7 - GP1
7 - GP1
7 - GP1
-
- 1 / 56
-
Lernkarten
Strategisches Prozessmanagement - Definition
** Grundlagen **
Umfasst alle planenden, steuernden und kontrollierenden Aktivitäten, die notwendig sind, um die Geschäftsprozesse an der Unternehmensstrategie auszurichten und diese zu unterstützen
Strategisches Prozessmanagement - Aufgaben (6)
** Grundlagen **
- definiert relevante Geschäftsprozesse
- erzeugt Transparenz über die Verknüpfung der Prozesse
- untereinander
- mit den Prozessen der Geschäftspartner!
- definiert Anforderungen an Geschäftsprozesse aus der Unternehmensstrategie
- schafft langfristigen Plan zur Weiterentwicklung der Prozesse
- definiert die dazu notwendigen Umsetzungsmassnahmen
- kontrolliert deren Erfolg
Wichtige Aufgaben im strategischen GPM (4)
** Grundlagen **
- Strategisches Prozesscontrolling
- Planung der kritischen Erfolgsfaktoren, strategischer Erfolgspotenziale und der strategischen Prozessziele
- Kontrolle der Umsetzung der Ziele
- Identifizierung und Bewertung von Leistungslücken
- Abstimmung von Prozess- und IT-Strategie (Business-IT-Alignment)
- prozessorientierte Ausrichtung des Unternehmenscontrolling
- Strategische Prozessoptimierung
- Massnahmen zur langfristigen Optimierung der Geschäftsprozesse und des Geschäftsprozessmanagementsystems
- Strategische Prozessführung
- Entwicklung einer Prozesskultur
- Schaffung prozessorientierter Motivations- und Anreizsysteme
- Aufbau und Ausbau prozessorientierter Kernkompetenzen
- Strategische Prozessorganisation
- Identifizierung und Gewichtung der wettbewerbsentscheidenden GPs
- Prozessorientierte Ausrichtung der Unternehmensorganisation
- Festlegung der Aufgaben und Rollen im Geschäftsprozessmanagement
- Abstimmung von Prozess- und IT-Strategie
Basis für das Strategische GPM: Prozesszweck (Vision & Mission)
** Grundlagen **
- Für das gesamte Unternehmen gültige Prozessvision
- Formuliert möglichst prägnant, was das Unternehmen mit GPM erreichen möchte
- z.B «Wir wollen höchste Kundenzufriedenheit durch exzellente Prozesse erreichen»
- Prozessmission
- Konkretisiert die Prozessvision
- Zeigt den Handlungsrahmen, d.h. sie zeigt den Weg zur Erfüllung der Prozessvision
- z.B «Bis 20xx erzielen wir mit allen Kernprozessen eine durchschnittliche Kundenzufriedenheit von mindestens 95% bzgl. Qualität und Termintreue»
WICHTIG: Strategie < Ziele < Prozesse
WICHTIG
Basis für das Strategische GPM: Strategische Massnahmenplanung
** Grundlagen **
- Die Ziele des GPM bilden die Basis für die strategische Massnahmenplanung
- Ist keine Projektplanung, sondern grundsätzlicher Entscheid für bestimmte strategisch bedeutsame Massnahmen
- Massnahmen zur Positionierung des GPM in einer bestehenden Aufbauorganisation
- Geschäftsprozess-Outsourcing
- Qualifizierungsprogramme für Mitarbeiter
- Einführung Prozessverbesserungen
- Integration der Managementsysteme, z.B. Integration der Prozessplanung in den Strategieprozess
- Einführung Prozesskostenrechnung
- Die Massnahmen müssen mit den Zielen des GPM verknüpft sein
Zusammenhang zwischen operativen und strategischem GPM (3)
** Grundlagen **
- Die Umsetzung der definierten Massnahmenpakete (=Projekte) erfolgt im Rahmen des operativen Prozessmanagements
- Alle strategischen Prozess-Massnahmen sind Bestandteil eines sogenannten (strategischen) Prozessprogramms
- Das strategische Prozessprogramm wird in ein- bis max. zweijährige Etappen unterteilt à Jahresprogramm / Umsetzungsvorgabe für das operative Prozessmanagement
Operatives Prozessmanagement (5 Eigenschaften)
** Grundlagen **
- umfasst alle Aktivitäten zur Gestaltung (Modellierung, Analyse, Simulation, Optimierung) und Durchführung der einzelnen Geschäftsprozesse
- wickelt die bestehenden Prozesse im Tagesgeschäft bestmöglich ab.
