Anatomie

Harnsystem, Wasser- und Elektrolythaushalt

Harnsystem, Wasser- und Elektrolythaushalt


S. R.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über die Anatomie und Funktionen der Niere und des Harnsystems, geeignet für die Berufslehre. Sie behandeln die Regulation des Wasser- und Elektrolythaushalts, die Rolle von Natrium, Kalium und Aldosteron, sowie die Prozesse der Rückresorption und Sekretion. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Berufsleute im Gesundheitswesen, die ein tiefes Verständnis der Nierenfunktionen und des Harnsystems benötigen.
Karten
11
Lernende
28
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
02.06.2013 / 07.06.2025

Lernkarten

Aufgaben des Harnsystems

  • Ausscheiden von Stoffwechselendprodukten
  • Ausscheidung von Fremdsubstanzen
  • Regulation des Elektrolythaushaltes
  • Regulation des Wasserhaushaltes
  • Säure-/Basenhaushalt im Gleichgewicht halten
  • Umwandlung von Vitamin D in aktive Form

Die Niere (Ren)

- Äussere Gestalt (Bohnenförmig, rechte Niere ist 1 Rippe  tiefer)

- Nierenhilum (Austritts-/Eintrittspforte für Ureter, Nierenarterie, Nierenvene, Nerven, Lymphgefässe)

Nierenkapsel (Bindegewebige Nierenkapsel, Fettgewebe, Fasziensack)

Der innere Aufbau der Nieren

  • Nierenrinde
  • Nierenmark
  • Nierenkelche
  • Nierenbecken
  • Blutversorgung

Das Nephron

  • Funktionelle Einheit der Niere
  • jede Niere hat ca. 1 Mio davon
  • dort geschieht die Harnbildung
  • bestehend aus Glomerulus (Nierenkörperchen) und Tubulusapparatn (Tubulus = Nierenkanälchen)
  • Tubuli münden in die Sammelrohre
  • Sammelrohre münden via Nierenpapillen in die Nierenkelche

So funktioniert die Niere

- glomerulärer Filtrationsdruck:

  • Kraft, die die Flüssigkeit durch den glomerulären Filter presst
  • 1. Blutdruck
  • 2. hydrostatischer Druck in Bowman-Kapsel
  • 3. kolloidosmotischer Druck (Anzahl gelöster Teile) im Blut
  • je höher dieser Druck, desto mehr Filtration

- Filtermembran = Blut-Harn-Schranke

- glomeruläre Filtrationsrate (GFR, Glomerulusratmenge/min. in beiden Nieren, ca. 180 l/d)

Funktionen des Tubulussystems

Hauptfunktion: Konzentrierung des Harns:

  • Rückresorption (Rückaufnahme) grosser Mengen Wasser
  • Rückresorption von Elektrolyten (Natrium, Kalium), Aminosäuren, Glukose
  • Aufnahme der rückresorbierten Stoff in das 2. Kapillarnetz
  • Sekretion von ausscheidungspflichtigen Substanzen in die Tubuli (z. B. Kalium)

Regulation

Regulation des Wasserhaushaltes durch den Organismus:

  • Anti-diuretisches Hormon ADH (führt zum Einbau von Wasserporen in das Tubulussystem (vermehrte Rückresorption von Wasser)
  • Aldosteron (aus Nebennierenrinde, stimuliert Rückresorption von Natrium, stimuliert Sekretion von Kalium)

Autoregulation:

  • Bayliss-Effekt (Verminderung der Gefässweite (Vasokonstriktion=Gefässverengung) bei ansteigender Durchblutung durch erhöhten Blutdruck
  • Tubuloglomeruläres Feedback (Vasokonstriktion bei ansteigender Salzkonzentration (Natrium und Chlorid)
  • Renin-Angiotensin-(Aldosteron-)System (Reninausschüttung bei verminderter Durchblutung durch erniedrigten Blutdruck oder sinkender Salzkonzentration)

Die Niere als endokrines (ausgelagerte Drüse) Organ

- Renin:

  • vermehrt ausgeschüttet bei Minderdruchblutung der Niere / Blutdruckabfall
  • spaltet Angiotensinogen in Angiotensin l
  • AT l wird zu AT ll gespalten (Vasokonstriktion)
  • Wirkungen von Angiotensin ll (Vasokonstriktion führt zu steigendem Blutdruck, vermehrtes Durstefühl, stärkere Natrium-Rückresorption, Steigerung der Aldosteron- und ADH-Freisetzung)

Erythropoetin (EPO):

  • wird vermehrt bei tiefem Sauerstoffgehalt im Blut freigesetzt
  • stimuliert die Erythropoese (Neubildung von Erythrozyten) im roten Knochenmark

 

Der Urin

  • Urinmenge eines Erwachsenen pro Tag ca. 1.5 L
  • Urinbestandteile (Wasser, Elektrolyte (Salze wie z. B. Natrium, Chlorid, Kalium, usw.), Harnstoff, Harnsäure, Abbauprodukte des Hämoglobinabbaus (Urochrome -> Urinfarbstoffe)

Die ableitenden Harnwege

- Nierenbecken (Pelvis renalis):

  • Einmündung mehrer Nierenkelche
  • Peristaltik (rhythmische Kontraktionen) zum Abbau des Urins

- Harnleiter (Ureter):

  • verbindet Nierenbecken und Harnblase
  • Peristaltik zum Abtransport des Urins
  • hat 3 physiologische Engstellen (Nierensteine bleiben oft dort hängen)

- Harnblase (Vesica urinaria)

  • besteht aus glatter Muskulatur (unwillkürlich)
  • liegt im kleinen Becken
  • Sammelbehälter des Urins (Möglichkeit der Kontinenz)

- Harnröhre (Urethra):

  • verbindet Harnblase mit der Aussenwelt
  • bei Frauen: ca. 4 cm lang (mündet im Scheidenvorhof)
  • bei Männern: ca. 20 cm lang (mündet am Ende des Penis)

Harnblasenentleerung

  • Fassungsvermögen der Harnblase ca. 800 ml
  • Harndrang ab ca. 350 ml
  • Anspannung der Blasenwand (Detrusor vesicae)

Erschlaffung der Schliessmuskeln um die Harnröhre (Musculus sphincter urethrae internus (glatte Muskulatur, unwillkürlich), Musculus sphincter urethrae externus (Skelettmuskulatur, willkürlich))

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