Analysis - KE 6 (Kurven)

Kurs 01144 - Fernuniversität Hagen

Kurs 01144 - Fernuniversität Hagen


B. L.
Diese Lernkarten decken fortgeschrittene mathematische Konzepte auf Universitätsniveau ab, insbesondere die Analyse von Kurven in R^n. Sie behandeln Definitionen und Sätze zu Kurvenintegralen, Parameterdarstellungen, Stammfunktionen und Bogenlängen, sowie Voraussetzungen und Rechenregeln für diese Konzepte. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende der Mathematik, die sich mit Analysis und Kurvenintegralen befassen, da sie klare Definitionen und Anwendungen dieser Konzepte bieten.
Flashcards
31
Students
3
Language
German
Category
Maths
Level
University
Created / Updated
11.08.2014 / 12.01.2019

Flashcards

Wie ist eine parametrisierte Kurve (/parametrisierter Weg/parametrisierter Bogen) definiert?

Eine parametrisierte Kurve in Rn ist eine stetige Funktion phi: I → Rn, wobei I ein nichtleeres Intervall von R ist. Das Bild phi(I) heißt die Spur von phi und wird mit Spur(phi) bezeichnet.

Wie ist der Begriff der Äquivalenz zweier paramtetrisierter Kurven definiert?

Eine parametrisierte Kurve phi: I → Rn in Rn heißt äquivalent zu einer parametrisierten Kurve psi: J → Rn in Rn, falls es eine monoton wachsende, stetige Funktion f: I → R mit f(I) = J gibt, so dass phi = psi º f.

Welche Aussagen lassen sich zu äquivalenten, parametrisierten Kurven treffen?

Sind phi: I → Rn und psi: J → Rn mit I,J zwei nichtleeren Intervallen aus R äquivalente parametrisierte Kurven in Rn, so gelten:

  • [phi] = [psi],
  • Spur(phi) = Spur (psi),
  • zu t1, t2 aus I mit t1 < t2 gibt es ein tau1, tau2 aus J mit tau1 < tau2, so dass phi(t1) = psi(tau1) und phi(t2) = psi(tau2),
  • enthält I seinen linken (bzw. rechten) Endpunkt t*, so enthält auch J seinen linken (bzw. rechten) Endpunkt tau* und es gilt: phi(t*) = psi(tau*).

Wie ist eine Kurve definiert?

Eine Kurve W in Rn ist eine Äquivalenzklasse [phi] parametrisierter Kurven in Rn.

Jede parametrisierte Kurve in W heißt eine Parameterdarstellung von W. Die Spur einer Parameterdarstellung von W (, die identisch zu den Spuren aller Parameterdarstellungen von W ist, ) heißt die Spur von W und wird mit |W| bezeichnet.

Enthält das Definitionsintervall einer Parameterdarstellung von W seinen linken (/rechten) Endpunkt, so heißt der entsprechende Punkt der Spur Anfangspunkt (/Endpunkt) von W.

Wie ist eine zu einer Kurve W in Rn entgegengesetzte Kurve definiert.

Sei phi: I → Rn eine Paramterdarstellung von W, dann ist -I := { t aus R| -t ist aus I} ein Intervall und phi-: -I → R definiert durch t → phi-(t) := phi(-t) eine parametrisierte Kurve.

Damit wird -W := [phi-], als die zu W entgegengesetzte Kurve definiert und es ist Spur(W) = Spur(-W) aber mit entgegengesetztem Durchlaufungssinn.

Welches sind die Voraussetzungen für das aneinanderfügen von Kurven?

Seien W1, W2 Kurven in Rn. W1 besitze einen Endpunkt b und W2 einen Anfangspunkt a = b.

Wie ist das aneinanderfügen von Kurven definiert.

Unter den gegebenen Voraussetzungen seien phi1: I1 → Rn und phi2: I2 → Rn Parameterdarstellungen von W1 bzw. W2, ist b1 der rechte Endpunkt von I1 und a2 der linke Endpunkt von I2, so dass gilt: phi1(b1) = b = a = phi2 (a2), so werde psi: I → Rn wie folgt definiert und W1 + W2 := [psi] gesetzt.

 

Wie ist eine einfach gerichtete Strecke definiert?

