Abhängigkeitserkrankungen

02 GM 02 Psychologie/Pathopsychologie

02 GM 02 Psychologie/Pathopsychologie


D. S.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau das Thema Abhängigkeitserkrankungen, wobei der Fokus auf Suchtentwicklung, Diagnostik, Therapie und Prävention liegt. Sie beleuchten körperliche und psychische Folgen, verschiedene Stadien der Abhängigkeit sowie stoffgebundene und nichtstoffgebundene Abhängigkeiten. Medizinstudierende und Fachkräfte profitieren von den detaillierten Informationen, um ein tieferes Verständnis der Krankheitsbilder und Behandlungsstrategien zu erlangen.
Cartes-fiches
24
Utilisateurs
11
Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
04.10.2016 / 24.06.2022

Cartes-fiches

Definition Sucht: 

meint umgangssprachlich sowhol Krankheit als auch auffälliges Verhalten.

Bedeutung in der Psychiatrie:
Pathologische Verhaltensweisen, die einer süchtige Fehlhaltungen entspringen. 

Definition Abhängigkeit/Sucht: 

Sucht ist ein Zustand periodischer oder chronischer Intoxikation, hervorgerufen durch den wiederholten Gebrauch einer natürlciher oder synthetischen Droge und gekennzeichnet durch 4.Kriterien:
- Unbezwingbares Verlangen zur Einnahme und Beschaffung des Mittels
- Tendenz der Dosissteigerung (Toleranzentwicklung)
- Psychische und oder Physische Abhängigkeit von der Wirkung der Droge
- Schädlichkeit für den einzelnen und oder die Gesellschaft 

Psychische Abhängigkeit: 

Übermachtiges, unwiderstehliches Verlangen, eine bestimmte Substanz/Droge wieder einzunehmen 

Physische Abhängigkeit: 

Wird charakterisiert durch Toleranzentwicklung (Dosissteigerung) und das Auftreten von Entzungserscheinungen. 

Abusus/Missbrauch: 

Unangemessener Gebrauch einer Substanz/Droge. D.h. überhöhte Dosierung und oder Einnahme ohne medizinische Indikation. Wiederholtes Einnehmen führt zur Gewühnung, psychisch durch Konditionierung, körperlich i.d.R. mit der Folge der Dosissteigerung. 

Polytoxikomanie: 

Mehrfachabhängigkeit = gleichzeitige Einnahme verschiedener Suchtmittel 

Abhängigkeit 

Aufgrund des unscharfen Begriffs Sucht hat die WHP 1968 beschlossen, diesen durch den Begriff Abhängigkeit zu ersetzen.

Abhängigkeit kall als dominierendes Verlangen oder zwanghaftes Bedürfnis und Angewiesenheit auf bestimmte Substanzen charakterisiert werden. 

Stoffgebundene Abhängigkeit: 

Alkohol, Medikamente, Drogen (Opiate, Halluzinogene, Kokain) Genussmittel ( Kaffee, Nikotin, Cola) 

Nichtstoffgebundene Abhängigkeit: 

Diese Störung werden als Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle bezeichnet. 

Symptomatik: 

- Je nach Suchtmittel und Abhängigkeitsmuster => psychische, körperliche und soziale Folgen: 

Psychische Folge:
- Interessenverlust
- Stimmungsschwankungen
- Gleichgültigkeit
- Störung der Kritikfähigkeit

Körperliche Folgen:
- Vegetative Störungen
- Schlafstörungen
- Gewichtsverlust
- Neurologische Ausfälle

Soziale Folgen:
- Kriminalität
- Dissozialität
- Beruflicher Abstieg
- Suizidgefährdung 

Krankheitstypische Verhaltensweisen
Abwehr: 

Beschönigung, Verleugnung, Bagatellisierung, Dissimulation mit Verheimlichungstendenz.

Das Selbstwertgefühl ist infolge von Schuldgefühlen reduziert und häufig begleitet von erniedrigter Frustrationstoleranz. 

