Anatomie

Das Verdauungssystem, Ernährung und Stoffwechsel

Das Verdauungssystem, Ernährung und Stoffwechsel


S. R.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die menschliche Verdauung und ihren Aufbau, ideal für Berufslehrlinge in der Medizin. Sie decken Themen wie die Funktion des Magens, die Zusammensetzung der Nahrung, die Rolle des Blutes und die Verdauungsprozesse im Dünndarm und Dickdarm ab. Besonders behandelt werden auch die Aufnahme von Proteinen, die Bedeutung von Wasser und die Struktur des Duodenums. Praktiker profitieren von diesem Set, um die komplexen Zusammenhänge der Verdauung zu verstehen und in der Praxis anzuwenden.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Apprentissage
Créé / Mis à jour
02.06.2013 / 24.12.2025

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Übersicht

  • mechanische Verdauung (Zerkleinerung der Nahrung durch die Zähne)
  • chemische Verdauung (Zerkleinerung durch Enzyme, zerlegte Bausteine werden dann ins Blut aufgenommen = Resorption = Nährstoffaufnahme)
  • Verdauungstrakt (beginnt im Mund, endet beim Anus, Peristaltik (Kontraktionen) ist wellenförmig zum Transport der Nahrung)

Flüssigkeitsumsatz

  • Aufnahme von ca. 2 L Flüssigkeit (Trinken und Wassergehalt in Nahrung)
  • ca. 8 L sekretiert durch Pankreas (Bauchspeicheldrüse), Magen, Leber und Speicheldrüsen
  • Hauptteil der Flüssigkeit wird im Dünndarm resorbiert
  • Restteil wird ausgeschieden durch Stuhl (ca. 150 ml)

Feinbau des Verdauungstraktes

Wand des Verdauungstraktes:

  • Mukosa (Schleimhaut)
  • Submukosa (Gewebsschicht zwischen Schleimhaut und Muskelschicht)
  • Muskularis (glatte Muskulatur)
  • Serosa (glatte Auskleidung der Bauchfellhöhle)

Peritoneum (Bauchfell)

  • bedeckt die Bauchwand und ein grosser Teil der Bauchorgane
  • besteht aus 2 Blättern (Peritoneum viscerale (überzieht Organe), Peritoneum parietale (überzieht Bauchwand)
  • sezerniert (ansondern), und absorbiert Flüssigkeit, welche die Reibung der Organe vermindert
  • Lage der Organe zum Peritoneum wird so bezeichnet: intraperitoneal (Magen), retroperitoneal (nur Vorderseite bedeckte, zB Niere), extraperitoneal (Rektum)

Mundhöhle

  • Anfang des Verdauungsrohres
  • Aufgabe: Aufnahme von Nahrung, Vorbereitung der Nahrung für weitere Verdauung (mechanische Verdauung)
  • Begrenzungen (Lippen / Zahnreihen, Rachen, Wangen, Gaumen, Unterkiefer)

Zähne (Dentes)

  • verantwortlich für mechanische Zerlegung der Nahrung
  • bestehen aus Zahnbein (Dentin, enthält Nervenfasern) und Zahnschmelz (Enamelum) und Zahnzement (umgibt die Wurzel)
  • Milchgebiss (20 Zähne, Entstehung zwischen 6 und 24 Monaten bei Babys)
  • Erwachsenengebiss (32 Zähne, Wechsel beginnt mit ca. 6 Jahren)

Zunge (Lingua)

  • mit Schleimhaut überzogener Muskel
  • Aufgaben: Mithilfe beim Kauen / Schlucken, Geschmackssinn / Tastsinn, Wortbildung)
  • Aufbau: quergestreifte Muskulatur (willkürlich), mit Mundboden verwachsen, 4 verschiedene Zungenpapillen (Geschmacks-/Tastsinn)

Speicheldrüsen

  • Glandula parotis (Ohrspeicheldrüse)
  • Glandula submandibularis (Unterkieferspeicheldrüse)
  • Glandula sublingualis (Unterzungendrüse)
  • geben ca. 1.7 L Sekret täglich in die Mundhöhle ab (macht Nahrungsbrocken rutschig, enthält Amylase zur Spaltung von Kohlehydraten, wirkt antimikrobiell)

Pharynx (Rachen)

