Abwehrmechanismen
Abwehrmechanismen, reif und unreif
Abwehrmechanismen, reif und unreif
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Flashcards
Verdrängung
- Unreif nach Freud, Reif nach neueren Theorien
- Unerwünschte/bedorhliche Impulse werden daran gehindert ins Bewusstsein zu gelangen
- dient dazu, negative Affekte zu vermeiden
- Erlebnis wird unbewusst gemacht = nicht mehr erlebbar
Verleugnung
- Unreif
- Weigern, eine offensichtlich schermzhafte Realität wahrzunehmen aka unerträglich äußere Wirklichkeit werden nicht ernst genommen oder wahrgenommen
- Ereignisse oder Affekte werden scheinbar nicht wahrgenommen, zum Beispiel Behinderung eines Kindes
- oft bei akuter Trauer oder Sucht
- z.B. Raucher mit rauchen
Projektion
- unreif
- eigene unangenehme/unerwünschte Anteile/Gefühle/Impulse werden anderen Personen zugeschrieben
- "Nicht ich bin wütend, du bist wütend"
- typisch für Paranoia und frühe Entwicklungsphasen
Spaltung
- unreif
- Personen, Situationen werden in "ganz gut" oder "ganz böse" eingeteilt ohne Graustufen
- Inkompatible Anteile (gut/böse) werden im anderen oder im selbst streng voneinander getrennt
- Man ist sich beiden Seiten bewusst, aber eine Seite wird dann zeitweise verleugnet & es kann immer schnell ins Gegenteil kippen
- häufig bei Borderline PS
Indentifikation mit dem Angreifer/Aggressor
- unreif
- Übernahme der Verhaltensweisen oder Einstellungen einer bedrohlichen Autorität, um die eigene Ohnmacht zu bewältigen (Reduktion Angst, Gewinn Sicherheit)
- z.B. Chef ist aggressiv, Mitarbeiterin ist aggressiv zurück
- Man tut anderen das an, was man selbst am meisten fürchtet
Agieren
- unreif
- Unbewusstes Ausagieren eines Konflikts durch impulsives Verhalten statt durch Nachdenken oder Fühlen
- Handeln ersetzt Erinnern und Durcharbeiten
- z.B. "Ich bringe mich jetzt um!" und dann wegrennen
Regression
- unreif
- Rückzug in vertraute, aber überwundene Muster
- Rückfall in frühere, kindlichere Entwicklungsstufe unter Belastung (Trotz, Daumen lutschen)
Somatisierung
- unreif
- Konflikt bleibt unbewusst und wird körperlich "abgeladen"
- Psychischer/innerer konflikt wird in körperlichen Syptomen ausgedrückt
Idealisierung
- unreif
- verwandt mit Spaltung
- Positive Eigenschaften einer Person/Sache werden stark überhöht, um Ambivalenz zu vermeiden bzw. eigene Person zu schützen
Introjektion
- unreif
- Aber wichtiger Vorgang bei der Entwicklung des Selbst wenn nicht als Abwehr genutzt
- Einverleiben von Werten/Funktionen/Eigenschaften von Menschen, um sie nicht bedrohlich als von außen kommend erleben zu müssen
- Selbst-Objekt-Unterscheidung wird vermieden/ versucht rückgängig zu machen
- Bsp.: Kind übernimmt Leistungsdruck von Eltern und wird selbst sehr leistungsbewusst
Entwertung
- unreif
- negative Eigenschaften werden stark überhöht, um Selbstwert zu schützen
- Job abgelehnt --> Job und Chef waren eh scheiße
projektive Identifikation
- unreif
- Manipulative Verlagerung unerträglicher Selbstaspekte auf andere, die dann damit identifizieren und handeln
- also ich projeziere etwas auf mein Gegenüber - und diese Person beginnt, genau das in sich selbst zu erleben und zu verkörpern
- Bsp.: Person, die ihre eigene Wut nicht ertragen kann, überträgt diese unbewusst auf ihren Partner, welcher dann tatsächlich aggressiv reagiert
Wendung gegen das Selbst
- unreif
- Aggressionen, die z. B. früherer Bezugspersonen gewidmet sind, aber nicht nach außen dringen konnten, um die Beziehung nicht zu gefährden, richten sich gegen die eigene Person
- z. B. durch selbstverletzende Handlungen wie das Ritzen der Haut.
