Altprotokolle - Naturstoffe etc.
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Flashcards
Cortison
Steroidhormon, oxidierte, inaktive Form des Cortisol
Vorkommen: Bildung in NNR aus Cholesterin,
Wirkung: keine Wirkung, da keine Bindung an GC o. MC Rezeptor, bei iv/oraler Umgabe enzymatische Umsetzung in Cortisol, dann dieselbe Wirkung wie dieses
Anwendung: Cortisonacetat bei NNR-Insuffizienz, Substitutionstherapie
Cumarin
- entsteht aus Melilotosid bei Verletzen des pflanzlichen Gewebes, wodurch die Beta-Glucosidase im Plasma mit dem Melilotosid in der Vakuole in Kontakt kommt, die Glucose abspaltet und das Produkt sich dann spontan zu einem cyclischen Ester (Lacton) cyclisiert
- in chinesischem Zimt (Cassia Zimt) ist 10x so viel Cumarin drin als im Ceylon Zimt (Zinammomi zeylanicum cortex)
- Wirkungen: antiödematös, antiphlogistisch, spasmolytisch, NICHT blutverdünnend, fördert Zirkulation
- NW: Kopfschmerzen, lebertoxisch?
- Anwendung: chronische Veneninsuffizienz: chronische venöse Rückstaaung in den unteren Extremitäten, gekennzeichnet durch "müde" "schwere" Beine, Schmerzen, Wadenkrämpfe und Spannungsgefühlen in dne Beinen
- weitere Therapeutika: Rosskastaniensamen (klinisch belegt), Mäusedornwurzelstoc, Steinkleekraut, Buchweizenkraut, Rotes Weinlaub (Vitis vinifera, klinisch belegt)
- Toxizität: speziesspezifisch hepatotoxisch und kanzerogen, Cumarin-Metabolite können kovalent an DNA binden und genotoxisch wirken
- in Ratte durch CYP1A1 Umwandlung in Epoxid, daraus o-Hydroxyphenylacetaldehyd -> DNA-Alkylierung
Digitoxin
Herzglykosid Cardenolid
Vorkommen: Digitalis purpurea
Wirkung: positiv inotrop -> Bindung an Ryanodin-Rezeptor am Sarkoplasmatischen Retikulum -> Calciumkonzentration ↑ -> Kontraktilität ↑
Anwendung: HI früher, eig obsolet da geringe therapeutische Breite
Vergiftungserscheinungen: Xanthopsie (Gelbsehen), Übelkeit, Erbrechen etc.
Antidot: Fab Fragment gegen Digoxin
Echimidin
Pyrrolizidin (Necinbase)-Alkaloid, leiten sich biogenetisch von Ornithin o. Arginin ab, von dem zwei Moleküle zum Putrescin abgebaut und unter Desaminierung zum Homospermidin verbunden werden
Vorkommen: in Beinwell (Symphytum officinale)
Wirkung: toxisch, da 1,2 DoBi im Pyrrolizidin und verestert mit verzweigtkettigen Säuren -> Giftung im Körper durch mischfunktionelle Oxidasen der Leber und Alkylierung der DNA -> Leberzellnekrose akut, chronisch Leberzirrhose, embryotoxisch, kanzerogen
Ephedrin
Phenylethylamin-Alkaloid
Vorkommen: Ephedrakraut -> Ephedra sinica (chinesisches Meerträubel)
Wirkung: Schleimhautabschwellend, da indirektes Sympathomimetikum
Anwendung: Mittel der zweiten Wahl bei Narkolepsie, Ersatz für Atropin in Augenheilkunde
kann zur Herstellung von Meth missbraucht werden (Anlage 2 Betäubungsmittelgesetz eingeschränktes vertreiben), ist in sportlichen Wettkämpfen verboten
Ergotamin
Mutterkornalkaloid
Wo setzt man es ein?nur bei lang anhaltenden Migräneanfall (Migräne: attackenweise heftig auftretende Kopfschmerzen, die bei körperlicher Betätigung an Intensität zunehmen),nichtselektive Serotonin-Rezeptoragonisten, Vasokonstriktion von Gefäßen im ZNS
Warum setzt man Ergotamin nur noch selten ein und was stattdessen?
NW Übelkeit und erbrechen
Triptane: weil die besser wirken selektiv 5-HT1B und 1D Agonisten, wirken zu JEDEM Zeitpunkt der Migräne-Attacken
und eventuell noch 1g ASS.
Galantamin
Amaryllidaceen-Alkaloide
Vorkommen: kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), Amaryllidaceae, Osterglocke (gelbe Narzisse)
Wirkung: Modulation von nikotinergen Acetylcholin-Rezeptoren und Hemmung der Acetylcholinesterase -> Erhöhung der Acetylcholinkonzentration im synaptischen Spalt.