  • Schleimhaut-Muskel-Schlauch
  • Verbindung zwischen Mundhöhle, Nasenhöhle, Speiseröhre und Luftröhre
  • Schlucken (Zunge schiebt Bissen in den Pharynx, Auslösung des Schluckreflexes, Epiglottis (Kehldeckel) wird geschlossen, Rachenmuskulatur kontrahiert, oberer Ösophagussphinkter (Speiseröhrenschliessmuskel) erschlafft)
  • Pharynx = Rachen, Larynx = Kehlkopf

Ösophagus (Speiseröhre)

  • ca 25 cm langer Muskelschlauch zwischen Rachen und Magen
  • durchsticht das Diaphragma (Zwerchfell)
  • durch oberen und unteren Ösophagussphinkter abgeschlossen
  • oberes Drittel: quergestreifte Muskulatur, unteres Drittel glatte Muskulatur
  • peristaltische Bewegungen zum Transport der Nahrung

Gaster (Magen)

  • Sackartige Erweiterung nach dem Ösophagus
  • Fassungsvermögen ca. 1.5 L
  • Aufbau: Muskelschicht (mechanische Zerkleinerung, Anpassung an Füllungszustand), Magenschleimhaut (Hauptzellen, Nebenzellen, Belegzellen)
  • Kardia (Herz), Fundus (Magenboden), Korpus, Antrum (Mageneingang), Pylorus (Magenpförtner, reguliert Weitertransport der Nahrung vom Magen in den Darm (Sphincter pylori, Schliessmuskel Magenausgang))

Zellen der Magenschleimhaut

  • Hauptzellen (produzieren Pepsinogen (dient der Aufspaltung von Eiweissen)
  • Nebenzellen (bilden den Magenschleim, welcher den Magen vor Salzsäure schützt)
  • Belegzellen (Parietalzellen) (bilden die Magensäure (Salzsäure, zersezt Eiweisse), bilden den Intrinsic factor (macht Vitamin B-12 im Dünndarm resorbierbar))

Dünndarm

  • Funktion: Verdauung der Nahrung und Aufnahme der Nahrungsbestandteile
  • Duodenum (Zwölffingerdarm): Einmündung der Ausführungsgänge von Pankreas und Gallengang
  • Jejunum (Leerdarm)
  • Ileum (Krummdarm)

Dünndarmschleimhaut

Aufbau:

  • Kerkring Falten (ringförmige Schleimhautfalten: Zotten, Krypten, Fortsätze der Zelloberflächen: Mikrovilli)
  • Drüsenzellen (produzieren Schleim und Dünndarmsaft)
  • Peyer - Plaques (Lymphfollikel zur Immunabwehr)

Leber (Hepar)

  • grösste Drüse des menschlichen Körpers
  • in 4 Lappen gegliedert
  • Funktionen: produziert Galle (dient der Fettverdauung), baut Giftstoffe um (Urin oder Stuhl), speichert Vitamine, Kohlenhydrate und Fette, wandelt tierische / pflanzliche Proteine in körpereigene Proteine um

Feinbau der Leber

- besteht aus Leberläppchen:

  • Blut fliesst von aussen nach innen und wird gereinigt
  • dabei entsteht Galle (fliesst von innen nach aussen

Blutversorgung der Leber

  • sauerstoffreiches Blut aus der A. hepatica (Versorgung des Lebergewebes)
  • nährstoffreiches, sauerstoffarmes Blut aus der V. portae (erhält venöses Blut aus fast allen Bauchorgenen)
  • alles Blut fliesst über die V. hepatica ab

Galle

  • Zusammensetzung: Wasser, Elektrolyte, Bilirubin, Gallensäuren (bestehen aus Cholesterin)
  • die Gallenwege: Gallengang aus rechtem/linken Leberlappen (Ductus hepaticus dexter/sinister (links)), gemeinsamer Lebergang (Ductus hepaticus communis), Verbindung zur Gallenblase (Ductus cysticus), Gallengang (Ductus choledochus), mündet im Duodenum

Gallenblase

  • liegt an der Unterseite der Leber
  • Funktion: sammelt Galle (Speicherorgan, konzentriert die Galle (entzieht Wasser), kontrahiert bei Aufnahme von fettreicher Nahrung

das Pankreas (Bauchspeicheldrüse)