altruistische Abtretung
- unreif
- Eigene WÜnsche werden stellvertretend bei anderen Personen erfüllt
- z.B. Person, die unerfüllte Wünsche nach Fürsorge hat, entscheidet sich Therapeut zu werden, um sich um andere zu kümmern
Sublimierung/Sublimination
- reif
- Triebenergie bzw. verpönte Wünsche (besonders aggressive oder sexuelle) werden auf gesellschaftlich akzeptiertes Ziel umgeleitet
- durch Ersatzhandlung wird Wunsch anderweitig befriedigt
- Bsp.: Bedürfnis nach Macht und Dominanz wird in Berufswahl (zb Polizist) sublimiert
Intellektualisierung
- reif
- schafft Distanz, ohne Realität zu leugnen
- abstrahieren eines emotional belastenden Themas, um die Gefühle davon zu distanzieren, also affektives Erleben nicht zu stark werden zu lassen
- Man beschäftigt sich mit den kognitiven Aspekten und verdrängt das emotionale
Affektisolierung
- reif
- affektive Anteil einer Erfahrung wird vom kognitiven Inhalt getrennt, sodass Inhalt erinnert wird, dazugehörige Emotion aber ausbleibt
Rationalisierung
- reif
- Verstandesmäßiges Rechtfertigen eines Verhaltens aufgrund anderer Hintergründe, die eigentlich zu dem Verhalten geführt haben
- Nachträgliches, scheinbar logisches Begründen eines Verhaltens oder Gefühls, dessen wahre Motive unbewusst sind
- Liefert sekundäre Rechtfertigungen von Verhaltensweisen durch Scheinmotive, um so von dem eigentlichen Wunsch oder Impuls abzulenken
- bsp.: Ich habe nicht geklaut, ich habe es mir nur ausgeliehen
verschiebung
- reif
- Ein Impuls oder Affekt wird von seinem eigentlichen, bedrohlichen Ziel auf ein weniger bedrohliches Objekt gelenkt
- z.B. Ärger auf den Chef wird an der Familie ausgelassen
- Z.B. Kind bekommt Bruder, Angst Mutter zu verlieren, Angst verschiebt sich auf Fahrstuhl, Kind Angst Fahrstuhl zu fahren
Reaktionsbildung
- reif
- Ein unerwünschter Impuls wird durch sein genaues Gegenteil überkompensiert
- z.B. übertriebene Freundlichkeit gegenüber einer Person, die man eigentlich hasst
Humor
- reif
- Belastende Themen werden in eine komische oder ironische Form gebracht, ohne die Realität zu verleugnen
ungeschehen machen
- reif
- eine Person versucht, negative Gedanken oder Handlungen symbolisch rückgängig zu machen, um kurzfristig Sicherheit zu erlangen
- z.B. Aggressive Impulse werden durch übertrieben Ordnung ungeschehen gemacht
Anna leidet unter einem negativen Selbstwert und
Beziehungsschwierigkeiten und berichtet, dass ihre Kollegin am Arbeitsplatz
sie ständig kritisiert und belästigt. Im Verlauf der Sitzung zeigt sich, dass die
Kollegin sich tatsächlich sehr freundlich und unterstützend verhält.
Projektion
Nils hat Schwierigkeiten, sich seinen Emotionen zu stellen und vermeidet es, Verletzlichkeit zu zeigen. In der Therapie erkennt er, dass er die Überzeugungen seines Vaters übernommen hat, dass "Männer nicht weinen"
Intojektion
Toni tritt in einem Gespräch offensichtlich ärgerlich und aggressiv auf, schwingt die Arme durch die Luft und spricht sehr laut. Darauf angesprochen gibt er an er sei nicht ärgerlich und trete auch nicht so auf.
