Altprotokolle - Naturstoffe etc.
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Cartes-fiches
Iduronsäure
aus der Gruppe der Uronsäuren, genauer Idose
Vorkommen: Iduronsäure ist ein Bestandteil von Glykosaminoglykanen, zum Beispiel des Chondroitinsulfates B und des Heparins. Sie ist ein Stereoisomeres der Glukuronsäure und entsteht durch Epimerisierung von D-Glukuronsäure an der Carboxygruppe.
Wirkung: Disulfatierte Iduronsäure hemmt die Verständigung von T-Lymphozyten, indem es die Bindung von Heparansulfat an den Chemokin CCL20 kompetetiv hemmt. Dies macht die Substanz für eine Entwicklung zur Behandlung der mit Asthma einhergehenden Entzündung der Bronchialschleimhaut interessant
Anwendung:
Isoflavon
Grundstruktur der Flavonoid-Untergruppe Isoflavon,
Vorkommen: Kleearten, Soja etc.
Wirkung: oft phytoöstrogen
Anwendung: Hormonersatztherapie in der Menopause
Lignan
dimere Phenylpropanoide, die zu den Phytoestrogenen gehören -> durch Polymerisation entsteht Lignin, welches zu den unlöslichen Ballaststoffen gehört
Bild: Dibenzylbutan
oxidative β, β'-Kopplung von Phenylpropanen
Vorkommen: Lini semen (Enterodiol), Podophyllum hexandrum (Podophyllotoxin -> Spindelgift), Valerianae radix (Olivil-Derivat)
Linolensäure
dreifach ungesättigte Säuren mit 18 Kohlenstoffen
alpha (ALA): C18:3 (9,12,15) omega 3 Fettsäure, essentiell, wird zur Bildung von DHA und EPA benötigt
gamma: C18:3 (6,9,12) omega 6 Fettsäure
Vorkommen: als Ester in vielen Triglyceriden gebunden, in vielen pflanzlichen Ölen wie z.B. Chiaöl, Leinöl etc.
Wirkung:
Anwendung:
Mescalin
Pyrogallol-Derivat, Alkaloid aus Phenylethylamingruppe
Vorkommen: Lophophora williamsii (Peyote-Kaktus) und Echinopsis- Kakteenarten
Wirkung: halluzinogen, psychedelisch -> wahrscheinlich Aktivierung der 5HT-2A/C Rezeptoren mit hoher Affinität als Partialagonist, 200-400 mg Dosis, 6-9 h Rausch
Anwendung:
Morphin
Alkaloid - Phenanthren-Derivat
Vorkommen: Papaver somniferum, Milchsaft
Wirkung: analgetisch, sedativ, obstipation etc.
Anwendung: Es gehört zu der Gruppe der stark wirkenden Opioide der Stufe III im WHO-Stufenschema (Klassifizierung der Schmerztherapie) und ist als Schmerzmittel bei starken und stärksten Schmerzen zugelassen.
Norcoclaurin
Benzylisochinolinalkaloid, aus 2 Tyrosin, woraus Aldehyd (Nichtaminkomponente) und Dopamin (Aminkomponente) gemacht wird
Vorkommen: bei Papaver, Berberis- und Coptin-Arten Vorstufe des Reticulin
Wirkung:
Anwendung: Beta-2-Agonist (erhöht Glykogenolyse, Lipolyse etc.), als "Fatburner" unter dem Handelsnamen Higenamin als NEM, Wirksamkeiten nur in vitro und in Tiermodellen untersucht, weshalb es als solches vertrieben werden darf, da der medizinische Nutzen unklar ist
Oleanan
Grundstruktur für Saponine, pentacyclisches Triterpen (30 C), am meisten vertretener Grundkörper von Sapogeninen
Paclitaxel
Gehört der Gruppe der Taxane an, ist ein Diterpen und Pseudoalkaloid, unteres rot: beta-Phenylalanin
Vorkommen: Rinde der Taxus brevifolia (pazifische Eibe) -> wächst sehr langsam, Bedarf ist so nicht zu decken
Wirkung: Mitosehemmstoff -> bindet an beta-Tubulin und stört Microtubuli-Abbau, im ggs. zu Colchicin, Vinblastin etc. keine direkte Hemmung, Mikrotubuli haltne Zellen in Form, nicht nurbei Zellteilung wichtig
Anwendung: Brustkrebs (in Kombination mit Trastuzumab), Ovarialkarzinome (in Kombi mit Cisplatin und Carboplatin) und Bronchialkarzinom
Reinigung aus 1 kg Rinde -> 65-100g Paclitaxel, Bedarf: > 250 kg
Zellkulturen generieren >100 g Paclitaxel/Liter
geringe therapeutische Breite, i.v., da nicht oral bioverfügbar, sehr geringe Löslichkeit in Wasser -> als Cremophor formuliert, welche wiederum NW machen können
NW: Hautmissempfindungen, Neurotoxizität, da axonaler Transport von Mikrotubuli abhängig ist und natürlich typische Krebs NW wie Haarausfall, Übelkeit, Mukositis, Knochenmarkssupression, Myalgien etc.
