Altprotokolle - Naturstoffe etc.
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Lernkarten
1,8-Cineol
auch Eucalyptol genannt
bicyclisches Epoxy-Monoterpenen, farblose Flüssigkeit
Kommt in: Eucalyptus und Lorbeer (Laurus nobilis) viel vor, in Thymian, Minze, Basilikum etc.wenig
Anwendung:Atemwegserkrankungen wie Bronchitiden
Kommission E-Monographie: • Droge besteht aus den getrockneten Laubblättern (Folgeblätter) • Hauptinhaltsstoff des ätherischen Öls: 1,8-Cineol (Eucalyptol)
• Angewendet bei Erkältungskrankheiten der Luftwege • als Droge wenig eingesetzt, sondern als ätherisches Öl oder isoliertes 1,8Cineol
• Dosierung: 1,8 g Droge auf 150 ml Wasser als Infus; Tagesdosis 4-6 g Droge • Hinweis: Eucalyptus-Öl bewirkt eine Induktion des fremdstoffabbauenden
Enzymsystems in der Leber. Die Wirkung anderer Arzneimittel kann deshalb abgeschwächt und/oder verkürzt werden
• Wirkungen: o sekretomotorisch o hyperämisierend o schwach spasmolytisch o antimikrobiell
Aconitin
Diterpen-Alkaloid
Vorkommen: Hauptalkaloid vom blauen Eisenhut (Aconitum napellus) - Ranunculaceae
Wirkung: verlangsamt Natriumkanal-Inaktivierung -> längere AP -> erregend, dann Lähmung -> Herzstillstand
- eins der stärksten Pflanzengifte überhaupt (tödliche Dosis für Erwachsene: 5 mg)
- schnelle Resorption intestinal & über Haut/Schleimhaut
- verschreibungspflichtig bis D4 in homöopathischen Dosen gegen Rheuma und Erkältung
Alliin
nicht-proteinogene, schwefelhaltige Aminosäure, geruch- und geschmackslos
Vorkommen: Knoblauch (Allium sativum), Laucharten, Bärlauch (Allium ursinum)
- Bei verletzen der Knollen tritt die Alliinase aus der Vakuole aus (Alliin ist im Zytoplasma), wodurch es zu Dehydroalanin und Alkylsulfensäure gespalten wird -> 2 Allylsulfensäuren wandeln sich dann in Allicin um -> ist instabil und wandelt sich spontan in Di- und Trisulfide um, die den typischen Knoblauchgeruch verursachen -> Allicin ist im Magen antibakteriell und wahrscheinlich lipidsenkend
Amygdalin
cyanogenes Glykosid, hat zwei Glucosereste
Vorkommen: in Aprikosen- und Apfelkernen, in bitteren Mandeln
- in Körper: spaltet in Gegenwart von Wasser und Enzym Blausäure ab, erfolgt langsam???
- in Pflanze: Amygdalin in Vakuole, Glukosidase und Hydroxynitrillyase in Zelle -> bei Verletzen der Zelle treten die in Kontakt, die beiden Glucosereste werden abgespalten und es wird zu Blausäure und Benzaldeyd katalysiert
1: Kennen Sie Amygdalin? Zeichnen Sie das mal! Was ist das denn? Was passiert im Körper damit? Welches Enzym spaltet? Wo? Und wann?
Angelikasäure
Arachidonylglycerol
2-AG, Ester aus Arachidonsäure und Glycerol ist ein Endocannabinoid, dass die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 aktiviert.
