allgemeine Pharmakologie

allgemeine Pharmakologie

allgemeine Pharmakologie


T. B.
Diese Lernkarten decken grundlegende Konzepte der Pharmakologie auf Universitätsniveau ab. Sie behandeln Themen wie Pharmakokinetik, Pharmakodynamik, Wirkmechanismen von Substanzen und deren Verteilung im Körper. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten, die ein tiefes Verständnis der Pharmakologie entwickeln möchten, da sie wichtige Begriffe wie Rezeptoren, Agonisten, Antagonisten, und die Biotransformation von Medikamenten erklären. Die Lernkarten helfen dabei, die komplexen Prozesse der Arzneimittelwirkung und -ausscheidung zu verstehen, was für die klinische Praxis essenziell ist.
Karten
39
Lernende
14
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
13.11.2014 / 28.08.2023

Lernkarten

Pharmakokinetik

...was macht der Körper mit dem Arzneistoff...

- Resorption

- Metabolisierung

- Verteilung

- Elimination

Pharmakodynamik

was macht der Arzneistoff mit dem Körper

- Rezeptorbindung

- Wirkungsentfaltung

spannungsgesteuerte Ionenkanäle

- Natriumkanal

- L-Typ-Calciumkanal

Ligandengesteuerte Ionenkanäle

- Nikotinrezeptor (Curare)

- 5-HT3-Rezeptor

- GABA-A-Rezeptor (Diazepam)

 

Transkriptionsfaktorrezeptoren

Glukocorticoid-Rezeptor (Dexamethason)

Mineralocorticoid-Rezeptor (Spironolacton)

Progesteron-Rezeptor (Mifepriston)

Rezeptorvermittelte Pharmakawirkungen - Enzyme

Cyclooxygenase                             Acetylsalicylsäure

H-K-ATPase                                    Omeprazol

ACE                                                  Captopril

HMG-CoA-Reduktase                   Lovastatin

Xanthinoxidase                              Allopurinol

Peptidoglykansynthetasen          Penicillin

Gyrase                                             Ciprofloxacin

Rezeptorvermittelte Pharmakawirkungen - Andere Rezeptoren

Antithrombin III                                           Heparin

DNA                                                              Doxorubicin

mRNA                                                          Antisense, siRNA

Rezeptorvermittelte Pharmakawirkungen - Strukturproteine

Mikrotubuli                                                Colchicin, Paclitaxel

Nicht-Rezeptorvermittelte Pharmakawirkungen

Säureneutralisation                                      Antacida

Osmose                                                          Mannit

Chelatbildung                                                EDTA, BAL

Dissoziationskonstante

\(K_D = {k_{-1} \over k_{+1} } = {[R]_r * [P]_r \over [RP] }\)

KD = Dissoziationskonstante

f = freie Konzentration

Wenn [P]f = KD sind 50% der Rezeptoren besetzt

Efficacy (Intrinsische Aktivität alpha)

 

Agonist:                    \(a = 1\)

Antagonist:              \(a = 0\)

partieller Agonist

steigert Wirkung im inaktiven Zustand

hemmt Wirkung im voll aktivierten Zustand

Bsp.: Buprenorphin (partieller Agonist) und Morphin (Agonist)

inverser Agonist

vermindert Ruhestrom

Bsp.:

- Diazepam: Agonist - angstlösend

- ß-Carboline: inverser Agonist - angstverstärkend

- Flumazenil: Antagonist

Effective Concentration EC50

Dosis, bei der bei 50% der Probanden die gewünschte Wirkung eintritt

Rezeptorreserve

vollständige Wirkung tritt schon vor vollständiger Rezeptorbesetzung auf - durch Verstärkersystem

Rezeptorreserve - Rezeptorinternalisierung oder Abschaltung

- Bereitstellen neuer Rezeptoren

Antagonismus

- chemischer Antagonismus

- pharmakokinetischer Antagonismus (Toleranz)

 