Anwendung: Antidementivum
iqwig: Merk- und Denkfähigkeit erhöht
Genistein
Isoflavonoid
Vorkommen: in Sojabohne, Rotklee (Trifolium pratense)
Wirkung: Phytoöstrogen
Anwendung:
Glatirameracetat
Gemisch synthetischer Polypeptide mit unbekanntem Wirkmechanismus
Peptide bestehen aus Glutaminsäure, Lysin, Alanin und Tyrosin (GLAT)
Wirkung: immunsuppressiv -> verdrängt Autoantigen aus Bindung an MHC-‐Komplex, erhöht Anzahl Suppressor-‐T-‐Zellen à Unterdrückung der Entzündung
Anwendung: MS
Glucagon Like peptide 1
Inkretin-Hormon
wird in den L-Zellen des Ileum im Colon gebildet als Reaktion auf das Vorhandensein von Glucose im Chymus und dann in den Blutkreislauf freigesetzt, wird innerhalb von Minuten von DPP4 abgebaut
alpa-Hederin
Saponin: ausgedehntes lipophiles Aglykon (Steran-Grundgerüst o. noch größer) und Zuckeranteil
Vorkommen: Efeu (Hedera helix)
Wirkung: expektorierend (sekretolytisch) wahrscheinlich durch:
- reflektorische Parasympathikusaktivierung durch Magenschleimhaut-Reizung => verstärkte sekretorische Tätigkeit der gemischten Drüsen unter dem Bronchialepithel, die zur Verflüssigung des Schleims führt
- Erhöhung der Anzahl der beta-2-Rezeptoren auf dem Lungenepithel durch Verminderung der Internalisierung von Beta2-Rezeptoren -> Bronchospasmolyse und Sekretolyse, da gesteigerte Surfactant-Produktion -> Oberflächenspannung ↓, Viskosität ↓
Anwendung: Prospan, in Kombination mit Thymian in Bronchicum etc.
Helenalin
Sesquiterpenlacton (charakteristisch für Asteraceae) vom Helenanolid Typ (nur Ketogruppe links und ungesättigte Gruppe am Furan Rechts ist anders als Grundstruktur)
Vorkommen: Arnika montana (Bergarnika), Asteraceae Arnicae flos
Wirkung: antiphlogistisch -> hemmt selektiv NFkappaB, anticancerogen, toxische Wirkung auf Plasmodium falciparum (Malaria), stark giftig, einer der Hauptgründe für Arnika-Allergie -> bildet Haptene -> heißt, dass es mit Proteinen Komplexe eingeht und somit dann groß genug ist, um vom Immunsystem erkannt zu werden
Droge selbst:
• Anwendung:
o Droge besteht aus den frischen oder getrockneten Blütenständen
o äußerlich angewendet bei Hämatomen, Prellungen, Verstauchungen, rheumatische Muskel- und Gelenkbeschwerden, Entzündungen im Mund- und Rachenraum
• Dosierung:
o 2 g Droge auf 100 ml Wasser als Aufguss
o Tinktur 1:10 verdünnt o Salben: 20-25% Tinktur
• Wirkungen: bei topischer Anwendung antiphlogistisch, konsekutiv analgetisch bei Entzündungen, antiseptisch
Kommission-E-Monographie:
• Anwendung: Zur äußerlichen Anwendung bei Verletzungs- und Unfallfolgen, z.B.
o bei Hämatomen, Distorsionen, Prellungen, Quetschungen, Frakturödemen,
o bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden. Enzündungen der Schleimhäute von Mund- und Rachenraum, Furunkulose und Entzündungen
o als Folge von Insektenstichen; Oberflächenphlebitis
• Wirkungen: bei topischer Applikation antiphlogistisch, konsekutiv analgetisch bei Entzündungen und antiseptisch.
• Gegenanzeigen: Arnika-Allergie
• Nebenwirkungen: Längere Anwendung an geschädigter Haut, z. B. bei
Verletzungen oder Ulcus cruris, ruft relativ häufig ödematöse Dermatitis mit Bläschenbildung hervor. Ferner können bei längerer Anwendung Ekzeme auftreten. Bei hoher Konzentration in der Darreichung sind auch primär toxisch bedingte Hautreaktionen mit Bläschenbildung bis zur Nekrotisierung möglich.
Hyoscyamin
Tropanalkaloid, S-Enantiomer
Vorkommen: Datura Stramonium, A. belladonna, Hyoscyamus niger Blätter, Duboisia myoporoides -> wächst sehr schnell, Gewinnung von Hyosycamin und Scopolamin hauptsächlich hieraus
Wirkung: anticholinerg -> Mydriasis, Mundtrockenheit, Herzrasen etc.
Anwendung: Antidot bei Insektizid-Vergiftungen
LD: 100 mg -> Vergiftungserscheinungen: Mydriasis, Mundtrockenheit, Herzrasen etc. Halluzinationen, Behandlung: antiresorptive Maßnahmen, Physostigminsalicylat
Hyperforin
aus Polyketid-Synthese, Starter: Isobutyryl-CoA als Starter (rot), 3x Malonyl-CoA (schwarz), 3x C5-Isopreneinheit Isopentenylpyrophosphat (orange eingekreist), 1x C10 Isopreneinheit Geranylpyrophosphat (langes hellblaues)
erst Cyclisierung von rot mit schwarz, dann Prenylierungen
kann Ca einstrom erhöhen? beeinflusst Ionengradienten an der Membran der Rezeptoren
aus Phloroglucin durch Polyprenylierung
Vorkommen: Hypericum perforatum (Johanniskraut) Hypericaceae
Wirkung: Hauptkomponente, die die antidepressive Wirkung vermittelt, Wiederaufnahmehemmer von Serotonin, DA, NA, GABA und Glutaminsäuren, CYP3A4 und CYP2C9 Induktor, antibakteriell
Anwendung:
Hypericin
Anthrachinon-Derivat -> Napthodianthron, ist rot
Vorkommen: Hypericum perforatum
Wirkung: antidepressiv, phototoxizität bewirkend -> kann zu Makuladegeneration führen, CYP3A4-Induktor, antiviral durch Bildung von ROS mit Licht
Anwendung: Antidepressivum bei leichten bis mittelschweren Depressionen, reichert sich vorzugsweise in krebsartigem Gewebe an, weshalb es zur Diagnostik als Fluoreszenzfarbstoff verwendet wird