im ggs. zu Anandamid voller Agonist -> verminderte Schmerzempfindung, Immobilität, verringerte spontane Aktivität
wird durch Monoglycerollipase in Arachidonsäure und Glycerol gespalten
positiver allosterischer Modulator von GABAa-Rezeptoren
Aristolochiasäure
aus 2x Dopamin entsteht Orientalin, woraus dann über die Zwischenstufe Stephanin Aristolochiasäure entsteht
Vorkommen: aus Aristolochia-Gattungen (Pfeifenblumen) -> Aristolochia serpentaria, officinalis, fangchi und Asarum canadense und Asarum eurapeum (gewöhnlicher Haselwurz)
Wirkung: genotoxisch (u.a. AT zu TA Transversion), kanzerogen, mutagen, nephrotoxisch -> verursacher der Balkan-Nephropathie -> toxisches Prinzip: DNA Methylierung durch Nitrogruppe neben Carboyygruppe, sehr selten in Naturstoffen -> cyclisiert dort zum Nitrenium-Kation und bindet an DNA
- Inverkehrbringen nach §5 AMG verboten, Ausnahme: Homöopathie D11 FAM
- früher: in traditionell chinesischer Medizin (TCM) als Schlankheitsmittel, im Tonikum Frauengold
Artemisinin
Sesquiterpen -> aus Farnesyl-PP, hat Peroxidbrücke, zwei polymorphe Funktionen
Vorkommen: Blüten der Artemisia annua (einjähriger Beifuß)
Wirkung: Peroxidbrücke -> bei hoher Eisenkonzentration wird es instabil und zerfällt in freie Radikale -> in Erythrozyten und in Eisen-akkumulierendem Plasmodium falciparum herrscht ein solches Milieu vor
Anwendung: Malaria
Atropin
Tropanalkaloid, Racemat des linksdrehenden L-Hyoscyamin
Vorkommen: Atropa belladonna Blätter (Tollkirsche), Datura stramonium (Stechapfel)
Wirkung: spasmolytisch, parasympatholytisch -> anticholinerg, halluzinogen
Anwendung: Mydriatikum (aber eig. eher Homatropin, da es eine kürzere Wirkung hat), Atropinsulfat begleitend bei Narkose, um die Speichelsekretion zu vermindern und die Gefahr eines reflektorischen Herzstillstands auszuschalten, als Antidot bei Vergiftungen mit Organophosphaten, muskarinergen Pilzen, Carbamat-Insektiziden, Bradykardie durch Betablocker, Überdosis Physostigmin und Neostigmin (i.v.) 1-2 mg
Aucubin
Monoterpen: C9 Iridoid, Glykosid des Aglykons Aucubigenin + Glucose, hat aber kein C10 Grundgerüst, sondern nur C9, da ein Methyl abgespalten wird, bitter
Vorkommen: Plantago lanceolata (Spitzwegerich) -> im Saft, weshalb dieser nicht schimmelt, Verwendung des Krauts
Wirkung: antibiotisch, antiphlogistisch, reizmildernd
Anwendung: 3-6 g Droge /Tag bei Katarrhen der oberen Luftwege und als Spülung bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Droge enthält auch Schleimstoffe (Quellungszahl >6)
meist nicht mehr im Extrakt enthalten, auch nicht im Tee
Beta-Sitosterol
Phytosterol, nur an der oberen Alkylkette das Ethyl anders als Cholesterol, weißes, wachsartiges Pulver
Vorkommen: Weizenkeimöl, Maiskeimöl, Roggenkeimöl, in Sojaöl, in der, in Avocados (Persea americana),
- Kürbissamen (Curcurbita pepo): andere Inhaltsstoffe: Lektine, Cumarine (Scopoletin), Lignane, Polysaccharide
- Sägepalme (Serenoa repens): andere Inhaltsstoffe: fettes Öl (Myristoleinsäure), Flavonoide
Wirkung: bei tägl. Aufnahme von ca. 3-6 g verhindert es die Cholesterinaufname aus dem MD-Trakt-> Cholesterolspiegel ↓, schwach antiandrogen durch Hemmung 5alpha-Testosteronreduktase, in vitro: Hemmung Prostaglandinsynthese
Anwendung: beginnende benigne Prostatahyperplasie, im Sägepalmenextrakt wahrscheinlich an der Wirkung gegen androgene Alopezie beteiligt
in Fixkombination mit Sägepalmenfrüchten in Prostagutt forte enthalten (bei Sabalis Monopräparaten sind überall keine positiven Studien gegenüber Placebo, nur das eine mit Hexan, was es in Frankreich gibt,
Kürbissamen (Granufink) hilft nicht) -> nicht unterlegen zu Tamsulosin und Finasterid, aber problematisch da vom Hersteller
