Anatomie - 3. Histologie

Gewebelehre: - Epithelgewebe - Binde- und Stützgewebe - Muskelgewebe - Nervengewebe - Interzellularsubstanz

Gewebelehre: - Epithelgewebe - Binde- und Stützgewebe - Muskelgewebe - Nervengewebe - Interzellularsubstanz


Helen Singh Johal
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Histologie, insbesondere die Eigenschaften und den Aufbau verschiedener Gewebearten. Sie behandeln unter anderem Zellen, Drüsen, Bindegewebe, Knorpelgewebe, Muskelgewebe und Epithelien. Die Karteikarten eignen sich für Studierende und Fachleute, die ihr Wissen über die mikroskopische Anatomie vertiefen möchten, um die Funktionsweise und Struktur des menschlichen Körpers besser zu verstehen.
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Allemand
Catégorie
Biologie
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
19.10.2013 / 04.03.2024

Lernkarten

Histologie

Gewebelehre, Wissenschaft von biologischen Geweben

Gewebe

Zellverband und extrazelluläre Matrix (Interzellularsubstanz) mit gleichen Funktionen.

Grundgewebearten:

  • Epithelgewebe
  • Binde- und Stützgewebe
  • Muskelgewebe
  • Nervengewebe

Hautschichten

  • Epidermis (Oberhaut): Epithelgewebe
    • Hornschicht
    • Keimschicht
  • Dermis, Corium (Lederhaut): Bindegewebe
  • Subcutis (Unterhaut): Fettgewebe

Epithelgewebe

Deckgewebe, bedeckt alle inneren und äusseren Oberflächen. Wird durch die Basalmembran (spezialisierte extrazelluläre Matrix) vom Bindegewebe getrennt. Wenig Interzellularsubstanz.

  • Oberflächenepithelien:
    • Plattenepithel: Schutz
    • kubisches und zylindrisches Epithel: Resorption
  • Drüsenepithelien: Sekretion

Oberflächenepithelien

Einschichtige Epithelien:

  • Einschichtiges Plattenepithel
  • Einschichtiges kubisches (isoprismatisches) Epithel
  • Einschichtiges (hochprismatisches) Zylinderepithel
  • Mehrreihiges Zylinderepithel

Mehrschichtige Epithelien:

  • Mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel
  • Mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel

Übergangsepithel

Einschichtiges Plattenepithel

Eigenschaften:

  • Auskleidung innerer Oberflächen
  • ermöglicht Stoffaustausch
  • alle Zellen mit Basalmembran in Kontakt

Beispiele:

  • Endothel: innerste Schicht der Intima (innere Wand) der Lymph- und Blutgefässe
  • Mesothel: Auskleidung von serösen Höhlen
  • Alveolen (Lungenbläschen)
  • Kapsel der Glomeruli (Nierenkörperchen)
  • Innenschicht der Augenhornhaut

Einschichtiges kubisches (isoprismatisches) Epithel

Eigenschaften:

  • Stoffwechsel
  • aktive Transportaufgaben mittels Sekretion/Resorption

Beispiele:

  • Nierenkanälchen
  • Schilddrüse

Einschichtiges (hochprismatisches) Zylinderepithel

Eigenschaften:

  • Barriere- und Transportfunktionen mit regem Stoffwechsel

Beispiele:

  • Schleimhaut des Magen-Darm-Kanals
  • Gebärmutter
  • Nebenhoden
  • Samenleiter
  • Gallenblase

Mehrreihiges Zylinderepithel

Eigenschaften:

  • Flimmerbesatz (Flimmerepithel)
  • eingelagerte Becherzelle: für Schleimbildung
  • nicht alle Zellen bis zur Oberfläche

Beispiele:

  • respiratorisches Epithel: Nasenhöhle, Luftröhre, Bronchialbaum
  • Tuben (Eileiter)

Mehrschichtiges Plattenepithel

Eigenschaften:

  • nur unterste Zellschicht in Kontakt mit Basalmembran
  • bei grosser mechanischer Belastung
  • unverhornt: in feuchten Regionen
  • verhornt: in trockenen Regionen

Beispiele unverhornt:

  • Lippen
  • Mundhöhle
  • Speiseröhre
  • Anus
  • Vagina

Beispiel verhornt:

  • gesamte Oberhaut (Epidermis)

Übergangsepithel

Eigenschaften:

  • je nach Dehnung mehrreihiges bis mehrschichtiges Epithel

Beispiele:

  • Urothel: Harnwege (Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase)

Drüsenepithelien

Spezialisierte Epithelzellen für Produktion und Sekretion eines Wirkstoffes (Sekret, Hormon).