Klinische Erscheinungsbilder:
Akute Intoxikation: 

- ohne / mit Komplikation
- Mit Delir
- Mit Koma
- Mit Krampfanfällen
- Pathologischer Rausch 
- Schädlicher Gebrauch 

Klinische Erscheinungsbilder
Abhängigkeitssyndrom: 

- Abstinent
- Ständiger Substanzgebrauch
- Episodischer Substanzgebrauch 

Definition Abhängigkeitssyndrom: 

1. Starker Wunsch oder Zwang, die Substanz zu konsumieren
2. Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich Beginn, Beendigung und Menge des Konsums
3. Körperliches Entzungssyndrom bei Reduktion oder Beendigung des Konsums
4. TOLERANZENTWICKLUNG (DOSISSTEIGERUNG)
5. Fortschreitende Vernachlässigung von Vergnügen oder Interessen zugunsten des Substanzkonsums
6. Anhaltender Substanzkonsum trotz Nachweis eindeutiger schädlicher Folgen

Klinisches Erscheinungsbild:
Entzungssyndrom: 

- Ohne / Mit Krampfanfällen
- Mit Deilr
- Psychotische Störung ( Alkoholhalluzinose) 

Körperliches Erscheinungsbild
Amnestisches Syndrom: 

- Restzustand und verzögert auftretende psychotische Störungen
- Flashbacks / Nachhallzustände
- Persönlichkeits- oder Verhaltensstörung
- Demenz 

Diagnostik: 

- Diagnose in frühen Stadien schwierig
- Beste Beweise mittels Laborwerten ( Urin, Blut => Leberwerte)
- Fremdanamnestische Angaben

- häufig besteht eine Polytoxikomanie
- Identifikation der dominanten Stoffgruppe
- Differentialdiagnostik bei Komorbidität 

Äthiopathogenese: 

- Multifaktorielle Genese: 
- Genetische Faktoren (Adoptionsstudien, Toleranz)
- Modelllernen

- Veränderung der Neurotransmittersysteme:
- Entwicklung eines Suchtgedächtnisses

- Lernpsychologisch:
- Operant erlerntes Verhalten (Angst und Kontaktschwäche)

- Soziokulturell:
- Verfügbarkeit
- Einflüsse von Vorbildern
- Werbung
- Zeitgeist
- Berufsbedingte Einflüsse 

- Psychologische Ursachen:
- Broken-Home-Situation,
- Regression auf orale Stufe 

Modellvorstellung zur Suchtentstehung: 

Person: 
- Frustrationstoleranz
- Ich-Stärke
- Neurotische Entwicklung
- Genetische Faktoren
- Erlerntes Verhalten

Umwelt:
- Broken-Home
- Elterliches Vorbild
- Erziehungsfelder
- Gruppenzwänge
- Konsumgesellschaft
- Freizeitvakuum
- Konfliktsituationen  (Partner, Beruf, Schule)
- Ideologie

Droge:
- Verfügbarkeit
- Angebot
- Dosis
- Applikationsart
- Suchtpotenz
- Drogenentwicklung (angstlösend, enthemmend, euphorisierend, kontaktfördernd) 

Suchtentwicklung: 

Eine Sucht entwickelt sich typischerweise über mehrere Stadien: 
1. Stadium: Missbrauch
2. Stadium: Gewöhnung
3. Stadium: Abhängigkeit 

Primäre Voraussetzung ist das Erreichen von Abstinenz: 

- Motivierung des Abhängigen
- Massnahmen zur Rückfallprophylaxe
- Allgemeine Behandlungsziele: Nachreifung und Stabilisierung der Persönlichkeit, Psychosoziale Rehabilitation 

Therapie: 

Ziel: Erreichen von Abstinenz, harm reduciton (schweiz. Drogenpolitik)

Behandlungsphasen:
1. Kontakt- Motivationsphase
2. Entgiftungsphase
3. Entwöhnungsbehandlung
4. Nachsorge- und Rehabilitationsphase, Rückfallprophylaxe 

Motivationsstufen: 
Wichtig für die Behandlungsstrategie: Motivation: 

Stufe 1:
- Suchtstoff besitzt höchste Priorität, Abstinenzwunsch ist nicht vorhanden

Stufe 2:
- Sorge um eigene Gesundheit wächst, Entzungsbehandlung und Infos über Drogenwirkung, niederschwellige Hilfsangebote

Stufe 3:
- Interesse an Bezugsperson wächst, Gesundheitssorge führt zu tagelanger Abstinenz, stationäre oder ambulante Entwöhnungsbehandlung

Stufe 4:
- Lebensgewohnheit normalisieren sich, wochen- und monatelange Abstinenzzeiten, Distanz von Sucht trotz episodischer Abstienzunfähigkeit, Bemühung um normales Leben. 

Prävention: 

Prävention bezieht sich auf Verhalten und Verhältnis/Bedingungen (früher Primärprävention):

Information und Aufklärung der Bevölkerung (spez. Lehrer, Ärzte etc) => Verhalten

Ansprechen in (werbe-) psychilogisch angemessener Weise => Verhalten
- Vorbilder - Lernen am Modell => Verhalten
- Freizeitgestaltung => Verhalten
- Reklamenverbote => Verhältnis 

Étudier