AIIT - Vorlesung 01

Einführung und Produktentstehungsprozesse

Einführung und Produktentstehungsprozesse


Julia Bolewski
Diese Lernkarten behandeln grundlegende Konzepte der Produktentwicklung auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Aktivitäten, Prozesse und Methoden wie das V-Modell, die Produktentstehung, Nachhaltigkeit und verschiedene Phasen der Entwicklung, einschließlich Anforderungsanalyse, Konstruktion und Testen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute in der Ingenieurwissenschaft, die ein tiefes Verständnis der Produktentwicklung und deren Methodiken erlangen möchten.
Karten
22
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Informatik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
23.02.2013 / 11.07.2013

Lernkarten

Definition industrielle Informationstechnik?

 

Die Industrielle Informationstechnik ist multidisziplinär und bezeichnet die Anwendungen von Methoden der Informatik zur Lösung ingenieurwissenschaftlicher Problemstellungen in der industriellen Konstruktion, Fertigung und Montage sowie zur Erfassung von Prozessen entlang der gesamten virtuellen Produktentstehung in der Industrie.  

Prozess anhand des Fahrradschlauches erklärt

 

  • Der Prozess bezeichnet den Ablauf von Aktivitäten um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
  • Er kann in Phasen und Teilschritte eines Vorganges unterteilt werden.
  • Jede Phase kann oftmals noch weiter logisch zergliedert werden.
  • Mit einer Iterationen kann eine Prozess-wiederholung beschrieben werden.
  • In einem Prozess können parallele Phasen abgebildet werden.
 

Kernprozese der PEP?

 

  • Planung
  • Entwicklung
  • Arbeitsvorbereitung 
 

Teilprozesse im Kernprozess der Entwicklung?

  1. Anforderungsgestaltung
  2. Entwurfskonzept
  3. Auslegungsberechnung
  4. Konstruktion
  5. Absicherung (Nachrechnung)
  6. Testen
  7. Produktionsplanung

Welche Aktivitäten finden in der Anforderungsphase statt?

 

 
  • Aus (Markt-)Studien und Kundenfeedback ergibt sich ein Bedarf für ein innovatives Produkt.
  • Die Anforderungen an das Produkt müssen zusammengestellt, erfasst und gewichtet werden
  • Widersprüche müssen identifiziert und gelöst werden.
  • Die Liste der Anforderungen müssen im Verlaufe des Produktentstehungsprozesses iterativ weiterentwickelt und überprüft werden.
 

Welche Aktivitäten finden während des Entwurfskonzepts statt?

 

  • Aus den Anforderungen entstehen mehrere Konzepte als Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung.
  • Entscheidend bei der Erstellung von Konzepten ist eine möglichst große Bandbreite an Lösungsvarianten bzw. –alternativen.

 

Welche Aktivitäten finden während der Auslegungsbrechnung statt?

 

  • Anhand konzeptioneller Modelle, die sich aus dem Anforderungsprofil ergeben, können Auslegungen und Simulationen durchgeführt werden.
  • Zum Ermöglichen der Berechnung ist häufig eine aufwändige Erstellung eines aussagefähigen Modells notwendig.
  • Die Berechnung erfolgt über das Variieren weniger vordefinierter Parameter zur Auslegung kritischer Größen.
  • Als Ergebnis der Berechnung stehen häufig die Auswahl von Prinzipien, Materialien und die Geometriegestaltung

Welche Aktivitäten finden während der Konstrukion statt?

 

  • Die Konstruktion dient der geometrischen Festlegung und der Gestaltung von Produktdetails.
  • Produktstruktur und Topologie des Produktes werden im Rahmen der Konstruktion festgelegt.
  • Eine Stückliste wird generiert.

Welche Aktivitäten finden wärhend der Absicherung statt?

 

  • Der Absicherungsprozess erfolgt meist auf geometrischer Ebene.
  • Detaillierte Modelle mit hohem Reifegrad werden mit Hilfe virtueller Werkzeuge abgesichert.
  • Ist die Validierung positiv, können die Modelle den Freigabeprozess durchlaufen.
  • Ist die Validierung nicht positiv, werden die Modelle samt Problembeschreibung in frühere Prozessphasen zurückgeführt und dem entsprechenden Entwickler zugewiesen.

Welche Aktivitäten finden während dem Testen statt?

 

  • Der Aufbau eines physischen Prototypen ist häufig sehr aufwendig und erfordert explizite Spezialisten.
  • Ein physischer Prototyp wird in seinem praktischen Anwendungsfall nach vordefinierten Regeln getestet.
  • Die Testroutinen müssen detailliert geplant sein, um ein möglichst intensives Nutzen der kostspieligen Prototypen zu gewährleisten.
  • Auf Basis der daraus gewonnen Erkenntnisse werden gegebenenfalls die Eigenschaften des Produktes angepasst.

Welche Aktivitäten finden während der Produktionsplanung statt?

