500 Production

500 ProducktionArt.32 Logistiker

500 ProducktionArt.32 Logistiker


A. H.
Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen der industriellen Fertigung und Logistik für Berufslernende. Sie erklären zentrale Begriffe wie Produktionsprinzipien, Materialflusssysteme (Kanban, Two-Bin), Chargenfertigung sowie Ziele und Methoden der Produktionslogistik. Auch Wertschöpfungsprozesse, Fertigungsarten und Entsorgungsgrundsätze werden behandelt. Praktiker profitieren von diesem Wissen, um Abläufe effizient zu gestalten und Produktionsziele wie Termintreue oder Kostensenkung zu erreichen.
Karten
20
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Berufskunde
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
31.08.2026 / 20.09.2026

Lernkarten

Definiere den Begriff Produktion.

Produktion bezeichnet die Herstellung von Sachgütern, Energien oder Dienstleistungen. Die Produktion beschreibt auch einen Ablauf/Prozess.

Was sind Produktionsfaktoren?

  • Arbeitsleistung, z. B. Mensch, Fachkräfte
  • Betriebsmittel, z. B. Fertigungsmaschinen
  • Werkstoffe, z. B. Rohstoffe, Rohmaterial

Bei der Produktion spricht man häufig von einem Wertschöpfungsprozess.
Erkläre, was ein Wertschöpfungsprozess ist.

Bei einem Wertschöpfungsprozess werden aus Input-Gütern durch die Kombination von Produktionsfaktoren möglichst höherwertige Output-Güter erstellt.

Das oberste Ziel der Produktion ist es, ein gutes Produkt herzustellen.
Daneben verfolgt die Produktion jedoch noch weitere Teilziele.
Nenne deren drei.

  • Geringe Kosten
  • Einen hohen Output
  • Gute Qualität
  • Termine einhalten
  • Gute Auslastung der Produktionsmittel
  • Geringe Durchlaufzeit
  • Hohe Kundenzufriedenheit 

Wie lauten die Ziele der Produktestruktur?

  • Möglichst einfach sein

 

  • Möglichst Kundenneutral (standardisiert) bis in die oberen Strukturebenen. So spät wie möglich im Fertigungsprozess individuelle Abweichungen (Kundenwünsche) vom Standardmodell.

Definiere den Begriff Produktionslogistik. 

Die Produktionslogistik plant steuert und kontrolliert den innerbetrieblichen Transport, Umschlag und die Lagerprozesse.

Nenne sechs Ziele, die sich aus den Aufgaben der Produktionslogistik ergeben. 

  • Kurze Durchlaufzeiten
  • Hohe Termintreue
  • Möglichst niedrige Bestände in den Lagern
  • Hohes Qualitätsniveau
  • Optimale Kapazitätsauslastung (Mensch und Maschine)
  • Optimale Gestaltung der Transportwege in der Fertigung

Folgende Produktionslager werden oft im Bereich der Produktion angesiedelt. Beschreibe ihre Funktion im Produktionsprozess. 

Das Handlager wird oft als spezielles Produktionslager dargestellt. Was ist das Spezielle bei der Bewirtschaftung eines Handlagers? 

In der Regel bedienen sich die Mitarbeiter dort in Selbstbedienung, ohne Verbuchung im ERP-System.

Das für ein Produkt (z. B. Fahrrad) verwendete Kleinmaterial wird in der Regel nicht einzeln, sondern als Klein- und Verbrauchsmaterial Posten dem Fertigprodukt abgebucht.

Die Entsorgungslogistik ist für die Abfallbewirtschaftung verantwortlich. Welcher Grundsatz gilt es diesbezüglich zu beachten? 

Vermeiden – Verwerten – Entsorgen

Vermeidung von Abfall vor Verwerten und das Verwerten steht vor dem Entsorgen.

Welche drei Kriterien beeinflussen die Art der Fertigung?

