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Lernkarten
Anforderungen/ Anforderungsmanagement
Anforderung:
Anforderungen repräsentieren technische Entwicklungsziele bzw. gewünschte Produkteigenschaften
Anforderungsmanagement:
- Ursprünge in der Informatik
- Erstellungs-, Abstimmungs- und Dokumentationsprozess der erforderlichen Informationen
- Anforderungsmanagement dient der Kommunikation zwischen Kunde und Projekt --> hohe Qualität des Produktes
Bekannter Kunde/ Marktsegment/ Anonymer Kunde
Bekannter Kunde:
- Interview, kundenspez. Fragebögen
- Einbeziehen in Entwicklungsprozesse
- z.B. Spezialmaschinenbau, Anlagenbau
Bekanntes Marktsegment:
- Auswahl von Lead-Usern, die stellvertretend in den Entwicklungsprozess einbezogen werden
- z.B. Marktsegmente im Automobilbau
Anonymer Kunde
- Kunde oder Marktsegment nicht eindeutig identifizierbar
- Vorgehen: Marktanalyse, Expertengespräche (Händler, Fachleute)
Kundenanforderung
- Oft verbale Aufgabenbeschreibung
- Anforderungen teilweise noch nicht quantifiziert
- Was ist zu klären?
- Um welches Problem handelt es sich?
- Welche (oft unausgesprochenen) Wünsche und Erwartungen bestehen?
- Sind angegebenen Bedingungen echt?
- Welche Wege für die Entwicklung sind frei?
Typische Fragen:
- Welchen Zweck muss die Lösung erfüllen ?
- Welche Eigenschaften muss sie aufweisen ?
- Welche Eigenschaften darf sie nicht haben?
Lastenheft
- Gesamtheit der Anforderungen des Auftraggebers an die Lieferung und Leistungen des Auftragnehmers
- Beschreibt die Anforderungen aus Anwendersicht einschließlich der Randbedingungen
- Lastenheft dient als Ausschreibungs-, Angebots- und Vertragsgrundlage
- Lastenheft definiert das WAS und WOFÜR zu lösen ist
Erweitern
Anforderungsquellen
- Interne Anforderungsquellen
- Marktforschung
- Service
- Controlling
- Randbedingungen
- Normen
- Gesetze
- Zulieferer
- Externe Anforderungsquellen
- Implizite Kundenwünsche
Finden neuer Anforderungen
- Produktfragelisten
- Analyse der Produktumgebung
- Analyse der Lebenslaufphasen des Produktes
QFD (House of Quality)
- Kundenanforderungen werden mit Produktmerkmalen in Zusammenhang gesetzt
- nicht-technische Kundensprache in technische Anforderungen übersetzen
- Zusammenhänge werden dokumentiert und Zielkonflikte dargestellt
- Sinnvoll, wenn Vorgängermodell und / oder Konkurrenzmodelle vorliegen
Reduzieren
Vorgehen:
- Streichen bzw. Anpassen von Anforderungen
Ziele:
- Anpassen der zukünftigen Produkteigenschaften an den Markt
- Anpassen der zukünftigen Produkteigenschaften an die finanziellen Möglichkeiten des Betriebes
Beispiel (Mobiltelefon):
- Wunsch der Kunden nach einem individualisierten Produkt, welches nur tatsächlich genutzte Funktionen besitzt
- Individualisierung nicht machbar; Einführung von unterschiedlichen Reihen, die eine möglichst große Anzahl von Kundenwünschen abdecken
Konkretisieren
1. Stufe (Aussage): Kundenwunsch
- „einfache Wartung“
2. Stufe (vertieft): mögliche Inhalte der Forderungen des Kundenwunsches
- Lange Wartungsintervalle vorsehen
- Einfache Wartung ermöglichen
- Arbeitsvorgänge leicht erlernbar machen
3. Stufe (präzisiert):
- Lange Wartungsintervalle vorsehen: Wartungsintervall mind. 5000 Betriebsstunden Exzenterhebel muss nur alle 10000 Betriebsstunden geschmiert werden
- Einfache Wartung ermöglichen: Wartungsdeckel mit handbedienbarem Verschluss vorsehen Standardschmiernippel an Exzenterhebel vorsehen Platz für Ölauffangwanne freilassen Aufsatzhilfe für Montagedeckel zur Remontage vorsehen
- Arbeitsvorgänge leicht erlernbar machen: Arbeitsvorgänge zur Wartung separat in Betriebsanleitung beschreiben Hinweisschilder, welche Verschlüsse zur Wartung geöffnet werden müssen Richtung der Wartungsklappen mit eingeprägtem Pfeil kennzeichnen
Herunterbrechen
Anforderung: 4 Sterne im NCAP Crash-Test
- Welche Systeme sind an der Erfüllung der Anforderung beteiligt?
