Kathi
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Cartes-fiches
Welche beatmungsbedingten Lungenschäden werden unterschieden?
Barotrauma, Volutrauma, Atelektrauma, O₂-Toxizität und VAP.
Was ist ein Barotrauma?
Lungenschädigung durch zu hohen Beatmungsdruck.
Was ist ein Volutrauma?
Lungenschädigung durch zu große Tidalvolumina bzw. Überdehnung der Alveolen.
Was versteht man unter Atelektrauma?
Schädigung durch wiederholtes Öffnen und Kollabieren von Alveolen.
Welche Maßnahmen dienen der VAP-Prophylaxe?
→ U. a. Mundpflege, Oberkörperhochlagerung, Händedesinfektion, Cuffkontrolle, geschlossenes Absaugen und möglichst Vermeidung unnötiger Intubation.
Was bedeutet P-SILI?
Lungenschädigung durch eine zu starke Eigenatemaktivität des Patienten.
Bei ausgeprägter Atemarbeit entstehen starke negative Pleuradrücke.
mögliche Folgen unter anderem :
Hyperkapnie, Azidose, Hypoxämie und Angst.
Als mögliche Maßnahmen werden aufgeführt:
Sedierung → ggf. Relaxation → Patient-Ventilator-Synchronie verbessern.
Was versteht man unter Compliance?
Die Dehnbarkeit der Lunge bzw. des respiratorischen Systems.
Normwerte:
70–100 ml/mbar → normal
40–70 ml/mbar → mäßig reduziert
< 40 ml/mbar → deutlich reduziert
< 20 ml/mbar → sehr schwere Einschränkung
Was bedeutet eine niedrige Compliance?
Die Lunge ist schwer dehnbar bzw. „steif“ und benötigt mehr Druck für ein bestimmtes Volumen.
Ursachen einer verminderten Compliance
Unter anderem:
pulmonal
- ARDS
- Pneumonie
- Lungenödem
pleural
- Pleuraerguss
- Pneumothorax
Thorax/Abdomen
- Thoraxveränderungen
- erhöhter intraabdomineller Druck
Was versteht man unter Resistance?
Den Widerstand der Atemwege gegen den Luftstrom.
Resistance ↑ → Luft kann schlechter durch die Atemwege strömen → Atemarbeit ↑
Normalwerte :
1–3 mbar/l/s spontan
Bei Beatmung können Werte bis etwa 9 mbar/l/s auftreten.
Welche Ursachen können eine erhöhte Resistance verursachen?
Beispielsweise Sekret, Bronchospasmus oder eine Verengung/Obstruktion der Atemwege, Tubus/ Beatmungssystem
Was ist Air Trapping?
Die Lunge kann sich während der Exspiration nicht vollständig entleeren, sodass Luft zurückbleibt.
Welche Ursachen und Auswrikungen hat das Air-Trapping?
Ursachen:
erschwerte Exspiration durch erhöhten Atemwegswiderstand
oder
zu kurze Exspirationszeit am Beatmungsgerät
Typisch beispielsweise bei obstruktiven Erkrankungen.
Auswirkungen
Bei druckkontrollierter Beatmung kann das Tidalvolumen sinken.
Bei volumenkontrollierter Beatmung können Spitzendruck und Plateaudruck steigen.
Was ist der Unterschied zwischen Perfusions- und Diffusionsstörung?
Perfusionsstörung: Problem der Lungendurchblutung z.B Lungenembolie
Diffusionsstörung: gestörter Gasübertritt zwischen Alveole und Kapillare z.B.
- Dicke der alveolo-kapillären Membran
- verfügbare Diffusionsfläche
- Kontaktzeit zwischen Blut und Alveole
Welche Möglichkeiten gibt es , eine akute Oxygenierungsstörung zu beeinflussen?
