Allgemeinanästhesie
zur Vorlesung vom 12.05.2016 (nachmittags)
zur Vorlesung vom 12.05.2016 (nachmittags)
-
- 1 / 36
-
Flashcards
Definition: Anästhesiologie
Wissenschaft der Anästhesie
Definition: Anästhesie
Zustand einer iatrogen induzierten Unempfindlichkeit mit dem Ziel eine schmerzhafte Intervention zu ermöglichen und gleichbedeutend für ein medizinisches Verfahren, um diesen Zustand herbeizuführen.
Definition: Narkose
zentrale Schmerz- und Bewusstseinsausschaltung
wird oft als Synonym für Anästhesie verwendet
Anästhesieverfahren (4)
- Allgemeinanästhesie
- Regionalanästhesie
- Kombination aus 1. und 2.
- Stand By
Definition: Regionalanästhesie
„Alle Verfahren, die nicht mit einer allgemeinen Bewusstseinsminderung einhergehen.“
Definition: Standy-By-Anästhesie
- mit oder ohne i.v.-Analgosedierung
- Operation wird vom Operateur allein in Lokalanästhesie durchgeführt (erspart eine Allgemeinanästhesie, zum Beispiel ambulante Eingriffe), dennoch ist der Anästhesist anwesend, um Vitalfunktionen bei schweren Begleiterkrankungen zu überwachen oder bei Bedarf eine Analgosedierung des Patienten durchführen.
Welches Anästhesiverfahren sollte gewählt werden?
abhängig von (5)
Art des operativen Eingriffs
Vertrautheit des Anästhesisten mit dem Verfahren
Klinischen Zustand des Patienten
Dauer des Eingriffs
- Wunsch des Patienten
Ab wann gelten Patienten prinzipiell als nüchtern?
Limitationen bei der Wahl des Anästhesieverfahren
Welches Anästhesieverfahren ist in den nachfolgenden Situationen kontraindiziert?
- Antikoagulation
- Patienten mit vollem Magen
- verwirrte und unkooperative Patienten
- Regionalanästhesie: rückenmarksnahe Blockaden
- Maskenbeatmung
- Regionalanästhesie
Grundsatz bei der Wahl des Anästhesieverfahrens
Höchstmaß an Sicherheit für den Patienten hat absoluten Vorrang
Definition: Prämedikation
eigentlich medikamentöse Mittel zur Stressabschirmung vor einer OP z.B. Benzodiazepine.
heute gilt der Begriff dem gesamten Verfahren vor der OP
Abkürzung: I:E
Inspirations- : Exspirationsrate
Inspirations- : Exspirationsrate (I:E)
- physiologisch
- Welches I:E wird bei COPD gewählt?
- 1:1,8
- 1:2,3 (Exspirium verlängert, damit CO2 besser abgeatment werden kann)
Definition: balanced anästhesia
= Opiod + Inhalationsnarkotikum
Abkürzung: TIVA
totalintravenöse Anästhesie
Güdel-Tubus
Einführung des Güdel-Tubus
zuerst mit der Krümmung nach cranial zeigend, dann Drehung um 180°
Definition: Esmarch-Handgriff
zur manuellen Freihaltung der Atemwege;gegen die Verlegung der Atemwege durch die Zunge
Zur Durchführung des Esmarch-Handgriff kniet der Helfer idealerweise hinter dem Bewusstlosen an dessen Kopf nieder. Der Helfer positioniert seine Hände so, dass er mit den Fingern im Bereich des Kieferwinkels (Angulus mandibulae) die Mandibula greifen und die Daumen auf dem vorderen Bereich des Kiefers platzieren kann. Der Thenar kann auf dem Jochbein des Bewusstlosen abgestützt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass kein Druck auf das Auge ausgeübt wird, um einen vasovagalen Reflex zu verhindern.
Definition: C-Handgriff
zum sicheren und luftdichten Verschluss bei Maskenbeatmung
Zeigefinger formen ein „C“. Die linke Hand gilt der Befestigung der Maske und Sicherung des Atemweges.
Larnyxmaske
sich aufblasen und dichten den Rachen gegen seine Umgebung ab. Die Spitze des aufblasbaren Anteils liegt hier an oberen Ösophagus an.
Sie bieten allerdings keinen absoluten Aspirationsschutz!
Goldstandard in der Atemwegssicherung ist
die endotracheale Intubation
Wie sind die Spatel geformt?
Definition: schwierige Intubation
keine direkte Sicht unter Laryngoskopie auf den Tracheaeingang gegeben ist, oder
mehr als zwei erfolglose Intubationsversuche geschehen sind
Vorgehen bei endotrachealer Intubation (4)
Wodurch erleiden die Patienten einen Schaden?
- Präoxygenierung (um O2 Gehalt in Alveolen zu erhöhen, dadurch eine höhere Sauerstoffreserve während des Intubationsversuches)
- Maximal 30 Sekunden für einen Versuch
- Platzierung des Tubus unter Sicht
- Bei Fehllage: Reoxygenierung vor nächstem Versuch
Wichtig: Patienten erleiden Schaden durch unzureichende Oxygenierung, nicht durch eine fehlgeschlagene Intubation!
Klausur: Möglichkeiten zur Lagekontrolle nach endotrachealer Intubation (4)
Direkte Visualisierung bei der Laryngoskopie
Kapnometrie
Atemgeräusch beidseits
Symmetrische Exkursionen des Brustkorbs
sichere Zeichen
Abkürzung: BIS
bispektraler Index
Definition: bispektraler Index (BIS)
Messung der Narkosetiefe EEG-gesteuert über Elektroden an der Stirn
Definition: rapid sequence induction
Bitz-, Schnelleinleitung
Es wird nach der Präoxygenierung direkt die endotracheale Intubation angestrebt. Zwischenbeatmung über eine Maske wird umgangen, da hier Luft in den Magen gelangen kann, die eine Regurgitation von Mageninhalt begünstigen würde.
Zur Erinnerung: Normalerweise wird der Patient sediert, dann per Maske beatmet während das Relaxans gegeben wird.