Butylscopolamin
Calcitriol
Vitamin D
- bindet am löslichen Vitamin D-Rezeptor (VDR), woraufhin der Komplex als Transkriptionsfaktor in den Zellkern gelangt und dort diverse Gene aktiviert
- entscheidende Rolle bei der Calciumaufnahme aus dem Darm und bei dem Einbau von Hydroxylapatit in den Knochen -> bei Mangel Osteoporose, bei zu viel kann Hyperkalziämie entstehen
Camptothecin
cytotoxisches Chinolinalkaloid, gehört biogenetisch zu den iridoiden Indolalkaloiden, leitet sich von Tryptophan und Secologanin ab
Vorkommen: Rinde, Holz und Samen des Baumes Campthoteca acuminata, Cornaceae
Wirkung: zytostatisch -> hemmt Topoisomerase I -> Strangbruch bleibt, zellschädigend
Anwendung: selbst nicht, da ungünstige PK etc, aber die Weiterentwicklungen Irino- und Topotecan bei metastasierendem Dickdarm- und Mastdarmkarzinom in Kombi mit 5-FU oder in Kombi mit Cetuximab wenn kein Ansprechen auf 5-FU
Capsaicin
Pseudoalkaloid, Fettsäureamid -> Vanillylamid, ein Capsaicinoid, welche alle ziemlich temperaturstabil sind
Vorkommen: Capsicum Arten (Paprika), Cayenne Pfeffer Solanaceae
Wirkung: durch Bindung an Vanilloid-Rezeptoren (Transient Receptor Potential Vanilloid 1)
durchblutungssteigernd, schmerzlindernd wahrscheinlich durch Verhinderung der Wiederaufnahme von Substanz P
Anwendung: in Qtenza so hohe Konzentration, dass es die Schmerzrezeptoren killt?? dadurch 8 Wochen Schmerzfreiheit, aber sehr starke Schmerzen bei Anwendung
Catechine
sind Flavanole, hergestellt über den Polyketidweg, wobei als Startermoleküle aktivierte Hydroxyzimtsäure aus dem Shikimisäureweg benötigt wird
Vorkommen:
Wirkung:
Anwendung:
- Grundstruktur für Proanthocyanidine, wobei mehrere Catechin-Monomere verknüpft weerden an C4 zu C6/C8 -> diese sind kondensierte Gerbstoffe, die bei Säureeinwirkung über wasserlösl. Gerbstoffe in Phlobaphene übergehen -> proteinfällende Eigenschaften an oberen Haut- & Schleimhautschichten
Ceramid
Sphingolipide -> Sphingosin, was durch Amidbindung an Fettsäure gebunden ist
Vorkommen: insb. in Hornhaut d. Menschen
Wirkung: Hemmung des Zellwachstums, die Induktion der Apoptose, die Förderung der Zelldifferenzierung, der Zellalterung aber auch von entzündlichen Reaktionen`?
bilden Doppellipidschichten, die die Haut vor dem Austrocknen schützen
Anwendung:
Chelidonin
Isochinolin-Alkaloid, Tyrosin in Dopamin mit p-Hydroxybenzaldehyd zu Norcoclaurin
Vorkommen: im Milchsaft des Chelidonium Majus (Schöllkraut) -> ≥ 0,6% Alkaloide, berechnet als Chelidonin, Papaveraceae
Wirkung: Mitosegift, aber schwächer als Colchicin, zentral sedativ, schwach analgetisch und spasmolytisch auf glatte Muskulatur
Anwendung: in Iberogast auch enthalten, von Schöllkraut Krampfartige Beschwerden im Bereich der Gallenwege und des Magen-Darm-Traktes
• Dosierung (Tagesdosis):
o 1,2-3,6 g Droge als Teeaufguss (Anwendung ist obsolet !!)
o 125-700 mg Extrakt (wässriger Alkohol) mit 9-24 mg Gesamtalkaloide, berechnet als Chelidonin mehr als 2,5 mg ist aber nicht erlaubt laut Bfarm? also keine wirksame Konzentration darf erreicht werden
o Tinkturen (1:10) 2-4 ml, 3x täglicho Flüssigextrakt (1:1) 1-2 ml, 3x täglich
Kommission E-Monographie (BAnz 15.05.85): • Droge besteht aus den zur Blütezeit gesammelten und getrockneten
Sprossen; enthält mindestens 0,6% Gesamtalkaloide, berechnet als Chelidonin
• Anwendung: krampfartige Beschwerden im Bereich des Magen-DarmTraktes sowie der Gallenwege
• Dosierung: 2-5 g Droge bzw. 12-30 mg Gesamtalkaloide*, berechnet als Cheliidonin (*heute 2,5 mg/Tag Maximaldosis) • Nebenwirkungen: keine bekannt
ESCOP-Monographie:
• Droge. die während der Blütezeit geernteten getrockneten oberirdischen Teile; ≥ 0,6% Alkaloide, berechnet als Chelidonin