 

  • Auf Basis von Konstruktionsmodellen wird die Produktfertigung und Montage simuliert und geplant.
  • Alternativen und Anpassungen innerhalb des Produktionsprozesses können mit geringen Kosten digital geprüft werden.
  • Anhand von Simulationen können potentielle Schwachstellen antizipiert und geeignete Gegenmaßnahmen vorbereitet werden.
  • Die Produktionsplanung muss bereits in frühen Phasen des Produktentstehungsprozesses (PEP) berücksichtigt werden.
 

Wie können Pozesse dargestellt werden?

  • mit MO2GO
    • Prozesschritte ähnlich Ereignisbaum
    • Aktion, Auftrag, Produktzusatnd, Ressourcen
  • über Meilensteine
    • bezeichnet ein Ereignis innerhalb eines Projektes, welches das Erreichen eines bedeutsamen Projektzieles markiert
    • Projektziele werden vor Beginn definiert
    • Erreichen der Teilziele wird in Melensteinsitzungen überprüft

In welche beiden Bereiche lässt sich die Produktenstehung aufteilen?

  • Produktentwicklung
  • Produktherstellung

In welche zwei Bereich kann man die Tätigkeiten in der Produktentstehung einteile und welche Tätigkeiten beinhalten diese?

  • direkte Tätigkeiten
  • Entwerfen
  • Modellieren 
  • Berechnen
  • Änderungen
  • Stücklisten
  • indirekte Tätigkeiten
  • Informationen suchen
  • Kommunikation
  • Dokumentation
  • Archivierung

Was sind die Anforderungen einer Entwicklungsmethodik?

  • Branchenunabhängig
  • Interdisziplinär / Interkulturell
  • Intuitionsfördernd
  • lehr- und erlernbar
  • Nachvollziehbarkeit der Lösung

Was sind die Ziele einer Entwicklungsmethodik?

  • Einsparung von Zeit und Kosten
  • Erleichterung der Arbeit
  • Erhöhung der Qualität und des Innovationsgrades
  • Vermeidung von Fehlern
  • Verstärkung der Motivation
  • Unterstützung der Nachhaltigkeit

Entwicklungsmethodik nach VDI 221

Graphik...

Integrierte Produktentwicklung

Was und warum?

 

  • Produktentwicklungsprozess steht im Wechselspiel mit seinem Umfeld, bestehend aus Markt und Prozessen
  • Markt spiegelt die Aktivitäten eines Unternehmens ausgehend von der Aufnahme der Bedürfnisse bis hin zum Verkauf des roduktes wieder
  • Unter Prozessen werden alle notwendigen Prozesse zur Herstellung des Produktes verstanden

Was ist das V-Modell?

 

  • Ursprünglich 1986 vom Bundesverteidigungsministerium entwickelt, um Softwareentwicklung zu standardisieren und finanziell zu kontrollieren
  • Mittlerweile auch in anderen Domänen häufig genutzt (Ingenieurwesen etc.)

Was sind Product Service Systems? Warum geht der Trend in diese Richtung?

 

 
  • Geschäftsmodell, bei dem Sach- und Dienstleistungen als gleichwertige Leistungsbestandteile verstanden werden, um Kundenbedürfnisse zu sättigen
  • Verlagerung des Besitzrechtes eines Produkts vom Kunden zum Hersteller
  • Hersteller hat sicherzustellen, das das Produkt die vereinbarten Leistungen erfüllen kann (z.B. durch Wartung oder Reparatur)
  • Für den Hersteller ist es nützlicher, die Lebensdauer des Produktes zu erhöhen bzw. so viel wie möglich zu recyceln, um seinen Profit zu erhöhen
 

Was ist unter Nachaltigkeit in der Produktentwicklung zu verstehen?

 

Zentrales Leitthema: Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse von Heute ohne die Bedürfnisbefriedigung von künftigen Generationen zu gefährden.   (Brundtland-Kommission)  

Welche Einflussmöglichkeiten gibt es, um die  Nachaltigkeit in der Produktentwicklung positiv zu beeinflussen?

 

  • Ökologische Einflussmöglichkeiten:
    • Bspw. Nutzung von recyclingfähigen oder biologisch abbaubaren Werkstoffen,
    • Effizienzsteigerung von Antriebstechnologien,
    • Einsatz alternativer Energien etc.
  • Ökonomische Einflussmöglichkeiten:
    • Bspw. Verstärkte Kundenorientierung bei der Anforderungsanalyse,
    • Kostenprognosen schon in frühen Phasen der Produktentstehung,
    • Gegenüberstellung von Gewinn und Verlust mithilfe von Life Cycle Costing etc.
  • Soziale Einflussmöglichkeiten:
    • Bspw. Sicherstellung von Akzeptanz bei Mitarbeitern und Kunden,
    • Aufbau einer Produktphilosophie bzw. eines Images,
    • erkennen von Trends etc.
 

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