S(a, b) = [phi] mit phi: [0, 1] → R definiert durch t → phi(t) = a + t (b - a) mit a, b aus R.

Welches sind die Voraussetzungen für die Definition eines einbeschriebenen Polygonzugs?

Sei W eine Kurve in Rn und phi: I → Rn eine Parameterdarstellung von W mit I ist eine Teilmenge von R, a0, …, ar mit r aus N seien aufeinanderfolgende Kurvenpunkte, also a0 = phi(t0), a1 = phi(t1), …, ar = phi(tr), mit t0 < t1 < … < tr.

Wie sind ein einbeschriebener Polygonzug und seine Länge definiert?

Unter den genannten Voraussetzungen sind:

P := P(a0, a1, …, ar) := S(a0, a1) + S(a1, a2) + … + S(ar-1, ar)

und

L(P) := L(P(a0, a1, …, ar)) := L(S(a0, a1) + S(a1, a2) + … + S(ar-1, ar)) := || a1 - a0 ||2 + || a2 - a1 ||2 + … + || ar - ar-1 ||2.

Wie ist die Länge einer Kurve definiert?

Sei W eine Kurve in Rn, I ein nichtleeres Intervall in R und phi: I → Rn eine Parameterdarstellung von W.

Dann heißt L(W) die Länge von W und enthält I mehr als einen Punkt ist:

L(W) := sup {L(P) | P ist einbeschriebener Polygonzug von W }.

Ist I einpunktig, so gilt:

L(W) := 0.

W heißt rektifizierbar, falls L(W) < unendlich.

Welches sind die Voraussetzungen für den Satz über die Länge einer stetig differenzierbaren Kurve?

Sei W eine Kurve in Rn, die einen Anfangs- und Endpunkt enthält, I := [a, b] ein Teilintervall von R mit a < b und phi: I → Rn eine Parameterdarstellung von W, die auf ]a, b[ eine stetige Ableitung besitzt.

Wie lautet der Satz über die Länge einer stetig differenzierbaren Kurve?

W ist genau dann rektifizierbar, falls das untenstehende Integral existiert, und dann gilt:

Welches sind die Voraussetzungen für die Definition und den Satz über die Bogenlänge?

Seien W eine rektifizierbare Kurve in Rn, die ihren Anfangs- und Endpunkt enthält, I := [a, b] ein nichtleeres Intervall in R mit a < b, phi: I → Rn auf ]a, b[ stetig differenzierbar eine Parameterdarstellung von W und Wphi(t) := [phi|[a, t]] für t aus I.

Wie lautet die Definition der Bogenlänge und der Satz über die Bogenlänge?

Es heißt:

sphi: I → [0, L(W)], t → sphi(t) := L(Wphi(t))

die Bogenlänge von W bezüglich phi.

  • sphi ist stetig und auf ]a, b[ differenzierbar wie angegeben.
  • Ist die Ableitung von phi(t) ungleich 0 auf ]a, b[, so existiert die Umkehrfunktion von sphi-1: [0, L(W)] → [a, b] und Phi := phi verknüpft mit sphi-1 ist eine Parameterdarstellung von W.
  • Die Paramterdarstellung Phi (sofern vorhanden) hängt nicht von phi ab, also identisch für alle parametrisierten Kurven in der Äquivalenzklasse von phi.
  • Phi (sofern vorhanden) heißt die ausgezeichnete Parameterdarstellung von W und ist auf ]0, L(W)[ stetig differenzierbar wie angegeben.

Welches sind die Voraussetzungen für die Definition einer (stückweise) glatten Kurve?

Seien W eine Kurve in Rn, die ihren Anfangs- und Endpunkt enthält, I := [a, b] ein nichtleeres Intervall in R mit a < b und phi: I → Rn, t → phi(t) eine Parameterdarstellung, die auf ]a, b[ stetig differenzierbar ist und deren Ableitung ungleich 0 ist, für alle t aus ]a, b[ und es existiere das angegebene Integral.

Wie lautet die Definition einer (stückweise) glatten Kurve?

Unter den gegebenen Voraussetzungen ist W eine glatte Kurve und phi eine glatte Parameterdarstellung. W heißt stückweise glatt, falls es für ein n aus N glatte Kurven W1, …, Wn gibt, so dass W = W1 + … + Wn.