Verleugnung
Kim berichtet von einer langen Geschichte von gescheiterten Beziehungen. Obwohl sie ihre Enttäuschungen und Verletzungen beschreibt, zeigt sie dabei keine sichtbaren Anzeichen von Trauer, Wut oder Schmerz
Affektisolierung
David sucht therapeutische Hilfe wegen seiner Neigung zu exzessivem Arbeiten und der Vernachlässigung anderer Lebensbereiche. Er gibt an, dass er hart arbeitet, um seine Familie zu unterstützen und eine bessere Zukunft aufzubauen. In der Therapie wird jedoch deutlich, dass Davids exzessives Arbeiten tiefere emotionale Ursachen und einen Versuch darstellen die Beschäftigung mit konflikthaften Themen zu vermeiden.
Rationalisierung
Tim fühlt sich schlecht aufgrund seiner mit sexuellen Fantasien. Er fühlt sich schuldig und beschämt wegen seiner Fantasien und hat Schwierigkeiten, sie zu kontrollieren. Mit der Zeit lernt er, seine sexuelle Energie in eine sportliche Tätigkeit umzuleiten und beginnt, regelmäßig zu laufen und an Wettkämpfen teilzunehmen
Sublimierung
Daria fühlt sich unattraktiv und minderwertig und macht wiederholt Bemerkungen über Nachlässigkeiten an der Kleidung ihrer Therapeut:in, sodass diese sich ebenfalls unattraktiv und minderwertig fühlt.
Projektive Identifizierung
Noah hat schwierige Behandlungserfahrungen mit Ärzt:innen gemacht. Wenn er über Ärzt:innen spricht bezeichnet er diese als "durch die Bank weg schlechte Menschen", die "alle nur an ihrem eigenen Wohl interessiert" seien und somit "der letzte Dreck".
Entwertung
Simon, der aufgrund einer phobischen Störung Schwierigkeiten hat, in der Öffentlichkeit aufzutreten, beginnt sich mit Statistiken und Daten darüber beschäftigt, wie viele Menschen ähnliche Phobien haben und liest umfangreiche Literatur über die Natur und Philosophie der Angst.
Intellektualisierung
Als sich Tarek schlecht fühlt, weil er seine Freunde enttäuscht hat, lädt er alle zu einer teuren Nacht in einem Luxushotel ein
Ungeschehen machen
Gabriel, der in seiner Vergangenheit traumatische Erfahrungen gemacht hat, entwickelt körperliche Symptome wie Atemnot und Herzrasen. Obwohl verschiedene medizinische Untersuchungen keine körperliche Ursache feststellen, besteht er darauf, dass er an einer schweren Erkrankung leidet
Somatisierung
Aylin berichtet, dass es auf der Arbeit wiederholt zu Kritik durch Ihren Chef gekommen wäre, die sie sehr belastet hätte. Sie gibt an, ihr Chef sei diese beste Führungskraft, sie sie jemals gehabt habe. Bei genauerer Exploration zeigt sich, dass der Chef klare Fehler gemacht hat.
Idealisierung
Laura berichtet, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche zugunsten ihres Partners aufgibt und sich in ihrer Beziehung vollständig aufopfert, indem sie alles tut, um ihrem Partner zu gefallen und dessen Bedürfnisse zu erfüllen.
Altrusitische Abtretung
Monika ärgert sich über ihren Chef. Statt an diesem lässt sie den Ärger an ihrer Familie heraus.
Verschiebung
Natasha, die von ihrer Schwester nicht zum gemeinsamen Weihnachtsfest eingeladen wurde und darüber sehr enttäuscht ist, sagt sich Dinge wie "Ich bin unwichtig" oder "Niemand braucht mich wirklich".
Wendung gegen das Selbst
Erdem zeigt eine übertriebene Stärke und Unabhängigkeit und verurteilt Menschen, die Schwäche zeigen oder um Hilfe bitten. In der Therapie zeigt sich, dass er selbst unter Selbstunsicherheiten und Angstzuständen leidet
Reaktionsbildung
Affektaktualisierung
- Gegenstück zur Affektisolierung
- Durch eine Art überemotionalisierung und Dramatisierung sollen Inhalte oder Affekte, meist entgegengesetzte Emotionen, abgewehrt werden