Wädenswil UI Phytomedizin


A. R.
Diese Lernkarten behandeln bakterielle Pflanzenkrankheiten auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Symptome, Verbreitung und Bekämpfung von Krankheiten wie Feuerbrand, Fleckenkrankheit und Schwarzbeinigkeit, die Pflanzen wie Kartoffeln, Geranien und Baumnüsse betreffen. Vorbeugende Maßnahmen wie Quarantäne, Vektorenkontrolle und resistente Sorten werden ebenso behandelt wie Bekämpfungsmethoden mit Streptomycin und Kupferpräparaten. Diese Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende der Biologie, die sich mit Phytopathologie und Phytomedizin beschäftigen.
Flashcards
9
Students
5
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
19.08.2014 / 22.05.2025

Flashcards

Typische Symptome von Bakteriosen 

  • Chlorosen (v.a. Phytoplasmen)

  • Welke

  • Nekrose

  • Tumor und Gallen

  • Saftaustritt, Ausscheidungen

  • Fäulen

  • Blattflecken, (sehr stark Auslaufend und scharfkantig) 

 

  • Lateinischer Name
  • Lebenszyklus

Erwinia amylophora 

Lebenszyklus des Feuerbrandes
1. Überwinterung im Canker 
2. Im Frühjar tritt Bakterienschleim aus 
3. begeisseltes, stäbchenförmiges Bakterium (Erwinia amylovora) 
4. Blütenbesuchende Insekten übertragen Bakterienschleim
5. Infizierte Blüten ohne Symptome 
6. Erste Blütensymptome nach 2 bis 4 Wochen 
7. Jungtrieb oder Triebinfektion über Wachstumsrisse oder Verletzungen (z.B. Hagelschlag, usw.) 
8. Erste Triebsymptome nach 2 bis 6 Wochen 
9. Absterben der Pflanze 

Infektionsweg Feuerbrand

Erwinia amylophora 

  1. Wirtspflanzen
  2. Weshalb ist Feuerbrand so gefährlich? 

  3. Vorbeugung und Bekämpfung; 

  1. Wirtspflanzen
  • Kernobst

    • Quitte
    • Apfel & Zierapfel
    • Birne & Zierbirne

 

  • Wildgehölze
    • Crataegus: Weissdorn, Rotdorn, Hahnendorn
    • Sorbus: Vogelbeere,Mehlbeere, Elsbeere, Speierling • Amelanchier: Felsenbirne 

Weshalb ist Feuerbrand so gefährlich? 

  • Epidemie artige Ausbreitung durch Blüteninfektionen

  • sehr rasche Krankheitsentwicklung

  • Krankheit erfasst mehrjähriges Holz

  • hohe Verschleppungsgefahr

  • versteckte Krankheitsherde

  • „Infektionsketten“ über verschiedene Wirtspflanzen

  • keine genügend wirksamen Pflanzenschutzmittel 

  1. Vorbeugung und Bekämpfung; 

    • Zur Zeit ist Streptomycin als Antibakterium in der Schweiz zugelassen

    • Hanfabsud/Hefe-Produkte?

    • Rückschnitt

    • Importregelungen

    • Bienenstellverbote

    • Vernichten von stark befallenen Plantagen

    • Verbot für Produktion und Inverkehrbringung für alle Cotoneaster-Arten (Zwergmispeln) und Photinia davidiana (Stranvaesia) (ganze Schweiz) 

Schwarzbeinigkeit der Kartoffel 

  1. Wirtspflanzen 

  2. Schäden 

  3. Verbreitung 

  4. Vorbeugung 

Pectobacterium carotovora /Erwinia carotovora

 

  • Aktiv bei niederen Temperaturen (15 – 20°C)

  • In sämtlichen Kartoffel-Anbaugebieten zu finden, aber höhere Ernteausfälle in kälteren

    Gegenden.

  • Auch als Lagerkrankheit gefürchtet 

 

  1. Wirtspflanzen 

    • Vor allem auf Kartoffeln und Karotten, aber auch auf Zwiebeln, Spargeln,Kohlgewächsen. 

  2. Schäden 

    • Zuerst Chlorosen und Verwelkung der Blätter, sowie verkürztes Stengelwachstum.

    • Pflanze kollabiert in späteren Stadien.