Endokrine Drüsen

Exokrine Drüsen:

  • Ekkrine Drüsen:
    • Seröse Drüsen
    • Muköse Drüsen
    • Gemische Drüsen
  • Apokrine Drüsen
  • Holokrine Drüsen

Endokrine Drüsen

Eigenschaften:

  • Produktion von Hormonen, Hormondrüsen
  • Sekretion direkt in Blutbahn
  • nur teilweise Epithelgewebe

Exokrine Drüsen

Eigenschaften:

  • Produktion von Sekreten
  • Abgabe an innere oder äussere Oberfläche

Ekkrine Drüsen

Zelle nach Sekretion intakt

  • Seröse Drüsen:
    dünnflüssiges, meist enzymhaltiges Sekret
    (Schweissdrüsen, Ohrspeichel-, Tränen-, Bauchspeichel-, Brunner-Drüsen)
     
  • Muköse Drüsen:
    zähflüssiges, schleimiges Sekret
    (Becherzellen, Drüsen im Rachen und an Zungenwurzel, Cowper-Drüsen, Drüsen am Gebärmutterhals)
     
  • Gemischte Drüsen:
    gemischtes Sekret
    (Unterkiefer-, Unterzungen-, Schleimdrüsen in Mund und Atemwegen)

Apokrine Drüsen

Grosser Teil der Zellen als Sekret abgestossen

Beispiele:

  • Duftdrüsen (spezielle Schweissdrüsen) der Achselhaut
  • Milchdrüse
  • Prostata, Samenblase

Holokrine Drüsen

Zellen mit Sekret abgestossen, gehen zugrunde, ständige Neubildung

Beispiele:

  • Talgdrüsen

Binde- und Stützgewebe

Für Wasserhaushalt, viel Interzellularsubstanz

Bindegewebe:

Gewebecharakterisierung durch Fasereigenschaften der Interzellularsubstanz

  • Mesenchym
  • gallertartiges Bindegewebe
  • lockeres Bindegewebe
  • straffes Bindegewebe
  • Fettgewebe

Stützgewebe:

  • Knorpelgewebe
  • Knochengewebe

Bindegewebefasern

  • Leimbildende (kollagene) Fasern:
    • sehr zugfest
    • Hauptbestandteil der Sehnen und Gelenkbänder
       
  • Elastische Fasern:
    • sehr elastisch
    • Elastizität der Lungen, der Arterien und der Haut
       
  • Netzförmige (retikuläre) Fasern:
    • versteifend, biegungselastisch, versteifen ein aus Zellen gebildetes Netzwerk
    • Lymphknoten, Milz, Knochenmark

Mesenchym

Eigenschaften:

  • noch keine Fasern vorhanden

Beispiele:

  • Füll- und Stammgewebe beim Embryo

Gallertartiges Bindegewebe

Eigenschaften:

  • ähnlich wie Mesenchym
  • kurze Fäserchen in gallertartiger Grundsubstanz

Beispiele:

  • Nabelstrang
  • Gallertkerne der Zwischenwirbelscheiben

Lockeres Bindegewebe

Eigenschaften:

  • Stroma / Interstitium: Stützgerüst für das Parenchym (spezifische Funktionszellen von Organen)
  • Wasserspeicher
  • Verschiebeschicht
  • Abwehr- und Regenerationsvorgänge

Beispiele:

  • seröse Häute der Körperhöhlen
  • Omentum majus (grosses Netz)
  • Subcutis (Unterhaut)
  • Beckenboden

Straffes Bindegewebe

  • geflechartig:
    Lederhaut (Corium), Lederhaut der Augen (Skleren), harte Hirnhaut (Dura mater)
     
  • parallelfaserig:
    Sehnen und Bänder, Aponeurosen (flächenhafte Sehnen)
     
  • netzförmig (retikulär):
    Innenaufbau von Milz, Lymphknoten, -follikel, Mandeln, Knochenmark, Darmschleimhaut
     
  • faserig:
    Füllmaterial zwischen einzelnen Muskelbündeln

Fettgewebe

Sonderform des retikulären (netzförmigen) Bindegewebes

Fettzellen (Adipozyten): spezifische Bindegewebezellen zur Fettspeicherung

Läppchenbau: zahlreiche Fettzellen zusammen

  • Speicherfett
  • Baufett

Speicherfett

Eigenschaften:

