insulinfreisetzung in der Beta-Zelle des Pankreas

Signaltransduktion des Insulinrezeptors

Induktion der Insulinresistenz

Fettzellen setzen TNFa, Fettsäuren, und Resistin frei und führen vor allem zur Hemmung der Insulin-Rezeptorfunktion und zur Hemmung der Insulinrezeptor-Expression

Mediatoren der Insulinresistenz: Rolle der Adipocyten

Wofür steht FFA?

Freie Fettsäuren

Wirkmechanismen der FFA

• FFA konkurrieren als Substrat für die Energiegewinnung mit der Glukoseoxidation.

=> Glucose muss aktiv in die Zelle transportiert werden, FS nicht -> FS ist einfacher für die Energiegewinnung, Glucose verbleibt im Blut
• durch Aktivierung der Proteinkinase C hemmen FFA die Glukoseaufnahme in die Organe.
• Hemmung der Insulin-Rezeptorfunktion

Leptin Wirkung

vermindert durch Angriff an hypothalamischen Rezeptoren die Nahrungsaufnahme indem es das Sättigungsgefühl und den Energieverbrauch des Körpers erhöht. Damit wird entsprechend Körpermasse, vor allem Fettgewebe abgebaut.

Primärstruktur der aktiven Form des Insulin: physikalisch chemische Eigenschaften wie z.B. Löslichkeit, Kristallinität etc, Depot wie?

• A-Kette: 21 AS; B-Kette: 30 AS

• Disulfidbrücken: intrachenar =>innerhalb der Kette; interchenar =>zwischen den Ketten

• niedriger isoelektrischer Punkt: im pH-Bereich von 4,3 bis 6,8 ist Insulin schwer löslich

• in wässriger Lösung: als Monomer oder Dimer (konzentrationsabhängig)

• neigt zur Kristallisation: zunächst entstehen Dimere, welche sich zu Hexameren zusammenlagern (rhomboedrische Struktur). Durch Zink-Ionen begünstigt!

• Depot-Effekt bzw. langwirksames Insulin: Zugabe von Zink-Ionen oder basischen Proteinen (z.B. Protamin) führen zur Komplexbildung (hexamere Form) und erniedrigen somit die Löslichkeit.

Einteilung therapeutisch genutzter Insuline: nach welchen Kriterien eingeteilt?

Kurz wirksame Insuline („Altinsuline“)

• Schweineinsulin, Rinderinsulin, Humaninsulin

• ohne resorptionsverzögernde Zusätze

• Dimere bzw. Hexamere

• Subkutane Injektion

• Wirkungseintritt: 10 bis 30 Minuten, Wirkungsmaximum nach 1 bis 3 h, Wirkdauer 5 bis 8 h.
MERKE: nur monomeres Insulin ist bioaktiv

Rasch und kurz wirksame Insuline

• Insulin lispro (Austausch von Pro28 gegen Lys29)

• Insulin aspartat (Ersatz von Pro28 durch Aspartat) • geringe Neigung zur Selbstassoziation => schneller bioverfügbar!! • subkutane Injektion

Insulin Aspartat AS Kette

rasch wirksam

Insulin glulisin

Verzögerungsinsuline: wie wird Depotwirkung erreicht?

a) Bindung an basische Proteine - Protamin: Neutrales Protamin Hagedorn-Insulin (NPH-Insulin) - Aminoquinurid: Surfen®
b) Insulin-Zink-Suspensionen - amorph: mittlere Wirkdauer - kristallin: lange Wirkdauer
c) Veränderung der Peptidsequenz (gentechnologisch)

- Insulin glargin: B-Kette am Carboxyende um 2 Argininreste verlängert, Asn21 durch Gly ersetzt, bildet stabile Hexamere
- Insulin detemir: Thr30 fehlt, Lys29 ist myristinyliert, Myristinsäure bindet an Albumin Komplexbildung und langsame Freisetzung

Insulin glargin

Durch Einbringen von zwei basischen Aminosäuren verschiebt sich der isoelektrische Punkt zum Neutralbereich => stärkere Neigung zur Selbstassoziation => langsamer bioverfügbar!!