Docetaxel ist etwas besser löslich
Pipermethystin
Piperidin-Alkaloid
in Bild: 1
Vorkommen: Piper methysticum (Kava, Rauschpfeffer), Extrakt aus Wurzelstock ist Kawa Kawa (Piperis methystici rhizoma)
Wirkung: lebertoxisch, aber in kommerziell erhältlichen Produkten nicht erhältlich, kava kava Wirkung: beruhigend,
Anwendung: TCM etc.
vorübergehend zurücknehmen der Zulassung, aber mittlerweile (Ende 2015) wieder erlaubt, aber nur unter Verschreibungspflicht und strengen Auflagen -> max. 120 mg Kavapyrone in Tagesdosis, max. 30 Tabletten pro Packung, vor Beginn und während der Anwendung müssen wöchentlich die gamma-GT Werte beobachtet werden
andere Inhaltsstoffe der Droge: Kavapyrone und Kavalactone, Flavonoide etc. -> gute anxiolytische Wrikung
Rutosid /Rutin
Flavonol, Quercetin Glykosid mit Disaccharid Rutinose, dass sich aus Rhamnose und Glucose zusammensetzt
Wirkung: antioxidativ, zum UV-Schutz -> deshalb in Pflanzen, die hoch über dem Meeresspiegel wachsen und allg. in höheren Regionen der Pflanze höher konzentriert
Salvinorin
Diterpene
Vorkommen: Aztekensalbei (Salvia divinorum)
Wirkung: Salvinorin A ist halluzinogen mit dissoziativen Effekten, Salvinorin B-E sind psychotrop, Salvinorin F nicht
nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel (Anlage 1)
eins der potentesten bekannten natürlichen psychoaktiven Substanzen -> Wirkdosis nur 200 Mikrogramm
Scopolamin
Tropanalkaloid
Vorkommen: Stechapfel, Bilsenkraut, Engelstrompete
Wirkung: anticholinerg
Anwendung: als Bromid als TTS gegen Reiseübelkeit (Scopoderm), am ehesten von den Tropanalkaloiden, weil weniger zentral wirksam, Scopolaminhydrobromid auch als Mydriatikum
NW: bei Überdosis bad trips, zeitweise Gedächtnisverlust nach Delirium
LD 100 mg
Sennoside
Vorkommen: Alexandriner und und Tinnevelly-Sennes, Caesalpiniaceae
Wirkung: laxierend -> Dickdarmmotilisierend (Verkürzung der intestinalen Transitdauer -> Verkürzung der Kontaktzeit zwischen Darminhalt und Darmwand -> weniger Rückresorption -> Stuhl wässriger), antiresorptive Wirkung (Erhöhung der Durchlässigkeit der tight junctions für Wasser -> vermehrter Einstrom von Wasser und Elektrolyten in das Darmlumen, es wird diskutiert dass die Adenylatcyclase stimuliert wird und dadurch die aktive Ausscheidung aus Epithelzellen des Darms der Elektrolyte über gesteigerte Serotoninfreisetzung und gesteigerte Synthese von Prostaglandin E2 vermittelt wird), Abhängigkeitspotential (-> Aufnahme von Elektrolyten ↓, Ausscheidung der Elektrolyte ↑, durch die direkte Ausscheidung von Kalium und auch aufgrund des Natriumverlusts bedingte Stimulation der Aldosteron-Ausschüttung kommt es zu starken Kaliumverlusten -> Tonus in glatter Muskulatur↓, Darmperistaltik ↓ => Darmträgheit das versuchen viele Patienten durch Laxanzien wieder zu kompensieren -> circulus vitiosus -> führt zu starken Flüssigkeits- und Elektrolytdefiziten des Körpers, Kaliumverlust führt darüber hinaus zu Störungen der Herz- & Nierentätigkeit -> Vorsicht bei gleichzeitiger Therapie mit herzwirksamen Glykosiden -> deshalb nur kurzfristige Anwendung
Anwendung: Obstipation, z.B. Morphintherapie