Accounting WIN - ZHAW
Zusammenfassung des Stoffes.
Zusammenfassung des Stoffes.
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Lernkarten
Wann Muss ein Duales Reporting erstellt werden?
Art. 962 Abs. 1 OR
> Es müssen zusätzlich zur Jahresrechnung nach diesem Titel einen Abschluss nach
einem anerkannten Standard zur Rechnungslegung erstellen:
1. Gesellschaften, deren Beteiligungspapiere an einer Börse kotiert sind, wenn die
Börse dies verlangt;
2. Genossenschaften mit mindestens 2000 Genossenschaftern;
3. Stiftungen, die von Gesetzes wegen zu einer ordentlichen Revision verpflichtet
sind.
Art. 962 Abs. 2 OR Minderheitenschutz
> Es können zudem einen Abschluss nach einem anerkannten Standard verlangen:
1. Gesellschafter, die mindestens 20 Prozent des Grundkapitals vertreten
2. 10 Prozent der Genossenschafter oder 20 Prozent der Vereinsmitglieder
3. Gesellschafter oder Mitglieder, die einer persönlichen Haftung oder
einer Nachschusspflicht unterliegen.
Art. 963a Abs. 1 OR
> Die Konzernrechnung folgender Unternehmen muss nach einem anerkannten Standard
zur Rechnungslegung erstellt werden:
1. Gesellschaften, deren Beteiligungspapiere an einer Börse kotiert sind, wenn die Börse dies verlangt;
2. Genossenschaften mit mindestens 2000 Genossenschaftern;
3. Stiftungen, die von Gesetzes wegen zu einer ordentlichen Revision verpflichtet
sind.
Art. 963a Abs. 4 OR
> Eine Konzernrechnung ist dennoch nach einem anerkannten Standard zur
Rechnungslegung zu erstellen, wenn:
1. Gesellschafter, die mindestens 20 Prozent des Grundkapitals vertreten oder 10 Prozent der Genossenschafter oder 20 Prozent der Vereinsmitglieder dies
verlangen;
2. ein Gesellschafter oder ein Vereinsmitglied, der oder das einer persönlichen
Haftung oder einer Nachschusspflicht unterliegt, dies verlangt; oder
3. die Stiftungsaufsichtsbehörde dies verlangt.
--> Duales Reporting = Neben dem OR Abschluss noch einen Amschluss nach Swiss GAAP FER/IFRS/US-GAAP erstellen
Über was muss der Lagebericht aufschluss geben?
OR 961c
- Anzahl Vollzeitstellen (FTEs)
- Durchführung einer Risikobeurteilung
- Bestell- und Auftragslage
- Forschungs- und
- Aussergewöhnliche Ergebnisse
- Zukunftsaussichten
Geschäftsverkehr mit Kunden und Lieferanten
Forderungen - Bewertungsvorschriften gemäss OR
OR 960 und OR 950a
- Anschaffungskostenprinzip/Herstellungskostenprinzip
- Niederstwertprinzip
Wie werden die Forderungen Wertberichtigt?
Forderungsausfallrisiko
> Risiko wird über ein Wertberichtigungskonto berücksichtigt («Delkredere»)
> Abschlusskonto
>Wertberichtigungen tangieren folgende Konten:
«Delkredere» (Bilanzkonto Minus-Aktivkonto) und
«Debitorenverlust» (Erfolgskonto).
Wertberichtigung wegen:
Zweifel an Bonität (Einzelwertberichtigung)
Währungsrisiko (Einzelwertberichtigung)
Allgemeines Ausfallrisiko gemäss Erfahrungswerten (pauschale Wertberichtigung):
(z.B. 5% Inland, 10% Ausland und/oder Abstufung nach Altersstruktur)
Verbuchung der Wertberichtigungen von Forderungen
> Verbuchung «Delkredere»
1. Bestandeserhöhung: Debitorenverluste / Delkredere
2. Bestandesverminderung: Delkredere / Debitorenverluste
> Bei definitivem Forderungsausfall ist der entsprechende Debitor auszubuchen:
1. Definitiver Forderungsausfall: Debitorenverlust / Debitor
2. Verspäteter Zahlungseingang: Bank / Debitorenverlust (a.o. Ertrag wenn Geldeingang in nachfolgenden Perioden)
Dürfen Verbindlichkeiten Abgezinst werden?
Verbindlichkeiten müssen zum Nennwert eingesetzt werden OR 960e
Welche Prinzipien gelten bei den Bewertungsvorschriften?