Wofür steht ICT? Was wird gemacht?

Intensivierte konventionelle Insulintherapie

• Kombination von Verzögerungsinsulinen und kurz wirksamen Insulinen

• 2 mal täglich 30 min vor Mahlzeit der Mahlzeit

Sulfonylharnstoffe WM Schaubild

KATP-Kanäle und Sulfonylharnstoffe

Allgemeinere Aufbau: 2 verschiedene Untereinheiten:
- porenformende Kir 6.x-Einheit (Kir 6.1 und Kir 6.2)

- regulatorische SUR-Einheiten (SUR1 und SUR2, Familie der ABC-Transporter)

Zusammensetzung: 4 Kir 6.x + 4 SUR Untereinheiten

KATP-Kanal in B-Zellen des Pankreas: Kir 6.2 + SUR1

Sulfonylharnstoffe:
- binden niederaffin an Kir 6.2

- binden hochaffin an SUR1


MERKE: unterschiedliche Wirksamkeit (Affinität) der Sulfonylharnstoffe beruht auf unterschiedlicher Interaktion mit SUR1!

Sulfonylharnstoffe Grundstruktur

- Ursprünglich als Antibiotika entwickelt
-Blutzuckersenkende Wirkung als NW

- Einteilung: niederaffin u. hochaffine S.

nur deprotonierte Form bindet!

Sulfonylharnstoff Tolbutamid: Bindungsstellen an der SUR1Einheit von KATP-Kanälen

Sulfonylharnstoff Glibenclamid: Bindungsstellen an der SUR1Einheit von KATP-Kanälen

Sulfonylharnstoffe SAR

Größte therap. Bedeutung: Glimepirid: relativ geringe Hypoglykämiegefahr!

Niederaffine Sulfonylharnstoff-Derivate (nur geringe therap. Bedeutung) Übersicht und Strukturen jeweils

Korrelation der Bindungs-Affinität von Sulfonylharnstoff-Derivaten mit der inhibitorischen Wirkung am KATP-Kanal Graph

Pharmakokinetische Daten Sulfonylharnstoffe: enterale Resorption, BV, HWZ, PPB, Elimination und wichtige PK Gruppeneigenschaften

• Höchste Affinität zum KATP-Kanal: Glimepirid und Glibenclamid (letzteres: langsame Dissoziation vom KATP-kanal führt zu langer biologischer HWZ bei kurzer Plasma-HWZ)
• Biologische HWZ: 4 – 11 Stunden (relativ lang!!)

• Hohe Plasmaproteinbindung (Lipophile Säuren)!

• Cave: Hypoglykämien!

Tolbutamid

Antidiabetikum: Sulfonylharnstoff

Gliclazid

Antidiabetikum: Sulfonylharnstoff

Glibornurid

Antidiabetikum: Sulfonylharnstoff

Glinide: Wodurch erfolgt ein schneller Wirkungseintritt und eine kurze Wirkdauer?

Senken vornehmlich die postprandialen Glukoespitzen

Rascher Wirkungseintritt und kurze Wirkdauer!! Bedingt durch:
a) Schnelle Resorption

b) Rasche Assoziation und Dissoziation an KATP-kanal

c) In der Leber durch CYPs rasch metabolisiert

Repaglinid

Antidiabetikum: Glinid 

WM: Binden an KATP-Kanal -> Depolarisation -> Ca-Kanäle öffnen sich -> Ausschütten von Insulinvesikeln

bindet nur an Säureamid Bindungsstelle

Nateglinid

Antidiabetikum: Glinid 

WM: Binden an KATP-Kanal -> Depolarisation -> Ca-Kanäle öffnen sich -> Ausschütten von Insulinvesikeln

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