Diffusionsfläche verbessern (PEEP erhöhen)
Partialdruckdifferenz erhöhen (FiO2 erhöhen)
Diffusionsstrecke reduzieren und Ursache behandeln (Flüssigkeit beseitigen)
Was ist der Horowitz-Index und wie wird er berechnet?
Maß zur Beurteilung der Oxygenierung und einteilung vom ARDS:
PaO₂ / FiO₂.
Wie wird ein ARDS anhand des Horowitz-Index eingeteilt?
Bei PEEP ≥ 5 mbar:
<300 mild
<200 moderat
<100 schwer.
Was ist PEEP und welche Wirkung hat er?
→ Positiver endexspiratorischer Druck.
Dadurch können:
- Alveolen offen gehalten werden
- kollabierte Bereiche rekrutiert werden
- Gasaustauschfläche vergrößert werden
- Oxygenierung verbessert werden
Welche negativen Auswirkungen kann ein zu hoher PEEP haben?
- Verminderung des venösen Rückstroms
- Verminderung des Herzzeitvolumens
- Blutdruckabfall
- Auswirkungen auf die Organperfusion
- Überdehnung der Alveolen
Deshalb muss ein Best PEEP gefunden werden.
Merke:
PEEP soll Alveolen offenhalten – nicht überdehnen.
Was ist der Totraum?
Der Totraum ist der Anteil der Ventilation, der nicht am Gasaustausch teilnimmt.
Unterschieden werden:
Anatomischer Totraum
→ leitende Atemwege
Alveolärer Totraum
→ belüftete Alveolen, die nicht ausreichend perfundiert sind
Beide zusammen ergeben den physiologischen Totraum.
Wie kann ich den pCO₂ beeinflussen?
Entscheidend ist die alveoläre Minutenventilation (AMV).
Diese wird vor allem beeinflusst durch:
Tidalvolumen (TV) und Atemfrequenz
Vereinfacht:
AMV ↑ → CO₂-Abatmung ↑ → pCO₂ ↓
AMV ↓ → CO₂-Abatmung ↓ → pCO₂ ↑
Prüfungsmerker:
O₂-Problem → FiO₂ / PEEP
CO₂-Problem → Ventilation bzw. Atemminutenvolumen
Was bedeutet permissive Hyperkapnie?
→ Ein erhöhter pCO₂ wird bewusst toleriert, um eine lungenschonendere Beatmung zu ermöglichen; dabei muss insbesondere der pH-Wert (meistens >7,22) berücksichtigt werden.
Nenne mir Pflegerische Maßnahmen zur Beeinflussung des pCO₂.
Lagerung
und
Mobilisation
Zusätzlich sollen Ursachen einer Tachypnoe gesucht und behandelt werden, beispielsweise:
- Angst
- Schmerzen
- Fieber
- Unruhe bzw. Stress
Was versteht man unter Weaning?
Weaning bezeichnet die Entwöhnung von der maschinellen Beatmung. Dabei werden Atemarbeit und Atemregulation zunehmend vom Beatmungsgerät auf den Patienten übertragen.
Wann beginnt und wann endet die Weaningphase?
Sie beginnt mit dem ersten Schritt zur Reduktion der Invasivität bzw. Atemunterstützung und endet, wenn der Patient ohne maschinelle Atemhilfe spontan atmen kann und keine Zeichen respiratorischer Erschöpfung zeigt.
Welche Voraussetzungen müssen vor Beginn des Weanings erfüllt sein?
Ursache der Beatmung
- ursprüngliche Beatmungsindikation hat sich gebessert
- Temperatur > 35,8 °C und < 39 °C
- ausreichende „Man-Power“ für das Weaning
Fieber kann problematisch sein, da es die CO₂-Produktion und den Atembedarf erhöht.