  • Losgrösse
  • Organisation der Fertigung
  • Ortsabhängigkeit der Fertigung

Nenne fünf Fertigungsarten. 

  • Einzelfertigung
  • Massenfertigung
  • Serienfertigung
  • Sortenfertigung
  • Chargenfertigung

Erkläre die Chargenfertigung möglichst genau. 

Bei der Chargenfertigung wird eine bestimmte Menge gleichartiger Produkte unter gleichen Bedingungen produziert, damit diese identisch sind. Durch eine Chargenfertigung wird die Nachverfolgbarkeit gewährleistet. Dies ist hilfreich, wenn es um Produkte geht, bei welchen hohe Sicherheitsstandards gelten.  

In der Organisation der Fertigung wird unter anderen zwischen der Werkstatt- und Fliessfertigung unterschieden. Worin unterscheiden sich die beiden Ablaufprinzipien? 

Werkstattfertigung:

Bei der Werkstattfertigung werden Arbeitsplätze und Betriebsmittel mit gleichen Verrichtungen in einem Raum zusammengefasst. Das Produkt wandert dabei durch die einzelnen Arbeitsplätze. Die einzelnen Arbeitsplätze können dabei auch Raumübergreifend angelegt werden.

Fliessfertigung:

Bei der Fliessfertigung durchwandert das Produkt ebenfalls verschiedene Arbeitsplätze. Diese sind im Gegensatz zur Werkstattfertigung aber in einer fixen Reihenfolge und auch zeitlich aufeinander abgestimmt.

Wie lautet der Fachbegriff für eine Fertigung, bei der die Prozesse auf Effizienz und Sparsamkeit optimiert wurden? 

Lean Management

Erkläre das Kanban-Prinzip möglichst genau. 

Das Kanban-Prinzip ist ein am Verbrauch orientiertes Materialflusssystem. Ein Materialnachschub wird ausgelöst, sobald eine vorgängig definierte Mindestmenge unterschritten wird.

Ein weiteres Materialflusssystem nennt sich Two-Bin-Prinzip. Erkläre dieses Prinzip. 

Beim Two-Bin Prinzip befinden sich pro Artikel zwei Behälter an Lager. Sobald der erste Behälter leer ist und der zweite angebrochen wird, wird mit dem leeren Behälter der Nachschub ausgelöst. Ist der zweite Behälter wieder aufgefüllt kommt dieser wieder unter den jetzt angebrochenen Behälter.

Kanban- oder Two-Bin-Prinzip sind Methoden der Materialsteuerung. An welchem zentralen Faktor orientieren sich die beiden Methoden? 

Am tatsächlichen Verbrauch von Materialien.

Ein Begriff, der die Logistik in Hinsicht auf die Materialbereitstellung jüngst stark geprägt hat, nennt sich JIT. Erkläre, was du unter dieser Abkürzung verstehst.  

JIT bedeutet Just in Time (zur rechten Zeit). Mit diesem Verfahren werden die Materialien zu dem Zeitpunkt angeliefert, an dem sie sogleich verarbeitet werden können. Das Material muss demnach nicht mehr gelagert werden und somit können Lagerkosten eingespart werden. 

Nenne zwei Vor- und Nachteile von JIT. 

Vorteile:

  • Einsparung in der Lagerhaltung (Platz, Versicherung, Strom etc.)
  • Bedarfsorientierte Beschaffung = keine Kapitalbindung durch Lagerbestände
  • Beschleunigung des Fertigungsprozesses
  • Vermeidung von „Ladenhütern“
  • Verminderung der Personalkosten durch geringen Zeitaufwand in der Beschaffung
  • Kurze Durchlaufzeiten in der Produktion

 

Nachteile:

  • Abhängigkeit vom ausserbetrieblichen Materialfluss
  • Risikoreiche Abhängigkeit von äusseren Einflüssen (Stau, Streik, Wetter etc.)
  • Kosten und Image bei „Worst Case“ = Produktionsstillstand

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