Annschaffungskostenprinzip
Niederstwertprinzip
OR Artikel dazu:
- OR 960
- OR 960a
- OR 960c
Warenhandel OHNE laufende Inventur
Dreikontenmethode ohne laufende Inventur («Praktikermethode»)
1. Buchungssatz (Einkauf): Warenaufwand / Kreditoren
2. Buchungssatz (Verkauf): Debitoren / Warenertrag
3. Buchungssatz (Jahresabschluss, Inventur notwendig):
Warenbestand/ Warenaufwand (Bestandeszunahme) oder
Warenaufwand / Warenbestand (Bestandesabnahme)
Visualisierung Konto Warenaufwand
Was sind Zwangsreserven?
Zwangsreserven
> Art. 960a OR
Aktiven im Allgemeinen, Anlagevermögen und Vorräte im Speziellen. Anschaffungswert nach OR.
> Art. 960a Abs. 1 OR
«Bei ihrer Ersterfassung müssen die Aktiven höchstens zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten
bewertet werden.»
> Art. 960a Abs. 2 OR
«In der Folgebewertung dürfen Aktiven nicht höher bewertet werden als zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Vorbehalten bleiben Bestimmungen für einzelne Arten von Aktiven..»
> IAS 2.9
Inventories shall be measured at the lower of cost and net realisable value.
> Swiss GAAP FER 2.9
Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder – falls dieser tiefer ist – zum Netto-Marktwert (Niederstwertprinzip).
Was sind Ermessensreserven?
Ermessensreserven (Widerspricht True and Fair View)
Diese Art von stillen Reserven wird auch Schätzungsreserven genannt. Sie entstehen, weil z.B. übervorsichtig abgeschrieben wurde. Auch sind sie z.B. auf zu hohe Rückstellungen zurückzuführen.
Bsp.
> Warenlagerdrittel (oder Warendrittel) DBG 29 (Rückstellungen)
> Warendrittel, Steuerrecht Kanton St. Gallen
„Die Bewertung der Waren- und Materialvorräte unter den Inventarwert dient dem Grundsatz der
Bilanzvorsicht. Verschiedene zukünftige Entwertungsgefahren und Verlustquellen auf den Waren- und Materialvorräten sollen eine angemessene Berücksichtigung finden. Dieser über die Abschreibung hinaus gehende zusätzliche Direktabzug gilt als Wertberichtigung und stellt eine stille Reserve dar, deren sachliche Begründetheit sich erst in Zukunft weisen kann. [...]. Üblicherweise kann das Warenlager bis zu einem Drittel unter dem Gestehungs- bzw. Marktwert bilanziert werden, ohne dass diese Reservebildung besonders zu begründen ist.“
> Aufgrund der Wahl entstehen stille Reserven, weil mehrere betriebswirtschaftliche Wertansätze zur Verfügung stehen (wobei u.U. keine Willkür, da Vorwegnahme Wertverlust aufgrund Imparitätsprinzip, vgl. BSK OR II, 2008, S. 2246).
Was sind Willkürreserven?
Willkürreserven (Widerspricht Fair Presentation / True and Fair View)
Die Willkür- oder auch Absichtsreserven werden von der Geschäftsleitung bewusst gebildet, um den ausgewiesenen Gewinn zu beeinflussen. Das Hauptproblem von stillen Absichtsreserven liegt darin, dass die Ertragslage des Unternehmens für Aussenstehende verzerrt wird. Abgeschwächt wird dies durch die in OR 663b Ziff. 8 verankerte Pflicht zur Angabe von wesentlichen stillen Reserven im Anhang.
> Nicht betriebswirtschaftlich gerechtfertigte Abschreibungen (zu hohe Abschreibungen)
> Pro-memoria-Franken, Steuerrecht Kanton Luzern
Für laufend zu ersetzende, abnutzbare, bewegliche Wirtschaftsgüter wie Mobiliar, Maschinen,
Apparate, EDV und Fahrzeuge, wird im Jahr der Anschaffung oder Herstellung eine
Sofortabschreibung bis auf den Pro-memoria-Franken zugelassen.
Warum werden in der Praxis regelmässig Abschlüsse veröffentlicht?
Externe Faktoren
Gesetzliche Regeln und andere Vorschriften (OR, Swiss GAAP FER, IFRS,
Kotierungsreglement usw.)