• Anwendung: Krampfartige Beschwerden im Bereich der Gallenwege und des Magen-Darm-Traktes
• Dosierung (Tagesdosis):
o 125-700 mg Extrakt (wässriger Alkohol) mit 9-24 mg Gesamtalkaloide, berechnet als Chelidonin
o Tinkturen (1:10) 2-4 ml, 3x täglich o Flüssigextrakt (1:1) 1-2 ml, 3x täglich
• Nebenwirkungen: in seltenen Fällen Leberentzündungen mit Anstieg der Leberwerte und Serum-Bilirubin; reversibel nach Absetzen der Therapie
• Hinweis: bei Anwendung länger als 4 Wochen Leberwerte kontrollieren • Gegenanzeigen: bestehende oder zurückliegende Lebererkrankungen • Nebenwirkungen: in seltenen Fällen Leberentzündungen mit Anstieg der Leberwerte und Serum-Bilirubin; reversibel nach Absetzen der Therapie
Cholsäure
primäre Gallensäure, Sterol, Salze werden Cholate bezeichnet,
Vorkommen: wird in Galle aus Cholesterin produziert, im Körper sind 2-4g Cholsäurederivate -> wird nämlich ständig rückresorbiert, da sehr wichtig sonst würde 100g Fett aus der Nahrung zum Emulgieren 20 g Cholsäurederivate benötigen
Wirkung: emulgieren Fette und machen sie so den Lipasen zugänglich
Anwendung: in TCM
sekundäre Gallensäure: sind 1x durch den Dickdar, weshalb denen eine OH Gruppe fehlt (meist die 7er), was durch Bakterien entfernt wird -> lipophil genug um wieder aufgenommen zu werden -> enterohepatischer Kreislauf
Ciclosporin A
• potentes Immunsuppressivum (oral bioverfügbar), cyclisches Peptid, gebildet in Mikroorganismen
• bindet an intrazelluläre Immunophiline (Cyclophilin A), also anderes als Tacrolimus
• hemmt die Aktivität von NF-AT (nuclear factor of activated T-cells=> kann nicht mehr in den Zellkern) durch Calcineurin-Hemmung und verringert dadurch die Bildung von IL-2
• dadurch verringerte Proliferation von B-Zellen und T-Zellen
• zugelassen zur Prophyllaxe von Organtransplantat-Abstoßungen, auch bei chronischen Entzündungen, ist aber stark nephrotoxisch
Colchicin
Tropolon-Alkaloid, Besonderheit, dass der Stickstoff exo, entsteht aus Tyrosin über 4-Hydroxyzimtaldehyd
Vorkommen: Samen der Colchicum autumnale (Herbstzeitlose)
Wirkung: Mitosegift -> hemmt die Kontraktionsfähigkeit des Tubulins -> zytostatisch, mutagen, neurotoxisch, immunsuppressiv, entzündungshemmend
Anwendung: akute Gichtanfälle (Hyperurikämie bei Serumharnsäurespiegeln >6,4 mg/dl (Gicht -> Uratkristalle -> Entzündung -> Chemotaxis wird durch Tubulinhemmung gestörtsetzt die Phagozytoseaktivität der Leukozyten herab)
1 mg oral, danach 0,5-1,5 mg alle zwei Stundne, bis der Anfall abklingt, maximal für drei Tage, Tageshöchstdosis ist 8 mg (pro Gichtanfall höchstens 12 mg) -> selbst bei therapeutischen Dosen schwere NW wie Übelkeit, Erbrechen, starke Durchfälle
letale Dosis : 20 mg -> in ca. 60g frischen Blättern bzw. 2-5g der Samen können einen 80 kg schweren Menschen töten
unterliegt enterohepatischem Kreislauf
KI: eingeschränkte Nierenfunktion, Blutarmut, HK-Funktion
Cocain
Tropanalkaloid, Ecgonin-Derivat, indirektes Sympathomimetikum
Vorkommen: Erythroxylum coca (Cocastrauch)
Wirkung: Stimulans -> DA/NA/5-HT-Wiederaufnahmehemmung, lokalanästhetisch, Euphorie, Beschleunigung der Denkabläufe, gehobenes Selbstwertgefühl, kein Hungergefühl etc.
Anwendung:
"Cocaismus": Kauen von Coca-Blättern mit alkalischer Pflanzenasche 28 Blätter entsprechen 150 mg -> basische Hydrolyse des Cocain -> Freisetzen des Ecgonin hauptsächlich, was aktivitätssteigernd wirkt , führt selten zur Sucht
"Cocainismus": Missbrauch von Cocainpulver bis zu 30g/Tag
Langzeitfolgen:
Wechsel zwischen Manie und Depression, Migräneähnlicher Kopfschmerz, Schlaflosigkeit, Tremor, Appetitlosigkeit, Abmagerung, körperlicher und geistiger Verfall