Welches sind die Voraussetzungen für die Definition des Kurvenintegrals für skalare Funktionen?

Seien W eine glatte Kurve in Rn, phi: [a, b] → Rn eine glatte Parameterdarstellung von W, M eine Teilmenge von Rn, |W| eine Teilmenge von M und f: M → R eine stetige Funktion.

Wie lautet die Definition des Kurvenintegrals für skalare Funktionen?

Unter den geforderten Voraussetzungen heißt das angegebene Integral das Kurvenintegral von f längs W.

Auch für W = W1 + … + Wk mit glatten Kurven W1, …, Wk ist das Kurvenintegral wie angegeben definiert.

Wie lautet der Hilfssatz über stückweise glatte Parameterdarstellungen?

Sei W = W1 + … + Wk eine stückweise glatte Kurve in Rn. Dann gibt es eine Parameterdarstellung phi: [a, b] → Rn und eine Partition (t0, …, tk) von [a, b], so dass für 1 <= s <= k phi|[ts-1, ts] eine glatte Parameterdarstellung von Ws ist. Eine solche Parameterdarstellung phi heißt stückweise glatt.

Wie lautet die Definition des Kurvenintegrals für Vektorfunktionen?

Sei W eine glatte Kurve in Rn, phi: [a, b] → Rn eine glatte Parameterdarstellung von W, M eine Teilmenge von Rn und |W| eine Teilmenge von M, f: M → Rn eine stetige Funktion, so heißt das angegebene Integral das Kurvenintegral von f längs W. Es wird auch wie angegeben bezeichnet, wenn x1, …, xn die Koordinaten von x und f1, …, fn die Koordinatenfunktionen von f sind.

Auch für stückweise glatte Kurven in Rn ist das Kurvenintegral wie angegeben defniert. Die anderen Bezeichnung sind ebenfalls üblich.

Wie lauten die Rechenregeln für Kurvenintegrale von Vektorfunktionen?

Es gelten:

Wie lauten die Rechenregeln für Kurvenintegrale von Vektorfunktionen?

Es gelten:

Welches sind die Voraussetzungen für die Definition der Stammfunktion eines Kurvenintegrals?

Seien G ein Gebiet in Rn, also eine nichtleere, zusammenhängenede, offene Teilmenge von Rn und f: G → Rn, F: G → R Funktionen.

Wie lautet die Definition der Stammfunktion eines Kurvenintegrals?

Falls F differenzierbar ist mit

tF'(x) = f(x) für alle x aus G,

so heißt F eine Stammfunktion von f.

Welches sind die Voraussetzungen für den Satz über die Integrabilitätsbedingungen?

Seien G ein Gebiet in Rn und f: G → Rn eine stetig differenzierbare Funktion.

Wie lautet der Satz über die Integrabilitätsbedingungen?

Falls f unter den genannten Voraussetzungen eine Stammfunktion besitzt, so gilt:

Difj = Djfi für alle i, j aus {1, …, n}.

Welches sind die Voraussetzungen für den Satz über die Wegeunabhängigkeit von Kurvenintegralen?

Seien G ein Gebiet in Rn, f: G → Rn eine stetige Funktion, W eine stückweise glatte Kurve in Rn mit Anfangspunkt a und Endpunkt b, so dass a, b aus G, also |W| eine Teilmenge von G.

Wie lautet der Satz über die Wegeunabhängigkeit von Kurvenintegralen?

Falls F: G → R unter den genannten Voraussetzungen eine Stammfunktion von f ist gilt:

 

Welches sind die Voraussetzungen für den Satz über Stammfunktionen von Kurvenintegralen?

Seien G ein Gebiet in Rn und f: G → Rn eine stetig differenzierbare Funktion, die die Integrabilitätsbedingungen erfüllt.

Wie lautet der Satz über Stammfunktionen von Kurvenintegralen?

Falls G unter den genannten Voraussetzungen sternförmig ist, also für mindestens ein a aus G die Spur der gerichteten Strecke S(a, u) für jedes u aus G ganz in G enthalten ist, so besitzt f eine Stammfunktion F, zum Beispiel wie angegeben, wobei Wau irgendeine stückweise glatte Kurve mit Anfangspunkt a und Endpunkt u ist, die ganz in G verläuft.

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