- modelliert, analysiert, optimiert die Prozesse innerhalb des vorgegebenen Verantwortungsbereichs
- treibt die kontinuierliche Prozessverbesserung
- ist für das Change Management für «seine» Prozesse verantwortlich
Wesentliche Merkmale einer prozessorientierten Unternehmensführung (6)
** Grundlagen **
- Alle Prozesse und deren Aufgaben sind klar definiert
- Die Prozesse sind in mehreren Detaillierungsebenen bis zur operativen Ebene strukturiert
- Die Prozesse sind standardisiert dokumentiert, allgemein verständlich und jedem Mitarbeitenden zugänglich
- Für jeden Prozess sind klare Verantwortlichkeiten definiert
- Prozess haben eindeutige Zielgrössen
- Managemententscheidungen haben einen Prozessbezug
Prozess
** Strategisches Prozessmanagement **
Eingabe (Input) > Aktivitäten > Ergebnis (Output)
Geschäftsprozess (input > aktivität > output)
** Strategisches Prozessmanagement **
Kundenanforderung > wertschöpfende Aktivitäten > Leistung für Kunden
Geschäftsprozess - Merkmale (3)
** Strategisches Prozessmanagement **
- Aufgabe und Ziele von Geschäftsprozessen sind Bedürfnisse und Erwartungen oder Anforderungen von Kunden zu erfüllen
- Geschäftsprozesse beginnen und enden bei Kunden
- Alle Aktivitäten, welche für eine bestimmte Kundenleistung erforderlich sind, werden in einem Geschäftsprozess funktionenübergreifend gebündelt
Materielle und immaterielle Inputs (5)
** Strategisches Prozessmanagement **
- Personelle Ressourcen: Personalkapazitäten
- Finanzielle Ressourcen: Prozessbudget
- Technische Ressourcen: Material, IT, Tools, Methoden etc.
- Dienstleistungen
- Informationen: Vorschriften, Richtlinien etc.
Primäre Geschäftsprozesse (3 Eigenschaften)
** Strategisches Prozessmanagement **
- Primäre Geschäftsprozesse erzeugen Leistungen (Produkte und/oder Dienstleistungen) für externe Kunden, um deren Bedarf zu befriedigen. Sie stiften unmittelbaren Kundennutzen
- Für einen effektiven und effizienten Ablauf benötigen primäre Geschäftsprozesse strategische Vorgaben sowie Ressourcen (z.B. Finanzen, IT, Personal). Diese stellen ihnen die sekundären Geschäftsprozesse bereit
- Um ein Geschäft (oder pro unternehmerische Einheit) kundenorientiert, effizient und transparent zu steuern, sollte die Anzahl der primären Geschäftsprozessen zwischen sechs und acht liegen.
Sekundäre Geschäftsprozesse (Eigenschaften)
** Strategisches Prozessmanagement **
Sekundäre Geschäftsprozesse haben in der Regel keinen direkten Marktbezug
und wirken sich auf die Wettbewerbsfähigkeit nur indirekt aus. Eine Ausnahme
bildet hier der Strategieprozess.
Kernkompetenzen - Merkmale (5)
** Strategisches Prozessmanagement **
- stiften hohen Kundennutzen
- basieren auf spezifischen Kenntnissen, Fähigkeiten und Erfahrungen
- sind nicht auf dem Markt verfügbar, nur schwer imitierbar und substituierbar
- generieren neue oder verbesserte Produkte, Leistungen oder Anwendungen
- erschliessen neue Märkte
Kernkompetenzen und Kernprozesse (3)
** Strategisches Prozessmanagement **
Kernkompetenzen versetzen Unternehmen in die Lage, agil auf dem Markt zu reagieren und sich auf Veränderungen schnell einzustellen
Wenn Geschäftsprozesse Kernkompetenzen repräsentieren oder massgeblich zum Aufbau und Ausbau von Kernkompetenzen beitragen, werden sie Kernprozesse genannt.
Kandidaten für Kernprozesse sind in der Regel die primären Geschäftsprozesse
Aufgaben und Komponenten des strategischen Geschäftsprozessmanagements (6)
** Strategisches Prozessmanagement **
- Wie ist das Geschäftsprozessmanagement langfristig auszurichten?
- Wie könne Geschäftsprozesse auf die Schaffung, Bewahrung und Stärkung von Erfolgspotentialen sowie die Erfüllung strategischer Erfolgsfaktoren einwirken?
- Welche Geschäftsprozesse stellen Kernkompetenzen dar oder sind am Aufbau von Kernkompetenzen beteiligt?
- Welche Kernkompetenzen in Geschäftsprozessen müssen um wie viel verbessert werden, um die strategischen Prozessziele zu erreichen?
- Welche Leistungen sollen in Geschäftsprozessen erzeugt werden (Eigenleistungstiefe) und welche über Process Outsourcing oder Shared Services ausgelagert werden?
- Welchen Beitrag soll Process Governance zur Steuerung des Unternehmens leisten?
Prozessidentifikation WICHTIG (Ausgangslage, Ziel, Methoden)
** Strategisches Prozessmanagement **
Am Anfang des Geschäftsprozessmanagements steht die Identifizierung der Geschäftsprozesse
Die Prozessidentifizierung beantwortet die Frage: welche Geschäftsprozesse eine Geschäftseinheit benötigt, um die Bedürfnisse der Kunden bzw. Interessengruppen zu erfüllen und die Geschäftsziele zu erreichen.