- Welche Komponenten sind an der Erfüllung der Anforderung beteiligt?
Strukturieren der Anforderungen
Mögliche Kriterien:
- Bedeutung der Anforderungen
- Funktionen
- Baugruppen
- Bauteile
- Produktlebensphasen
- Forderungen / Wünsche
Korrekturen
Korrekturen bei:
- Veränderte Randbedingungen
- Veränderte Annahmen
- Veränderte Konkurrenzsituation
- Veränderte Kundenerwartung
- Falschen Annahmen bei der Anforderungsdefinition
Qualitätskriterien für Anforderung
- Bewertbar
- Abgeschlossen
- Nachweisbar
- Notwendig
- Verständlich
- Realisierbar
- Korrekt
- Klassifizierbar
- Konsistent
- Prüfbar
- Gültig und aktuell
- Quantitativ (zähl-, mess-, wäg- oder vergleichbar)
Pflichtenheft
vom Auftragnehmer erarbeitete Realisierungsvorgaben aufgrund der Umsetzung des vom Auftraggeber vorgegebenen Lastenheftes
- enthält das Lastenheft
- in der Regel von Auftragnehmer erstellt
- Bedarf der Genehmigung durch den Auftraggeber
- Stellt die verbindliche Vereinbarung für die Realisierung und Abwicklung des Projekts für Auftragnehmer und Auftraggeber dar
- Definiert WIE und WOMIT die Anforderungen realisiert werden
Anforderungsliste
- enthält das Pflichtenheft
- muss dem Prinzip der Verbindlichkeit und Vollständigkeit gehorchen
- Inhalt einer Anforderungsliste ist produkt- und arbeitsschrittabhängig
- Änderungen müssen verfolgbar festgehalten werden
Überprüfung der Anforderungen
Wie kann festgestellt werden:
- womit eine Anforderung erfüllt wurde?
- ob eine Anforderung erfüllt ist?
- inwieweit eine Anforderung erfüllt wurde?
- wann eine Anforderung erfüllt wurde?
- wer für die Erfüllung der Anforderung zuständig ist?
Realisierung
- Identifikation des erfüllenden Elements einer Anforderung (z.B. Funktion, Bauteil, Prozess, Mitarbeiter)
- Beurteilung des Zustands des erfüllenden Elements (der Zustand der Realisierung, Fertigung, Herstellung)
Monitoring während des Betriebs
Während der Produktnutzung:
- Änderung der Kundenanforderungen bzw. der Gewichtung im Laufe der Produktnutzung
- Bedeutung der Anforderungen an Qualität (z.B. Wartungsintervalle) nimmt zu
Vorgehen:
- Aufnahme von Verbesserungsvorschlägen
- Analyse von Schadensfällen
Ziel:
- Erfahrungen und Änderungen in die nächste Generation des Produktes einfließen lassen
Abzulegende Information
- Name der Anforderung
- Eindeutige Nummerierung zur Identifikation
- Datum der Erstellung
- Anforderungsquelle
- Verantwortlicher für die Anforderung
- Datum der letzten Änderung
- Historie von Änderungen
- Priorität der Anforderungen
- Erfüllungsstatus
- (Verknüpfungen zu anderen Anforderungen)
- (Verknüpfungen zu Dokumenten)
- (Verknüpfungen zu CAD-Modellen)
Nutzen während der Entwicklung
- Verwaltung einer großen Anzahl von Anforderungen
- Historie zur Verfolgung und Bewertung von Änderungen
- Auswirkungen von Änderungen analysierbar
- Wiederverwertbarkeit der Anforderungen in folgenden Projekten
- Bereitstellung von Informationen zur Klärung der Anforderungen
- Bereitstellung von Informationen zur Validierung der Anforderungen
- Unterschiedliche Sichten auf die Anforderungen
- Reifegrad der Entwicklung bewertbar