- kompetitiv - maximale Wirkung bleibt gleich, EC50 verändert (erhöht) sich

- nicht-kompetitiv - maximale Wirkung nimmt ab - EC50 bleibt gleich

- reversibel

- irreversibel

- ASS

- Omeprazol

- Organophosphate

- Tranylcypromin

Synergismus

- additive Effekte

- überadditive Effekte

- Trimethoprim + Sulfamethoxazol = Cotrimoxazol

- Inhalationsnarkotika + Muskelrelaxantien

Wirkungsabnahme

- Resistenz (Chemotherapie)

- Tachyphylaxie (Wirkungsverlust bei wiederholter Gabe in kurzen Abständen

- Erschöpfung des Systems ⇒ Dosiserhöhung erfolglos

- Bsp. Tyramin, Ephedrin, Amphetamin

- Toleranz

- Wirkungsverlust bei wiederholter Gabe ⇒ Dosis muss für gleichen Effekt erhöht werden

- Bsp. Fenoterol, Morphin

Plastizität von Rezeptoren

- Empfindlichkeit ändert sich bei gleichbleibender Rezeptorzahl (Phosphorylierung / G-Protein-Entkopplung)

- Zahl der Rezeptoren an der Zelloberfläche ändert sich bei gleichbleibender Gesamtzahl

- Internalisierung / Recycling

- Gesamtzahl der Rezeptoren pro Zelle steigt oder fällt

- Up-Regulation (Rebound)

- Downn-Regulation (Toleranz)

Effektive Dosis (ED50)

Dosis, bei der 50% der Individuen reagieren

Letale Dosis (LD) und Letale Konzentration (LC)

LD50: Dosis, die bei einmaliger Aufnahme 50% aller Versuchstiere tötet

LC50: Konzentration in der Atemluft, die, wenn sie inhaliert wird, innerhalb von 4 Stunden 50% der Vesuchstiere tötet

Therapeutische Breite

Quotient aus LD50 / ED50

Therapeutischer Index

LD5/ED95

günstiger als therapeutische Breite, da Wirkungs- und Lethalistätskurven häufig nicht parallel verlaufen

Diffusionsschranken

- Blut-Hirn-Schranke

- für hydrophile Substanzen > 60kd impermeabel

- Blut-Hoden-Schranke

- Plazentaschranke

- für hydrophile Substanzen > 1000kd impermeabel

Ion Trapping

ungeladenes Molekül diffundiert in Kompartiment mit anderem pH

wenn es dort ionisiert wird, kann es das Kompartiment (Magen, Urin, ...) aufgrund der Ladung nicht mehr verlassen

saure Pharmaka: \({[Nicht-Ionen] \over [Ionen] } = 10^{pKa-pH}\)

basische Pharmaka: \({[Nicht-Ionen] \over [Ionen] } = 10^{pH-pKa}\)

First Pass Effekt

Menge eines Arzneimittels, die nach der ersten Leberpassage eliminiert wurde

P-Glykoprotein (MDR1)

- primär aktiver Effluxtransporter, welcher unter ATP-Verbrauch seine hydrophoben Substrate aus der Lipidmembran zurück in ein äusseres Kompartiment transportiert

- an der Entstehung von Resistenzen gegenüber Arzneimitteln beteiligt

- kommt insbesondere an Epithelgeweben, die an ein exkretorisches Kompartiment grenzen vor

- Leber (Galle), Niere (Tubulus), Darm (Lumen), Gehirn (Blut)

Bioverfügbarkeit

- Fläche unter der Kurve im Plasmakonzentrations-Zeit-Diagramm

- \(F = {AUCp.o.\over AUC i.v.} \)
 

CYP-3A4

wichtiges Enzym in der Biotransformation

- Induktoren:

- Barbiturate, Rifampicin, Johanniskraut

- Inhibitoren:

- Cimetidin (rev.), Grapefruitsaft (irrev.)
 