Anspruchsgruppen wollen regelmässig Informationen zur finanziellen Situation des
Unternehmens (Informationen über Aktiven, Fremdkapital und Erfolg)
Interne Faktoren
Management braucht diese Informationen zu Steuerungszwecken
(Entscheidungsfindung)
Abschreibungsmethodiken? Nenne jeweils Buchungssätze
Direkte Abschreibungen und indirekte Abschreibungen. Des Weiteren kann zwischen den Verfahren unterschieden werden. Linear = jeder Jahr einen bestimmten Wert, degressiv= Jedes jahr einen bestimmten Prozentsatz vom Buchwert, und Progressiv= am anfang wenig und dann immer wie mehr.
Für Buchungssätze siehe Bild.
Wo sieht man den Wert einer Unternehmung?
> Eigenkapital ist die Differenz aus Aktiven und Fremdkapital. Würde das Unternehmen
alle Vermögensgegenstände verkaufen und gleichzeitig all seine Verbindlichkeiten
begleichen, würde das Eigenkapital als residuale Grösse verbleiben
-->Es ist den Aktionären zuzuschreiben.
> Eigenkapital ist das Risikokapital eines Unternehmens. Es berechtigt, am
Wirtschaftsleben teilzunehmen.
> In den meisten europäischen Ländern wird eine Mindesteinlage für die Gründung einer
AG gefordert:
Wie werden Verluste bei der AG verrechnet?
Art. 674
1. Verluste müssen in folgender Reihenfolge verrechnet werden mit:
1. dem Gewinnvortrag;
2. den freiwilligen Gewinnreserven;
3. der gesetzlichen Gewinnreserve;
4. der gesetzlichen Kapitalreserve.
2. Anstelle der Verrechnung mit der gesetzlichen Gewinnreserve oder der gesetzlichen Kapitalreserve dürfen verbleibende Verluste auch teilweise oder ganz auf die neue Jahresrechnung vorgetragen werden.
Kapitalverlust und Überschuldung: Was sagt das Gesetz? Wer wird von Gesetzes wegen geschützt?
- OR 725 I dient unmittelbar dem Schutz der Aktionéire, sie haben Anspruch auf Information,besonders bei Geféihrdung der finanziellen Lage der Gesellschaft.
- OR 725 ll dient unmittelbar dem Schutz der Gléubiger.Generell dient die Uberschuldungsanzeige auch dem Schutz der Allgemeinheit, da diesevor weiterer wirtschaftlicher Tatigkeit durch eine in finanzielle Schieflage gerateneGesellschaft geschiitzt wird.
- lm Allgemeinen k6nnen Dritte davon ausgehen, dass das Unternehmensrisiko nichtgrundsatzlich durch sie getragen wird, sondern durch ein Haftungssubstrat, welches inForm des EK zur Verftigung steht.
- Das Aktienkapital im Speziellen und zurtickbehaltene Gewinne sind schutzw iirdigePositionen des Eigenkapitals.
Siehe des Weiteren OR Artikel 725 und 725a
Was ist der Unterschied zwischen Kapitalverlust und Überschuldung?
Kapitalverlust
- Echter Kapitalverlust mit Berticksichtigung stiller Reserven, ansonsten unechter Kapitalverlust.
- Der Bilanzverlust darf nicht vorgéingig (zum Geschaftsjahresende) mit den allgemeinen gesetzlichen Reserven verrechnet werden. Hierftir bedarf es eines Beschlusses durch die Generalversammlung.
Uberschuldung
- Pflichtwirtschaftliche und finanzielle Lage der Gesellschaft zu Liberwachen obliegt VR.
- Sowohl der Ubergang zur Unterbilanz, resp. in die Uberschuldung kann nicht immer ad-hoc festgestellt werden. Damit der VR nicht davon Uberrascht wird, muss er durchgeeignete Mechanismen dafür sorgen, dass dieser Fall frühzeitig erkannt wird. In der Praxis ist héufig das Controlling beauftragt.
- lm Gegensatz zum hélftigen Kapitalverlust (Art. 725 Abs. 1 OR) ist die Besorgnis einer Uberschuldung nicht mit einem Jahresabschluss verkniipft, sondern kann nach Einblick in irgendein Zahleninstrument (Zwischenabschluss, Budget, 0.a.) oder aber auch durch einen besonderen Vorfall ausserhalb der Rechnungslegung aufkommen (z.B. durch die lnsolvenz eines Grossdebitors, durch einen rasanten Preiszerfall auf der Absatzseite mit erheblichen Korrekturerfordernissen im Warenlager)