  • liegt direkt am Duodenum an
  • endokrine Drüse: produziert Insulin und Glukagon, bildet wichtige Enzyme, Sekret mündet über Ductus pancreaticus in das Duodenum, Ductus pancreaticus vereinigt sich vor Mündung mit dem Ductus choledochus

das Pankreassekret

  • pro Tag ca. 1.5 L Sekret
  • Sekret neutralisiert den sauren Speisebrei aus dem Magen
  • Pankreasenzyme werden als Proenzyme im Pankreas gebildet und im Duodenum aktiviert (Trypsin / Chymotrypsin spaltet Proteine in Peptide, Trypsinogen (inaktiv) wird in Trypsin (aktiv) gespalten, Trypsin spaltet Chymotrypsinogen (inaktiv) in Chymotrypsin (aktiv), Carboxypeptidase spaltet Peptide in Aminosäuren, Amylase spaltet Kohlenhydrate, Lipase spaltet Fettsäuren

Resorption

Nach Zerlegung der Nahrung in ihre Grundbausteine werden diese über die Dünndarmschleimhaut aufgenommen

  • Eiweisse = Proteine, bestehen aus Peptiden, Peptide bestehen aus Aminosäuren
  • Kohlenhydrate = Stärke / Zucker, bestehen aus Glucose, Fructose (Fruchtzucker), Galactose (Schleimzucker)
  • Fette, bestehen aus Fettsäuren und Glycerin
  •  

Dickdarm (Colon)

  • Funktion: Rückresorption von Wasser und Elektrolyten
  • Einteilung: Caecum (Blinddarm mit Appendix vermiformis (Wurmfortsatz, Colon ascendens (aufsteigendes Colon), Colon transversum (Querkolon), Colon descendens (absteigendes Colon, Colon sigmoideum (Sigmaschlinge)
  • über das Mesokolon (Mesenterium des Colons) mit der hinteren Bauchwand verbunden (enthält Blut-, Lymphgefässe und Nerven)

Das Rektum (Mastdarm)

  • letzter Abschnitt des Verdauungsrohres
  • Funktion: Defäkation (Stuhlgang)
  • Einteilung: Ampulla recti (Sammelbehälter), Anus (verschlossen durch Musculus sphincter ani internus (unwillkürlich), Musculus sphincter externus (willkürlich) und arterio-venösen Schwellkörper)

Die Stuhlenleerung (Defäkation)

  • bei Füllung der Ampulle Gefühl des Stuhldrangs  --> Erschlaffung des inneren Sphincters
  • willkürliche Erschlaffung des äusseren Sphincters und Bauchpresse -> Stuhlgang

der Stuhl (Kot, Faeces)

- Rest des Speisebreis

- Zusammensetzung:

  • 75 % Wasser
  • unverdauliche Nahrungsbestandteile
  • Epithelzellen der Darmschleimhaut
  • Schleim
  • Bakterien
  • Sterkobilin (entsteht aus Bilirubin)
  • Gärungs- und Fäulnisprodukte
  • Abbauprodukte von Medikamenten etc.

Physiologie der Ernährung

  • Katabolismus (Stoffwechselprozesse die Energie liefern (Abbau von Stoffwechselprodukten), Energieliferant ist die Nahrung)
  • Anabolismus (Stoffwechselprozesse die Energie benötigen (Aufbau von Stoffwechselprodukten)
  • Kalorie (1 kcal = Energie um 1 Liter Wasser von 14 °C auf 15 °C zu erwärmen)
  • Joule (1 kJ = 0.24 kcal)
  • Grundumsatz (Energieverbrauch in Ruhe bei angenehmer Umgebungstemperatur)
  • Energiebedarf (Grundumsatz + Leistungszuschlag)

Energiehaushalt  und Zusammensetzung der Nahrung

  • Bestandteile der Nahrung: Kohlenhydrate, Fett, Eiweiss
  • Ernährungspyramide: schematische Darstellung einer gesunden Ernährung

Normalgewicht und Übergewicht

Body-Mass-Index (BMI):

  • Körpergewicht in kg / (Körpergrösse in m)2
  • dient lediglich einer groben Einschätzung
  • 19-25 = normal
  • < 19 = Untergewicht
  • > 25 = Übergewicht
  • > 30 = Adipositas (Fettsucht)

 

Étudier