Verteilungsraum

Verteilungsraum in % des Körpergewichts:

 

Wasser in Körperhöhlen             3%

Plasmaraum                                  5%

inakzessibles Wasser                 7%

interstitieller Raum                     15%

Trockenmasse                            30%

intrazellulärer Raum                   40%

Verteilungsvolumen

\(V = {M\over c}\)

V = Verteilungsvolumen (l)

M = Menge (mol, g)

c = Plasmakonzentration (mol/l, g/l)

Einfluss: Bindung des Pharmakons an Plasmaproteine sowie Anreicherung in peripheren Kompartimenten

Biotransformation

alle Umwandlungsprozesse von Fremdsubstanzen vor allem in der Leber

Phase I (Funktionalisierungsreaktion)

- Oxidation (CYP)

- Reduktion (Alkoholdehydrogenase)

- Hydrolyse (Esterase, Epoxidhydratase)

Phase-II-Reaktion (Konjugationsreaktion)

- aktivierte Gucuronsäure (Glucuronyltransferasen)

- aktivierte Schwefelsäure (Sulfonyltransferasen)

- aktivierte Essigsäure (Acetyltransferase)

- Aminosäuren, u.a. (Glutathion-S-Transferase)

Folgen der Biotransformation:

- Entgiftung

- Barbiturate, Meprobamat, Phenothiazin

- Entstehung weiterer wirksamer Metabolite

- Imipramin -> Desipramin

- Diazepam -> Oxazepam

- Codein -> Morphin

- Biotoxifizierung (Giftung)

- Bioaktivierung (Prodrug)

Oxidationsreaktionen

- Cytochrom P-450 (CYP-Enzyme)

- mikrosomale Monooxygenasen in Leber, Dünndarm, Lunge, Gehirn

- 50 humane CYP-Enzyme

- 12 Isoformen relevant für Pharmakonstoffwechsel

- CAP3A4 = 30%

- Flavinmonooxygenase

- sonstige oxidierende Enzyme

- Aldehyd-Oxidase

- Monoaminooxidase

 

Pharmakogenetik

Klinisch relevante genetische Polymorphismen von Zytochrom-P450-Enzymen

(CAP2C9, CYP2C19 CYP2D6)

Elimination

alle Vorgänge, die zur Verminderung der Konzentration eines Pharmakons führen

- Elimination durch Exkretion

- renale Ausscheidung

- glomeruläre Filtration (abh. von Plasmaeiweißbindung!, unabh. von Löslichkeit)

- tubuläre Rückresorption (abh. von pH-Wert)

- tubuläre Sekretion (Transporter für Anionen und Kationen)

- extrarenale Ausscheidung

- biliäre Ausscheidung

- intestinale Ausscheidung

- pulmonale Ausscheidung

- Ausscheidung über ABC-Transportprotein

- ß-Blocker (Celiprolol, Talinolol)

- Zytostatika (Anthrazykline, Etoposide, Paclitaxel, Vinca-Alkaloide)

- HIV-Protease-Inhhib. (Indinavir, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir)

- Digoxin, Erythromycin, Ranitidin, Verapamil

Clearance

Plasmavolumen, welches pro Zeiteinheit von einer Substanz geklärt wird

Cl = \(\Delta M\over \Delta t*c\)

Halbwertszeit

Eliminationskinetik 0. Ordnung

- Enzymsystem ist gesättigt

- bestimmte Menge pro Zeit wird abgebaut (Alkoholabbau)

Eliminatinoskinetik 1. Ordnung

- Enzymsystem ist nicht gesättigt

- Eliminationsgeschwindigkeit ist direkt proportional zur Konzentration des Stoffes

Bateman-Funktion

Konzentrations-Zeit-Diagram, das sich aus Absorption und Elimination ergibt

- Annahmen:

- Einkompartiment-Model

- Aufnahme und Elimination ist Reaktion erster Ordnung

- Sättigungsdosis: abhängig vom Verteilungsvolumen

- Erhaltungsdosis: abhängig von Clearance

Pharmakokinetik beim alten Menschen

- Verteilungsvolumen erhöht

- Plasmaproteinbindung erniedrigt

- renale Clearance erniedrigt

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