- Ausgangslage
- Unternehmensstrategie, Kernkompetenzen, strategische Erfolgsfaktoren
- Ziel:
- Kernprozess-Kandidaten identifizieren, unternehmerische Supportprozesse identifizieren, Aufzeigen von Abhängigkeiten zwischen den relevanten Prozessen
- Konzepte / Methoden:
- Workshops, Wertschöpfungskettendiagramm, Prozesslandkarte
Top-down Vorgehen bei der Prozessidentifikation (Ausgangsbasis, Vorgehen, Beurteilung)
** Strategisches Prozessmanagement **
- Ausgangsbasis
- Geschäftsstrategie (Geschäftsfelder, Kundengruppen, Leistungsangebot etc.)
- Vorgehen
- Identifikation von Kernprozessen und Supportprozessen, die weitere Aufteilung in Teilprozesse erfolgt später.
- Beurteilung
- Strategieorientierung
- Kundenorientierung
- Unabhängig von Eigeninteressen
- keine Vergangenheitsorientierung
Prozesslandkarten - Eigenschaften (4)
** Strategisches Prozessmanagement **
Sie zeigt:
- die Verbindung zwischen Leistungsforderungen der Kunden und Geschäftsprozessen
- die Wechselwirkungen zwischen den Geschäftsprozessen
- die Beziehungen zwischen Geschäftsprozessen und Leistungen für die Kunden
- Neben Kunden können auch externe Partner aufgeführt werden, wie z.B. Lieferanten wichtiger Prozessinputs.
Prozessgewichtung (Ausgangslage, Ziel, Methoden)
** Strategisches Prozessmanagement **
- Ausgangslage:
- Prozesse aus der Prozesslandkarte (1. Entwurf)
- Ziel:
- Ermittlung der strategischen Relevanz eines Prozesses
- Methoden:
- Nutzwertanalyse, Prozessportfolio, Prozess-Erfolgsfaktoren-Matrix
Prozessvision und - organisation
** Strategisches Prozessmanagement **
- Ausgangslage:
- Gewichtete Prozesse und Prozesslandkarte
- Ziele:
- Unternehmensprozessmodell
- Prozesslandkarte (modifiziert auf Basis Prozessgewichtung)
- erste Ebene Teilprozess
- Grundsätzliche Organisationsform
- Einbettung in die Aufbauorganisation
- Entscheid für BPO-Kandidaten
- Entscheid bzgl. Aufbau von Shared Service Centers (SCC’s)
- Grundlegende Rollen- und Verantwortlichkeitsstrukturen
- Unternehmensprozessmodell
- Methoden:
- BPO-Analyse, Referenzmodelle, Best Practice Governance
Konzepte für die Umsetzung von Hybride Organisationen (2)
** Strategisches Prozessmanagement **
- Shared Service Center
- Bündelung von Supportprozessen in unternehmenseigene DL-Zentren
- Business Process Outsourcing
- Verlagerung von Prozessaufgaben auf externe Dienstleister
Shared Services WICHTIG (3 Eigenschaften, 4 Beispiele)
** Strategisches Prozessmanagement **
- Shared Services Center (SSC)
- unternehmenseigene Dienstleistungszentren mit wirtschaftlicher und/oder rechtlicher Selbstständigkeit, die Unterstützungsaufgaben für interne Kunden ausführen
- Günstige Voraussetzungen für SCC bieten unterstützende Prozesse
- mit einem hohen Transaktionsaufkommen
- einem hohen Standardisierungsgrad
- einem hohen Wiederholungsgrad
- Beispiele für Dienstleistungsprozesse, die häufig einem SCC übertragen werden:
- Finanzen und Rechnungswesen
- IT
- interne Beschaffung
- Reisemanagemen
Business Process Outsourcing (5)
** Strategisches Prozessmanagement **
- Verlagerung von Prozessaufgaben auf externe Dienstleister
- Ziel von BPO ist es, sich stärker auf Kernkompetenzen zu konzentrieren
- Kandidaten für BPO sind Geschäftsprozesse, die keine hohe strategische Bedeutung haben
- Verbreitet ist BPO bei sekundären Geschäftsprozessen
- BPO-Entscheidungen müssen sorgfältig geplant werden und mit entsprechenden Methoden unterstützt werden
Process Governance (1 Ziel, 5 Inhalte)
** Strategisches Prozessmanagement **
- Ziel
- einheitliche, zielgerichtete,transparente und anforderungsgerechte Anwendung des Geschäftsprozessmanagements in allen Organisationseinheiten
- Inhalte
- Prozessterminologie
- Prozessstandards
- Rollenbeschreibungen
- Projektstandards
- Normative Anforderungen