Hämodynamik
- stabiler Kreislauf
- keine oder nur geringe Vasopressorunterstützung
- keine unbeherrschten Arrhythmien
- keine frische Myokardischämie
Gasaustausch
- SaO₂ > 90 %
- FiO₂ < 40 %
- PEEP < 8 mbar
- Atemfrequenz < 35/min
- Tidalvolumen > 5 ml/kg Körpergewicht
- PaCO₂ < 6,0 kPa, sofern nicht chronisch erhöht, z. B. bei COPD
- keine relevante Azidose
Atemmechanik
- ausreichender Hustenstoß
- wenig Sekret
- Atemwege auch ohne Tubus offen
Neurologie
- kein erhöhter Hirndruck
- Schutzreflexe vorhanden
- ausreichend wach und adäquat
- ungefähr RASS 0 bis −1
Welche respiratorischen Kriterien sprechen für Weaningbereitschaft?
SaO₂ > 90 %, FiO₂ < 40 %, PEEP < 8 mbar, Atemfrequenz < 35/min, Tidalvolumen > 5 ml/kg und keine relevante Azidose.
Welche drei Formen der Entwöhnung werden unterschieden?
Einfache Entwöhnung, schwierige Entwöhnung und prolongierte Entwöhnung.
Was ist der Unterschied zwischen kontinuierlichem und diskontinuierlichem Weaning?
Beim kontinuierlichen Weaning wird die Beatmungsunterstützung fließend reduziert, sodass der Patient zunehmend Atemarbeit übernimmt.
Beim diskontinuierlichen Weaning wechseln sich unterstützte Beatmungsphasen und Phasen selbstständiger Spontanatmung ab.
Was ist beim prolongierten Weaning besonders wichtig?
Ein strukturiertes, individuelles Weaningprotokoll mit schrittweiser Steigerung der Spontanatmungsphasen, täglicher Reevaluation und Beobachtung auf Erschöpfungszeichen.
Welche klinischen Zeichen sprechen für eine respiratorische Erschöpfung?
Tachypnoe, Dyspnoe, Hechelatmung, Schaukelatmung, Abfall der Sauerstoffsättigung sowie hämodynamische Veränderungen.
Nenne wichtige Abbruchkriterien eines Spontanatmungs-/Weaningintervalls.
AF > 35/min
SpO₂ < 90 %,
Hechel- oder Schaukelatmung,
deutliche HF-Veränderungen,
Hyper-/Hypotonie,
CO₂ < 4 kPa,
pH < 7,3 oder > 7,5 sowie eine ausgeprägte metabolische Azidose.
Was beschreibt der P0.1?
Der P0.1 zeigt den Atemantrieb und die inspiratorischen Bemühungen des Patienten und bezieht sich auf patientengetriggerte Atemhübe.
- −3 mbar → starke inspiratorische Bemühungen
- −5 mbar → zu starke Bemühungen
Was kann bei zu starken inspiratorischen Bemühungen des Patienten getan werden?
Pressure Support erhöhen,
Druckrampe anpassen,
Stress reduzieren und überprüfen, ob eine Extubation möglich bzw. eine Anpassung der Sedierung notwendig ist.
Was ist der RSBI und wie wird er berechnet?
Er wird während eines Spontanatmungsversuchs bestimmt und dient als Hinweis auf die respiratorische Funktion bzw. den möglichen Weaningerfolg.
Je schneller und flacher der Patient atmet, desto höher der RSBI.
- RSBI 80–100 → Weaningerfolg wahrscheinlich
- RSBI 100–120 → Weaningerfolg unwahrscheinlich
Merksatz:
Hoher RSBI = schnell + flach = ungünstig.
Beschreibe den grundsätzlichen Ablauf eines erfolgreichen Weanings.
Beatmungsursache gebessert
→ Weaningkriterien erfüllt?
→ Sedierung reduzieren/stoppen
→ Spontanatmungsversuch
→ klinische und respiratorische Beurteilung
→ bei Erfolg Extubationskriterien prüfen
→ Extubation
→ Reevaluation
Bei schwierigem oder prolongiertem Verlauf erfolgt dagegen ein strukturiertes, schrittweises Weaning mit regelmäßiger Reevaluation.