    • Knollen sind glasig, weich und schwarz verfärbt und riechen stark nach verfaultem Fisch 

  3. Verbreitung 

    • Vor allem durch infizierte Samen

    • Kombination von Regen und Wind

    • Insekten

    • Bodenwasser

    • Benötigt Wunden um einzudringen 

  4. Vorbeugung 

    • Zertifiziertes Saatgut verwenden

    • Strikte Hygiene

    • Nicht zu viel N und Ca Düngung

    • Bei Trockenheit Ernten 

Geranienwelke 

  1. Wirtspflanzen
  2. Schäden 

  3. Verbreitung 

  4. Vorbeugung 

Xanthomonas pelargonii

  • Vor allem auf älteren Geranien-Sorten zu finden

  • Neuere Sorten sind oft resistent.

  • Kommt in allen Ländern vor die Geranien im grossen Umfang in Gewächshäusern züchten. 

  1. Wirtspflanzen
    • Hauptsächlich auf Pelargonien und deren Hybride. 

  2. Schäden 

    • erformung der Blätter

    • Dreiecksförmige Chlorosen auf Blättern, sowie dunkle Flecken.

    • Stengel werden weich und wässrig Pflanze verfault 

  3. Verbreitung

    • Durch Bewässerung

    • Durch infizierte Schneidewerkzeuge („Brechen ist besser als schneiden“) 

  4. Vorbeugung 

    • Gesunde Mutterpflanzen benützen

    • Kranke Pflanzen sollten sofort entfernt und entsorgt werden (nicht kompostieren)

    • Nicht von oben Bewässern

    • Gute Belüftung des Gewächshauses

    • Kupfer kann die Verbreitung eindämmen 

Bakterieller Baumnussbrand 

  1. Wirtspflanzen
  2. Schäden 

  3. Verbreitung 

  4. Vorbeugung

Xanthomonas juglandis/Xanthomonas arbolicola pv. juglandis

  • Dringt nur in junges Holz ein. Mehrjähriges Holz wird in Ruhe gelassen

  • Kann zu starken Ernteverlusten führen. 

  1. Wirtspflanzen
    • Baumnuss-Sorten 

  2. Schäden 

    • Charakteristische auslaufende, scharfkantige, dunkelbraune Flecken

    • Blattverformungen

    • Zweigspitzen verschwärzen und sterben ab.

    • Dunkle, wässrige und leicht eingesunkene Flecken auf den Früchten. → ganze Frucht kann zerstört werden!

    • Baum stirbt nicht ab. 

  3. Verbreitung 

    • Infizierte Knospen und Blütenkätzchen

    • Milben

    • Blattläuse 

  4. Vorbeugung 

    • Infizierte Pflanzen stark zurückschneiden

    • Boden pH über 6 halten

    • Baumkronen luftig halten

    • Kupfer in Kombination mit Zink kann die Verbreitung und Stärke der Infektion eindämmen (erste Kupferresistenzen aus USA, Italien und Frankreich bekannt) 

Fleckenkrankheit 

 

  1. Wirtspflanzen
  2. Schäden 

  3. Verbreitung

Pseudomonas syringae  

  1. Wirtspflanzen
    • Tomaten, Kartoffeln, Geranien 

  2. Schäden 

    • Führt zu starker und schneller Verwelkung der Blätter Charakteristischer Schleimaustritt aus dem Stengel infizierter Pflanzen. 

  3. Verbreitung 

    • Verbreitet sich über Samen (Knollen), Unkräuter (Solanum sp.) und kontaminiertes Wasser 

Allgemein Vorbeugung, Bekämpfung Bakterien

Vorbeugung:

  • Quarantänemassnahmen bei Neuimporten

  • Vektorenkontrolle (Nematoden, Insekten und Unkräuter)

  • Bodendämpfen (Nur in Gewächshäusern erlaubt im Biolandbau)

  • Betriebshygiene (Desinfektion von Händen, Stiefel und Werkzeugen)

  • Eventuell Windbrecher (z.B. Hecken) aufstellen/anpflanzen

  • Infizierte Pflanzenteile sofort als Abfall entsorgen und nicht kompostieren

  • Fruchtfolgen

  • Zertifiziertes Pflanzenmaterial verwenden

  • Resistenzzüchtungen

  • Umgebung für Kultur optimieren (keine Staunässe, gute Durchlüftung, nicht zu viel Dünger, nicht zu eng pflanzen, nicht von oben bewässern)

Bekämpfung:

  • Kupferpräparate (Nur eine Leichte Antibakterielle Wirkung)

  • Antibiotika (z.B. Streptomycin; wirkung 70 - 90%) 

  • Tonerde-Präparate

  • Infizierte Gehölze während einer Trockenphase gut zurückschneiden

  • Weitere PSM (Pflanzenextrakte, Wuchsstoffe (nicht zugelasen in der Schweiz), bestimmte Bakterien etc.) 

Faustregel

  • Verhinder 
  • Tilgen 
  • Eindämmen

Study