  • Kaloriendepot
  • Wärmedämmung

Beispiele:

  • Gekröse des Darms
  • Unterhaut

Baufett

Eigenschaften:

  • Polsterung und Formgebung
  • bei lang andauernden Hungerzuständen zuletzt abgebaut

Beispiele:

  • Handteller
  • Fusssohlen
  • um Nieren und Augen
  • Gesässpolster
  • weibliche Brust

Knorpelgewebe

Festes sowohl druck- als auch biegungselastisches, gefässloses Stützgewebe

Knorpelzellen (Chondrozyten) und Interzellularsubstanz

Unterscheidung in Bauart und Festigkeit:

  • hyalin
  • elastisch
  • faserig

Hyalines Knorpelgewebe

Eigenschaften:

  • glasig
  • hohe Druckelastizität

Beispiele:

  • Gelenk-, Rippen-, Nasenknorpel
  • Skelettanlagen des Föten
  • Luftröhre (Trachea)
  • Bronchien

Elastisches Knorpelgewebe

Eigenschaften:

  • elastische Fasern
  • sehr druck- und biegeelastisch

Beispiele:

  • Ohrmuschel
  • äusserer Gehörgang
  • Kehldeckel (Epiglottis)

Faseriges Knorpelgewebe

 Eigenschaften:

  • "Bindegewebsknorpel“
  • weniger Zellen, dafür viele Kollagenfibrillen

Beispiele:

  • Schambeinfuge (Symphyse)
  • Zwischenwirbelscheiben (Disken)
  • Menisken

Knochengewebe

Besonders hartes, skelettbildendes Stützgewebe der Wirbeltiere.

  • Knochenzellen
  • Interzellularsubstanz: Knochengrundsubstanz mit viel Mineralstoffen, sorgt für Festigkeit des Knochens

Knochenzellenarten

Am Knochenauf- und -abbau beteiligte Knochenzellen:

  • Osteoblasten:
    junge Knochenzellen, scheiden Kalzium (Ca2+)  in die Knochengrundsubstanz aus, werden durch die kristallisierten Salze eingemauert
  • Osteozyten:
    keine Zellteilung mehr möglich, verhärtet, für gute Belastbarkeit
  • Osteoklasten:
    können für Reparaturen neues Knochengewebe bilden

Muskelgewebe

Kontraktiles Gewebe, erzeugt mittels Kontraktion und Entspannung Bewegung.

Unterscheidung gemäss Aufbau und Mechanismus:

  • Glatte Muskulatur
  • Quergestreifte Muskulatur
  • Quergestreifte Herzmuskulatur

Glatte Muskulatur

Eigenschaften:

  • unwillkürlich
  • kontrahieren langsam und ermüden kaum
  • Innervation durch das Vegetative Nervensystem

Aufbau:

  • kurze Zellen (< 0.4 mm)
  • längliche Form, spindelförmig
  • ein zentraler Kern pro Zelle
  • mehrere Fasern bilden ein Bündel, eher flächenhaft

Beispiele:

  • Magen- u. Darmwand: Peristaltik
  • Gebärmutter
  • Prostata
  • Harnleiter und -blase
  • Gefässwände

Quergestreifte Muskulatur

Eigenschaften:

  • willkürlich
  • kontrahiert rasch und kräftig, ermüdet schnell
  • Innervation durch das Zentrale und das Periphere Nervensystem

Aufbau:

  • lange Zellen (Fasern) (< 15 cm)
  • zylindrische Form
  • pro Faser viele Zellkerne, direkt unter der Zellmembran
  • regelmässige Anordnung der Myofibrillen (optische Querstreifung)
  • Bündelung von Muskelfasern in Primärbündel, diese in Sekundärbündel, diese bilden den Muskel

Beispiele:

  • Skelettmuskulatur
  • Zunge, Schlund
  • äusserer Schliessmuskel des Anus und der Harnröhre

Quergestreifte Herzmuskulatur

Eigenschaften:

  • unwillkürlich
  • Innervation durch das herzeigene Reizleitungssystem

Aufbau:

  • Muskelzellen netzartig verbunden
  • Zellen mit grossem zentralem Kern

Nervengewebe

Signalübertragung zwischen verschiedenen Körperstrukturen.

  • Neurone (Nervenzellen): Impulsverarbeitung und -weiterleitung
  • Gliazellen, Neuroglia: Stützzellen

Beispiele:

  • Gehirn
  • Rückenmark
  • periphere Nerven

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